glücklichen Lächeln zu McComas:) Sind Sie es, gnädiger Herr? (McComas kommt durch seine Entrüstung wieder zu Kräften:) Nein, ganz gewiß nicht, Gott sei Dank! Meine Kinder wissen, wie sie sich zu benehmen haben! (Philip.) Nein, William, dieser Herr hätte nur mein Vater werden können! Um ein Haar wäre er's geworden. Er hat um meine Mutter angehalten, aber sie hat ihm einen Korb gegeben. (McComas beleidigt:) Ich muß doch bitten--Wahrhaftig, diese Frechheit-- (Philip.) Sch!--Infolgedessen ist er nur unser Anwalt geworden. --Kennen Sie einen gewissen McNaughtan in dieser Stadt? (Der Kellner.) Der schieläugige McNaughtan, junger Herr, vom krummen Knüttel--meinen Sie den? (Philip.) Das weiß ich nicht!--Finch, hält er ein Wirtshaus? (McC omas erhebt sich empört:) Nein, nein, nein! Ihr Vater, Herr, ist ein sehr bekannter Schiffsrheder, einer der angesehensten Männer der Stadt! (Der Kellner, auf den das Eindruck gemacht hat:) Oh, verzeihen Sie, gnädiger Herr--ein Sohn des Herrn McNaughtan--meine Güte! (Philip.) Herr McNaughtan wird mit uns frühstücken. (Der Kellner verlegen:) Zu Befehl, junger Herr. (Diplomatisch:) Er frühstückt für gewöhnlich wohl nicht mit seiner Familie? (Philip nachdenklich:) William--er weiß nicht, daß wir seine Familie sind. Er hat uns seit achtzehn Jahren nicht gesehen--er wird uns nicht erkennen. (Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, setzt sich Philip mit einem Sprung auf den Eisentisch und beobachtet den Kellner mit zusammengekniffenen Lippen und baumelnden Beinen.) (Dolly.) Wir wollen, daß Sie ihm diese Neuigkeit mitteilen, William! (Der Kellner.) Aber ich sollte meinen, daß er's errät, wenn er Ihre Mutter sieht, gnädiges Fräulein? (Philip starrt den Kellner hingerissen an; seine Beine stellen ihre Bewegung ein.) (Dolly verwirrt:) Daran habe ich nicht gedacht! (Philip.) Ich auch nicht! (Er verläßt den Tisch und wendet sich vorwurfsvoll zu McComas:) Sie auch nicht! (Dolly.) Und Sie wollen ein Anwalt sein? (Philip.) Finch, Ihre berufliche Unzulänglichkeit ist erschreckend! --William, Ihr Scharfsinn beschämt uns alle. (Dolly.) Sie sind wirklich Shakespear sehr ähnlich, William! (Der Kellner.) Aber nein! Es ist nicht der Rede wert, gnädiges Fräulein... ich schätze mich glücklich, junger Herr. (Er gebt bescheiden zum Frühstückstisch zurück und legt die beiden hinzugekommenen Gedecke auf, das eine an die Schmalseite in der Nähe der Stufen und das andere so, daß noch ein drittes hinzukommen kann an der von der Balustrade am weitesten entfernten Seite.) (Philip ergreift plötzlich McComas' Arm und führt ihn gegen das Hotel zu:) Finch, kommen Sie und waschen Sie sich die Hände. (McComas.) Ich bin überaus ungehalten und verletzt, Herr Clandon-- (Philip ihn unterbrechend:) Sie werden sich schon an uns gewöhnen. Komm, Dolly! (McComas schüttelt ihn ab und geht ins Hotel. Philip folgt ihm mit unerschütterlicher Gemütsruhe.) (Dolly, die ihnen folgt, wendet sich einen Augenblick auf den Stufen um:) Halten Sie Ihre fünf Sinne beisammen, William--es wird drunter und drüber gehen! (Der Kellner.) Zu Befehl, Sie können sich auf mich verlassen, gnädiges Fräulein. (Dolly geht ins Hotel.) (Dr. Valentine kommt leichten Fußes die Stufen vom Strand herauf, McNaughtan folgt ihm störrisch. Dr. Valentine hat einen Spazierstock, McNaughtan trägt--entweder weil er alt ist und friert, oder um seinen unmodernen Seemannsanzug zu verbergen--einen leichten Überzieher. Er bleibt vor dem Stuhl, den McComas eben verlassen hat, in der Mitte der Terrasse stehen, stützt die Hand auf die Lehne und gibt sich so ein bißchen Kraft.) (McNaughtan.) Die vielen Stufen machen mich schwindlig. (Er fährt sich mit der Hand über die Stirn:) Ich habe dieses höllische Gas noch immer im Leibe. (Er setzt sich in den Eisenstuhl, so daß er seine Ellbogen auf den kleinen Tisch aufstützen und den Kopf in die Hände stützen kann. Er erholt sich bald und beginnt seinen Überrock aufzuknöpfen. Inzwischen fragt Dr. Valentine den Kellner aus.) (Dr. Valentine.) Kellner! (Der Kellner tritt vor zwischen die beiden Gäste:) Zu Befehl? (Dr. Valentine.) Ist Frau Lanfrey Clandon zu Hause? (Der Kellner mit einem süßen Lächeln des Willkommens:) Zu dienen, Herr Doktor, wir erwarten Sie. Dies ist der bestellte Tisch. Frau Clandon wird gleich da sein.--Die junge Dame und der junge Herr haben soeben von ihrem Freunde gesprochen. (Dr. Valentine.) Wirklich? (Der Kellner sanft melodisch:) Zu Befehl. Die jungen Herrschaften sind sehr ausgelassen--eine spaßhafte Ader sozusagen, gnädiger Herr. (Rasch zu McNaughtan, der sich erhoben hat, um seinen Überrock abzulegen:) Verzeihen Euer Gnaden--gestatten Sie... (Er hilft ihm den Überrock ausziehen und nimmt ihn an sich:) Ich danke sehr. (McNaughtan setzt sich wieder, und der Kellner nimmt die unterbrochene Melodie wieder auf:) Des jungen Herrn letzter Witz ist, daß Sie sein Vater sind, gnädiger Herr. (McNaughtan.) Was?! (Der Kellner.) Nur ein Spaß, Euer Gnaden--sein Lieblingsspaß. Gestern sollte ich sein Vater sein--heute, als er erfuhr, daß Sie kommen würden, gnädiger Herr, versuchte er sofort mir einzureden, daß Sie sein Vater wären--sein lang verlorener Vater. Achtzehn Jahre lang hat er Sie nicht gesehen--sagt er. (McNaughtan verblüfft:) Achtzehn Jahre?... (Der Kellner.) Zu Befehl. (Mit sanfter Schlauheit:) Aber ich war seinen Späßen gewachsen, gnädiger Herr. Ich sah, wie ihm die Idee kam, als er hier stand und über einen neuen Scherz nachdachte, den er sich mit mir machen könnte.--Ja, gnädiger Herr, das ist so seine Art. Sehr vergnügt, liebenswürdig, sehr frei und sehr umgänglich--wahrhaftig, gnädiger Herr! (Verändert wieder seinen Rhythmus, um zu Dr. Valentine, der seinen Stock in eine Ecke der Garunbank lehnt, zu sagen:) Darf ich so frei sein?... (Er nimmt Dr. Valentines Stock.) Danke schön. (Dr. Valentine geht an den Tisch und studiert das Menü.) (Der Kellner wendet sich wieder zu McNaughtan und fährt in seinem Liede fort:) Sogar der Herr Anwalt ist auf den Scherz eingegangen, obgleich ich sozusagen im Vertrauen mit ihm über den jungen Herrn gesprochen hatte... Ja, ich versichere Ihnen, Sie würden nicht glauben, wozu die ehrenwertesten Berufsmenschen Londons auf einem Ausflug, wenn die Meerluft sie anbläst, imstande sind! (McNaughtan.) Oh, sie haben also einen Anwalt bei sich? (Der Kellner.) Ja, der Familienanwalt, gnädiger Herr. Ein Herr McComas. (Er geht mit Rock und Stock zum Hoteleingang, glücklicherweise ohne zu ahnen, welchen bombenartigen Eindruck er mit diesem Namen auf McNaughtan gemacht hat.) (McNaughtan erhebt sich in wütender Erregung:) McComas! (Ruft:) Dr. Valentine! (Ruft grimmiger:) Dr. Valentine! (Dr. Valentine wendet sich um.) Das ist eine Falle, eine Verschwörung! Das ist meine Familie--meine Kinder--mein Satan von Weib! (Dr. Valentine kalt:) Was Sie nicht sagen! Ein interessantes Zusammentreffen. (Er geht wieder daran, das Menü zu studieren.) (McNaughtan.) Zusammentreffen?... Es wird nicht stattfinden! Lassen Sie mich fort! (Ruft den Kellner an:) Geben Sie mir meinen Überzieher! (Der Kellner.) Ja, gnädiger Herr! (Er kehrt um, lehnt Dr. Valentines Stock vorsichtig an den Frühstückstisch, schüttelt den Überzieher behutsam und hält ihn McNaughtan zum Anziehen hin.) Ich scheine dem jungen Herrn unrecht getan zu haben--ist es so, gnädiger Herr? (McNaughtan.) Rrrh! (Er hält inne, im Begriff in die Armel au schlüpfen, und wendet sich mit plötzlichem Argwohn zu Dr. Valentine:) Doktor, Sie sind im Einverständnis! Das haben Sie angestiftet! Sie-- (Dr. Valentine entschieden:) Unsinn! (Er wirft das Menü fort, geht um den Tisch herum an die Balustrade und sieht gleichgültig hinaus.) (McNaughtan ärgerlich:) Was zum Teufel--(McComas kommt aus dem Hotel, Philip und Dolly folgen ihm. Er wankt bei McNaughtans Anblick einen Moment zurück.) (Der Kellner unterbricht McNaughtan sanft:) Fassung, gnädiger Herr! Hier kommen sie. (Er ergreift Dr. Valentines Stock und eilt, den Rock über seinen Arm werfend, ins Hotel.) (McComas zieht die Mundwinkel entschlossen herab, geht auf McNaughtan zu, der zurückweicht und mit den Händen auf dem Rücken ihn böse anstarrt. McComas sieht mit offenerer Stirn denn je McNaughtan an, mit der Majestät eines fleckenlosen Gewissens.) (Der Kellner flüstert Philip während seines Abgangs zu:) Ich hab' es ihm beigebracht, junger Herr. (Philip.) Unschätzbarer William! (Er tritt vor, an den Tisch.) (Dolly leise zum Kellner:) Wie hat er's aufgenommen? (Der Kellner leise zu ihr:) Erst war er erschrocken, gnädiges Fräulein--dann aber in sein Schicksal ergeben... wirklich sehr ergeben. (Er geht mit Stock und Rock in das Hotel.) (McComas hat McNaughtan durch sein Anstarren aus der Fassung gebracht: ) Da wären Sie also, Herr McNaughtan! (McNaughtan.) Ja, da bin ich--in einer Falle gefangen--in einer ganz gemeinen Falle!--Sind das meine Kinder? (Philip mit tödlicher Höflichkeit:) Ist das unser Vater, Herr McComas? (McComas.) Ja--es--(Er verliert selbst die Fassung und hält inne.) (Dolly förmlich:) Es freut mich sehr, Ihnen wieder zu begegnen. (Sie kommt nachlässig hinter dem Tisch hervor und tauscht unterwegs mit Dr. Valentine ein Lächeln und ein Wort des Grußes.) (Philip.) Erlauben Sie mir, meine erste Pflicht dem Gaste gegenüber zu erfüllen und Ihren Wein zu bestellen. (Er nimmt die Weinkarte vom Tisch; seine höfliche Aufmerksamkeit und Dollys achtlose Gleichgültigkeit belassen McNaughtan auf dem Standpunkt der zufälligen Bekanntschaft, die sie am Morgen beim Zahnarzt gemacht haben. Diese Erkenntnis berührt den Vater mit so heftiger Qual, daß er über und über zittert. Seine Stirn wird feucht, und er starrt seinen Sohn schweigend an. Dieser ist sich seiner eigenen Gefühllosigkeit genug bewußt, um sich seines Humors und seiner Gewandtheit außerordentlich zu freuen. Er fährt freundlich fort.) Finch, darf ich für den alten respektablen Familienanwalt irgendeinen alten verstaubten Portwein bestellen? (McComas bestimmt:) Nur Apollinaris--ich will lieber nichts Erhitzendes nehmen. (Er wendet sich nach der andern Seite der Terrasse, wie ein Mann, der eine Versuchung von sich gewiesen hat.) (Philip.) Doktor--? (Dr. Valentine.) Würde Lagerbier zu gemein gefunden werden? (Philip.) Wahrscheinlich. Bestellen wir welches. Dolly trinkt es auch. (Wendet sich zu McNaughtan mit heiterer Höflichkeit:) Nun, Herr McNaughtan, was dürfen wir Ihnen bestellen? (McNaughtan.) Was soll das heißen, Junge? (Philip.) Junge?... (Sehr feierlich:) Wessen Schuld ist es, daß ich ein Junge bin? (McNaughtan reißt ihm die Weinkarte grob aus der Hand und tut unschlüssig so, als ob er sie lese. Philip überläßt sie ihm mit vollendeter Höflichkeit.) (Dolly über McNaughtans Schulter blickend:) Der Whisky steht auf der vorletzten Seite. (McNaughtan.) Laß mich zufrieden, Kind. (Dolly.) Kind?... Nein, nein, das geht nicht! Sie können mich "Dolly" nennen, wenn Sie wollen; aber Sie dürfen nicht "Kind" zu mir sagen! (Sie hängt sich in Philip ein, und die beiden stehen vor McNaughtan und betrachten ihn wie einen exzentrischen Fremden.) (McNaughtan wischt sich die Stirn in Schmerz und Wut und dennoch sogar durch ihr Spielen mit ihm erleichtert:) McComas, ha! Das wird ein--ein nettes Frühstück werden! (McComas kleinmütig:) Ich sehe nicht ein, aus welchem Grunde es nicht nett werden sollte. (Er blickt äußerst trübe drein.) (Philip.) Das Gesicht von Finch ist schon allein ein Festessen. (Frau Clandon und Gloria treten aus dem Hotel. Frau Clandon nähert sich mit mutiger Selbstbeherrschung und mit deutlich zur Schau getragenem würdigem Benehmen. Sie hält auf der obersten Stufe inne, um Dr. Valentine anzureden, der ihr gerade in den Weg kommt; Gloria bleibt auch stehen und betrachtet McNaughtan mit einem gewissen Widerwillen.) (Frau Clandon.) Es freut mich, Sie wiederzusehen, Herr Doktor. (Er lächelt. Sie geht weiter und steht McNaughtan gegenüber in der Absicht, ihn mit vollständiger Selbstbeherrschung anzusprechen; aber sein Anblick erschüttert sie. Sie hält plötzlich inne und sagt ängstlich, mit einem Anflug von Gewissensnot in der Stimme:) Fergus, du hast dich sehr verändert. (McNaughtan grimmig:) Das will ich meinen! Ein Mann verändert sich in achtzehn Jahren. (Frau Clandon verwirrt:) So...so habe ich's nich gemeint. Ich hoffe, du bist gesund. (McNaughtan.) Ich danke.--Nein! nicht meine Gesundheit; mein Glück, da steckt die Veränderung, die du meinst, nicht wahr? (Plötzlich ausbrechend:) Sehen Sie sie an, McComas--sehen Sie sie an und--(Halb lachend, halb schluchzend:) und sehen Sie mich an! (Philip.) Sch! (Er zeigt auf den Hoteleingang, wo der Kellner eben erschienen ist:) Still! Haltung vor William! (Dolly berührt McNaughtans Arm warnend:) Hm! (Der Kellner geht an den Serviertisch und winkt nach dem Kücheneingang, aus dem ein Kellnerjunge mit Suppentellern beraustritt, ein Koch mit weißer Schürze und Kappe folgt ihm mit der Suppenschüssel. Der Kellnerjunge bleibt und serviert, der Koch geht hinaus und kommt von Zeit zu Zeit, die Gänge auftragend, wieder herein. Er tranchiert, aber er serviert nicht. Der Kellner tritt an das in der Nähe der Stufen gelegene Ende des Frühstückstisches.) (Frau Clandon, nachdem sich alle vor dem Tisch vereinigt haben:) Ich glaube, die Herrschaften sind einander heute alle schon begegnet... doch nein, entschuldigen Sie. (Vorstellend:) Herr Dr. Valentine--Herr Rechtsanwalt McComas. (Sie geht an das Ende des Tisches, das dem Hotel zunächst ist.) Fergus, willst du dich obenan setzen--bitte. (McNaughtan) Ha! (bitter:) Obenan! (Der Kellner hält ihm den Stuhl mit harmloser Ermutigung hin:) Hier, ich bitte. (McNaughtan fügt sich und nimmt Platz.) (Der Kellner.) Danke schön. (Frau Clandon.) Herr Doktor, wollen Sie hier Platz nehmen--(Sie weist auf den Stuhl in der Nähe der Balustrade:) neben Gloria. (Dr. Valentine und Gloria nehmen ihre Plätze ein, Gloria neben McNaughtan und Dr. Valentine neben Frau Clandon.) Finch, Sie muß ich auf diese Seite setzen, zwischen Dolly und Phil. Wehren Sie sich, so gut Sie können. (Die drei nehmen die übriggebliebene Seite des Tisches ein; Dolly sitzt neben ihrer Mutter, Philip neben seinem Vater und McComas zwischen ihnen. Die Suppe wird aufgetragen.) (Der Kellner zu McNaughtan:) Bouillon oder Suppe? (McNaughtan zu Frau Clandon:) Spricht in dieser Familie niemand ein Tischgebet? (Philip ihn schnell unterbrechend:) Sehen wir erst einmal zu, was wir zu essen und zu trinken bekommen werden.--William! (Der Kellner.) Zu Befehl? (er gleitet leise um den Tisch herum an Philips linke Seite; auf dem Wege flüstert er dem Kellnerjungen zu:) Suppe! (Philip.) Zwei kleine Lager für uns Kinder, wie gewöhnlich, und ein großes für diesen Herrn (er zeigt auf Dr. Valentine), eine große Flasche Apollinaris für Herrn McComas. (Der Kellner.) Zu dienen. (Dolly.) Nehmen Sie etwas Whisky dazu, Finch? (McComas entrüstet:) Nein, nein, ich danke! (Philip.) Nummer vierhundertdreizehn, wie immer für meine Mutter und Fräulein Gloria, und--(wendet sich fragend zu McNaughtan:) was nehmen Sie? (McNaughtan mürrisch und im Begriff, beleidigend zu antworten:) Ich-- (Der Kellner honigsüß dazwischentretend:) Es ist schon gut, junger Herr. Wir wissen hier, was Herr McNaughtan liebt. (Er geht ins Hotel.) (Philip seinen Vater ernst betrachtend:) Sie haben also die schlechte Gewohnheit, Wirtshäuser zu besuchen! (Der Koch, dem ein Kellner mit übereinandergetürmten heißen Tellern folgt, bringt den Fisch aus der Küche und beginnt, ihn auf dem Serviertisch zu zerlegen.) (McNaughtan.) Du hast deine Lektion von deiner Mutter gut gelernt. (Frau Clandon.) Phil! bedenke gefälligst, daß deine Scherze Leute, die nicht daran gewöhnt sind, auf-* zubringen imstande sind und daß dein Vater heute unser Gast ist. (McNaughtan bitter:) Ja, ein Gast an der Spitze meines eigenen Tisches! (Die Suppenteller werden weggenommen.) (Dolly teilnahmsvoll:) Ja, das ist peinlich, nicht wahr? Aber uns ist es ebenso peinlich. (Philip.) Sch! Wir sind beide taktlos. (Zu McNaughtan:) Wir meinen es gut, Herr McNaughtan, aber wir sind noch nicht sehr geübt in unseren Rollen als Kinder. (Der Kellner kommt aus dem Hotel mit den Getränken:) William, kommen Sie und stellen Sie das gute Einvernehmen wieder her. (Der Kellner ermunternd:) Mit größtem Vergnügen, junger Herr. (Setzt die Getränke vor:) Ihr kleines Lager; (zu McNaughtan:) Ihr Whisky und Soda, (zu McComas:) Ihr Apollinaris; (zu Dolly:) ein kleines Lager, (zu Frau Clandon, Wein einschenkend.) vierhundertdreizehn, gnädige Frau; (zu Dr. Valentine:) Ihr großes Lager; (zu Gloria:) vierhundertdreizehn, gnädiges Fräulein. (Dolly trinkend:) Auf das Wohl der Familie! (Philip trinkend:) Auf Heim und Herd! (Der Fisch wird herumgereicht.) (McComas mit einem sichtlich erzwungenen Versuch, Familiengemütlichkeit anzuregen:) Na, nun geht's ja eigentlich doch ganz gut. (Dolly kritisierend:) Eigentlich...? Warum "eigentlich", Finch? (McNaughtan sarkastisch:) Er meint, daß es trotz eures Vaters Anwesenheit doch ganz gut geht.--Habe ich Sie richtig verstanden, Herr McComas? (McComas aus dem Text gebracht:) Nein, nein--ich habe nur "eigentlich" gesagt, um den Satz abzurunden. Ich--ich-- (Der Kellner taktvoll:) Turbot? (McComas überaus dankbar für die Unterbrechung:) Bitte, Kellner, bitte. (Der Kellner halblaut:) Bitte, bitte. (Er geht an den Serviertisch zurück.) (McNaughtan zu Philip:) Hast du schon an die Wahl einen Berufes gedacht? (Philip.) Ich sehe mich danach um.--William! (Der Kellner.) Zu Befehl? (Philip.) Was glauben Sie: wie lange müßte ich in die Lehre gehen, um ein wirklich tüchtiger Kellner zu werden? (Der Kellner.) Das kann nicht gelernt werden, junger Herr. Das liegt im Charakter. (Vertraulich zu Dr. Valentine, der etwas zu suchen scheint:) Brot für das gnädige Fräulein?... Hier, bitte. (Er reicht Gloria Brot und fährt im bisherigen Tonfall wieder fort:) Sehr wenige sind dazu geboren, junger Herr! (Philip.) Sie haben wohl nicht selbst so etwas wie einen Sohn--was? (Der Kellner.) Jawohl, junger Herr. O ja. (Zu Gloria, seine Stimme wieder senkend:) Noch etwas Fisch, gnädiges Fräulein? Sie dürften sich nicht viel aus Braten machen zum Frühstück. (Gloria.) Nein, ich danke. (Die Fischteller werden weggenommen.) (Dolly.) Ist Ihr Sohn ebenfalls Kellner, William? (Der Kellner bedient Gloria mit Geflügel:) O nein, gnädiges Fräulein. Dafür ist er zu heftig. Er ist vor den Schranken tätig. (McComas gönnerhaft:) Schenkkellner--was? (Der Kellner mit einem Anflug von Melancholie; als wenn er sich an eine durch die Zeit gelinderte Enttäuschung erinnerte:) Nein, gnädiger Herr--andere Schranken, Gerichtsschranken. Ihr Gewerbe, Herr Rechtsanwalt. Königlicher Anwalt. (McComas verlegen:) Oh, entschuldigen Sie. (Der Kellner.) Es hat nichts zu bedeuten, gnädiger Herr. Ein sehr begreiflicher Irrtum!--Ich habe schon manchmal gewünscht, es wäre ein Schenkkellner aus ihm geworden! Dann hätte er mir nicht halb so lange auf der Tasche gelegen. (Beiseite zu Dr. Valentine, der wieder etwas zu suchen scheint:) Hier ist das Salz, Herr Doktor. (Fährt wieder fort:) Ja, ich mußte ihn bis zu seinem siebenunddreißigsten Jahr erhalten. Aber jetzt geht es ihm gut--recht zufriedenstellend, wirklich! Er plaidiert nicht unter fünfzig Guineen. (McComas.) Das ist die Demokratie, McNaughtan, die moderne Demokratie! (Der Kellner ruhig:) Nein, nicht die Demokratie, bloß Erziehung, gnädiger Herr--Stipendien, Cambridge, Sidney-Sussex Collegium, gnädiger Herr. (Dolly sieht ihn am Armel; er neigt sich zu ihr, und sie flüstert ihm etwas ins Ohr:) Ingwerbier im Steinkrug, gnädiges Fräulein? Sofort! (Zu McComas:) Für ihn war es ein Glück, er hatte nie Lust zu wirklicher Arbeit. (Er geht ins Hotel und läßt die Gesellschaft etwas übermannt von dem vornehmen Stande seines Sohnes zurück.) (Dr. Valentine.) Wer von uns darf es wagen, diesem Manne noch einen Befehl zu erteilen? (Dolly.) Ich hoffe, er nimmt es mir nicht übel, daß ich ihn um Ingwerbier geschickt habe. (McNaughtan halsstarrig:) Solange er Kellner ist, ist Aufwarten sein Geschäft! Wenn ihr ihn behandelt hättet, wie ein Kellner behandelt werden soll, so würde er geschwiegen haben. (Dolly.) Das wäre jammerschade gewesen! Vielleicht gibt er uns eine Empfehlung an seinen Sohn, der könnte uns doch in die Londoner Gesellschaft einführen. (Der Kellner erscheint wieder mit dem Ingwerbier.) (McNaughtan brummt wütend:) Londoner Gesellschaft,... Londoner Gesellschaft!... Du passest in gar keine Gesellschaft, Kind! (Dolly ihren Gleichmut verlierend:) Wissen Sie, Herr McNaughtan, wenn Sie glauben-- (Der Kellner leise an ihrer Seite.) Ingwerbier, gnädiges Fräulein. (Dolly abgelenkt, findet ihre gute Laune nach einem tiefen Atemzug wieder und entgegnet sanft:) Ich danke Ihnen, *lieber* William. Sie sind gerade im rechten Augenblick gekommen. (Sie trinkt.) (McComas, macht eine neuerliche Anstrengung, die Unterhaltung in leidenschaftslose Bahnen zu lenken:) Gestatten Sie, daß ich das Thema wechsle, Fräulein Clandon: welches ist die Landesreligion Madeiras? (Gloria.) Ich glaube, die portugiesische Religion. Ich habe nie danach gefragt. (Dolly.) Zur Fastenzeit kommen die Diener und knien vor der Herrschaft nieder und beichten alles, was sie begangen haben, und die Herrschaften müssen so tun, als ob sie ihnen verziehen.--Geschieht das auch in England, William? (Der Kellner.) Für gewöhnlich nicht, gnädiges Fräulein. Vielleicht in einigen Teilen Englands; aber ich habe noch nichts davon gehört. (Er fängt einen Blick der Frau Clandon auf, als der Kellnerjunge ihr die Salatschüssel reicht.) Sie wollen ihn unangemacht, gnädige Frau?--Ja, ja, ich habe welchen für Sie. (Zu seinem jungen Kollegen, ihn anweisend, Gloria zu bedienen:) Hier herüber, Joe. (Er nimmt eine Extraportion Salat vom Serviertisch und setzt sie neben Frau Clandons Teller. Während er das tut, bemerkt er, daß Dolly ein saures Gesicht macht.) Nur etwas Brunnenkresse ist irrtümlicherweise hineingekommen, gnädiges Fräulein. (Er nimmt ihr den Salat fort:) Entschuldigen Sie. (Zum Kellnerjungen, ihn anweisend, Dolly noch einmal zu bedienen:) Joe! (nimmt das frühere Thema wieder auf:) Die meisten sind Mitglieder der anglikanischen Kirche, gnädiges Fräulein. (Dolly.) Mitglieder der anglikanischen Kirche? Wie hoch ist der Jahresbeitrag? (McNaughtan springt zum allgemeinen Entsetzen empört auf:) Sie sehen, wie meine Kinder erzogen worden sind... da sehen Sie es... Sie hören es! Ich rufe Sie alle zu Zeugen auf--(Er wird unverständlich und ist im Begriff, mit der Faust auf den Tisch zu schlagen, ohne die Folgen zu berücksichtigen, als der Kellner ihm rücksichtsvoll den Teller fortnimmt.) (Frau Clandon fest:) Setze dich, Fergus. Es ist gar kein Anlaß zu diesem Auftritt. Du mußt bedenken, daß Dolly hier wie eine Ausländerin ist.--Bitte, setze dich! (McNaughtan unwillig nachgebend:) Ich bin im Zweifel, ob ich mich noch an diesen Tisch setzen soll, wo ich all das mit anhören muß. Ich bin wirklich im Zweifel. (Der Kellner.) Käse, gnädiger Herr?... Oder wünschen Sie eine kalte süße Speise? (McNaughtan verwirrt:) Was?... O Käse--Käse! (Dolly.) Bringen Sie Zigaretten, William. (Der Kellner.) Hier, gnädiges Fräulein. (Er nimmt eine Zigarettenschachtel vom Serviertisch und setzt sie neben Dolly, die eine auswählt und sich zu rauchen anschickt. Dann gebt er an den Serviertisch zurück, um Wachshölzer zu holen.) (McNaughtan starrt Dolly entsetzt an:) Sie raucht?!... (Dolly am Ende ihrer Geduld:) Wahrhaftig, Herr McNaughtan, ich fürchte, ich verderbe Ihnen das Essen; ich werde meine Zigarette am Strand rauchen. (Sie verläßt plötzlich den Tisch und läuft ärgerlich die Stufen hinunter. Der Kellner will ihr die Wachshölzer geben, aber sie ist fort, bevor er sie erreichen kann.) (McNaughtan wütend:) Margarete, rufe das Mädel zurück!... rufe sie zurück, sag' ich! (McComas versucht Frieden zu stiften:) Gehen Sie, McNaughtan, machen Sie sich nichts daraus! Sie ist die Tochter ihres Vaters, weiter nichts. (Frau Clandon mit tiefem Groll:) Das hoffe ich nicht, Finch. (Sie erhebt sich. Alle erheben sich ein wenig.) Herr Doktor, nicht wahr, Sie entschuldigen mich? Ich fürchte, Dolly ist über diesen Vorfall ganz außer sich, ich muß zu ihr gehen. (McNaughtan.) Um ihre Partei gegen mich zu ergreifen--was?! (Frau Clandon ihn ignorierend:) Gloria, willst du mich bei Tisch, so lange Ich fort bin, vertreten, liebes Kind? (Sie geht auf die Stufen zu. McNaughtans Augen folgen ihr mit bitterem Haß; die übrigen beobachten sie in verlegenem Schweigen und fühlen sich von dem Zwischenfall sehr peinlich berührt.) (Der Kellner hält Frau Clandon am Rande der Stufen auf und bietet ihr eine Schachtel Wachsbölzer an:) Die junge Dame hat die Streichhölzer vergessen, gnädige Frau. Wenn Sie so gütig sein wollten, gnädige Frau-- (Frau Clandon nimmt, durch den Zauber seiner süßen und ermunternden Stimme überrascht, den Ton dankbarer Höflichkeit an:) Ich danke Ihnen sehr. (Sie nimmt die Wachshölzer und geht hinab an den Strand.) (Der Kellner zieht seinen Gehilfen durch die Küchentür mit sich ins Hotel und überläßt die Gesellschaft sich selbst.) (McNaughtan sich in seinen Stuhl zurückwerfend:) Eine Mutter nach Ihrem Geschmack, McComas! Eine Mutter nach Ihrem Geschmack! (Gloria standhaft:) Ja--eine gute Mutter! (McNaughtan.) Und ein schlechter Vater--das meinst du doch, was? (Dr. Valentine erhebt sich entrüstet und wendet sich zu Gloria:) Fräulein Clandon, ich-- (McNaughtan wendet sich zu ihm:) Dieses Mädchen heißt McNaughtan, Herr Doktor--nicht Clandon! Wollen Sie sich meiner Familie in den Beleidigungen meiner Person anschließen? (Dr. Valentine ihn nicht beachtend:) Ich bin außer mir, Fräulein Clandon! Es ist meine Schuld--ich habe ihn hergebracht--ich bin für ihn verantwortlich, und ich schäme mich für ihn! (McNaughtan.) Was meinen Sie damit? (Gloria erhebt sich; kalt:) Es ist nichts geschehen, Herr Doktor.--Ich fürchte, wir sind alle ein bißchen kindisch gewesen; unsere Zusammenkunft ist mißglückt. Wir wollen sie abbrechen und Schluß machen. (Sie schiebt ihren Stuhl zur Seite und wendet sich den Stufen zu; als sie an McNaughtan vorbeikommt, fügt sie mit nachlässiger Ruhe hinzu:) Adieu, Vater. (Sie geht die Stufen mit kalter, verdrießlicher Gleichgültigkeit hinab.) (Alle blicken ihr nach und bemerken daher die Rückkehr des Kellners nicht, der, mit McNaughtans Rock und Dr. Valentines Stock, mit ein paar Schals, Sonnenschirmen und einem weißen Leinensonnenschirm und einigen Feldstühlen beladen, aus dem Hotel kommt.) (McNaughtan für sich, Gloria mit verzerrtem Gesichtsausdruck nachblickend:) Vater--Vater!... (Er schlägt mit der Faust heftig auf den Tisch:) Jetzt-- (Der Kellner den Überzieher anbietend:) Ich glaube, das ist der Ihre, gnädiger Herr. (McNaughtan starrt ihn an, reißt dann den Überzieher grob an sich und geht längs der Terrasse gegen die Gartenbank zu. Er kämpft mit seinem Rock bei seinen ärgerlichen Bemühungen, ihn anzuziehen. McComas erhebt sich und eilt ihm zu Hilfe. Dann nimmt er seinen Hut und Schirm von dem kleinen Eisentisch und wendet sich den Stufen zu. Inzwischen bietet der Kellner, nachdem er McNaughtan mit unveränderter Süßigkeit für die Abnahme des Überziehers gedankt hat, etwas von seiner Last Philip an.) (Der Kellner.) Die Sonnenschirme für die Damen, junger Herr.--Das Meer blendet heute stark, das ist sehr schädlich für den Teint... Ich werde die Strandstühle selbst hinuntertragen. (Philip.) Sie sind alt, Vater William, aber Sie sind der aufmerksamste Mensch, den ich kenne.--Nein, behalten Sie die Sonnenschirme und geben Sie mir die Strandstühle. (Er nimmt sie.) [Footnote: Zitat aus einem Gedicht von Southey.] (Der Kellner mit schmeichlerischer Dankbarkeit:) Zu gütig, junger Herr. (Philip.) Finch, teilen Sie mit mir. (Er gibt ihm welche.) Kommen Sie! (Sie gehen zusammen die Stufen hinunter.) (Dr. Valentine zum Kellner:) Lassen Sie mich auch etwas hinuntertragen. .. einen von diesen. (Er will ihm einen Sonnenschirm abnehmen.) (Der Kellner diskret:) Der gehört der jüngeren Dame, Herr Doktor. (Dr. Valentine überläßt ihn dem Kellner.) Wenn Sie gestatten wollten, so glaube ich, Sie sollten lieber dies hier nehmen. (Er legt den Sonnenschirm auf McNaughtans Stuhl und zieht aus seiner hinteren Fracktasche ein Buch. Ein Damentaschentuch ist zwischen den Blättern als Lesezeichen eingelegt.) Das ist das Buch, in dem die ältere junge Dame jetzt gerade liest. (Dr. Valentine ergreift es eifrig.) Danke schön. Schopenhauer, wie Sie sehen. (Er nimmt die Sonnenschirme wieder auf.) Ein sehr interessanter Autor, Herr Doktor, namentlich was die Damen betrifft. (Er geht die Stufen hinab.) (Dr. Valentine im Begriff, dem Kellner zu folgen, erinnert sich an McNaughtan und ändert seinen Entschluß. Er geht ziemlich aufgeregt zu McNaughtan:) Nein, wirklich, McNaughtan: schämen Sie sich denn gar nicht? (Mc Naugthan streitsüchtig:) Mich schämen?... Weshalb? (Dr. Valentine.) Weil Sie sich betragen haben wie ein Bär!... Was wird Ihre Tochter von mir denken, daß ich Sie hergebracht habe? (McNaughtan.) Ich habe noch keine Zeit gefunden, darüber nachzusinnen, was meine Tochter von Ihnen denkt. (Dr. Valentine.) Nein, Sie haben nur an sich gedacht! Sie sind ein krankhafter Egoist! (McNaughtan tiefbekümmert:) Sie hat Ihnen ja gesagt, was ich bin--ein Vater--ein seiner Kinder beraubter Vater!--Was sind die Herzen dieser Generation?... Muß ich herkommen nach all den Jahren, um zum ersten Male zu sehen, was aus meinen Kindern geworden ist--ihre Stimmen zu hören!... und soll mich dabei wie ein richtiger Gast benehmen!... platze zufällig in das Frühstück herein--heiße Herr McNaughtan!... Was für ein Recht haben meine Kinder, mit mir so zu sprechen?... Ich bin ihr Vater--leugnen sie es?... Ich bin ein Mann mit allgemein menschlichen Gefühlen!... Habe ich keine Rechte, keine Ansprüche?... Was für Menschen habe ich in all den Jahren um mich gehabt?... Diener, Angestellte, Geschäftsfreunde!... Aber ich habe ihre Achtung genossen--ja ihre Güte!... Würde einer von diesen Leuten so mit mir gesprochen haben, wie dieses Mädchen?... Würde einer von denen über mich gelacht haben, wie dieser Junge die ganze Zeit über mich gelacht hat? (Wild:) Meine eigenen Kinder--Herr McNaughtan! Meine-- (Dr. Valentine.) Aber, aber!... Es sind ja nur Kinder! Das einzige von ihnen, das etwas wert ist, hat Sie "Vater" genannt. (McNaughtan.) Ja, "adieu, Vater"--adieu! O ja! Dies Kind hat sich an mein Herz gewendet--mit einem Dolchstoß. (Dr. Valentine nimmt das sehr übel auf:) Hören Sie, McNaughtan, lassen Sie die in Ruh! Sie hat Sie sehr gut behandelt. Ich habe eine viel schlimmere Stunde beim Frühstück zugebracht als Sie. (McNaughtan.) Sie?... (Dr. Valentine mit wachsender Heftigkeit:) Ja--ich! Ich habe neben ihr gesessen und habe während der ganzen Zeit nicht ein einziges Wort mit ihr gesprochen--nicht ein einziges Wort konnte ich finden--und nicht ein Wort hat sie für mich gehabt! (McNaughtan.) Nun? (Dr. Valentine.) Nun... nun?... (Spricht sehr ernst und immer schneller:) McNaughtan, wissen Sie, was heute mit mir vorgegangen ist?. .. Sie glauben doch nicht, daß ich die Gewohnheit habe, meinen Patienten so mitzuspielen, wie ich Ihnen heute mitgespielt habe? (McNaughtan.) Hoffentlich nicht. (Dr. Valentine.) Der Grund ist, daß ich entweder völlig verrückt bin, oder vielmehr früher nie wirklich im Besitze meines gesunden Menschenverstandes gewesen bin. Jetzt bin ich zu allem fähig--ich bin endlich erwachsen--ich bin ein Mann geworden--und Ihre Tochter ist es, die einen Mann aus mir gemacht hat! (McNaughtan ungläubig:) Sind Sie in meine Tochter verliebt? (Dr. Valentine, seine Worte ergießen sich nun in einem wahren Strom von seinen Lippen:) Verliebt?... Unsinn!... Es ist viel mehr und viel höher als Liebe... es ist Leben, Glaube, Kraft, Gewißheit, Paradies... (McNaughtan unterbricht ihn mit beißendem Hohn:) Unsinn, Mensch! Was haben (Sie), um eine Frau zu unterhalten?... Sie können sie nicht heiraten. (Dr. Valentine.) Wer will sie denn heiraten?... Ich will ihre Hände küssen, ich will zu ihren Füßen knien, ich will für sie leben, ich will für sie sterben... und das soll mir genügen! Sehen Sie ihr Buch an--sehen Sie! (Er küßt das Taschentuch:) Wenn Sie mir Ihr ganzes Geld anböten für diese Gegenstände, die mir als Ausrede dienen, an den Strand hinunterzugehen und mit ihr wieder zu sprechen,--ich würde Ihnen nur ins Gesicht lachen. (Er geht übermütig gegen die Stufen zu, wo er dem vom Strande heraufkommenden Kellner direkt in die Arme läuft. Die beiden bewahren einander vor dem Umfallen, indem sie sich gegenseitig eng um den Leib fassen und sich umschlungen herumdrehen.) (Der Kellner zart:) Sachte, Herr Doktor--sachte! (Dr. Valentine über seine eigene Heftigkeit unangenehm berührt:) Entschuldigen Sie! (Der Kellner.) Bitte, Herr Doktor--bitte. Das ist ganz natürlich in Ihrem Alter.--Das gnädige Fräulein hat mich um ihr Buch heraufgeschickt; dürfte ich mir erlauben, Sie zu bitten, es ihr sofort zu bringen? (Dr. Valentine.) Mit Vergnügen!--Und wollen Sie mir erlauben, Sie mit der sechswöchentlichen Einnahme eines Zahnarztes zu beschenken... (Er bietet ihm Dollys Fünf-Schilling-Stück an.) (Der Kellner, als ob diese Summe seine höchsten Erwartungen überträfe: ) Danke vielmals, Herr Doktor--tausend Dank! (Dr. Valentine stürzt die Stufen hinunter.) Ein sehr übermütiger junger Mann, sehr männlich und gut gewachsen! (McNaughtan in brummiger Herabsetzung:) Und wird sehr schnell ein Vermögen machen--zweifellos! Ich weiß, wieviel seine sechswöchentlichen Einnahmen betragen. (Er geht über die Terrasse an den eisernen Tisch und setzt sich.) (Der Kellner philosophisch:) Ja, gnädiger Herr, man kann nie wissen... Das ist mein Wahlspruch, wenn Sie gütigst verzeihen wollen, daß ich so ein Ding habe. (Der Philosoph wird einen Augenblick vom zart fühlenden Kellner zurückgedrängt:) Sie wissen vielleicht selbst nicht, daß Sie Ihr Getränk noch nicht berührt hatten, als die Gesellschaft aufbrach. (Er nimmt das Glas vom Frühstückstisch und setzt es vor McNaughtan hin.) Ja, gnädiger Herr--man kann nie wissen... Sehen Sie nur meinen Sohn: wer hätte je gedacht, daß er es dahin bringen würde, einen seidenen Talar zu tragen als königlicher Anwalt? Und dennoch verdient er heute nicht weniger als sechzig Pfund bei jedem Prozeß, gnädiger Herr. Was für eine Lehre! (McNaughtan.) Nun, ich hoffe, er ist Ihnen dankbar und weiß, was er Ihnen schuldet. (Der Kellner.) Wir vertragen uns sehr gut--wahrhaftig, sehr gut in Anbetracht der Verschiedenheit unserer Stellungen. (Mit einem zweiten seiner unwiderstehlichen Übergänge:) Ein Stückchen Zucker wird, ohne den Trank merklich zu süßen, die Fadheit des Sodawassers beseitigen. Erlauben Sie, gnädiger Herr. (Er wirft ein Stückchen Zucker in das Glas:) Aber wie ich ihm sage: worin besteht schließlich der Unterschied? Ich muß einen Frack anziehen, wenn ich zeigen will, was ich bin, und er muß eine Perücke und einen Talar anlegen, wenn er zeigen will, was er ist. Wenn mein Einkommen vorwiegend aus Trinkgeldern besteht und ich doch so tun muß, als ob ich nicht darauf aus wäre, so besteht sein Einkommen vorwiegend aus Gebühren, und auch er muß, wie ich wohl verstehe, so tun, als wäre er nicht darauf aus. --Wenn er Geselligkeit liebt und ihn sein Beruf in Berührung mit allen möglichen Gesellschaftsklassen bringt, der meine tut das auch. Wenn es für einen Advokaten nicht günstig ist, der Sohn eines Kellners zu sein, so ist es auch für einen Kellner nicht günstig, der Vater eines Advokaten zu sein. Ich versichere Ihnen, es gibt Leute, die darin eine große Dreistigkeit sehen!--Kann ich Ihnen sonst noch etwas besorgen, gnädiger Herr? (McNaughtan.) Nein, danke. (Gedemütigt und bitter:) Ich hoffe, man wird nichts dagegen einzuwenden haben, daß ich hier noch eine Weile sitzen bleibe. Hier stör' ich jedenfalls nicht die Gesellschaft am Strande. (Der Kellner gerührt:) Es ist sehr gütig von Ihnen, gnädiger Herr, daß Sie tun, als ob Sie nicht wüßten, daß Ihre Anwesenheit hier eine Auszeichnung und eine Ehre für uns alle ist... wirklich sehr gütig! --Je mehr Sie sich hier zu Hause fühlen, desto glücklicher werden wir sein. (McNaughtan mit scharfer Ironie:) Zu Hause! (Der Kellner nachdenklich:) Nun ja, gnädiger Herr, das ist auch Ansichtssache. Ich behaupte immer, der große Vorzug eines Hotels besteht darin, daß es Schutz bietet vor dem Familienleben. (McNaughtan.) Ich habe diesen Segen heute nicht gehabt. (Der Kellner.) Ja, das haben Sie auch nicht--jawohl, weiß Gott! Immer geschieht das, was man nicht erwartet hat, nicht wahr? (Er schüttelt den Kopf:) Man kann nie wissen, gnädiger Herr--man kann nie wissen! (Er geht ins Hotel.) (McNaughtan stützt sein abgehetztes, jammervolles Gesicht mit den hartblickenden Augen in die Hände:) Familie--Familie! (Er legt seine Arme auf den Tisch und neigt den Kopf darauf; aber da er eben jemanden kommen hört, setzt er sich wieder kerzengerade auf. Es ist Gloria, die allein die Stufen heraufkommt, ihren Sonnenschirm und ihr Buch in Händen. McNaughtan sieht sie trotzig an. Die brutale Hartnäckigkeit seines Mundes und die sehnsüchtigen Augen stehen zueinander in pathetischem Widerspruch. Sie geht an das eine Ende der Gartenbank und lehnt sich mit dem Rücken dagegen und sieht auf McNaughtan herab, wie erstaunt über seine Schwäche. Sie ist zu neugierig auf ihn, um kalt zu bleiben, aber das Verwandtschaftverhältniß ist ihr höchst gleichgültig:) Nun?... (Gloria.) Ich möchte Sie einen Augenblick sprechen. (McNaughtan sie fest anblickend:) Wirklich? Das ist überraschend! Du begegnest deinem Vater nach achtzehn Jahren und du hast wahrhaftig den Wunsch, ihn "einen Augenblick" zu sprechen!--Das ist rührend--wahrhaftig! (Er bleibt sitzen, den Kopf in die Hand gestützt, und blickt, in düsteres Nachdenken versunken, hinunter und von ihr fort.)* (Gloria.) Was Sie da sagen, scheint mir alles so unsinnig, so unberechtigt. Was für Gefühle haben Sie von uns erwartet? Was sollen wir für Sie tun? Warum sind Sie gegen uns weniger höflich als andere Leute?... Sie können uns augenscheinlich nicht recht leiden--warum sollten Sie auch?--aber trotzdem sollten wir einander doch begegnen können, ohne zu streiten. (McNaughtan, über dessen Antlitz ein schwerer grauer Schatten streicht: ) Machst du dir klar, daß ich dein Vater bin? (Gloria.) Vollkommen. (McNaughtan.) Begreifst du, was mir als deinem Vater gebührt? (Gloria.) Zum Beispiel--? (McNaughtan erbebt sich, als ob er ein Ungeheuer zu bekämpfen hätte:) Zum Beispiel--... zum Beispiel--?... Pflicht--Liebe--Achtung--Gehorsam! (Gloria gibt ihre sorglose Stellung auf und stellt sich ihm schnell und stolz gegenüber:) Ich gehorche nur meinem Sinn für das Rechte; ich achte nichts, was nicht edel ist! Das ist meine Pflicht. (Sie fügt weniger fest hinzu:) Was Liebe anbelangt, so liegt die nicht in meiner Macht--ich glaube nicht, daß ich genau weiß, was Liebe eigentlich ist. (Sie wendet sich, mit sichtlichem Widerwillen gegen dieses Thema, ab und geht an den Frühstückstisch, zu einem bequemen Stuhl hin, wo sie ihr Buch und ihren Sonnenschirm niederlegt.) (McNaughtan folgt ihr mit den Augen:) Meinst du wirklich, was du sagst? (Gloria wendet sich um; rasch und streng:) Entschuldigen Sie: aber das ist eine unhöfliche Frage. Ich spreche ernst mit Ihnen und ich erwarte auch, daß Sie mich ernst nehmen. (Sie nimmt einen der Stühle, wendet ihn fort vom Tisch und setzt sich etwas müde nieder.) Können Sie diese Dinge nicht kühl und vernünftig besprechen? (McNaughtan.) Kühl und vernünftig?... Nein, das kann ich nicht! Verstehst du? Das kann ich nicht! (Gloria mit Nachdruck:) Nein--das kann ich nicht verstehen. Ich habe keine Sympathie für-- (McNaughtan fährt nervös zusammen:) Halt, sprich nicht weiter! Du weißt nicht, was du tust! Willst du mich toll machen? (Sie runzelt die Stirn, denn sie findet eine solche Laune unerträglich. Er setzt rasch hinzu:) Nein, ich bin nicht zornig--wirklich nicht! Warte, warte--laß mir nur etwas Zeit, mich zu besinnen. (Er steht einen Augenblick da und runzelt die Stirn und ballt die Hände in seiner Aufregung. Dann nimmt er den Stuhl vom Ende des Frühstückstisches und setzt sich neben Gloria. Mit einer rührenden Anstrengung, sanft und geduldig zu sein, sagt er:) Ich glaube, jetzt bin ich so weit. Jedenfalls will ich es versuchen. (Gloria fest:) Sehn Sie: alles geht, wenn man es nur energisch zu Ende denkt. (McNaughtan mit plötzlichem Schreck:) Nein, das tu nicht! Denke nichts--ich will, du sollst fühlen! Das ist das einzige, was uns helfen kann. Höre! Weißt du--aber vor allem--ich vergaß: wie heißt du eigentlich? Ich meine deinen Kosenamen. Sie können dich nicht gut Sophronia nennen. (Gloria mit erstauntem Widerwillen:) Sophronia?...Mein Name ist Gloria. Ich werde immer so genannt. (McNaughtan, dessen Zorn zurückkehrt:) Dein Name ist Sophronia, Mädchen! Du wurdest nach deiner Tante, meiner Schwester, Sophronia getauft! Sie hat dir deine erst Bibel mit deinem Namen darin geschenkt. (Gloria.) Dann hat mir meine Mutter einen neuen Namen gegeben. (McNaughtan ärgerlich:) Sie hatte kein Recht dazu! Ich werde das nicht zugeben! (Gloria.) Sie hatten kein Recht, mir den Namen Ihrer Schwester zu geben. Ich kenne sie nicht einmal. (McNaughtan.) Unsinn! Alles lasse ich mir nicht bieten: das hat seine Grenzen! Ich will das nicht haben--verstehst du? (Gloria erhebt sich; warnend:) Sind Sie entschlossen, in diesem zänkischen Ton fortzufahren? (McNaughtan entsetzt, bittend:) Nein, nein--setze dich! Willst du? (Sie sieht ihn an und läßt ihn in Ungewißheit. Er zwingt sich, den verhaßten Namen auszusprechen:) Gloria! (Sie gibt ihrer Befriedigung mit einer leichten Bewegung der Lippen Ausdruck und setzt sich:) Nun also--du siehst, ich habe nur den Wunsch, dir zu zeigen, daß ich dein Vater bin, mein--mein liebes Kind. (Die Zärtlichkeit ist so kläglich unbeholfen, daß Gloria gegen ihren Willen lächelt und sich vornimmt, ein wenig nachsichtig zu sein.) Höre mich an. Was ich dich fragen will, ist folgendes; Entsinnst du dich meiner nicht? Du warst ein ganz kleines Kind, als man dich von mir nahm, aber du konntest schon alles recht gut verstehen. Kannst du dich wirklich an niemanden erinnern, den du geliebt hast, oder-- (schüchtern:) wenigstens auf Kinderart leiden mochtest? Besinnst du dich nicht auf jemanden, in dessen Arbeitszimmer du sein und seine kleinen Schiffe ansehn durftest, die du für Spielzeug hieltest? (Er sieht ihr ängstlich in die Augen, als suchte er nach irgendeiner Antwort. Dann fährt er dringender und weniger hoffnungsvoll fort:) Auf jemanden, der dich tun ließ, was du nur wolltest, und dir nie ein böses Wort gab, dir höchstens sagte, du solltest still sein und nicht sprechen? Auf jemanden, der dir etwas war, was dir sonst niemand gewesen ist--der dein Vater war! (Gloria ungerührt:) Wenn Sie mir das alles noch lange so schildern, dann werde ich mir zweifellos bald einbilden, daß ich mich daran erinnere. Aber tatsächlich erinnere ich mich an gar nichts. (McNaughtan sehnsüchtig:) Hat deine Mutter dir nie von mir erzählt? (Gloria.) Sie hat Ihren Namen mir gegenüber nie erwähnt. (Er stöhnt unwillkürlich auf. Sie blickt ihn ziemlich verachtungsvoll an und fährt fort:) Doch! Ein einziges Mal--und da geschah es, um mich an etwas zu erinnern, was ich auch vergessen hatte. (McNaughtan blickt hoffnungsvoll auf:) An was? (Gloria erbarmungslos:) An die Peitsche, die Sie eigens gekauft hatten, um mich zu schlagen. (McNaughtan mit den Zähnen knirschend:) Oh! Das aufzutischen, um dich mir zu entfremden, wo du es nie zu wissen brauchtest! (Mit pfeifendem, schmerzhaftem Atem:) Fluch ihr! (Gloria aufspringend:) Sie Elender! (Mit heftigem Nachdruck:) Sie : ) , ? 1 2 ( : ) , 3 , ! , 4 ! 5 6 ( . ) , , 7 ! ' . 8 , . 9 10 ( : ) - - , - - 11 12 ( . ) ! - - . 13 - - ? 14 15 ( . ) , , 16 - - ? 17 18 ( . ) ! - - , ? 19 20 ( : ) , , ! , , 21 , 22 ! 23 24 ( , : ) , , 25 - - - - ! 26 27 ( . ) . 28 29 ( : ) , . ( : ) 30 ? 31 32 ( : ) - - , 33 . - - 34 . ( , 35 36 . ) 37 38 ( . ) , , ! 39 40 ( . ) , ' , 41 , ? 42 43 ( ; 44 . ) 45 46 ( : ) ! 47 48 ( . ) ! ( 49 : ) ! 50 51 ( . ) ? 52 53 ( . ) , ! 54 - - , . 55 56 ( . ) , ! 57 58 ( . ) ! , 59 . . . , . ( 60 61 , 62 , 63 . ) 64 65 ( ' 66 : ) , . 67 68 ( . ) , - - 69 70 ( : ) . 71 , ! 72 73 ( . 74 . ) 75 76 ( , , 77 : ) , - - 78 ! 79 80 ( . ) , , 81 . 82 83 ( . ) 84 85 ( . , 86 . . , 87 - - , 88 - - . 89 , , 90 , 91 . ) 92 93 ( . ) . ( 94 : ) 95 . 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