Hügel herabgeschwungen hat; eine Gestalt, auf welche jeder Gott sein Siegel gesezt zu haben schien um der Welt zu urkunden, daß das ein Mann sey. Das war euer Gemahl--Seht nun hieher; hier ist euer Gemahl, er, der wie der Mihlthau eine gesunde Ähre, seinen Bruder vergiftete. Habt ihr Augen? Konntet ihr die gute Weyde auf diesem schönen Berge verlassen, um euch in diesem Morast zu wälzen? Ha! habt ihr Augen? Ihr könnt es nicht Liebe heissen; denn, in euerm Alter, ist das Blut zahm, und läßt sich von der Vernunft leiten; und welche Vernunft würde von (diesem) zu (diesem) übergehen? Sinnlichkeit habt ihr, das ist gewiß; sonst könntet ihr keine Vorstellung haben; aber diese Sinnen sind vom Schlage getroffen: Wahnwiz könnte sich nicht so sehr verirrt haben; so toll wird niemand, daß ihm nicht noch immer so viel Unterscheidungs-Kraft übrig bleibe, eine solche Verschiedenheit wahrzunehmen--Was für ein Teufel hat euch denn die Augen verbunden, wie ihr diese Wahl machtet? Augen ohne Gefühl, Gefühl ohne Augen, Ohren ohne Hände oder Augen, oder nur ein kranker Rest eines einzigen unverblendeten Sinn's hätte sich nicht so verfehlen können--O Schaam! wo ist deine Röthe? Rebellische Hölle, wenn du in den Gebeinen einer Matrone einen solchen Aufruhr machst, so laß immer die Keuschheit der Jugend Wachs seyn, und in ihrem eignen Feuer wegschmelzen. Ruft keine Schande aus, wenn der ungestüme Trieb der Jugend-Hize in Ausschweiffung auflodert, da der Frost selbst eben so ungezähmt brennt, und Vernunft die Kupplerin schnöder Lüste wird. Königin. O Hamlet, halte ein! Du drehst meine Augen in meine innerste Seele, und da seh ich so schwarze, so häßliche Fleken, daß sie nimmermehr ihre Farbe verliehren werden. Hamlet. Gewiß nicht, so lang ihr fähig seyd in dem stinkenden Schweiß eines blutschändrischen Bettes zu leben, der Liebe in einem unflätigen Schwein-Stalle zu pflegen-- Königin. O höre auf; diese Reden dringen wie Dolche in meine Ohren--Nichts mehr, lieber Hamlet. Hamlet. Ein Mörder, und ein schlechter Kerl oben drauf!--Ein Sclave, der nicht der zwanzigste Theil eines Zehentheils von euerm ersten Herrn ist, der Pikelhäring unter den Königen, ein feiger Schurke und Gaudieb, der die Krone von einem Küssen wegstahl, und sie in seinen Schnapsak stekte-- Königin. Genug, genug-- (Der Geist läßt sich sehen.) Hamlet. Ein zusammengeflikter Lumpen-König--Himmel! (Er starrt mit Entsezen auf.) umschwebet mich mit euern Flügeln, ihr himmlischen Wächter!--Was will deine ehrwürdige Erscheinung? Königin. O weh! er ist wahnsinnig-- Hamlet. Kommt ihr nicht, euern trägen Sohn zu beschelten, der die Zeit in unthätigem Gram verliehrend, das grosse Werk, das ihr ihm anbefohlen habt, liegen läßt? Geist. Vergiß es nicht: Dieser Besuch hat sonst keine Absicht, als deinen fast stumpfen Vorsaz zu wezen. Aber, siehe! Erstaunen ergreift deine Mutter! O tritt zwischen sie und ihre kämpfende Seele: In den schwächsten Körpern wirkt die Einbildung am stärksten. Rede mit ihr, Hamlet. Hamlet. Wie steht es um euch, Gnädige Frau? Königin. O weh! wie steht es um dich? daß du deine Augen so auf einen Ort ohne Gegenstand heftest, und mit der unkörperlichen Luft Gespräche führst? Deine Geister schauen wild aus deinen Augen heraus, und gleich schläfernden Soldaten bey einem plözlichen Alarm, starren deine Haare, wie beseelt, empor, und stehen unbeweglich auf ihren Enden--O mein lieber Sohn, sprize kalte Geduld auf das Feuer deiner Leidenschaft--Was schauest du so an? Hamlet. Ihn! Ihn selbst!--Seht ihr den düstern Schein, den er von sich giebt? Seine Gestalt und seine Sache zusammengenommen, könnten Steine in Bewegung und Leidenschaft sezen--O sieh mich nicht an, oder dieser traurige Blik verwandelt meinen frömmern Vorsaz in Wuth-- und macht hier Blut für Thränen fliessen. Königin. Mit wem redet ihr? Hamlet. Seht ihr denn nichts hier? (Er zeigt mit dem Finger auf den Geist.) Königin. Nicht das geringste; und doch seh ich alles was ist. Hamlet. Hört ihr auch nichts? Königin. Nein, nichts als uns beyde. Hamlet. Wie, seht nur dorthin! Seht, wie es hinweg gleitet! Mein Vater in seiner leibhaften Gestalt! Seht, eben izt geht es durch die Thüre hinaus. (Der Geist verschwinde.) Königin. Es ist ein blosses Gespenst euers Hirns, ein unwesentliches Geschöpf der schwärmenden Phantasie. Hamlet. Was Phantasie? Mein Puls schlägt so regelmässig als der eurige-- Ich habe nicht in tollem Muth gesprochen; sezt mich auf die Probe; ich will euch alles von Wort zu Wort wieder hersagen; das kan der Wahnwiz nicht--Mutter, um des Himmels willen, legt diese schmeichlerische Salbe nicht auf eure Seele, als ob nicht euer Verbrechen, sondern meine Tollheit rede: Das würde nur den eyternden Schaden mit einer Haut überziehen, indeß das fäulende Gift inwendig um sich frässe und das Übel unheilbar machte. Beichtet eure Sünde dem Himmel; bereuet, was geschehen ist, und vermeidet, was noch geschehen kan--Leget keine Düngung auf Unkraut, um es noch üppiger zu machen. Vergebet mir diese meine Tugend; weil doch in dieser verdorbnen Zeit die Tugend das Laster um Vergebung bitten, und sich noch büken und krümmen muß, um Erlaubniß zu erhalten, ihm Gutes zu thun. Königin. O Hamlet! Du hast mir das Herz entzwey gebrochen. Hamlet. O werft den schadhaften Theil weg, und lebt desto gesünder mit der andern Hälfte. Gute Nacht; aber geht nicht in meines Oheims Bette: Zwingt euch zur Tugend, wenn ihr sie nicht in euerm Herzen findet. Die Gewohnheit, dieses Ungeheuer, welches das Gefühl aller bösen Fertigkeiten wegfrißt, ist doch darinn ein Engel, daß sie auch die Ausübung schöner und guter Handlungen erleichtert: Thut euch diese Nacht Gewalt an; das wird die folgende Enthaltung schon weniger mühsam machen; die nächstfolgende wird schon leichter seyn: Denn Übung im Guten kan sogar den Stempel der Natur auslöschen, ja den Teufel selbst überwältigen und austreiben, so sehr er sich entgegen sträubt. Noch einmal, gute Nacht! und wenn ihr selbst nach dem himmlischen Segen begierig seyd, denn will ich euch um euern Segen bitten--Was diesen ehrlichen Mann betrift, (er zeigt auf die Leiche des Polonius) so ist mir's leid; aber es hat nun dem Himmel so gefallen, einen durch den andern zu straffen, und mich zur Geisel zu machen, um sie zu züchtigen. Ich will für ihn sorgen, und für den Tod, den ich ihm gab, soll sein Geist Genugthüung von mir haben; hiemit noch einmal gute Nacht! Ich muß grausam seyn, um eine gute Absicht zu erhalten--Der Anfang ist nun gemacht, aber das Schlimmste steht noch bevor. Königin (in Verlegenheit.) Was soll ich thun? Hamlet (entrüstet und spöttisch.) Ja bey Leibe nichts von allem, warum ich euch gebeten habe--Euch von euerm strozenden König wieder in sein Bette loken, in die Baken zwiken, sein Mäuschen nennen lassen; um ein paar stinkende Küsse, oder dafür, daß er euch mit seinen verdammten Fingern am Halse herum krabbelt, euch den ganzen Inhalt unsrer Unterredung abtändeln lassen, und daß ich nicht wirklich, sondern nur verstellter Weise toll bin. Es wäre recht gut, wenn ihr ihn das wissen liesset. Denn warum sollte auch eine so schöne, kluge, tugendsame Königin Sachen von solcher Wichtigkeit vor einer Kröte, vor einer Fledermaus, vor einer Meer-Kaze geheim halten? Wer wollte das thun? Nein, troz der Vernunft und Verschwiegenheit! Zieht den Nagel aus dem Korb auf dem Dach, laßt die Vögel ausfliegen, und kriecht, wie der Affe in der Fabel, dafür in den Korb hinein, und wenn ihr euern eignen Hals darüber brechen solltet. Königin. Sey du versichert, wenn Worte aus Athem, und Athem aus Leben gemacht sind, so hab ich kein Leben, um zu athmen was du mir gesagt hast. Hamlet. Ich muß nach England, das wißt ihr doch? Königin. Ach ja, das hatt' ich vergessen; so ist's beschlossen worden. Hamlet. Die Briefe sind schon gesiegelt, und meine zween Schul-Cameraden (denen ich trauen will, wie ich einer Otter in meiner Hand trauen wollte) tragen die Instruction; sie sollen mit mir reisen, und meine Wegweiser in die Grube seyn, die mir gegraben ist: Wir wollen sehen, was daraus wird--Denn das ist eben der Spaß, wenn der Artillerist in seiner eignen Mine in die Luft gesprengt wird; und es muß hart hergehen, wenn ich nicht eine Ruthe tiefer als sie grabe und sie in den Mond hinein blase. O es ist ein Vergnügen, wenn eine List in gerader Linie auf die andre stößt!--Diesen wakern Mann hier will ich aufpaken--Er ist zu schwer; ich will den Wanst in das nächste Zimmer schleppen; gute Nacht, Mutter--In der That, dieser geheime Rath, der in seinem Leben ein alberner plauderhafter Bube war, ist nun auf einmal gesezt, gravitätisch und verschwiegen worden. Kommt, Sir, wir wollen euch an Ort und Stelle bringen-- Gute Nacht, Mutter. (Hamlet geht ab, und schleppt den Polonius nach.) Vierter Aufzug. Erste Scene. (Das Königliche Zimmer.) (Der König, die Königin, Rosenkranz und Güldenstern treten auf.) Der König (zur Königin.) Diese Seufzer sind von Inhalt schwer; es ist nöthig, daß wir ihre Bedeutung verstehen. Wo ist euer Sohn? Königin. Laßt uns auf einen Augenblik allein. (zu Rosenkranz und Güldenstern welche sich entfernen.) König. Was ist's, Gertrude? Was macht Hamlet? Königin. Er ist rasender als die See und der Wind, wenn beyde kämpfen, welches das mächtigste sey; in einem solchen Anstoß von unbändiger Wuth hört er etwas hinter den Tapeten sich rühren, zieht den Degen, ruft, eine Maus! und ersticht in dieser Einbildung den ungesehenen guten alten Mann. König. Himmel! welch ein Unfall--So würde es (uns) gegangen seyn, wenn wir an des Alten Plaz gewesen wären: Seine Freyheit drohet allgemeine Gefahr, euch selbst und jederman. Wehe uns! Wie werden wir diese blutige That rechtfertigen können? Sie wird uns zur Last gelegt werden, weil wir die Vorsicht hätten haben sollen, diesen rasenden jungen Menschen eingesperrt zu halten. Aber so weit gieng unsre Liebe zu ihm; wir verblendeten uns selbst gegen das was die Klugheit erforderte, und glichen hierinn einem Menschen, der mit einem bösen Schaden behaftet ist, und ihn aus Furcht daß er bekannt werden möchte, so lange nährt, bis er das Mark seines Lebens weggefressen hat. Wo ist er hingegangen? Königin. Den Leichnam des Ermordeten wegzuschaffen, bey dem er sich so gebehrdet, daß man deutlich siehet, wie sein Wille keinen Theil an dem Werk seiner Raserey habe. Er beweint, was er gethan hat. König. O Gertrude, kommt mit mir; die Sonne soll nicht bälder die Gebirge berühren, als wir ihn von hier zu Schiffe senden wollen: Und was diese böse That betrift, so werden wir alles unsers Ansehens und unsrer Klugheit nöthig haben, um ihren Folgen vorzubauen--He! Güldenstern! (Rosenkranz und Güldenstern kommen zurük.) Meine Freunde, geht, und nehmet noch einige Leute mit euch; Hamlet hat in einem Anfall von Raserey den Polonius erschlagen, und ihn aus seiner Mutter Cabinet weggeschleppt; geht, sucht ihn auf, redet freundlich mit ihm, und bringt den Leichnam in die Schloß-Capelle. Ich bitte euch, säumt euch keinen Augenblik. (Rosenkranz und Güldenstern gehen ab.) Kommt, Gertrude, wir wollen die Klügste von unsern Freunden zusammenberuffen lassen, und ihnen anzeigen, sowol was wir zu thun vorhaben, als was Hamlet unglüklicher Weise gethan hat. Es ist nur allzu besorglich, daß das Gerücht diese That in kurzem durch die ganze Welt flüstern, und vielleicht unsern Namen durch heimliche Anschuldungen vergiften wird--Kommt, kommt; mein Gemüth ist voller Unruh und innerlichem Streit-- (Sie gehen ab.)Zweyte Scene. (Hamlet tritt auf.) Hamlet. Nun liegt er wo er hin gehört-- (Hinter der Scene: Hamlet! Prinz Hamlet!) Hamlet. Was für ein Lerm? Wer ruft Hamlet? Ha, da kommen sie angestochen-- (Rosenkranz und Güldenstern treten auf.) Rosenkranz. Was habt ihr mit dem todten Körper angefangen, Gnädiger Herr? Hamlet. Ihn dem Staub gegeben, zu dem er ein Anverwandter ist. Rosenkranz. Sagt uns, wo er liegt, damit wir ihn abholen und in die Capelle tragen können. Hamlet. Das bildet euch nicht ein-- Rosenkranz. Was einbilden? Hamlet. Daß ich euer Geheimniß verschweigen könnte und mein eignes nicht. Zudem, wenn der Fräger ein Erdschwamm ist, was für eine Antwort kan der Sohn eines Königs geben? Rosenkranz. Seht ihr mich für einen Schwamm an, Gnädiger Herr? Hamlet. Ja Herr, für einen Schwamm, der des Königs Blike, Winke und Minen aufsaugt; aber solche Diener thun einem König den besten Dienst erst am Ende; wenn er dessen bedarf, was ihr eingeschlukt habt, so drukt er euch aus, und ihr werdet wieder der trokne löchrichte Schwamm, der ihr vorher waret. Rosenkranz. Ich weiß nicht was ihr damit sagen wollt, Gnädiger Herr? Hamlet. Das ist mir lieb; eine spizige Rede schläft in einem närrischen Ohr. Rosenkranz. Gnädiger Herr, ihr müßt uns sagen, wo der Leichnam ist, und mit uns zum Könige gehen. Hamlet. Der Leichnam ist schon beym Könige, aber der König nicht bey dem Leichnam. Der König ist ein Ding-- Güldenstern. Ein Ding, Gnädiger Herr? Hamlet. Von--Nichts: fährt mich zu ihm; Verstek dich, Fuchs, und alle hinten drein. (Sie gehen ab.)Dritte Scene. (Der König tritt auf.) König. Ich habe Befehl gegeben, ihn zu mir führen, und den Leichnam aufsuchen zu lassen; wie gefährlich es ist, diesen Menschen so frey herumgehen zu lassen! Und doch dürfen wir ihn nicht nach der Strenge des Gesezes behandeln; der Pöbel, der seine Neigungen nicht nach seiner Vernunft, sondern nach seinen Augen abmißt; der Pöbel, der ihn liebt, würde in seiner Bestraffung, nicht ihr Verhältniß gegen sein Verbrechen, sondern nur die Härte der Straffe sehen. Glüklicher Weise fügt es sich, daß dieser Vorfall zu seiner plözlichen Verschikung einen Vorwand giebt. Gegen verzweifelt gewordene Schäden muß man verzweifelte Mittel gebrauchen oder gar keine. (Rosenkranz tritt auf.) Was giebts? Was ist vorgefallen? Rosenkranz. Gnädigster Herr, wir können nicht von ihm heraus bringen, wo der Leichnam hingekommen ist. König. Wo ist dann er? Rosenkranz. Draussen, Gnädigster Herr, mit einer Wache, euern Befehl erwartend. König. Führt ihn herein. Rosenkranz. He! Güldenstern, fährt den Prinzen herein. (Hamlet und Güldenstern treten auf.) König. Nun, Hamlet, wo ist Polonius? Hamlet. Beym Essen. König. Beym Essen? wo dann? Hamlet. Nicht wo (er) ißt, sondern wo er gegessen wird; eine gewisse Versammlung von politischen Würmern ist wirklich an ihm. Wo es aufs Schmausen ankommt, ist in der Welt nichts über einen Wurm. Wir mästen alle Creaturen damit sie uns mästen sollen, und für wen mästen wir uns als für Maden? Euer fetter König, und euer magrer Bettler sind nur verschiedne Gerichte; zwey Schüsseln auf eine Tafel; das ist das Ende vom Liede. König. O weh! o weh! Hamlet. Ein Mensch, kan mit dem Wurm der einen König gegessen hat, einen Fisch angeln, und den Fisch essen, der diesen Wurm gegessen hat. König. Was willst du damit sagen? Hamlet. Nichts, als daß ich euch zeigen will, wie es mit einem König so weit kommen kan, daß er eine Reise durch die Gedärme eines Bettlers machen muß. König. Wo ist Polonius? Hamlet. Im Himmel, schikt nur hin, und laßt nach ihm fragen. Wenn ihn euer Abgesandter dort nicht findt, so sucht ihn an dem andern Orte selbst. Aber, im Ernst zu reden, wenn ihr ihn binnen diesem Monat nicht findet, so werdet ihr ihn riechen, wenn ihr die Treppe in die Galerie hinauf geht. König. Geht, sucht ihn dort. Hamlet. Er wird euch gewiß nicht davon lauffen. König. Hamlet, diese deine That macht zu deiner eignen Sicherheit (für welche wir eben so sehr besorgt sind, als höchlich wir das was du gethan hast, mißbilligen) nothwendig, daß du in feuriger Eile nach England abgehest. Schike dich also dazu an; das Schiff liegt fertig, der Wind ist günstig, deine Gefährten warten, und alles kehrt sich schon nach England hin. Hamlet. Nach England? König. Ja, Hamlet. Hamlet. Gut. König. So ist es, wenn du unsre Absichten kennnest. Hamlet. Ich sehe einen Cherub, der sie sieht; aber kommt, nach England! Lebet wohl, liebe Mutter. König. Dein liebender Vater, Hamlet. Hamlet. Meine Mutter; Vater und Mutter ist Mann und Weib; Mann und Weib ist Ein Fleisch, und also seyd ihr meine Mutter--Kommt nach England! (Er geht ab.) König. Folgt ihm auf dem Fusse; lokt ihn mit guten Worten an Bord; keinen Aufschub! Ich will ihn noch in dieser Nacht fort haben. Hinweg, es ist alles schon fertig und gesegelt, was sonst zur Sache gehört; ich bitte euch, macht hurtig-- (Rosenkranz und Güldenstern gehen ab.) Und, England, wenn du meine Freundschaft werth hältst, wie du in Ansehung meiner Macht thun solltest, da die Narben noch so rauh und roth aussehen, die das dänische Schwerdt dir gegraben hat: So magst du dich hüten, unsern Auftrag, der nichts geringere als den unfehlbaren Tod Hamlets zum Gegenstand hat, kaltsinnig auszuführen. Thu es England; Denn er raßt in meinem Blut wie ein zehrendes Fieber, und du must mich curieren. Bis ich weiß daß es geschehen ist, werde ich, so groß mein Glüks-Stand ist, keines frohen Augenbliks geniessen. (Er geht ab.)Vierte Scene. (Ein Lager an den Grenzen von Dännemark.) (Fortinbras zieht mit einem Kriegs-Heer auf.) Fortinbras. Geh Hauptmann, vermelde dem dänischen Könige meinen Gruß; sag ihm, daß seiner Bewilligung gemäß, Fortinbras um den freyen Durchzug durch sein Reich ansuche; und sag ihm, wofern seine Majestät uns zu sehen verlange, so würden wir ihm persönlich unsre Aufwartung machen. Hauptmann. Ich werde es ausrichten, Gnädiger Herr. Fortinbras. Marschiert weiter-- (Fortinbras geht mit der Armee wieder ab.) (Hamlet, Rosenkranz und Güldenstern treten auf.) Hamlet. Mein guter Herr, wessen Völker sind das? Hauptmann. Sie sind aus Norwegen, mein Herr. Hamlet. Was ist ihr Vorhaben, mein Herr, wenn ich bitten darf? Hauptmann. Gegen einen Theil von Pohlen. Hamlet. Wer commandiert sie, mein Herr? Hauptmann. Fortinbras, des alten Norwegen Neffe. Hamlet. Gilt es dem ganzen Pohlen, oder ist die Frage nur von einem District an den Grenzen? Hauptmann. Wenn ich euch die runde Wahrheit sagen soll, so gehen wir um einen kleinen Flek Landes einzunehmen, wovon der Name das einträglichste ist--wenn er fünf Ducaten einträgt--Fünf? Ich möcht' es nicht darum in Pacht nehmen, auch würde es weder den Norwegen noch den Pohlen mehr abwerfen, wenn es versteigert werden sollte. Hamlet. Wenn das ist, so wird sich der Polak wenig bekümmern, es euch streitig zu machen. Hauptmann. Allerdings; er hat es schon mit einer starken Mannschaft besezt. Hamlet. Zweytausend Seelen und zwanzigtausend Ducaten werden nicht zureichend seyn, diesen Streit um einen Stroh-Halm auszumachen. Das ist das Apostem von übermässiger Grösse und Ruhe, das inwendig aufbricht, ohne von aussen eine Ursache zu zeigen, warum der Mann sterben muß. Ich danke euch, mein Herr, für eure Nachrichten. Hauptmann. Gott behüte euch, mein Herr. Rosenkranz. Gefällt's euch weiter zu gehen, Gnädiger Herr? Hamlet. Ich will gleich wieder bey euch seyn; geht nur ein wenig voraus. (Sie gehen ab.) Hamlet (allein.) Müssen nicht alle Gelegenheiten gegen mich auftreten, und meine edle Saumseligkeit beschämen? Was ist ein Mann, wenn alles was er mit seiner Zeit gewinnt, Essen und Schlaffen ist? Ein Thier, nichts bessers. O gewiß, Er, der uns mit einer Denkungs-Kraft erschuf, die in einem so weiten Umkreis zurük und vor sich sieht, gab uns dieses Vermögen, diese Gott-ähnliche Vernunft nicht, sie ungebraucht rosten zu lassen. Wie dann? Ist es thierische Unachtsamkeit, oder sind es Bedenklichkeiten; ist es eine zu genaue Erwegung des Ausgangs, (ein Gedanke, der, wenn er geviertheilet wird, nur einen Theil Weisheit und drey Viertel von einer feigen Memme in sich hat:) was die Ursache ist daß ich noch lebe, um von diesen Dingen als von solchen zu reden, die erst noch geschehen sollen? Da ich doch Ursache, Willen, Vermögen und Mittel habe, sie auszuführen--Was für ein Beyspiel! Ein so zahlreiches Heer, von einem zarten jungen Prinzen angeführt, dessen Geist, von göttlicher Ruhm-Begierde geschwellt, einem unsichtbaren Ausgang Troz bietet, und alles was sterblich und ungewiß ist, allem was Zufall, Gefahr und Tod vermögen, aussezt, und das um eine Eyer-Schaale--Das ist nicht ein grosses Herz, das nur durch grosse Gegenstände in Bewegung gesezt werden kan; auf eine edle Art die Gelegenheit zu Händeln in einem Stroh-Halm finden, wenn es die Ehre fodert--Das nenn' ich groß. Was steh' ich dann, ich, der einen ermordeten Vater, eine entehrte Mutter habe, (Betrachtungen, meine Vernunft und mein Blut zugleich aufzureizen!) was steh ich, und laß alles schlaffen? Indeß ich, zu meiner Schande, zusehe, wie der Tod über zwanzigtausend Männern herabhängt, die um einer Grille, um eines vermeynten Ehren-Punkts willen, so ruhig in ihr Grab wie in ihr Bette gehen; für ein Stükchen Boden fechten, das nicht weit genug zu einem Grab für die Erschlagnen wäre. O meine Seele! So seyen dann, von diesem Augenblik an, deine Gedanken blutig, oder höre auf zu denken! (Geht ab.)Fünfte Scene. (Verwandelt sich in den Palast.) (Die Königin, Horatio, und ein Hof-Bedienter.) Königin. Ich will sie nicht sprechen. Hofbedienter Sie ist ausser sich, in der That, nicht recht bey sich selbst; ihr Zustand verdient Mitleiden. Königin. Was will sie dann? Hofbedienter Sie spricht immer von ihrem Vater; sagt, sie höre, es gehe alles bunt über Ek in der Welt; ruft ach und oh, schlägt sich auf die Brust; stößt einen Stroh-Halm unwillig vor sich her; sagt Dinge, die nur einen halben Sinn haben--die an sich nichts sind, aber dem Hörer Anlaß zu Schlüssen geben, und mit den Winken, dem Kopf- Schütteln und andern Gebehrden, die sie dazu macht, zwar ihre wahre Meynung nicht deutlich machen, aber gerade so viel zu verstehen geben, daß man sie mißverstehen kan. Horatio. Es wäre gut, wenn man mit ihr redete, denn sie könnte in übelgesinnten Gemüthern seltsame Muthmassungen erweken. Laßt sie herein kommen-- Königin (vor sich.) Meiner kranken Seele scheint jeder Kinder-Tand das Vorspiel irgend einer tragischen Begebenheit--So ist die Natur der Sünde; so verräth sie sich selbst durch ihre immerwährende Furcht verrathen zu werden. (Ophelia tritt auf.) Ophelia. Wo ist die schöne Majestät von Dännemark? Königin. Was macht ihr, Ophelia? Ophelia (singend.) Woran erkenn ich deinen Freund, wenn ich ihn finden thu? An seinem Muschel-Hut und Stab und seinem hölzern Schuh. Königin. Ach! das arme Mädchen! was willt du mit diesem Liede? Ophelia. Sagt ihr das? Nein, ich bitte euch, hört zu. (singend.) (Er ist todt, Fräulein, er ist todt und dahin, Ein grüner Wasen dekt sein Haupt, und seinen Leib ein Stein.) (Der König tritt auf.) Königin. Aber meine liebe Ophelia-- Ophelia. Ich bitte euch, horcht auf-- (Weiß ist dein Hemd, wie frischer Schnee.) Königin. O weh! Seht hieher, mein Herr. Ophelia. Mit Blumen rings umstekt; Sie gehn mit ihm ins Grab, benezt Mit treuer Liebe Thau. König. Wie steht's um euch, junges Fräulein? Ophelia. Wohl, Gott sey bey euch! Die Leute sagen, die Eule sey vorher eine Bekers-Tochter gewesen. Herr Gott! wir wissen was wir sind, aber wir wissen nicht, was wir werden können. Gott segne euch das Mittag-Essen! König. Traurigkeit über ihren Vater-- Ophelia. Ich bitte euch, nichts mehr von dieser Materie; wenn sie euch fragen, was es bedeuten sollte, so sagt ihnen das: (Auf Morgen ist Sant Valentins Tag, und früh vor Sonnenschein Ich, Mädchen, komm ans Fenster zu dir, und will dein Valentin seyn. Da stuhnd er auf, und zog sich an, und ließ sie in sein Haus; Sie gieng als Mädchen ein zu ihm, doch nicht als Mädchen aus.) König. Holdselige Ophelia! Ophelia. In der That, und ohne einen Eid, das soll das lezte seyn: Bey Kilian und Sanct Charitas, Das garstige Geschlecht! Sie thun's sobald der Anlaß kommt; Beym Hahn, es ist nicht recht. Sie sprach: Bevor ihr mich ertappt, Verspracht ihr mir die Eh; Bey jener Sonn', ich hätt's gethan, Was gabst du dich umsonst? König. Wie lang ist sie schon in diesem Zustande? Ophelia. Ich hoffe, alles soll gut gehen. Wir müssen Geduld haben; und doch kan ich nicht anders als weinen, wenn ich denke, daß sie ihn in den kalten Boden hineinlegen sollen; mein Bruder soll es erfahren, und hiemit dank' ich euch für euern guten Rath. Kommt, wo ist meine Kutsche?--Gute Nacht, meine Damen; gute Nacht, schöne Damen; gute Nacht, gute Nacht. (Sie geht ab.) König (zu Horatio.) Folgt ihr, und laßt genau auf sie Acht geben, ich bitte euch-- (Horatio geht ab.) Das ist der Gift eines tiefen Grams, eine Folge von ihres Vaters Tod. O Gertrude, Gertrude, wenn Unglük kommt, so kommt es nicht einzeln, wie Kundschafter, sondern Schaaren-weis. Erst der gewaltsame Tod ihres Vaters--Dann die Entfernung euers Sohns, die er sich durch jene Mordthat gerechtest zugezogen--Das Volk von ungesunden Muthmassungen über den Tod des guten Polonius, die von einem Ohr ins andre geflüstert werden, aufgebracht und zur Empörung bereit--Es war unvorsichtig von uns gehandelt, daß wir ihn heimlich bestatten liessen--Die arme Ophelia ihres schönen Verstandes beraubt--und was noch das schlimmste ist, so ist ihr Bruder in geheim aus Frankreich zurükgekommen, hält sich verborgen, zieht Erkundigung ein, und wird Ohrenbläser genug finden, die ihn mit giftigen Reden über die Ursache von seines Vaters Tod ansteken werden--O meine liebste Gertrude, das ist mehr als nöthig ist, mich das Schlimmste besorgen zu machen. (Man hört ein Getöse hinter der Scene.) Königin. Himmel, was für ein Getöse ist das? Sechste Scene. (Ein Hof-Bedienter zu den Vorigen.) König. Wo sind meine Schweizer? Laßt sie die Thüre bewachen--Was willst du? Hofbedienter Rettet euch, Gnädigster Herr. Der über seine Ufer schwellende Ocean frißt nicht mit reissenderm Ungestüm die Furten und Sandbänke weg, als der junge Laertes, an der Spize eines aufrührischen Hauffens eure Wachen zu Boden wirft; das Lumpenvolk nennt ihn Lord, und nicht anders als ob die Welt erst izt anfienge, und Geseze, Gebrauch und alles was die Bande der Gesellschaft befestiget, auf einmal vergessen wären, ruffen sie: Machen wir den Laertes zu unserm König! Kappen, Hände und Zungen geben ihren Beyfall bis in die Wolken; alles schreyt: "Laertes soll unser König seyn, Laertes König." Königin. (Man hört das Getümmel näher) Wie sie schreyen! Mit welcher Wuth von Freude! O, das sind nur Rechen-Pfenninge, ihr falschen Dänischen Hunde-- (Laertes tritt auf, mit einer Partey vor der Thüre.) König. Die Thüren sind erbrochen. Laertes. Wo ist dieser König?--Ihr Herren! Bleibt ihr alle draussen stehen. Alle. Nein, wir wollen auch hinein. Laertes. Ich bitte euch, laßt mich gewähren. Alle. Wir wollen, wir wollen. (Sie gehen ab.) Laertes. Ich danke euch; bewachet die Thüre. O du schändlicher König, schaffe mir meinen Vater her. Königin. Ruhiger, guter Laertes. Laertes. Der Tropfe Bluts, der ruhig in mir ist, ruft mich zum Bastart aus; nennt meinen Vater einen Hahnreyh; und brennt die Hure hier, hier mitten zwischen die keusche und unbeflekte Augbraunen meiner ehrlichen Mutter. König. Was ist die Ursache, Laertes, daß deine Empörung sich dieses Riesenmässige Ansehen giebt? Laßt ihn gehen, Gertrude; besorget nichts für eure Person; es ist etwas so Göttliches um einen König hergezäunt, daß Verrätherey zu dem was sie gerne wollte, durch die Vergitterung nur hineinguken kan; ohne die Kraft zu haben ihren Willen ins Werk zu sezen. Sagt mir, Laertes, warum seyd ihr so aufgebracht? Laßt ihn gehen, Gertrude--Redet, Mann! Laertes. Wo ist mein Vater? König. Todt ist er. Königin. Aber nicht durch seine Schuld. König. Laßt ihn fragen, bis er genug hat. Laertes. Warum ist er todt? Wie gieng es zu, daß er todt ist? Ich werde mich nicht durch Ausflüchte abweisen lassen! Zur Hölle, Lehens- Pflicht! Zum schwärzesten Teufel, du Eyd, den ich schwur! Gewissen und Religion selbst in den tiefsten Brunnen! Ich troze der Verdammniß; auf dem Punkt wo ich stehe, sind beyde Welten nichts in meinen Augen; laß kommen was kommt; ich will Rache haben, Rache für meinen Vater, volle überfliessende Rache! König. Wer soll euch denn aufhalten? Laertes. Nicht die ganze Welt; und was mein Vermögen betrift, so will ich so damit haushalten, daß ich mit wenigem weit kommen will. König. Mein lieber Laertes, wenn ihr von dem Schiksal euers Vaters gewisse Nachricht einziehen wollt, ist es bey euch beschlossen, daß ihr beydes Freund und Feind, ohne Unterschied, eurer Rache aufopfern wollt? Laertes. Niemand als seine Feinde. König. Wollt ihr wissen wer sie sind? Laertes. Seinen Freunden will ich mit ofnen Armen entgegen eilen, und sie gleich dem Pelican mit meinem eignen Blut erhalten. König. Nun, das heißt wie ein gutes Kind und wie ein Edelmann gesprochen. Daß ich an euers Vaters Tod unschuldig bin, und daß ich aufs empfindlichste dadurch betrübt worden, das soll euerm Verstand so klar werden, als der Tag euerm Auge ist. (Man hört hinter der Scene ein Geschrey: Laßt sie hinein.) Laertes. Nun, was giebt's, was für ein Lerm ist das? Siebende Scene. (Ophelia, auf eine phantastische Art mit Stroh und Blumen geschmükt, tritt auf.) Laertes. O Hize, trokne mein Gehirn auf! Thränen, siebenmal gesalzen, brennet die Empfindung und Sehens-Kraft meiner Augen aus! Beym Himmel, diese Verfinsterung deiner Vernunft soll mir so vollwichtig bezahlt werden, bis die Wagschale an den Balken stößt--O Rose des Mayen! Holdes Mädchen, liebe Schwester, angenehmste Ophelia!-- Himmel! ists möglich daß der Verstand eines jungen Mädchens so sterblich seyn soll, als das Leben eines alten Mannes? Die Natur ist in Liebe verfallen, und sendet dem geliebten Gegenstand das Kostbarste was sie hat zum Andenken nach. Ophelia (singend.) Sie senkten ihn in kalten Grund hinab, Und manche Thräne blieb auf seinem Grab. Fahr wohl, mein Täubchen! Laertes. Hättest du deinen Verstand, und strengtest ihn an, mich zur Rache zu bereden, er könnte nicht halb so viel rühren-- Ophelia. Ihr müßt singen--Hinab, hinab--Ihr wißt ja das Lied?--Es war der ungetreue Hausmeister, der seines Herrn Tochter entführte--Hier ist Rosmarin, es ist zum Angedenken; ich bitte dich, Liebe, denk' an mich; und hier sind Vergiß nicht mein--Hier ist Fenchel für euch, und Agley--Hier ist Raute für euch, (sie theilt im Reden ihre Blumen aus.) und hier ist welche für mich. Wir könnten sie Gnaden-Kraut oder Sonntags-Kraut nennen; ihr dürft eure Raute wol mit einigem Unterschied tragen. Hier ist eine Maaß-Liebe; ich wollte euch gern einige Veylchen geben, aber sie verwelkten alle, da mein Vater starb: Sie sagen, er hab' ein schönes Ende genommen: (singend:) (Denn der Hanserl ist doch mein einziges Leben.) Laertes. Wer könnte bey einem solchen Anblik geduldig bleiben! Ophelia. Und kommt er dann nicht wieder zurük? Und kommt er dann nicht wieder zurük? Nein, nein, er ist todt, geh in dein Tod-Bett! Er kommt nicht wieder zurük. Sein Bart war so weiß als Schnee Ganz Silber-farb sein Haupt; Er ist weg, er ist weg, und wir seufzen umsonst; Friede sey mit seiner Seele! Und mit allen Christen-Seelen--Gott behüte euch. (Sie geht ab.) Laertes. Seht ihr das, ihr Götter? König. Laertes, laßt mich euern Schmerz theilen, oder ihr versagt mir mein Recht: Geht wenn ihr zweifelt, leset eure verständigsten Freunde aus, sie sollen Richter zwischen mir und euch seyn: Finden sie daß wir auf irgend eine Art, geradezu oder verdekter Weise, in diese Sache eingeflochten sind--so soll unser Königreich, unsre Krone, unser Leben, und alles was wir unser nennen, euch zur Genugthüung verfallen seyn. Ist es aber nicht, so leihet uns eure Geduld, und wir wollen gemeinschaftlich mit einander arbeiten, eure Rache zu befriedigen. Laertes. Laßt es so seyn. Die Art seines Todes, seine heimliche Bestattung, ohne Ehren-Zeichen, ohne einiges Gepränge, das seinem Stand gebührt hatte, alle Umstände ruffen so laut, als ob sie von der Erde bis in Himmel gehört werden wollten, daß ich sie in Untersuchung ziehen solle. König. Das thut: und wo ihr die Beleidigung findet, dahin lasset die Straffe fallen. Ich bitte euch, folget mir. (Sie gehen ab.)Achte Scene. (Horatio mit einem Bedienten tritt auf.) Horatio. Wer sind diese Leute, die mit mir sprechen wollen? Bedienter. Matrosen, mein Herr; sie sagen, sie haben Briefe für euch. Horatio. Laß sie hereinkommen--Ich kan nicht begreiffen, aus welchem Theil der Welt ich Briefe bekommen sollte, wenn sie nicht vom Prinzen Hamlet sind. (Einige Matrosen treten auf.) Matrosen. Gott helfe euch, Herr. Horatio. Dir auch. Matrosen. Das wird er auch, wenn er will, Herr--Hier ist ein Brief an euch, Herr--wenn ihr euch Horatio nennt, wie man mir gesagt hat; er kommt von dem Abgesandten, der nach England geschikt wurde. Horatio (überließt den Brief.) Horatio, wenn du dieses überlesen haben wirst, so verschaffe diesen Leuten Gelegenheit vor den König zu kommen; sie haben Briefe an ihn. Eh wir noch zween Tage auf dem Meere waren, verfolgte uns ein See- Räuber von sehr stattlichem Ansehen. Da wir uns von ihm übersegelt sahen, entschlossen wir uns zur Gegenwehr, und währendem Handgemeng sprang ich zu ihnen an Bord--Augenbliklich liessen sie unser Schiff fahren, und so blieb ich ihr Gefangner. Sie haben mir begegnet, wie Diebe die zu leben wissen; das macht, sie wußten warum, und sie sollen mir's nicht umsonst gethan haben. Mache, daß der König seinen Brief überkommt, und suche mich dann so eilfertig auf, als ob du vor dem Tode lieffest. Ich habe dir Worte ins Ohr zu sagen, die dich taub machen werden; und doch sind sie viel zu leicht für ihren Inhalt. Diese guten Bursche werden dich zu mir bringen. Rosenkranz und Güldenstern sezen ihren Lauf nach England fort. Ich habe dir viel von ihnen zu erzählen. Lebe wohl. "Dein Hamlet." Kommt, ich will für die Bestellung eurer Briefe sorgen; und desto eilfertiger, damit ihr mich ohne Verzug zu demjenigen führen könnet, der euch geschikt hat. (Sie gehen ab.)Neunte Scene. ; , 1 , 2 . - - ; 3 , , , 4 . ? 5 , ? ! 6 ? ; , 7 , , ; 8 ( ) ( ) ? 9 , ; 10 ; : 11 ; 12 , - 13 , - - 14 , 15 ? , , 16 , 17 ' - - ! 18 ? , 19 , 20 , . 21 , - 22 , 23 , . 24 25 . 26 , ! , 27 , , 28 . 29 30 . 31 , 32 , 33 - - - 34 35 36 . 37 ; - - 38 , . 39 40 . 41 , ! - - , 42 43 , , 44 , , 45 - - 46 47 . 48 , - - 49 50 ( . ) 51 52 . 53 - - - ! 54 55 ( . ) 56 57 , ! - - 58 ? 59 60 . 61 ! - - 62 63 . 64 , , 65 , , 66 , ? 67 68 . 69 : , 70 . , ! 71 ! : 72 . 73 , . 74 75 . 76 , ? 77 78 . 79 ! ? 80 , 81 ? , 82 , 83 , , , 84 - - , 85 - - ? 86 87 . 88 ! ! - - , 89 ? , 90 - - , 91 - - 92 . 93 94 . 95 ? 96 97 . 98 ? 99 100 ( . ) 101 102 . 103 ; . 104 105 . 106 ? 107 108 . 109 , . 110 111 . 112 , ! , ! 113 ! , 114 . 115 116 ( . ) 117 118 . 119 , 120 . 121 122 . 123 ? - - 124 ; ; 125 ; 126 - - , , 127 , 128 , : 129 , 130 . 131 ; , , 132 , - - , 133 . ; 134 135 , , 136 , . 137 138 . 139 ! . 140 141 . 142 , 143 . ; : 144 , . 145 , , 146 , , 147 : 148 ; 149 ; : 150 , 151 , 152 . , ! 153 , 154 - - , 155 156 ( ) 157 158 ' ; , 159 , , 160 . , , 161 , ; 162 ! , 163 - - , 164 . 165 166 ( . ) 167 ? 168 169 ( . ) 170 , - - 171 , 172 , ; , 173 , 174 , 175 , , 176 . , . 177 , , 178 , 179 , - ? 180 ? , ! 181 , , 182 , , , 183 . 184 185 . 186 , , 187 , , 188 . 189 190 . 191 , ? 192 193 . 194 , ' ; ' . 195 196 . 197 , - 198 ( , 199 ) ; , 200 , : 201 , - - , 202 ; 203 , 204 . , 205 ! - - 206 - - ; 207 ; , - - , 208 , 209 , , 210 . , , - - 211 , . 212 213 ( , . ) 214 215 216 217 218 219 . 220 221 222 223 . 224 ( . ) 225 ( , , . ) 226 227 228 ( . ) 229 ; , 230 . ? 231 232 . 233 . 234 235 ( . ) 236 237 . 238 ' , ? ? 239 240 . 241 , , 242 ; 243 , , 244 , ! 245 . 246 247 . 248 ! - - ( ) , 249 : 250 , . ! 251 ? 252 , , 253 . 254 ; 255 , , 256 , 257 , , 258 . ? 259 260 . 261 , 262 , , 263 . , . 264 265 . 266 , ; 267 , : 268 , 269 , - - ! 270 ! 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