durchschnittlich ein Haus in den feineren Teilen Londons. Hier ist der
Keller. Er ist an eine Familie für anderthalben Schilling die Woche
vermietet, was für besonders billig gilt. Die Sonne scheint natürlich
niemals hier herein. Ich habe ihn bei Blitzlicht aufgenommen. Zu der
Miete müssen Sie den Betrag für eine genügende Menge schlechten Bieres
hinzufügen, die den Mieter unempfindlich gegen den Schmutz in seiner
Wohnung macht. Bier ist das Chloroform, das den Arbeiter befähigt, die
schwierige Operation des Lebens auszuhalten. Deshalb können wir uns
auch immer, wenn wir beim Wein sitzen, gegenseitig versichern, das
Elend all dieser Lumpen komme nur durch das gewohnheitsmäßige Saufen.
Wir verübeln ihm das, denn wenn er das Leben ohne Bier ertragen könnte,
würden wir das Geld für das Bier sparen -- und ihn gegen niedrigere
Löhne kaufen können. Kurz gesagt, wir würden reicher und er nüchterner
sein. Hier ist der Hofraum, die Zustände sind unbeschreiblich. Sieben
von den Bewohnern hatten vor Jahren in der Spinnerei meines Vaters
gearbeitet. Das heißt, sie hatten einen großen Teil der ungeheuren
Geldsummen geschaffen, auf die ich Sie zu Ihrem Mißvergnügen vorhin
aufmerksam machte.«
»Das war ich nicht,« sagte Sir Charles zaghaft.
»Sie können sehen, wie sehr ihre Lage gegen die der Pferde meines
Vaters zurücksteht. Die sieben Mann, die ich erwähnte, wurden mit
dreihundert andern durch dieses hier auf die Straße gesetzt.« Hier
schlug er ein Blatt um und zeigte die Photographie einer komplizierten
Maschine. »Sie ermöglichte es meinem Vater, auf ihre Dienste zu
verzichten und dafür ein paar Frauen und Kinder einzustellen. Er
hatte das Patent der Maschine für fünfzig Pfund von dem Erfinder
gekauft, denn dieser war fast ruiniert durch die Ausgaben seiner
Erfindertätigkeit und würde für eine Handvoll bares Geld alles
geopfert haben. Hier ist ein Porträt meines Vaters in seinen
Freimaurerabzeichen. Er glaubte, daß die Freimaurer im allgemeinen
in der Welt vorwärtskämen, und da es der Hauptplan seines Lebens
war, vorwärtszukommen, so trat er zu ihnen über und wollte, daß ich
dasselbe tun sollte. Aber ich wollte von diesen angeblich geheimen
Gesellschaften und ihrem Hokuspokus nichts wissen und weigerte
mich. Sie sehen, was er war -- ein würdevoller, unternehmender,
selbstsüchtiger Geschäftsmann. Betrachten Sie den erfolgreichen Mann,
den königlichen Kaufherrn mit Schiffen auf allen Meeren, den Brotherrn
von Tausenden von Arbeitern, den freigebigen Wohltäter bei allen
Veranstaltungen öffentlicher Mildtätigkeit, den Kirchenvorsteher, den
Parlamentsabgeordneten, den mildtätigen Freund seiner Verwandten --
seine Selbstgerechtigkeit lag immer im Kampf mit seiner angeborenen,
niedrigen Geldgier -- den unwissenden und unersättlichen Ausbeuter
fremder Arbeit, den Mann, der seine eigene Meinung und seine Würde für
Luxus und Delikatessen verkaufte, die zu genießen er viel zu grob war,
und für die Gesellschaft von Leuten, die ihm seine niedrige Herkunft
bei jeder Gelegenheit zu verstehen gaben --«
»Und den Mann, dem Sie alles verdanken, was Sie besitzen,« sagte
Erskine grob.
»Ich besitze sehr wenig. Alles, was er mir hinterließ, habe ich mit
Ausnahme von ein paar Gemälden längst ausgegeben, und auch das wurde
durch seine Sklaven und nicht durch ihn erworben. Mein Reichtum kommt
jeden Tag frisch durch die Arbeit der armseligen Menschen, die in
solchen Höhlen wohnen, wie ich sie Ihnen vorhin zeigte, oder von ein
paar Aristokraten der Arbeit, die sich vielleicht zehn Schilling die
Woche besser stehen. Indessen gibt es eine Entschuldigung für meinen
Vater. Ich geriet einmal bei einem Wahltumult in einen offenen Kampf.
Ich bin ein friedfertiger Mensch, aber da ich mich wehren mußte, wenn
ich nicht niedergeschlagen und mit Füßen getreten werden wollte,
so schlug ich mich mit Männern, die vielleicht ebenso friedfertig
veranlagt waren wie ich selbst. Mein Vater, der in einen freien
Wettbewerb geriet -- frei in dem Sinne, daß der Kampf frei, das heißt
durch kein Gesetz gehindert ist -- mein Vater hatte die Wahl, entweder
selbst ein Sklave zu sein oder die andern zu Sklaven zu machen. Er
wählte das letztere, und da er Beifall erhielt und hoch gepriesen
wurde, weil er Erfolg hatte, wer darf ihn da tadeln? Ich nicht.
Übrigens tat er auch etwas, um die Anarchie zu zerstören, die es ihm
ermöglichte, die Gesellschaft so ungestraft auszuplündern. Er stattete
mich, seinen Feind, mit der mächtigen Waffe eines großen Vermögens aus.
So brütet unser System, die Industrie zu entwickeln, oft selbst die
Eier aus, aus denen seine Zerstörer hervorbrechen. Trägt Lady Brandon
viele Spitzen?«
»Ich -- Nein, das heißt -- Wie zum Kuckuck soll ich das wissen,
Trefusis? Welch eine merkwürdige Frage?«
»Dies ist die Photographie einer Häkelschule. Es war ein schmutziger,
zwölf Quadratfuß großer Raum. Er war mit Ziegelsteinen gepflastert,
und die Kinder durften nicht ihre Schuhe tragen, damit die Spitzen
nicht schmutzig wurden. Da aber dort zwanzig Kinder -- alles Mädchen
-- fünfzehn Stunden täglich arbeiteten, litten sie nicht sehr durch
die Kälte. Sie waren hübsch eng zusammengepackt -- oder mögen es noch
sein, was weiß ich. Sie brachten mitunter drei oder vier Schilling in
der Woche ihren zärtlichen Eltern heim, denn sie hatten flinke Finger,
die kleinen Geschöpfe, und arbeiteten fleißig, weil die Aufseherin sie
jedesmal schlug, wenn sie aufsahen oder --«
»Trefusis,« sagte Sir Charles und entfernte sich von dem Tische,
»ich bitte Sie um Verzeihung, aber ich habe keine Lust, jetzt solche
abscheulichen Dinge zu genießen. Sie müssen mich wirklich nicht bitten,
Ihre Sammlung durchzugehen. Sie ist zweifellos interessant, aber ich
kann sie nicht ertragen. Haben Sie nichts Angenehmes, um mich damit zu
unterhalten?«
»Pah! Sie ekeln sich. Immerhin, Sie sind ein Neuling, und wir
wollen uns das übrige aufheben, bis Sie sich daran gewöhnt haben.
Die Bilder sind durchaus nicht so schrecklich. Jeder Band befaßt
sich mit einem andern Lande. Dieses zum Beispiel enthält Bilder zu
der modernen Zivilisation in Deutschland. Das da ist Frankreich --
das Britisch-Indien. Hier haben Sie die Vereinigten Staaten von
Amerika, die Heimat der Freiheit, die Schaubühne des allgemeinen
Wahlrechts, das königslose und adellose Land des Schutzzolls, des
Republikanismus und des durchgeführten radikalen Programms, wo man
alle schwarzen Haussklaven in Lohnsklaven verwandelt hat (grade wie
die weißen Sklaven meines Vaters). Diese Befreiung der Sklaven in
Amerika hat achthunderttausend Menschenleben und einen unberechenbaren
Wohlstand gekostet. Sie und ich, wir sind Bettler im Vergleich mit
den Großkapitalisten jenes Landes, wo die Arbeiter mit den Chinesen
wie Hunde um einen Knochen kämpfen. Viele von diesen großen Männern
versahen mich mit Photographien ihrer Jachten und Paläste und hatten
keine Ahnung, welchen Gebrauch ich davon machen würde. Hier sind einige
Porträts, die Ihre Gefühle nicht verletzen werden. Dies ist meine
Mutter, eine Frau aus guter Familie, jeder Zoll eine Lady. Hier ist ein
Mädchen aus Lancashire, die Tochter eines gewöhnlichen Bergarbeiters.
Sie hat körperlich genau dieselben Merkmale wie meine adelige Mutter
-- denselben kleinen Kopf, zarte Gesichtszüge und so fort. Sie könnten
Schwestern sein. Diese beiden Männer mit den Halunkengesichtern sehen
wie Zwillingsbrüder aus, nur daß der auf der rechten Seite gute Laune
in seinen Gesichtszügen hat. Der gutgelaunte ist ein Schiffer auf dem
Lyvernkanal, der andere gehört dem höchsten englischen Adel an. Sie
zeigen, daß die Natur, selbst wenn sie Generationen lang durch Hunger
und Elend verdorben ist, sich doch nicht an die Unterscheidungen kehrt,
die wir zwischen den Menschen errichten. Diese Gruppe von Männern und
Frauen, alle erträglich intelligent und von gedankenvollen Gesichten,
sind sogenannte Feinde der Gesellschaft -- Nihilisten, Anarchisten,
Anhänger der Kommune, Mitglieder der Internationale und so weiter.
Diese andern armen Teufel, abgeplagt, gezwungen, skrofulös, unbeholfen,
geistlos und sogar gewöhnlich -- nur hier und da ist eine halbwegs
hübsche Frau darunter, sind europäische Könige, Königinnen, Großherzöge
und dergleichen. Hier sind Schiffskapitäne, Verbrecher, Dichter,
Männer der Wissenschaft, Pairs, Bauern, Nationalökonomen und Vertreter
aller möglichen Berufe. Der Zweck der Sammlung ist, die natürliche
Ungleichartigkeit der Menschen zu zeigen und das Verfehlte einer
künstlichen Ungleichartigkeit zu beweisen.«
»Es scheint mir eine Art höllischer Sammlung zu sein, um die Ansichten
der Leute zu verwirren,« sagte Erskine. »Sie sollten es eine
Paradoxenmappe nennen.«
»In einem vernünftigen Gesellschaftszustand würden sie Paradoxe sein,
aber so beweist die Zeit ihre Richtigkeit, grade wie bei Hamlets
Paradox. Sie ist aber eine Sammlung von Tatsachen, und ich will ihr
keinen Phantasienamen geben. Sie lieben keine Zahlen?«
»Ich liebe die Kunst.«
»Hier sind ein paar Zahlen, und es ist keine Kunst dabei. Dies ist
die Bilanz eines Versuches, den ich vor Jahren machte, um die Idee
der Internationalen Vereinigung der Arbeiter -- gewöhnlich unter dem
Namen die Internationale bekannt -- auszuführen, der Vereinigung
aller Arbeiter in der ganzen Welt, um die Interessen der Arbeit zu
verteidigen. Sie sehen das Ergebnis. Ausgaben: viertausendfünfhundert
Pfund. Zeichnungen von Arbeitern zweiundzwanzig Pfund, sieben Schilling
und zehn und einen halben Penny. Die englischen Arbeiter zeigten ihr
Verständnis für meine Bemühungen, sie freizumachen, indem sie mich
anklagten, ich wollte die Vereinigung benutzen, um meine eigene Tasche
zu bereichern. Sie schmähten und steinigten mich. Jetzt helfe ich ihnen
nur noch, wenn sie die Neigung zeigen, sich selbst zu helfen. Ich
beschäftige mich zum Teil damit, einen Plan zur Neugestaltung unserer
Industrie auszuarbeiten, dann aber greife ich auch meine eigene Klasse
mit Frauen und allem an, gradeso wie ich Sie angreife.«
»Ich fürchte, es hat wenig Zweck, uns anzugreifen,« sagte Sir Charles.
»Es hat viel Zweck,« entgegnete Trefusis zuversichtlich. »Sie haben
jetzt eine ganz andere Ansicht von unserer prahlerischen Kultur
wie damals, als ich Ihre Mauer niederriß und diese Fanatiker der
Bodenreform einlud, über ihre Spielplätze zu gehen! Sie haben in meinem
Album etwas gesehen, was Sie vor einer Stunde noch nicht kannten, und
Sie sind infolgedessen nicht mehr derselbe Mensch, der Sie vor einer
Stunde waren. Meine Bilder haften länger in meinem Gedächtnis als Ihre
gekritzelten Radierungen oder die verschwommenen Sachen, in deren Grau
Sie sich einbilden, zarte Harmonien zu sehen. Erskines nächstes Drama
mag wieder die Freiheit zum Vorbild nehmen, aber seine patriotischen
Märtyrer werden dann etwas Besseres zu tun haben, als ein unsinniges
Geschwätz gegen Puppenkönige zu richten, die in ihrem ganzen Leben im
geheimen nicht so viele feige Gemeinheit, Habgier, Grausamkeit und
Tyrannei geplant haben, als es bei jeder Halbjahrsversammlung von
einem Dividenden verschluckenden Gewürm offen beschlossen wird, deren
armselige Lohnsklaven sich sechszehn von den vierundzwanzig Stunden
abschinden müssen.«
»Und was soll das Ende von dem allen sein?« fragte Sir Charles etwas
verwirrt.
»Sozialismus oder Zerstörung. Sozialismus, wenn der Kampf schließlich
die Fähigkeit entwickelt, die Aufgaben der Gesellschaft zu ordnen;
denn die Gesellschaft ist zu übervölkert und zu kompliziert, um noch
länger nach dem alten Zufallssystem des Privateigentums geleitet zu
werden. Wenn wir nicht unsere Gesellschaft sozialistisch neuordnen
-- vom menschlichen Standpunkt aus ein sehr erhabenes und prächtiges
Unternehmen, volkswirtschaftlich ein sehr einfaches und gesundes --
dann wird der Freihandel durch sich selbst England zugrunde richten,
und ich will Ihnen genau sagen, auf welche Weise. Als mein Vater sein
Vermögen erwarb, hatten wir einen Vorsprung vor allen andern Völkern
durch die Entwicklung unserer Industrie und den Reichtum an Eisen
und Kohle. Andere Völker kauften unsere Erzeugnisse billiger, als
wenn sie sie selbst hervorgebracht hätten, und doch noch so hoch über
unserm Herstellungspreis, daß der Verdienst unsere Kapitalisten wie
eine Meeresflut überfiel. Als die Arbeiter durch ihre Gewerkschaften
ihren Anteil an dem Segen in Form von Lohnerhöhungen verlangten,
war es billiger, ihnen das wenige, was sie zu verlangen wagten, zu
bewilligen, als den Goldstrom zum Stillstand zu bringen und sie zu
bekämpfen und sie zu zerschmettern. Aber jetzt haben unsere Kunden in
ihren eigenen Ländern unsere industriellen Methoden nachgeahmt und
verbessert, und sie haben Plätze entdeckt, an denen man Kohle und
Eisen noch billiger haben kann als heute in England. Sie produzieren
für sich selbst, oder kaufen das, was sie früher bei uns gekauft
haben, anderswo. Unser Verdienst verschwindet, unsere Maschinen
stehen still, unsere Arbeiter liegen auf der Straße. Heute macht
es sich bezahlt, die Fabriken zu schließen und die Gewerkschaften
zu bekämpfen und zu zerstören, wenn die Männer nicht etwa für eine
Lohnerhöhung, sondern gegen eine Lohnherabsetzung streiken. Jetzt, da
diese Gewerkschaften geschlagen werden und hilflos in dem Maße, in
dem die Zahl der Arbeitslosen in ihren Reihen zunimmt, dem Bankrott
entgegengehen, jetzt werden sie von unserer Klasse gehätschelt und
gepriesen -- ein unfehlbares Zeichen, daß sie in ihrer Aufgabe,
uns zu vernichten, keine weiteren Fortschritte machen. Die kleinen
Kapitalisten hat die Ebbe auf den Strand gesetzt, die großen folgen
der Strömung des Wassers und bauen ihre Werke da, wo Dampfkraft,
Wasserkraft, Arbeitskraft und Güterbeförderung billiger sind als in
England, das früher in diesen Dingen am billigsten war. Die Arbeiter
werden mit den Fabriken auswandern, aber sie werden sich immer noch
stärker vermehren, als sie auswandern, und man wird ihnen vorwerfen,
daß sie durch ihre maßlosen Lohnansprüche das Kapital ins Ausland
trieben. Und das wird so weiter gehen, solange noch ein Chinese oder
Indier unbeschäftigt ist und sie unterbietet. Wenn die englischen
Fabriken geschlossen sind, werden sie durch Villen ersetzt werden.
Die Industriegegenden werden sich in elegante Aufenthaltsorte für
Kapitalisten verwandeln, die von den Erträgnissen ihrer ausländischen
Anlagen leben. Die Bauerngüter und Viehwirtschaften werden zerstört
und in Jagdgründe verwandelt. Alle Dinge, die irgendwie an andern
Orten hergestellt werden können als dort, wo sie gebraucht werden,
kommen von auswärts. Sie sind eine Bezahlung für die Benutzung der
Jagdgründe durch ausländische Jagdliebhaber oder für die Dividenden
der in England lebenden Kapitalisten. Aber da diese Kapitalisten
ihre Unternehmungen im Auslande haben, so wird die Einfuhr nicht
durch eine Ausfuhr bezahlt, denn für Mieten und Zinsen wird überhaupt
kein Gegenwert gegeben. Diese Tatsache wollen die Freihandelsmänner
nicht einsehen oder wenigstens nicht eingestehen, obgleich sie der
Schlüssel zu dem ganzen Geheimnis ihrer Gegner ist. Man wird stürmisch
nach Zollschutz verlangen. Aber keiner will zu einem nachweislich
unvernünftigen Mittel seine Zuflucht nehmen, das zuerst die Preise
erhöht und dann erst die Löhne, und das nirgendwo den Arbeiter geholfen
hat. Es wird nur noch solche Beschäftigung geben, die an Ort und
Stelle getan werden muß, wie das Auspacken und Verteilen der Einfuhr,
das Bedienen der Eigentümer als Haussklaven, das Theaterspielen,
Predigen, Straßenpflastern, Laternenanzünden und so weiter. Und auch
in diesen Berufen werden immer weniger Leute beschäftigt werden,
da die Kapitalisten zu der Erkenntnis kommen, daß der übertriebene
Prunk nicht vornehm ist, und ein einfacheres Leben genießen werden.
Ein ungeheueres Proletariat, das sich zuerst aus den früheren
Arbeitern in der Exportindustrie entwickelt hat, wird mit seiner
Nachkommenschaft dauernd ohne Beschäftigung sein. Sie werden ihren
Anteil an dem Land und an den Maschinen verlangen, um für sich selbst
zu produzieren, und man wird sie zurückweisen. Dann zerschlagen sie ein
paar Fensterscheiben und werden zerstreut. Ihre Führer bekommen eine
Warnung. Sie stecken einige Häuser in Brand, ermorden einen oder zwei
Polizisten, und jetzt wird an denen, die man verwarnt hat, ein Exempel
statuiert. Sie machen einen Aufstand, werden mit Maschinengewehren
niedergeschossen -- aus dem Lande verjagt und irgendwie und irgendwo
vernichtet. Denn die besitzenden Klassen denken gar nicht daran und
sehen auch keine Möglichkeit, anders den berechtigten Ansprüchen der
Arbeiter nachzukommen. Sie selbst, Sie haben nur zu leicht fünfzig
Pfund für Jansenius' Auswanderungsfonds gegeben, aber Sie würden
Polizei, Militär und die Aufstandsgesetze anrufen, wenn die Leute
nach Brandon Beeches kämen und Sie aufforderten, auszuziehen und
mit den andern für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten. Nun, wenn das
überflüssige Proletariat vernichtet ist, dann bleibt eine Bevölkerung
von Kapitalisten übrig, die von einer unverdienten Einfuhr lebt und
von einem unzufriedenen Gefolge bedient wird. Eines Tages wird die
unverdiente Einfuhr aufhören, vielleicht weil draußen Revolutionen
oder Staatsbankrotte ausgebrochen sind, weil der Zinsfuß fällt, weil
Regierungen die Unternehmungen für lumpige Summen übernehmen, die
man dann anderweitig nicht wieder anlegen kann, oder aus sonstigen
Gründen. Unsere Kapitalistengemeinschaft ist dann auf den Rest der
letzten Dividende angewiesen, die sie längst verzehrt hat, ehe sie die
zerstörten Maschinen wiederhergestellt hat, um sich durch eigene Arbeit
am Leben zu erhalten. Pferde, Hunde, Katzen, Ratten, Brombeeren, Pilze
und Kannibalismus schieben dann das Ende hinaus, bis --«
»Hah! ha! ha!« rief Sir Charles laut. »Bei meiner Ehre, Trefusis, ich
dachte anfangs, Sie redeten ernst. Aber jetzt gestehen Sie nur, Sie
alter Bursche, es war alles Spaß von Ihnen. Ich hatte Sie halb im
Verdacht, Sie seien etwas verdreht.« Und er blinzelte Erskine zu.
»Was ich jetzt beschrieben habe, ist das unausbleibliche Ende unserer
heutigen Freihandelspolitik ohne Sozialismus. Die Theorie des
Freihandels ist nur auf ein Austauschsystem anwendbar, nicht auf eins
der Ausbeutung. Wir haben ein Ausbeutungssystem, und wenn wir es nicht
verlassen, müssen wir entweder zum Zollschutz zurückkehren oder auf
die Art, die ich soeben dargelegt habe, zugrunde gehen. Nun würde der
Cobden Klub, ehe er die Anhänger des Schutzzolls triumphieren ließe,
lieber selbst unter das Volk gehen und den Arbeitern zeigen, daß
Schutzzoll die englischen Besitzer zwingt, Sklaven zu beschäftigen,
die in England wohnen, und die daher wahrscheinlich -- wenn auch nicht
notwendigerweise -- Engländer sein müssen. Das würde schließlich dem
Volke die Augen darüber öffnen, daß es gar nicht im Besitze Englands
ist. Wenn sie das erst begriffen haben, werden sie es bald zu ihrem
Eigentum machen, und wenn erst England der Gemeinbesitz seiner Bewohner
ist, dann wird England sozialistisch. Die künstliche Ungleichheit
wird vor der wirklichen Vertragsfreiheit verschwinden. Ein freier
Wettbewerb, ein ungehindertes Nacheifern werden uns vorwärtsbringen,
und der Freihandel wird endlich seine Versprechungen erfüllen.«
»Und die Faulenzer und Bummler,« fragte Erskine. »Was wird aus denen?«
»Sie und ich natürlich,« sagte Trefusis, »wir werden wohl verhungern
müssen, wenn wir es nicht vorziehen, zu arbeiten, oder wenn man uns
nicht mit Rücksicht auf unsere schlechte Erziehung unterstützt.«
»Glauben Sie, man wird uns ausplündern?« fragte Sir Charles.
»Ich glaube, man wird uns daran hindern, die andern weiter
auszuplündern. Wenn die Arbeiter Bedenken tragen, uns bis aufs Hemd
auszuziehen oder uns die Kehlen abzuschneiden, falls wir den geringsten
Widerstand leisten, dann zeigen sie uns mehr Erbarmen, als wir ihnen je
gezeigt haben. Denken Sie daran, was wir getan haben, um unsere Zinsen
aus Irland und Schottland zu holen und unsere Dividenden aus Ägypten,
falls Sie meine Photographien und ihre Belehrung über unsere heimische
Grausamkeit vergessen haben. Ermorden wir nicht die große Masse dieser
armen Arbeiter durch Überarbeit und Bedrückung? Ihre durchschnittliche
Lebenszeit ist nicht halb so lang wie unsere, obgleich die menschliche
Natur in uns dieselbe ist wie in ihnen. Wenn wir ihrem Ansturm
widerstehen, wenn es uns gelingt, die Ordnung wiederherzustellen,
wie wir das nennen, dann werden wir sie erbarmungslos für ihre
Unbotmäßigkeit bestrafen, grade wie wir es 1871 in Paris taten, wo wir
ihnen übrigens auch lehrten, wie töricht es ist, seinen Feinden Pardon
zu geben. Wenn sie uns überwinden, dann werden wir unsere Schläge
bekommen, und es geschieht uns ganz recht. Da ist es doch viel besser,
schon jetzt vernünftig zu sein und Blutvergießen zu vermeiden. Nicht
wahr, Erskine?«
Erskine überlegte grade, welche Antwort er geben sollte, als ihn
Trefusis aus der Fassung brachte, indem er klingelte. Gleich darauf
erschien eine ältliche Frau, die einen länglichen Tisch vor sich
herschob, der wie ein Handwagen auf Rädern ging.
»Danke sehr,« sagte Trefusis und entließ sie. »Hier ist guter Wein,
gutes Wasser, gutes Obst und gutes Brot. Ich weiß, daß Sie am Wein
hängen wie an einer guten, gewohnten Herzstärkung. Was mich angeht, so
mache ich keinen Unterschied zwischen ihm und andern Pflanzengiften.
Ich genieße sie niemals. Wasser zur Beruhigung, Wein zur Anregung. In
mir sprudeln genug Quellen der Anregung, ich habe niemals Mangel daran
und brauche nur nach Beruhigung zu suchen. Indessen« -- hier entkorkte
er die Flasche, »ein voller Becher hiervon wird Sie für wenigstens
eine halbe Stunde sich wie Götter fühlen lassen. Sollen wir auf Ihre
Bekehrung zum Sozialismus trinken?«
Sir Charles schüttelte den Kopf.
»Wie, Mr. Donovan Brown, der große Künstler, ist ein Sozialist, warum
sollten Sie keiner sein?«
»Donovan Brown?« rief Sir Charles interessiert aus. »Ist das möglich?
Kennen Sie ihn persönlich?«
»Hier sind verschiedene Briefe von ihm. Sie können sie lesen. Schon das
einfache Autograph eines solchen Mannes ist interessant.«
Sir Charles nahm die Briefe und las sie aufmerksam durch, während ihm
Erskine über die Schulter sah.
»Ich stimme vollständig mit allem überein, was er hier sagt,« bemerkte
Sir Charles. »Es ist ganz richtig.«
»Natürlich stimmen Sie mit uns überein. Donovan Browns Bedeutung als
Künstler hat mir einen Rekruten erworben, und Ihre Bedeutung als
Baronet wird mir noch mehrere gewinnen.«
»Aber --«
»Aber was?« sagte Trefusis und öffnete schnell eins von den Albums, daß
das Bild eines widerlichen Zimmers zeigte. »Sie sind doch hiergegen,
nicht wahr? Donovan Brown ist dagegen, und ich bin dagegen. Sie mögen
sonst in allem anderer Meinung sein, aber Sie sind doch auf unserer
Seite. Nicht wahr?«
»Aber es kann die Folge von Trunksucht, Gleichgültigkeit oder --«
»Das Einkommen meines Vaters war fünfzigmal so groß wie das von Donovan
Brown. Glauben Sie, daß Donovan Brown fünfzigmal so trunksüchtig und
gleichgültig wie mein Vater war?«
»Gewiß nicht. Ich leugne auch gar nicht, daß vieles richtig ist an
dem, was Sie sagen. Aber Sie verlangen da von mir einen sehr wichtigen
Schritt.«
»Durchaus nicht. Ich verlange gar nicht, daß Sie sich durch Ihre
Unterschrift, Ihren Beitritt oder eine Bürgschaft an irgendeiner
Gesellschaft oder einer Verschwörung beteiligen sollen. Ich mochte
nur Ihren Namen zur Erwähnung gegenüber solchen Feiglingen, die den
Sozialismus für ganz richtig halten, aber ihn nicht bekennen wollen,
weil sie ihn nicht für geachtet ansehen. Sie werden sich nicht mehr
ihrer Überzeugung schämen, wenn sie hören, daß ein Baronet sie teilt.
Sie sehen also, daß Ihnen der Sozialismus schon etwas bietet, er gibt
Ihrem sonst wertlosen Titel einen wirklichen Wert.«
Sir Charles errötete ein wenig und wurde sich bewußt, daß das Beispiel
seines Lieblingsmalers ihn mehr beeinflußt hatte als seine eigene
Überzeugung oder die Beweise Trefusis'. »Was meinen Sie, Chester?«
fragte er. »Wollen Sie sich anschließen?«
»Erskine ist schon durch seine veröffentlichten Schriften dafür
bekannt, daß er für die Sache der Freiheit eintritt,« sagte Trefusis.
»Drei von den Broschüren auf diesem Büchergestell zitieren die
patriotischen Märtyrer.«
Erskine wurde rot, da es ihm schmeichelte, daß er zitiert worden war.
Diese Aufmerksamkeit war ihm erst einmal zuteil geworden, und zwar
durch einen Kritiker, der dadurch zeigen wollte, daß die patriotischen
Märtyrer nachlässig geschrieben seien.
»Nun?« fragte Trefusis. »Soll ich Donovan Brown schreiben, daß seine
Briefe die aufrichtigste Zustimmung und Sympathie von Sir Charles
Brandon gefunden haben?«
»Gewiß, gewiß. Das heißt, wenn mein unbekannter Name für ihn im
geringsten von Interesse ist.«
»Gut,« sagte Trefusis und füllte sein Glas mit Wasser. »Laßt uns mit
unserm Bruder Sozialdemokrat anstoßen.«
Erskine lachte laut, aber gezwungen. »Welch ein Esel sind Sie,
Brandon!« sagte er. »Sie, mit Ihrem großen Landbesitz und Säcken
von Gold, die in Eisenbahnen angelegt sind, Sie nennen sich einen
Sozialdemokraten. Wollen Sie alles verkaufen und verteilen nach dem
Wort: Verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen?« --
»Keinen Pfennig,« erwiderte Trefusis schnell für Sir Charles. »In
diesem Lande kann ein Mann kein Christ sein. Ich habe es versucht und
gefunden, daß es unmöglich ist, sowohl wegen der Gesetze als auch
wegen der Zustände. Ich bin ein Kapitalist und ein Grundbesitzer. Ich
habe Eisenbahnaktien, Grubenaktien, Gebäudeaktien, Bankaktien und
Aktien von fast jeder Art, und sie machen mir die größten Sorgen. Aber
diese Aktien sind ja kein wirklich existierender Reichtum. Sie sind
nur ein Pfandbrief auf die Arbeit von ungeborenen Generationen von
Arbeitern, die arbeiten müssen, um mich und die Meinen in Müßiggang
und Luxus zu erhalten. Wenn ich sie verkaufte, würde dann wohl der
Pfandbrief ungültig gemacht und die ungeborenen Generationen aus ihrer
Knechtschaft befreit werden? Nein. Er würde nur in die Hände eines
andern Kapitalisten übergehen, und die arbeitende Klasse wäre durch
meine Selbstaufopferung nicht besser daran. Sir Charles kann nicht dem
Gebot Christi folgen, er soll es nur einmal versuchen! Er mag sein
Land für einen öffentlichen Park hergeben, aber nur die reicheren
Klassen werden die Muße haben, ihn zu genießen. Und wenn er ihn dicht
bei den Wohnungen der Armen anlegt, damit sie wenigstens seine Luft
einatmen, so wird er nur den Wert der umliegend Häuser steigern und
die Armen daraus vertreiben. Lassen Sie ihn eine Schule für die Armen
ausstatten, wie Eton oder Christs Hospital, und die Reichen werden
sie für ihre eigenen Kinder nehmen, grade wie in den zwei soeben
genannten Fällen. Sir Charles will nicht die Armut pflegen, sondern sie
zerstören. Es ist gleichgültig, wieviel Sie den Armen geben, alles,
mit Ausnahme der nacktesten Existenzmittel, wird ihnen mit Gewalt
wieder abgenommen. Alles Reden über praktisches Christentum oder selbst
einfache Gerechtigkeit ist heute nur Verschwendung von Worten. Wie
können Sie einem Arbeiter einen gerechten Lohn geben, wenn Sie dank
der allgemeinen Gewohnheit, ihm seine Arbeit zu stehlen, ihren Wert
gar nicht festsetzen können? Ich weiß das aus Erfahrung. Ich wollte
den richtigen Preis für das Grabmal meiner Frau bezahlen, aber ich
konnte seinen Wert nicht herausfinden und werde es auch nie können.
Der Grundsatz, nach dem wir unsere nationale Industrie einzelnen zur
Ausplünderung verpachten, die sich für die Rente durch Erpressungen
entschädigen, hat uns so verdorben und schlecht gemacht, daß wir gar
nicht mehr ehrenhaft sein können, selbst wenn wir es wollen. Und der
Grund, weshalb wir das so ruhig ertragen, ist, weil sehr wenige es
wirklich anders wollen.«
»Ich muß diese wichtige Frage studieren,« sagte Sir Charles unruhig und
füllte seinen Becher wieder. »Können Sie mir ein gutes Buch über den
Gegenstand empfehlen?«
»Jede gute Abhandlung über Nationalökonomie genügt,« sagte Trefusis.
»In der ökonomischen Wissenschaft führen alle Wege zum Sozialismus,
obgleich in neun von zehn Fällen der Studierende nicht sein Ziel
erkennt und den Fluch auf sich lädt, den Jeremias über die ausspricht,
die gegen Belohnung die Bösen in Schutz nehmen. Ich werde Ihnen ein
oder zwei Bücher aussuchen. Und wenn Sie das nächste Mal, da Sie in
London sind, Donovan Brown aufsuchen, so wird er sich, das weiß ich
sicher, sehr freuen. Er trifft sich mit sehr wenigen Männern, die
sowohl mit seiner sozialen als auch seiner künstlerischen Anschauung
übereinstimmen.«
Sir Charles Augen glänzten, als er an Donovan Brown erinnert wurde.
»Ich werde mir eine Einführung bei ihm zu hoher Ehre anrechnen,« sagte
er. »Ich hatte keine Ahnung, daß er ein Freund von Ihnen war.«
»Ich war ein sehr tätiger junger Sozialist, als ich ihn zum erstenmal
traf,« sagte Trefusis. »Als Brown noch unbekannt und ein erbärmlich
armer Mann war, kaufte meine Mutter auf Bitten eines seiner Freunde
aus Barmherzigkeit eins seiner Bilder für dreißig Pfund, und er war
sehr froh, das Geld zu bekommen. Nach zehn Jahren, als meine Mutter
tot und Brown berühmt war, wurden mir achthundert Pfund für dieses
Bild angeboten, das übrigens nach meiner Meinung ein sehr schlechtes
war. Nun würde, wenn ich auch den gewöhnlichen, ungerechtfertigten
Abzug machte, für die Zinsen der dreißig Pfund während der zwölf
Jahre, die ungefähr verflossen waren, mir der Verkauf des Bildes doch
noch einen Verdienst von über siebenhundertundfünfzig Pfund gebracht
haben, eine unverdiente Bereicherung, auf die ich keinen Anspruch
hatte. Mein Anwalt, demgegenüber ich die Sache erwähnte, meinte, ich
könnte mit Recht die siebenhundertundfünfzig Pfund einstecken. Meine
Mutter habe sie durch ihre Mildtätigkeit verdient, mit der sie ein
voraussichtlich wertloses Bild von einem unbekannten Maler kaufte.
Er überzeugte mich aber nicht davon, daß ich ein Recht hätte, mir
die Tugenden meiner Mutter bezahlen zu lassen, obgleich wir darin
übereinstimmten, daß weder ich noch meine Mutter irgendeine Vergütung
in Form von Vergnügen bei der Betrachtung des Bildes empfangen hatten,
denn es war seit seiner Erwerbung durch das Blindwerden der Farben im
hohen Maße verdorben. Schließlich ging ich mit dem Bilde nach Browns
Atelier. Ich sagte ihm, es habe für mich keinen Wert, da ich es für ein
besonders schlechtes Bild halte, und er sollte es für fünfzehn Pfund,
die Hälfte des früheren Preises, zurückhaben. Er sagte mir sofort, ich
würde von jedem Händler mehr dafür bekommen, als er selbst mir geben
könnte. Aber er sagte auch, ich hätte kein Recht, mit seiner Arbeit
ein Geschäft zu machen, und er bot mir den Originalpreis von dreißig
Pfund an. Ich nahm sie und sandte ihm dann den Mann zu, der mir die
achthundert angeboten hatte. Zu meinem Verdruß weigerte sich Brown,
das Bild überhaupt zu verkaufen, weil er es für seiner unwert hielt.
Der Mann bot bis fünfzehnhundert Pfund, aber Brown blieb standhaft,
und so fand ich, daß ich ihm nicht nur keine siebenhundertundsiebzig
Pfund in die Tasche gesteckt, sondern ihm sogar dreißig weggenommen
hatte. Ich bot ihm daher an, die dreißig Goldstücke zurückzugeben.
Brown empfand dieses Anerbieten als eine Beleidigung und lehnte jede
weitere Auseinandersetzung mit mir ab. Dann bestand ich darauf,
daß die Angelegenheit dem Schiedsgericht unterworfen werde, und
verlangte fünfzehnhundert Pfund als den vollen Handelswert des
Gemäldes. Alle Schiedsrichter fanden das ungeheuerlich, worauf ich
mich damit zufriedengab, wenn sie mein Anrecht auf den Handelswert
nicht anerkennen wollten, dann sollten sie mir wenigstens mein Anrecht
auf den Gebrauchswert anerkennen. Sie stimmten dem zu und setzten
ihre Entscheidung für vierzehn Tage aus, um Adam Smith zu lesen und
zu entdecken, was in aller Welt ich mit meinen Gebrauchswerten und
Handelswerten meinte. Ich zeigte ihnen darauf, daß das Gemälde für mich
keinen Gebrauchswert habe, da ich es nicht liebte, daß ich daher zu gar
nichts berechtigt sei und Brown die dreißig Pfund zurücknehmen müßte.
Sie freuten sich, mir dies auch zuzugeben, da sie alle Kunstfreunde
von Brown waren und nicht wünschten, daß er bei dem Handel sein
Geld verlöre, obgleich sie heimlich ebenso wie ich das Bild für ein
schlechtes hielten. Hierauf wurden Brown und ich sehr gute Freunde. Er
duldete anfangs meine Annäherung, damit es nicht aussähe, als ob er
über die Herabsetzung seines Werkes beleidigt sei. Nach und nach ging
er zu meinen Ansichten über, gradeso wie Sie es getan haben.«
»Das ist sehr interessant,« sagte Sir Charles »Wie vornehm --
fünfzehnhundert Pfund zurückzuweisen! Er konnte sie wahrscheinlich gut
gebrauchen.«
»Heldenhaft war es -- nach den Ansichten des neunzehnten Jahrhunderts
über Heldentum. Aus freien Stücken auf eine Gelegenheit, Geld
zu verdienen, zu verzichten. Das ist das =non plus ultra= des
Märtyrertums. Browns Frau war sehr böse über ihn, weil er so gehandelt
hatte.«
»Es ist eine interessante Geschichte -- oder könnte als eine solche
gelten,« sagte Erskine. »Aber Sie machen mich ganz verdreht mit Ihrem
verdammten Wertaustausch und dergleichen Unsinn. Alles ist bei Ihnen
eine Zahlenfrage.«
»Das kommt daher, weil ich kein Poet bin,« sagte Trefusis. »Aber wir
Sozialisten sollten die romantische Seite unserer Bewegung studieren,
um die Frauen zu gewinnen. Wenn Sie eine Sache groß machen wollen, dann
interessieren Sie jedes weibliche Wesen dafür. Sie ist verheiratet
oder wird es eines Tages sein, und dann widerspricht sie ihrem Mann
mit Fetzen aus unsern Beweisgründen. Ein Wortstreit wird folgen, und
ihr Sohn wird zuhören und zu denken anfangen, wenn er überhaupt dazu
fähig ist. So setzen sich unsere Ideen in die Köpfe der Leute. Ich habe
schon manches junge Mädchen bekehrt. Die meisten wissen nicht mehr von
der volkswirtschaftlichen Theorie des Sozialismus, als sie von Chaldäa
wissen, aber sie fürchten und verurteilen nicht mehr länger diesen
Namen. Oh, ich versichere Ihnen, es kann auf diesem Gebiete viel von
Männern getan werden, die nicht ängstlich vor Frauen sind und Zeit
haben, ruhig zu warten, bis ihre ausgestreute Saat aufgegangen ist.«
»Nehmen Sie sich in acht. Eine von Ihren weiblichen Proselyten wird
einmal die Oberhand über Sie bekommen. Der zukünftige Ehemann, dem man
widerspricht, kann auch Sidney Trefusis sein. Ha, ha, ha!« Sir Charles
hatte ein zweites großes Glas mit Wein geleert und war etwas erhitzt
und laut.
»Nein,« sagte Trefusis, »ich selbst habe genug bekommen von der Liebe,
und ich bin auch nicht der Mann, der so leicht welche einflößt. Frauen
machen sich nichts aus Männern, denen, wie Erskine sagt, alles eine
Zahlenfrage ist. Früher flirtete ich mit Frauen, jetzt belehre ich sie,
und ich verabscheue das Flirten eines Mannes noch mehr als das einer
Frau. Noch etwas Wein? Oh, Sie dürfen den Rest dieser Flasche nicht
umkommen lassen.«
»Ich denke, wir gehen am besten, Brandon,« sagte Erskine, der ein
wachsendes Mißtrauen gegen Trefusis empfand. »Wir haben versprochen,
vor zwei zurück zu sein.«
»Das sollen Sie auch,« sagte Trefusis. »Es ist jetzt noch nicht
Viertel nach eins. Übrigens, ich habe Ihnen noch nicht Donovan Browns
Lieblingsdokument zur Erneuerung der Gesellschaft gezeigt. Hier ist es.
Eine Riesenpetition, die verlangt, daß es für ein schweres Verbrechen
erklärt wird, wenn man einem Arbeiter irgendeinen Teil des Wertes, den
seine Arbeit hat, vorenthält. Das ist alles.«
Erskine stieß leise Sir Charles, und dieser sagte schnell: »Danke sehr,
aber ich will lieber nichts unterzeichnen.«
»Ein Baronet soll eine solche Petition unterzeichnen!« rief Trefusis
aus. »Ich dachte gar nicht daran, Sie darum zu bitten. Ich zeige es
Ihnen nur als ein interessantes geschichtliches Dokument, das die
Unterschriften einiger Künstler und Dichter enthält. Hier ist zum
Beispiel die von Donovan Brown. Er hat auch die Petition angeregt,
die kaum viel Gutes erwirken wird, da die Sache gar nicht auf solche
Art durchgeführt werden kann. Indessen, ich habe Brown versprochen,
so viele Unterschriften wie möglich zu sammeln. Darum mögen Sie
sie wenigstens unterzeichnen, Erskine. Sie enthält zwar nichts in
Blankversen über die heilige Pflicht des Tyrannenmordes, aber sie ist
doch ein Schritt vorwärts auf dem rechten Wege. Sie werden doch nicht
bei einer solchen Kleinigkeit Bedenken haben -- oder sind Sie durch die
Kritiken ängstlich geworden? Kommen Sie, Ihren Namen und Ihre Adresse.«
Erskine schüttelte den Kopf.
»Haben Sie denn nur dann revolutionäre Gefühle, wenn Sie dadurch Ruhm
als Dichter gewinnen können?«
»Ich zeichne einfach nicht, weil ich keine Lust dazu habe,« sagte
Erskine erregt.
»Mein lieber Freund,« sagte Trefusis fast herzlich, »wenn ein Mann
ein Gewissen hat, so kann er in Überzeugungssachen nicht schwanken.
Ich habe irgendwo in Ihrem Buch gelesen, daß der Mann, der für die
Freiheit seines Bruders nicht sein Blut vergießt, ein Feigling und ein
Sklave ist. Wollen Sie nicht einen Tropfen Tinte vergießen -- dazu noch
meiner Tinte -- für das Anrecht Ihrer Brüder an ihrer Hände Werk? Ich
machte mir auch zuerst nichts daraus, diese Petition zu unterschreiben,
denn ich könnte ebensogut einen Tiger bitten, seine Beute mit mir
zu teilen, wie unsere Herrschenden, die gestohlene Arbeit, von der
sie leben, fahren zu lassen. Aber Donovan Brown sagte zu mir: >Sie
haben keine Wahl. Entweder glauben Sie, daß dem Arbeiter der Ertrag
seiner Arbeit gehört, oder Sie glauben es nicht. Wenn Sie es aber
glauben, dann bekennen Sie auch Ihre Überzeugung, selbst wenn das so
nutzlos sein wird, als das Händewaschen des Pilatus.< So habe ich denn
unterzeichnet.«
»Donovan Brown hatte recht,« sagte Sir Charles. »Ich will
unterzeichnen.« Und er schrieb sorgfältig seinen Namen hin.
»Brown wird entzückt sein,« sagte Trefusis. »Ich werde ihm heute
schreiben, daß ich wieder eine gute Unterschrift für ihn erlangt habe.«
»Zwei Unterschriften,« sagte Sir Charles. »Sie sollen zeichnen,
Erskine. Der Teufel soll mich holen, wenn Sie es nicht tun! Es ist nur
gegen die Halunken, die davonlaufen und ihren Arbeitern nicht ihre
Löhne bezahlen.«
»Oder, die sie nicht ganz bezahlen,« bemerkte Trefusis mit seltsamem
Lächeln. »Aber unterzeichnen Sie lieber nicht, wenn Sie keine Lust
haben.«
»Chester, wenn Sie nach mir nicht zeichnen, sind Sie ein Duckmäuser,«
sagte Sir Charles.
»Ich weiß nicht, was es bedeutet,« sagte Erskine unschlüssig. »Ich
verstehe nichts von Petitionen.«
»Es bedeutet, was es sagt. Man kann Sie nicht für irgendeine Meinung
verantwortlich machen, die nicht darin ausgedrückt ist,« erwiderte
Trefusis. »Aber lassen wir es sein. Sie mißtrauen mir, glaube ich,
etwas und möchten lieber nichts mit meinen Petitionen zu tun haben.
Aber Sie werden eine bessere Ansicht darüber bekommen, wenn Sie
erst mehr mit mir bekannt sind. Inzwischen hat es ja keine Eile.
Unterschreiben Sie jetzt noch nicht.«
»Unsinn! Ich zweifle gar nicht an Ihrer ehrlichen Überzeugung,« sagte
Erskine schnell und leugnete seinen Verdacht, den er wohl fühlte,
für den er aber keine Begründung wußte. »Hier haben Sie es!« Und er
unterzeichnete auch.
»Sehr gut!« sagte Trefusis. »Das wird Brown für einen Monat glücklich
machen.«
»Es ist jetzt Zeit für uns, daß wir gehen,« meinte Erskine verdrießlich.
»Besuchen Sie mich zu jeder Zeit. Sie sind mir willkommen,« sagte
Trefusis. »Sie brauchen in keiner Weise formell zu sein.«
Dann schieden sie voneinander, und Sir Charles versicherte Trefusis,
daß er noch nie einen so interessanten Vormittag verlebt habe. Er
schüttelte ihm dreimal lange die Hand. Erskine sagte wenig, bis er mit
seinem Freunde auf dem Riverside Road war, dann aber brach er plötzlich
heraus:
»Was zum Teufel soll das heißen, daß Sie mittags um ein Uhr zwei
Glas von solch einem berauschenden Zeug trinken, und dazu noch im
Hause eines so gefährlichen Menschen, wie er es ist? Es tut mir sehr
leid, daß ich den Burschen besucht habe. Ich hatte schon vorher meine
Besorgnisse, und sie sind vollständig eingetroffen.«
»Wieso?« fragte Sir Charles und fuhr zurück.
»Er hat uns angeführt. Ich war ein richtiger Narr, daß ich das Papier
unterzeichnete, und Sie auch. Deswegen hat er uns nur eingeladen.«
»Unsinn, mein lieber Junge. Es war nicht sein Schriftstück, sondern das
von Donovan Brown.«
»Das bezweifle ich. Wahrscheinlich hat er Brown ebenso zum Zeichnen
beschwatzt, wie er uns beschwatzt hat. Seine Wege sind grade so schief
wie seine Ansichten. Hörten Sie, wie er über Miß Lindsay log?«
»Oh, Sie haben sich darüber geirrt. Er macht sich gar nichts aus ihr
oder aus sonst jemand.«
»Gut, wenn Sie zufrieden sind, ich bin es nicht. Sie würden darüber
nicht in so guter Laune sein, wenn Sie so wenig Wein getrunken hätten
wie ich.«
»Pah! Sie sind zu komisch. Es war famoser Wein. Glauben Sie etwa, ich
sei betrunken?«
»Nein. Aber Sie würden auch nicht unterschrieben haben, hätten Sie
nicht das zweite Glas getrunken. Wäre ich nicht durch Sie gezwungen
worden -- nachdem Sie das Beispiel gegeben hatten, konnte ich nicht
anders -- ich hätte ihn lieber am Galgen gesehen, als mich mit seiner
Petition abgegeben.«
»Ich sehe nicht ein, was das für schlimme Folgen haben kann,« sagte Sir
Charles und unterdrückte mit Gewalt eine in ihm aufsteigende Unruhe.
»Nie wieder betrete ich sein Haus,« sagte Erskine mürrisch. »Wir waren
wie zwei Fliegen in einem Spinnennetz.«
Unterdessen schrieb Trefusis, wie er versprochen hatte, an Donovan
Brown.
Sallusts Haus.
Lieber Brown, ich habe den Vormittag damit verbracht, zwei noch sehr
junge Fische zu angeln, und ich habe sie mit mehr Mühe ans Land
gebracht, als sie es wert sind. Einer ist ein hohes Tier. Er ist
Baronet und Kunstliebhaber, mit Respekt zu sagen. Alle meine Gründe
und mein kleines Museum von Photographien waren an ihm verloren, aber
als ich Ihren Namen nannte und ihm Ihre Bekanntschaft versprach,
biß er sofort an. Er war halb betrunken, als er unterschrieb, und
ich hätte ihn nicht das Papier berühren lassen, wenn ich mich
nicht vorher überzeugt hätte, daß er es ehrlich meinte und daß
mein Wein nur seine bessere Natur von ihrer gewöhnlichen Feigheit
und Voreingenommenheit befreit hatte. Wir müssen es in möglichst
vielen Zeitungen veröffentlichen, daß er unsere große Petition
unterschrieben hat. Das wird andere verlocken, gradeso wie Ihr
Name ihn verlockt hat. Der zweite Neubekehrte, Chichester Erskine,
ist ein junger Dichter. Er wird uns nicht viel nützen, obgleich
er ein Vorkämpfer der Freiheit in Blankversen ist und seine Werke
Mazzini und andern widmet. Er hat widerstrebend unterschrieben. Ihr
ganzes Zaudern ist die Unentschlossenheit, die von der Unwissenheit
herrührt. Sie haben aus sich heraus noch nicht die Wahrheit gefunden
und wagen es nicht: mir zu vertrauen, da es sich hier um Dinge
handelt, in denen keiner dem andern vertrauen kann.
Ich habe hier eine hübsche junge Dame kennen gelernt, die Ihnen als
Modell für Ihre Hypatia dienen könnte. Sie ist vollgepfropft mit
allen adeligen Vorurteilen, aber ich bin dabei, sie zu kurieren. Ich
habe es mir in den Kopf gesetzt, sie mit Erskine zu verheiraten, und
er ist eifersüchtig auf mich, weil er glaubt, ich stellte ihr nach.
Das Wetter ist hier fein, und ich führe ein lustiges Leben, aber ich
finde, daß ich dabei zu müßig bin. Usw. usw.
Sechzehntes Kapitel.
An einem sonnigen Vormittag saß Agatha auf der Türschwelle vor dem
Treibhaus und las. Der Schatten ihres seidenen Sonnenschirmes wurde
plötzlich dunkler, und als sie aufblickte, sah sie Trefusis vor sich
stehen.
»Oh!«
Sie bot ihm sonst keinen Gruß an, denn sie war mit ihm übereingekommen,
soviel als möglich alle Begrüßungen und Förmlichkeiten zu vermeiden. Er
schien es nicht eilig zu haben, etwas zu sagen, und so begann sie nach
einer Pause: »Sir Charles --«
»Ist in die Stadt gegangen,« sagte er. »Erskine ist mit dem Zweirad
aus. Lady Brandon und Miß Lindsay sind in dem Wagen ins Dorf gefahren,
und Sie sind hier herausgekommen, um die Sommersonne zu genießen und um
braun zu werden. Ich weiß schon alle Ihre Neuigkeiten.«
»Sie sind sehr klug und irren sich, wie gewöhnlich. Sir Charles ist
nicht in die Stadt gegangen. Er ist nur wegen einiger Papiere zur
Eisenbahnstation gegangen und wird vor dem Essen zurück sein. Woher
wissen Sie das alles, was hier vorgeht?«
»Ich war mit meinem Feldstecher auf dem Dache meines Hauses. Ich sah
Sie herauskommen und hier Platz nehmen. Dann kam Sir Charles vorbei.
Dann Erskine. Dann Lady Brandon, die mit großer Energie losfuhr und
einen bemerkbaren Gegensatz zu der hochmütigen Ruhe Gertrudes bot.«
»Gertrude! Mir gefällt Ihre Dreistigkeit.«
»Sie wollen sagen, Ihnen mißfällt meine Anmaßung.«
»Nein, ich halte Dreistigkeit für ein bezeichnenderes Wort als
Anmaßung, und ich will sagen, daß sie mir gefällt -- daß sie mich
amüsiert.«
»Wirklich! Was lesen Sie jetzt?«
»Ich lese, was Sie jetzt grade sagten, nämlich Unsinn. Einen Roman.«
»Also eine erlogene Geschichte von zwei Menschen, die niemals gelebt
haben, und die ganz anders handeln würden, wenn sie lebten.«
»Das ist richtig.«
»Könnten Sie sich nicht etwas ebenso Amüsantes aus sich selbst
erdenken?«
»Vielleicht, aber es würde mir zu viele Mühe machen. Übrigens benimmt
einem das Kochen den Appetit zum Essen. Ich würde keinen Geschmack an
Geschichten haben, die ich selbst geschrieben habe.«
»Bei welchem Band sind Sie jetzt?«
»Beim dritten.«
»Dann sind wohl der Held und die Heldin grade dabei, sich zu
vereinigen?«
»Ich weiß es wirklich nicht. Es ist einer von diesen geistreichen
Romanen. Ich wollte, die Personen würden nicht soviel reden.«
»Das ist Nebensache. Zwei von ihnen sind doch ineinander verliebt?«
»Ja. Sonst würde es doch kein Roman sein.«
»Glauben Sie in Ihrem geheimsten Innern, Agatha -- ich nehme mir die
Freiheit, Sie beim Vornamen zu nennen, weil ich sehr ernst sein will --
glauben Sie wirklich, daß schon einmal zwei menschliche Wesen selbstlos
genug gewesen sind, sich in der Art der Romane zu lieben?«
»Natürlich. Wenigstens vermute ich es. Ich habe nie viel darüber
nachgedacht.«
»Ich bezweifle es. Meine Ansicht geht dahin, daß heutzutage kein Mann
mehr an die Tiefe und Dauer seiner Zuneigung zu seiner Gefährtin
glaubt. Trotzdem zweifelt er nicht an der Aufrichtigkeit ihrer
Geständnisse, und er verbirgt die Unredlichkeit seiner eigenen vor ihr,
zum Teil, weil er sich schämt, zum Teil auch, weil er mit ihr Mitleid
hat. Und sie auf der andern Seite spielt genau dieselbe Komödie.«
»Ich glaube, daß die Männer das tun, aber nicht die Frauen.«
»Wirklich! Bitte, erinnern Sie sich, wie Sie einst vorgaben, Sie seien
sehr in mich verliebt, als --«
Agatha errötete und stützte ihre Hand auf die Türschwelle, wie um
aufzuspringen. Aber sie blieb ruhig und sagte: »Halt, Mr. Trefusis.
Wenn Sie darüber sprechen, werde ich gehen. Ich wundere mich über Sie!
Haben Sie kein Taktgefühl?«
»Gar keins. Und ich, der beleidigte Teil war an jenem -- halt, gehn Sie
nicht fort. Ich will nicht wieder darauf anspielen. Ich fürchte mich
immer mehr vor Ihnen. Sonst pflegten Sie vor mir Angst zu haben.«
»Ja, und Sie pflegten mich einzuschüchtern. Sie haben die Gewohnheit,
Frauen einzuschüchtern, die schwach genug sind, sich vor Ihnen zu
fürchten. Sie sind viel klüger als ich und wissen wohl auch mehr, aber
ich fürchte Sie nicht im mindesten.«
»Dazu haben Sie auch keinen Grund, ebensowenig wie Sie früher einen
hatten. Wenn Henrietta am Leben wäre, sie könnte es bezeugen, daß
der einzige Mangel in meinen Beziehungen zu Frauen der ist, daß
ich zu übertrieben liebenswürdig bin. Ich könnte einer Frau keinen
Herzenswunsch verweigern, außer wenn sie meine Hand zur Ehe haben
wollte. Solange Ihr Geschlecht davor halt macht, kann es mit mir tun,
was es will.«
»Wie grausam! Ich dachte, Sie wären sozusagen verlobt mit Gertrude.«
»Die gewöhnliche Deutung einer Freundschaft zwischen einem Mann und
einer Frau! Ich habe nie an so etwas gedacht, und ich bin sicher, daß
sie es auch nie getan hat. Wir sind nicht halb so vertraut miteinander
wie Sie und Sir Charles.«
»Oh, Sir Charles ist verheiratet. Und ich rate Ihnen, sich zu
verheiraten, wenn Sie nicht durch Ihre Freundschaften Mißverständnisse
schaffen wollen.«
Trefusis war betroffen. Anstatt zu antworten, stand er da, nachdem er
ihr einen überraschten Blick zugeworfen hatte, und starrte unbeweglich
auf den Knöchel seines Zeigefingers.
»Haben Sie Mitleid mit unserm armen Geschlecht,« sagte Agatha boshaft.
»Sie sind so reich und so klug und sehen wirklich so hübsch aus, daß
Sie sich mit jemand verheiraten müßten. Gertrude würde nur zu glücklich
sein.«
Trefusis lächelte und schüttelte langsam, aber bestimmt den Kopf.
»Ich glaube, ich würde keine Aussicht haben,« fuhr Agatha pathetisch
fort.
»Ich würde natürlich entzückt sein,« entgegnete er mit gespielter
Verwirrung, aber mit einem lauernden Aufleuchten seiner Augen, das sie
vielleicht zurückgeschreckt hätte, wenn sie es bemerkt hätte.
»Heiraten Sie mich, Mr. Trefusis,« flehte sie und faltete ihre Hände in
übermütigem Spott. »Bitte, tun sie es.«
»Ich danke Ihnen,« sagte Trefusis entschlossen. »Ich will es tun.«
»Ich bin ganz sicher, daß Sie es nicht tun,« sagte Agatha, nachdem sie
einen Augenblick ungläubig geschwiegen hatte. Dann sprang sie auf und
faßte ihren Rock an, als wollte sie davonlaufen. »Sie glauben doch
nicht etwa, es sei mir ernst gewesen?«
»Ohne Zweifel tu ich das. Und ich bin im Ernst.«
Agatha zauderte und wußte nicht, ob er nicht vielleicht mit ihr
spielte, grade so wie sie vorhin mit ihm gespielt hatte. »Nehmen Sie
sich in acht,« sagte sie. »Ich könnte meine Ansicht ändern und auch im
Ernst sein. Und wie würde es Ihnen dann zumute sein, Mr. Trefusis?«
»Ich denke, unter den veränderten Beziehungen sollten Sie mich lieber
Sidney nennen.«
»Und ich denke, wir sollten lieber mit dem Scherz aufhören. Es war
sehr geschmacklos von mir, und ich hätte es vielleicht nicht tun
sollen.«
»Es wäre ein schändlicher Scherz, und darum habe ich gar nicht die
Absicht, ihn als solchen zu betrachten. Ich werde Sie beim Wort halten,
Agatha. Sind Sie in mich verliebt?«
»Durchaus nicht. Nicht im allergeringsten. Ich weiß auf der ganzen Welt
niemand, in den ich weniger verliebt wäre oder in den ich mich weniger
verlieben könnte.«
»Dann müssen Sie mich heiraten. Wenn Sie in mich verliebt wären, würde
ich davonlaufen. Meine verstorbene Henrietta betete mich an und ich
erwies mich ihrer Anbetung unwürdig -- obgleich sie mir unendlich
schmeichelte.«
»Ja, gewiß. Die Art, wie Sie Ihre erste Frau behandelt haben, müßte
genügen, um jedes Mädchen zu warnen, Ihre zweite zu werden.«
»Jedes Mädchen, das mich liebt, wollen Sie sagen. Aber Sie lieben mich
ja nicht, und wenn ich davonlaufe, dann haben Sie das Vergnügen, mich
los zu sein. Unser Heiratsvertrag kann so eingerichtet werden, daß er
Ihnen für diesen Fall mein halbes Vermögen zusichert.«
»Sie werden nie die Möglichkeit haben, von mir davonzulaufen.«
»Ich werde es auch nicht wünschen. Ich bin nicht mehr so eigen, wie ich
früher war. Ich glaube nicht, daß ich von Ihnen davonlaufen werde.«
»Ich glaube es auch nicht.«
»Gut, und wann wollen wir uns heiraten?«
»Niemals.« sagte Agatha und wollte weglaufen. Aber bevor sie einen
Schritt getan hatte, erfaßte er sie.
»Tun Sie es nicht,« sagte sie atemlos. »Nehmen Sie Ihren Arm weg. Wie
können Sie es wagen?«
Er ließ sie frei und schloß die Türe zu dem Gewächshaus. »Wenn Sie
jetzt davonlaufen wollen, dann müssen Sie ins Freie laufen.«
»Sie sind sehr unverschämt. Lassen Sie mich sofort gehen.«
»Wollen Sie, daß ich Sie um Ihre Hand bitte, nachdem Sie mir Ihre
Zustimmung aus freien Stücken gegeben haben?«
»Aber ich scherzte doch nur. Ich mache mir gar nichts aus Ihnen,« sagte
sie und sah sich nach einem Ausweg um.
»Agatha,« sagte er mit grimmiger Geduld, »vor einer halben Stunde hatte
ich nicht mehr die Absicht, Sie zu heiraten, als eine Reise nach dem
Mond zu machen. Aber, als Sie mir den Vorschlag machten, da fühlte ich
mit einem Male alle Gewalt, die darin liegt, und jetzt kann mich nichts
auf der Welt zufrieden stellen, als Sie beim Wort zu halten. Von allen
Frauen, die ich kenne, sind Sie die einzige, die nicht ganz ein Narr
ist.«
»Ich würde ein großer Narr sein, wenn --«
»Wenn Sie mich heirateten, wollen Sie sagen. Aber ich bin nicht Ihrer
Meinung. Ich bin der einzige Mann von Ihrer Bekanntschaft, der nicht
ganz ein Esel ist. Ich kenne meinen und Ihren Wert. Und ich liebte Sie
schon lange, als ich noch kein Recht dazu hatte.«
Agatha zog ihre Brauen zusammen. »Nein,« sagte sie. »Es hat keinen
Zweck, noch weiter hierüber zu reden. Die Sache ist ganz außer Frage.«
»Aber seien Sie doch nicht rachsüchtig. Ich war aufrichtiger, als
Sie es waren. Sie haben unsere wieder angeknüpfte Bekanntschaft dazu
benutzt, sich gegen mich zu verteidigen, mir Vorwürfe zu machen, mich
zu hänseln und zu verlocken. Seien Sie einmal großmütig, und sagen Sie
.
1
.
2
,
.
3
.
.
4
5
,
6
.
,
,
7
.
8
,
,
,
9
.
10
,
,
11
-
-
12
.
,
13
.
,
.
14
15
.
,
16
,
17
.
«
18
19
»
,
«
.
20
21
»
,
22
.
,
,
23
.
«
24
25
.
»
,
26
.
27
28
,
29
30
.
31
.
,
32
,
33
,
,
,
34
.
35
36
.
,
-
-
,
,
37
.
,
38
,
39
,
40
,
,
41
,
-
-
42
,
43
-
-
44
,
,
45
,
,
46
,
47
-
-
«
48
49
»
,
,
,
«
50
.
51
52
»
.
,
,
53
,
54
.
55
,
56
,
,
57
,
58
.
59
.
.
60
,
,
61
,
62
,
63
.
,
64
-
-
,
,
65
-
-
,
66
.
67
,
68
,
,
?
.
69
,
,
70
,
.
71
,
,
.
72
,
,
73
,
.
74
?
«
75
76
»
-
-
,
-
-
,
77
?
?
«
78
79
»
.
,
80
.
,
81
,
82
.
-
-
83
-
-
,
84
.
-
-
85
,
.
86
,
,
87
,
,
88
,
-
-
«
89
90
»
,
«
,
91
»
,
,
92
.
,
93
.
,
94
.
,
95
?
«
96
97
»
!
.
,
,
98
,
.
99
.
100
.
101
.
-
-
102
-
.
103
,
,
104
,
,
105
,
106
(
107
)
.
108
109
.
,
110
,
111
.
112
113
,
.
114
,
.
115
,
,
.
116
,
.
117
118
-
-
,
.
119
.
120
,
121
.
122
,
.
123
,
,
124
,
,
125
.
126
,
,
127
-
-
,
,
128
,
.
129
,
,
,
,
,
130
-
-
131
,
,
,
132
.
,
,
,
133
,
,
,
134
.
,
135
136
.
«
137
138
»
,
139
,
«
.
»
140
.
«
141
142
»
,
143
,
144
.
,
145
.
?
«
146
147
»
.
«
148
149
»
,
.
150
,
,
151
-
-
152
-
-
,
153
,
154
.
.
:
155
.
,
156
.
157
,
,
158
,
,
159
.
.
160
,
,
.
161
,
162
,
163
,
.
«
164
165
»
,
,
,
«
.
166
167
»
,
«
.
»
168
169
,
170
,
!
171
,
,
172
,
173
.
174
,
175
,
.
176
,
177
,
178
,
179
,
,
180
,
181
,
182
183
.
«
184
185
»
?
«
186
.
187
188
»
.
,
189
,
;
190
,
191
192
.
193
-
-
194
,
-
-
195
,
196
,
.
197
,
198
199
.
,
200
,
201
,
202
.
203
,
204
,
,
,
205
,
206
.
207
208
,
,
209
.
210
,
,
211
,
.
,
212
,
.
213
,
214
,
215
,
.
,
216
,
217
,
218
,
219
-
-
,
,
220
,
.
221
,
222
,
,
223
,
224
,
.
225
,
226
,
,
,
227
228
.
,
229
.
230
,
.
231
232
,
233
.
234
.
,
235
,
,
236
.
237
238
.
239
,
240
,
241
.
242
,
243
.
244
.
245
,
246
,
247
.
,
248
,
,
249
,
,
250
,
,
.
251
,
252
,
253
,
.
254
,
255
,
256
.
257
,
258
,
.
259
.
260
.
,
261
,
,
,
262
.
,
263
-
-
264
.
265
,
266
.
,
267
'
,
268
,
,
269
,
270
.
,
271
,
272
,
273
.
274
,
275
,
,
276
,
277
,
278
.
279
,
,
280
,
281
.
,
,
,
,
,
282
,
-
-
«
283
284
»
!
!
!
«
.
»
,
,
285
,
.
,
286
,
.
287
,
.
«
.
288
289
»
,
290
.
291
,
292
.
,
293
,
294
,
,
.
295
,
,
296
,
297
,
,
298
,
-
-
299
-
-
.
300
,
301
.
,
302
,
303
,
.
304
.
305
,
,
306
.
«
307
308
»
,
«
.
»
?
«
309
310
»
,
«
,
»
311
,
,
,
312
.
«
313
314
»
,
?
«
.
315
316
»
,
,
317
.
,
318
,
319
,
,
320
.
,
,
321
,
322
323
.
324
?
325
,
326
.
327
,
,
,
328
,
329
,
,
330
,
,
331
.
,
332
,
.
,
333
.
334
,
?
«
335
336
,
,
337
,
.
338
,
339
,
.
340
341
»
,
«
.
»
,
342
,
.
,
343
,
.
,
344
.
345
.
,
.
346
,
347
.
«
-
-
348
,
»
349
.
350
?
«
351
352
.
353
354
»
,
.
,
,
,
355
?
«
356
357
»
?
«
.
»
?
358
?
«
359
360
»
.
.
361
.
«
362
363
,
364
.
365
366
»
,
,
«
367
.
»
.
«
368
369
»
.
370
,
371
.
«
372
373
»
-
-
«
374
375
»
?
«
,
376
.
»
,
377
?
,
.
378
,
379
.
?
«
380
381
»
,
-
-
«
382
383
»
384
.
,
385
?
«
386
387
»
.
,
388
,
.
389
.
«
390
391
»
.
,
392
,
393
.
394
,
395
,
,
396
.
397
,
,
.
398
,
,
399
.
«
400
401
,
402
403
'
.
»
,
?
«
404
.
»
?
«
405
406
»
407
,
,
«
.
408
»
409
.
«
410
411
,
,
.
412
,
413
,
,
414
.
415
416
»
?
«
.
»
,
417
418
?
«
419
420
»
,
.
,
421
.
«
422
423
»
,
«
.
»
424
.
«
425
426
,
.
»
,
427
!
«
.
»
,
428
,
,
429
.
430
:
,
,
?
«
-
-
431
432
»
,
«
.
»
433
.
434
,
,
435
.
.
436
,
,
,
437
,
.
438
.
439
440
,
,
441
.
,
442
443
?
.
444
,
445
.
446
,
!
447
,
448
,
.
449
,
450
,
451
.
452
,
,
453
,
454
.
,
455
.
,
,
,
456
,
457
.
458
.
459
,
460
,
,
461
?
.
462
,
463
.
464
,
465
,
466
,
,
467
,
.
468
,
,
,
469
.
«
470
471
»
,
«
472
.
»
473
?
«
474
475
»
,
«
.
476
»
,
477
478
,
,
479
.
480
.
,
481
,
,
,
482
,
.
,
483
484
.
«
485
486
,
.
487
»
,
«
488
.
»
,
.
«
489
490
»
,
491
,
«
.
»
492
,
493
,
494
,
.
,
495
,
496
,
497
.
,
,
498
,
499
,
,
500
501
,
,
502
.
,
,
,
503
.
504
,
505
.
506
,
,
507
,
508
,
509
,
510
511
.
512
.
,
,
513
,
,
514
,
.
,
515
,
516
.
,
,
517
,
518
.
,
519
.
,
520
,
.
521
,
,
522
,
523
,
524
.
,
.
525
526
.
,
527
,
528
529
.
,
530
,
531
,
532
.
533
,
534
,
535
.
,
536
,
,
537
.
538
,
,
539
,
540
,
541
.
.
542
,
,
543
.
544
,
.
«
545
546
»
,
«
»
-
-
547
!
548
.
«
549
550
»
-
-
551
.
,
552
,
.
=
=
553
.
,
554
.
«
555
556
»
-
-
557
,
«
.
»
558
.
559
.
«
560
561
»
,
,
«
.
»
562
,
563
.
,
564
.
565
,
566
.
,
567
,
568
.
.
569
.
570
,
571
,
572
.
,
,
573
,
574
,
,
.
«
575
576
»
.
577
.
,
578
,
.
,
,
!
«
579
580
.
581
582
»
,
«
,
»
,
583
,
.
584
,
,
,
585
.
,
,
586
587
.
?
,
588
.
«
589
590
»
,
,
,
«
,
591
.
»
,
592
.
«
593
594
»
,
«
.
»
595
.
,
596
.
.
597
,
,
598
,
,
599
,
.
.
«
600
601
,
:
»
,
602
.
«
603
604
»
!
«
605
.
»
,
.
606
,
607
.
608
.
,
609
,
610
.
,
,
611
.
612
,
.
613
,
614
.
615
-
-
616
?
,
.
«
617
618
.
619
620
»
,
621
?
«
622
623
»
,
,
«
624
.
625
626
»
,
«
,
»
627
,
.
628
,
,
629
,
630
.
-
-
631
-
-
?
632
,
,
633
,
634
,
,
,
635
,
.
:
636
.
,
637
,
.
638
,
,
639
,
.
640
.
«
641
642
»
,
«
.
»
643
.
«
.
644
645
»
,
«
.
»
646
,
.
«
647
648
»
,
«
.
»
,
649
.
,
!
650
,
651
.
«
652
653
»
,
,
«
654
.
»
,
655
.
«
656
657
»
,
,
,
«
658
.
659
660
»
,
,
«
.
»
661
.
«
662
663
»
,
.
664
,
,
«
665
.
»
.
,
,
666
.
667
,
668
.
.
669
.
«
670
671
»
!
,
«
672
,
,
673
.
»
!
«
674
.
675
676
»
!
«
.
»
677
.
«
678
679
»
,
,
«
.
680
681
»
.
,
«
682
.
»
.
«
683
684
,
,
685
.
686
.
,
687
,
688
:
689
690
»
,
691
,
692
,
?
693
,
.
694
,
.
«
695
696
»
?
«
.
697
698
»
.
,
699
,
.
.
«
700
701
»
,
.
,
702
.
«
703
704
»
.
705
,
.
706
.
,
?
«
707
708
»
,
.
709
.
«
710
711
»
,
,
.
712
,
713
.
«
714
715
»
!
.
.
,
716
?
«
717
718
»
.
,
719
.
720
-
-
,
721
-
-
,
722
.
«
723
724
»
,
,
«
725
.
726
727
»
,
«
.
»
728
.
«
729
730
,
,
731
.
732
733
.
734
735
,
,
736
,
737
,
.
.
738
,
.
739
,
740
,
741
.
,
,
742
,
743
,
744
745
.
746
,
747
.
,
748
.
,
,
749
.
,
750
751
.
.
752
,
753
.
754
:
,
755
,
.
756
757
,
758
.
759
,
,
.
760
,
,
761
,
,
.
762
,
,
763
,
.
.
.
764
765
766
767
768
.
769
770
771
772
.
773
,
,
774
.
775
776
»
!
«
777
778
,
,
779
.
780
,
,
781
:
»
-
-
«
782
783
»
,
«
.
»
784
.
,
785
,
786
.
.
«
787
788
»
,
.
789
.
790
.
791
,
?
«
792
793
»
.
794
.
.
795
.
,
796
.
«
797
798
»
!
.
«
799
800
»
,
.
«
801
802
»
,
803
,
,
-
-
804
.
«
805
806
»
!
?
«
807
808
»
,
,
.
.
«
809
810
»
,
811
,
,
.
«
812
813
»
.
«
814
815
»
816
?
«
817
818
»
,
.
819
.
820
,
.
«
821
822
»
?
«
823
824
»
.
«
825
826
»
,
827
?
«
828
829
»
.
830
.
,
.
«
831
832
»
.
?
«
833
834
»
.
.
«
835
836
»
,
-
-
837
,
,
-
-
838
,
839
,
?
«
840
841
»
.
.
842
.
«
843
844
»
.
,
845
846
.
847
,
,
848
,
,
,
849
.
.
«
850
851
»
,
,
.
«
852
853
»
!
,
,
,
854
,
-
-
«
855
856
,
857
.
:
»
,
.
.
858
,
.
!
859
?
«
860
861
»
.
,
-
-
,
862
.
.
863
.
.
«
864
865
»
,
.
,
866
,
,
867
.
,
868
.
«
869
870
»
,
871
.
,
,
872
,
873
.
874
,
875
.
,
,
876
.
«
877
878
»
!
,
.
«
879
880
»
881
!
,
,
882
.
883
.
«
884
885
»
,
.
,
886
,
887
.
«
888
889
.
,
,
890
,
891
.
892
893
»
,
«
.
894
»
,
895
.
896
.
«
897
898
,
.
899
900
»
,
,
«
901
.
902
903
»
,
«
904
,
,
905
,
.
906
907
»
,
.
,
«
908
.
»
,
.
«
909
910
»
,
«
.
»
.
«
911
912
»
,
,
«
,
913
.
914
,
.
»
915
,
?
«
916
917
»
.
.
«
918
919
,
920
,
.
»
921
,
«
.
»
922
.
,
.
?
«
923
924
»
,
925
.
«
926
927
»
,
.
928
,
929
.
«
930
931
»
,
932
,
.
,
933
.
?
«
934
935
»
.
.
936
,
937
.
«
938
939
»
.
,
940
.
941
-
-
942
.
«
943
944
»
,
.
,
,
945
,
,
.
«
946
947
»
,
,
.
948
,
,
,
949
.
,
950
.
«
951
952
»
,
.
«
953
954
»
.
,
955
.
,
.
«
956
957
»
.
«
958
959
»
,
?
«
960
961
»
.
«
.
962
,
.
963
964
»
,
«
.
»
.
965
?
«
966
967
.
»
968
,
.
«
969
970
»
.
.
«
971
972
»
,
,
973
?
«
974
975
»
.
,
«
976
.
977
978
»
,
«
,
»
979
,
,
980
.
,
,
981
,
,
982
,
.
983
,
,
,
984
.
«
985
986
»
,
-
-
«
987
988
»
,
.
989
.
,
990
.
.
991
,
.
«
992
993
.
»
,
«
.
»
994
,
.
.
«
995
996
»
.
,
997
.
998
,
,
,
999
.
,
1000