Erste Scene. (Vor Prosperos Celle.) (Ferdinand tritt mit einem Blok auf der Schulter auf.) Ferdinand. Es giebt Spiele welche mühsam sind, aber eben diese Mühe erhöht das Vergnügen das man dabey hat; es giebt niedrige Geschäfte, denen man sich auf eine edle Art unterziehen kan, und höchst geringschäzige Mittel, die zu einem sehr vortreflichen Ziel fuhren. Dieses mein knechtisches Tagwerk würde mir so beschwerlich als langweilig seyn, wenn nicht die Gebieterin, der ich diene, meine Arbeiten zu Ergözungen machte. O! sie ist zehnmal liebreizender als ihr Vater unfreundlich, ob er gleich aus Härte zusammengesezt ist. Auf seinen strengen Befehl soll ich etliche tausend dergleichen Blöke zusammentragen und auf einander beugen. Meine holdselige Geliebte weint wenn sie mich arbeiten sieht, und klagt, daß ich zu einem so sclavischen Geschäfte mißbraucht werden soll. Ich vergesse darüber das Verdriesliche meines Zustandes, und meine Arbeit verrichtet sich unter diesen angenehmen Gedanken so leicht, daß ich sie kaum empfinde. (Miranda zu den Vorigen; Prospero in einiger Entfernung.) Miranda. Ach! ich bitte euch, arbeitet nicht so strenge; ich wollte der Bliz hätte diese Blöke verbrennt, die du auf einander beugen sollst. Ich bitte euch sizet nieder und ruhet aus; Wenn diß Holz brennt, wird es weinen, daß es euch so abgemattet hat; mein Vater ist in seinem Studieren vertieft; ich bitte euch, ruhet aus; wir werden ihn in den nächsten drey Stunden nicht sehen. Ferdinand. O theureste Gebieterin, die Sonne wird untergegangen seyn, eh ich mein auferlegtes Tagwerk vollendet haben werde. Miranda. Wenn ihr mir versprecht, euch indessen nieder zu sezen, so will ich eure Blöke tragen. Ich bitte euch, thut es mir zu gefallen, ich will sie nur zu dem Hauffen tragen. Ferdinand. Nein, du unschäzbares Geschöpf; eher sollten mir meine Sehnen springen und mein Rükgrat brechen, eh du eine solche Arbeit thun und ich müßig zusehen sollte. Miranda. Sie würde sich nicht übler für mich schiken als für euch; und es würde mich noch einmal so leicht ankommen; denn ich thät es aus gutem Willen, und ihr thut es ungern. Prospero (für sich.) Armer Wurm! du bist angestekt; dieser Besuch ist eine Probe davon. Miranda. Ihr seht verdrieslich aus. Ferdinand. Nein, meine edle Gebieterin, wenn ihr im Finstern bey mir wäret, so wär' es frischer Morgen um mich her. Ich bitte euch (vornehmlich damit ich ihn in mein Gebet sezen könne), wie ist euer Name? Miranda. Miranda--O mein Vater, ich hab' euer Verbot übertreten, indem ich diß sagte. Ferdinand. Bewundernswürdige Miranda, in der That, alles würdig, was die Welt schäzbarstes hat! Ich habe viele Damen gesehen, mit aufmerksamen Augen gesehen, und manchmal hat die Music ihrer Zungen mein allzuwilliges Ohr gefesselt; um verschiedner Vorzüge willen haben mir verschiedne Frauenzimmer gefallen, aber keine jemals so sehr, daß nicht bald irgend ein Fehler den ich an ihr bemerkt, ihre schönste Eigenschaft verdunkelt hätte. Du allein, o du, so vollkommen, so unvergleichlich, bist aus allem zusammengesezt, was an jedem Geschöpfe das Beste ist. Miranda. Ich kenne keine von meinem Geschlecht, und habe nie ein weibliches Gesicht erblikt, ausser mein eignes in meinem Spiegel; noch habe ich mehr Männer gesehen, die ich so nennen mag, als euch, mein guter Freund, und meinen theuren Vater. Was für Geschöpfe anderswo seyn mögen, kan ich nicht wissen: Aber, bey meiner Unschuld, meinem besten Kleinod, ich wünsche mir keine andre Gesellschaft in der Welt als die eurige; noch kan meine Einbildungskraft sich eine andre Gestalt vorbilden, die mir gefallen könnte, als die eurige. Aber ich plaudre, denk ich, zu unbesonnen, und vergesse hierinn meines Vaters Ermahnungen. Ferdinand. Ich bin meinem Stande nach ein Prinz, Miranda; ich denke, ein König (wollte der Himmel ich wär' es nicht!) und ich wollte diese hölzerne Sclaverey nicht mehr erdulden, als ich leiden wollte daß eine Fleischfliege mir auf die Lippen säße. Aber höret meine Seele reden: In dem ersten Augenblik, da ich euch sah, flog mein Herz in euern Dienst, und machte mich auf ewig zu euerm Leibeignen, und um euertwillen bin ich ein so geduldiger Holzträger. Miranda. Liebet ihr mich also? Ferdinand. O Himmel, o Erde, seyd meine Zeugen, und krönet meine Rede mit einem glüklichen Erfolg, so wie ich die Wahrheit rede; wo nicht, so verkehret meine besten Hoffnungen in Unglük. Über alles was in der Welt ist, über alle Grenzen, liebe, schäze und verehr' ich euch. Miranda. Ich bin eine Thörin daß ich darüber weine, was ich so erfreut bin zu hören. Prospero (für sich.) Wie selten treffen zwey solche Herzen einander an! Ihr Himmel, schüttet euern Segen auf ihre keimende Liebe! Ferdinand. Warum weinet ihr? Miranda. Über meine Unwürdigkeit, die es nicht wagen darf anzubieten was ich zu geben wünsche, und noch viel weniger anzunehmen, wessen Verlust mein Tod seyn würde. Doch diß ist Tändeley! Je mehr es sich selbst verbergen will, desto mehr zeigt es seine Grösse. Hinweg, falsche Schaamhaftigkeit, und du allein regiere meinen Mund, offenherzige und heilige Unschuld. Ich bin euer Weib, wenn ihr mich heurathen wollt, wo nicht, so will ich als euer Mädchen sterben; ihr könnt mir abschlagen, eure Gesellin zu seyn; aber eure Sclavin will ich seyn, ihr möget wollen oder nicht. Ferdinand (kniend.) Meine theureste Gebieterin, und ich ewig der deinige. Miranda. Mein Gemahl also? Ferdinand. Mit so verlangendem Herzen, als die Knechtschaft sich nach Freyheit sehnt. Hier ist meine Hand. Miranda. Und hier die meinige, mit meinem Herzen drinn; und nun lebet wohl, auf eine halbe Stunde. Ferdinand. Tausend, tausend Lebewohl! (Sie gehen ab.) Prospero. So froh über dieses als sie, kan ich nicht seyn, sie, die lauter Entzükung sind; aber es ist nichts in der Welt, worüber ich eine grössere Freude haben könnte. Ich will zu meinem Buche. Denn zwischen izt und der Abend-Essens-Zeit muß ich noch vieles nöthige zu stande bringen. (Geht ab.) Zweyte Scene. (Eine andre Gegend der Insel.) (Caliban, Stephano und Trinculo treten auf.) Stephano. Sagt mir nichts mehr hievon; wenn das Faß leer ist, wollen wir Wasser trinken, eher keinen Tropfen. Fülle also wieder auf, und laß dirs gut schmeken, dienstbares Ungeheuer; trink mirs zu. Trinculo. Dienstbares Ungeheuer! Wie das eine närrische Insel ist! Sie sagen es habe nur ihrer fünf auf dieser Insel; wir sind drey davon, wenn die andern beyde nicht richtiger im Kopf sind als wir, so wakelt der Staat. Stephano. Trink, dienstbares Ungeheuer, wenn ichs dich heisse; deine Augen stehen dir gewaltig tief im Kopfe. Trinculo. Wo sollten sie denn sonst stehen? Er wäre ein feines Ungeheuer, in der That, wenn er sie am H** stehen hätte. Stephano. Mein menschliches Ungeheuer hat seine Zunge in Sect ersäuft; was mich betrift, mich kan die See nicht einmal ersäuffen. Ich schwamm eh ich das Ufer erreichen konnte, fünf und dreyßig Meilen hin und her; beym Element, du sollst mein Leutnant seyn, Ungeheuer, oder mein Fahnen-Junker--Warum so still, Mondkalb? Sprich einmal in deinem Leben wenn du ein gutes Mondkalb bist. Caliban. Wie geht's dir? Laß mich deine Schuh leken; ich will ihm (er deutet auf Trinculo,) nicht dienen, er ist nicht herzhaft! Trinculo. Du lügst, du höchst unwissendes Ungeheuer, ich bin im Stand es mit einem Gerichts-Amman aufzunehmen; wie? du lüderlicher Fisch du, ist jemals ein Mann eine Memme gewesen, der so viel Sect in einem Tag getrunken hat als ich? Darfst du so ungeheure Lügen sagen, und bist nur halb ein Fisch und halb ein Ungeheuer? Caliban. Horch, wie er mich schimpfirt; willt du ihm heimzünden, Mylord? Trinculo. Mylord, sagt er! Daß ein Ungeheuer so einfältig seyn kan! Caliban. Horch, horch, schon wieder; beiß ihn zu tode, ich bitte dich. Stephano. Trinculo, stek deine Zunge ein! Wenn du einen Aufruhr anfangst, so soll der nächste Baum--Das arme Ungeheuer ist mein Unterthan, und ich werde nicht leiden daß ihm übel begegnet werde. Caliban. Ich danke dir, mein edler Gebieter. Gefällt es dir, die Bitte, die ich an dich gethan habe, noch einmal zu hören? Stephano. Beym Element, das will ich; knie nieder und wiederhole sie; ich will stehen, und Trinculo soll auch stehen. (Ariel kommt unsichtbar dazu.) Caliban. Wie ich dir vorhin gesagt habe, ich bin einem Tyrannen unterthan, einem Zauberer, der mir durch seine List diese Insel abgetrödelt hat. Ariel. Du lügst. Caliban (zu Trinculo.) Du lügst, du Maulaffe du; ich wollte, daß mein dapfrer Meister dich vernichtete; ich lüge nicht. Stephano. Trinculo, wenn ihr ihn noch ein einzig mal in seiner Erzählung unterbrecht, beym Sapperment, so will ich euch etliche Zähne supplantiren! Trinculo. Was? Ich sagte nichts. Stephano. Husch denn, und nichts weiter; fahre fort! Caliban. Ich sage, durch Zauberey gewann er diese Insel, von mir gewann er sie. Wenn deine Hoheit sie ihm wieder abnehmen will, (denn ich weiß, du hast das Herz dazu, aber dieses Ding hat kein Herz--) Stephano. Das ist eine ausgemachte Sache. Caliban. So sollt du Herr davon seyn, und ich will dir dienen. Stephano. Wie wollen wir das anstellen? Kanst du mir ein Mittel vorschlagen? Caliban. Ja, ja, mein Gebieter, ich will ihn dir schlafend überliefern, dann kanst du ihm einen Nagel in den Kopf schlagen. Ariel. Du lügst, das kanst du nicht. Caliban. Was für ein elster-mässiger Flegel ist das? du Lumpenkerl du! Ich bitte deine Hoheit, gieb ihm Maulschellen und nimm ihm diese Flasche; wenn er sie nicht mehr hat, so muß er lauter Pfüzenwasser trinken, denn ich will ihm nicht zeigen, wo die Brunnquellen sind. Stephano. Trinculo, seze dich keiner fernern Gefahr aus. Unterbrich das Ungeheuer nur mit einem Wort, und beym Sapperment, ich will meine Barmherzigkeit zur Thür hinaus stossen, und einen Stokfisch aus dir machen. Trinculo. Wie? Was that ich denn? Ich that nichts; ich will weiter weggehen. Stephano. Sagtest du nicht, er lüge? Ariel. Du lügst. Stephano. (Er prügelt den Trinculo.) Thu ich das? Nimm das, und wenn es dir wohl schmekt, so heisse mich ein andermal wieder lügen. Trinculo. Ich habe dich nicht lügen geheissen--Habt ihr den Verstand verlohren, und das Gehör dazu? daß der Henker eure Flasche! Das kan Sect und Trinken thun! Daß die schwere Noth dein Ungeheuer, und der T** deine Finger-- Caliban. Ha, ha, ha. Stephano. Nun, weiter in deiner Erzählung-- (zu Trinculo) ich bitte dich, steh weiter zurük. Caliban. Schlag ihn bis er genug hat; über eine Weile will ich ihm auch geben. Stephano. Weiter zurük--Komm, fahre fort. Caliban. Wie ich dir sagte, er hat die Gewohnheit nachmittags zu schlaffen; dann kanst du ihm den Kopf spalten, aber du must ihm vorher seine Bücher nehmen; oder du kanst ihm mit einem Bloke den Hirnschedel zersplittern, oder ihm mit einem Pfahl den Bauch aufreissen, oder ihm mit deinem Messer die Gurgel abschneiden. Vergiß nicht, ihm seine Bücher vorher wegzunehmen; denn ohne sie ist er nur ein Dummkopf wie ich; und hat nicht einen einzigen Geist mehr, dem er befehlen könnte. Sie hassen ihn alle mit einem so eingewurzelten Haß wie ich. Verbrenne nur seine Bücher. Er hat hübsche Möbeln, wie er sie heißt, womit er sein Haus einrichten will, wenn er eins hat. Und was am tiefsten dabey zu betrachten ist, das ist die Schönheit seiner Tochter; er selbst nennt sie sein Tausendschönchen; ich habe nie mehr als zwey Weibsbilder gesehen, Sycorax, meine Mutter, und sie; aber sie übertrift Sycorax so weit als das Gröste das Kleinste. Stephano. Ist sie so ein hübsches Mensch? Caliban. Ja, mein Gebieter; sie wird dein Bette zieren, ich versichre dich's, und dir eine brave junge Zucht bringen. Stephano. Ungeheuer, ich will diesen Mann umbringen; seine Tochter und ich sollen König und Königin seyn, (Gott erhalte unsre Majestäten!) und Trinculo und du, ihr sollt Vice-Könige seyn. Gefällt dir der Anschlag, Trinculo? Trinculo. Vortrefflich. Stephano. Gieb mir deine Hand; es ist mir leid, daß ich dich geprügelt habe: aber so lange du lebst, so halte deine Zunge wohl im Zaum. Caliban. In der nächsten halben Stunde wird er eingeschlafen seyn; willt du ihn alsdann vernichten? Stephano. Ja, bey meiner Ehre. Ariel. Das will ich meinem Herrn erzählen. Caliban. Du machst mich ganz aufgeräumt; ich bin voller Freuden; laß uns lustig seyn. Wollen wir Bilboquet spielen, das ihr mich nur erst gelernt habt? Stephano. Weil du mich drumm bittest, Ungeheuer, so will ich dir etwas zu gefallen thun. Komm, Trinculo, wir wollen singen. (Sie singen ein Gassenlied.) Caliban. Das ist nicht die rechte Melodie. (Ariel spielt ihnen die Melodie auf einer Pfeiffe, mit einer Biscayer-Trummel.) Stephano. Was ist das? Trinculo. Es ist die Melodie unsers Lieds, von einem Gemählde von Niemand gespielt. Stephano. Wenn du ein Mensch bist, so zeige dich in deiner Gestalt; und bist du der Teufel, so zeige dich wie du willst. Trinculo. O! vergieb mir meine Sünden! Stephano. Wer stirbt, bezahlt alle seine Schulden. Ich biete dir Troz! (Der Himmel steh uns bey!) Caliban. Fürchtest du dich? Stephano. Nein, Ungeheuer, nicht ich. Caliban. Du must dich nicht fürchten; diese Insel ist voll von Getöse, Tönen und anmuthigen Melodien, welche belustigen und keinen Schaden thun. Manchmal sumsen tausend klimpernde Instrumente um mein Ohr; manchmal Stimmen, die, wenn ich gleich dann aus einem langen Schlaf aufgewacht wäre, mich wieder einschläfern würden; dann däuchts mir im Traum, die Wolken thun sich auf, und zeigen mir Schäze, die auf mich herunter regnen wollen; daß ich, wenn ich erwache, schrey und weine, weil ich wieder träumen möchte. Stephano. Das wird ein braves Königreich für mich werden; ich werde die Musik umsonst haben. Caliban. Wenn Prospero vernichtet ist. Stephano. Das soll nicht lange mehr anstehen; ich hab' es nicht vergessen. Trinculo. Das Getön geht fort; wir wollen ihm nach, und dann an unsre Arbeit gehen. Stephano. Führ uns, Ungeheuer, wir wollen dir folgen. Ich wollte ich könnte diesen Trummelschläger sehen. Er hört auf. Trinculo. Willt du kommen? Ich gehe nach Stephano. (Sie gehen ab.) Dritte Scene. (Ein andrer Teil der Insel.) (Alonso, Sebastian, Antonio, Gonsalo, Adrian, Francisco, u.s.w. treten auf.) Gonsalo. Bey Sct. Velten, ich kan nicht weiter, Sire; meine alten Beine schmerzen mich; wir sind hier in einem Labyrinth: Auf meine Ehre, alles geht durch Irrwege, und Mäander. Mit eurer Erlaubniß, ich muß mich niedersezen. Alonso. Alter Mann, ich kan dirs nicht verdenken, ich bin selbst bis zur Betäubung meiner Lebensgeister abgemattet; seze dich und ruhe aus. Ich gebe die Hoffnung auf, die ich wie einen Schmeichler bisher geheget habe; er ist umgekommen, den wir so mühsam suchen, und das Meer spottet unsers Nachforschens auf dem Lande. Wol dann, es mag seyn. Antonio (leise zu Sebastian.) Ich bin sehr erfreut daß er so hoffnunglos ist. Vergesset, um eines Fehlstreichs willen, das Vorhaben nicht, wozu ihr euch entschlossen habt. Sebastian. Bey der nächsten bequemen Gelegenheit wollen wir unsern Vortheil besser nehmen. Antonio. Laßt es diese Nacht seyn; sie sind von der Reise so abgemattet, daß sie weder daran denken, noch im Stande sind so viel Vorsichtigkeit zu gebrauchen, als wenn sie frisch wären. Sebastian. Diese Nacht! Nichts weiter. (Man hört eine seltsame und feyrliche Musik, und Prospero zeigt sich (den redenden Personen unsichtbar) auf der Spize des Berges. Verschiedne wunderbare Gespenster treten auf, tragen eine Tafel mit Speisen und Getränk herzu, tanzen um dieselbe mit freundlichen Gebehrden, als ob sie den König und seine Gefährten willkommen heissen wollten, und nachdem sie dieselben eingeladen zu essen, verschwinden sie wieder.) Alonso. Was für eine Harmonie ist diß? meine guten Freunde, horcht! Gonsalo. Eine wunderbar angenehme Musik. Alonso. Gieb uns freundliche Wirthe, o Himmel! Wer sind diese? Sebastian. Das ist ein Haupt-Spaß. Nun will ich glauben, daß es Einhörner giebt; daß in Arabien ein einziger Baum ist, der Thron des Phönix, und ein einziger Phönix, der bis auf diese Stunde da regiert. Antonio. Ich will beydes glauben, und was sonst nicht viel Credit hat, komme nur zu mir, ich will schwören es sey wahr. Reisebeschreiber haben nie gelogen, wenn schon Geken, die hinter dem Ofen sizen, sie verurtheilen. Gonsalo. Wenn ich nach Neapel käme und das erzählte, würde man mir's glauben? Wenn ich sagte: Ich sahe solche Insulaner (denn gewiß sind das die Einwohner dieser Insel) und ob sie gleich von mißgestalteter und abentheurlicher Bildung sind; so sind doch ihre Manieren leutseliger und artiger als ihr bey manchen finden werdet, die zum menschlichen Geschlecht gehören; ja, in der That. Prospero (vor sich.) Du ehrlicher Alter, du sprichst wohl; denn es sind hier einige unter euch, die schlimmer als Teufels sind. Alonso. Ich kan nicht genug erstaunen; solche Gestalten, solche Gebehrden, ein solcher Ton, der, (ob es ihnen gleich am Gebrauch der Zunge fehlt) eine Art von einer vortrefflichen stummen Sprache ausmacht. Prospero (vor sich.) Diese Lobsprüche könnten zu voreilig seyn. Francisco. Sie verschwanden auf eine seltsame Art. Sebastian. Das hat nichts zu sagen, da sie uns zu essen hinterlassen haben; denn ich denke, wir spüren alle, daß wir einen Magen haben. Gefällt es Euer Majestät, etwas hievon zu kosten? Alonso. Ich habe keine Lust. Gonsalo. Auf meine Treue, Gnädigster Herr, ihr habt keine Ursache etwas zu besorgen. Wie wir noch kleine Jungen waren, welcher unter uns hätte geglaubt, daß es Leute in Gebürgen gebe, welche einen diken hautigen Hals hätten wie die Ochsen, oder denen der Kopf in der Brust stünde? Was man selbst sieht, glaubt man am besten. Alonso. Ich will mit zustehen, und essen, wenn es gleich mein leztes wäre; es ligt mir nichts daran, das beste ist vorbey; Bruder, Herzog, stehet zu, und machet's wie wir. Vierte Scene. (Donner und Blize. Ariel tritt in Gestalt einer Harpye auf, schlägt mit seinen Flügeln auf die Tafel, und vermittelst einer unmerklichen Veranstaltung verschwindet die Mahlzeit im gleichen Augenblik.) Ariel. Ihr seyd drey Männer der Sünde, welche das rächende Schiksal (so sich dieser untern Welt und alldessen was drinn ist, zu Werkzeugen bedient) im Sturm auf diese unbewohnte Insel ausgeworfen,* als Leute die höchst unwürdig sind unter Menschen zu leben. Ich hab' eure Sinnen betäubt, und euch nicht mehr Stärke übrig gelassen, als ein Mensch nöthig hat, sich selbst zu hängen oder zu ertränken. Ihr Narren! ich und meine Gesellen sind Diener des Schiksals; die Elemente woraus eure Schwerdter bereitet sind, könnten eben so wohl den sausenden Wind verwunden, oder mit lächerlichen Stichen das stets sich wieder schliessende Wasser tödten, als eine einzige Pflaumfeder aus meinen Schwingen reissen. Meine Gesellen sind eben so unverwundbar. Und wenn ihr uns auch verwunden könntet, so sind eure Schwerdter zu schwer für eure izige Stärke, und ihr seyd nicht einmal im Stande sie aufzuheben. Erinnert euch dann (denn das ist mein Geschäft an euch) daß ihr drey es waret, die den rechtschafnen Prospero aus Meiland vertrieben, und der offnen See, (die es euch nun vergolten hat) ausgesezt, ihn und sein unschuldiges Kind! Um dieser Übelthat willen haben die himmlischen Mächte, welche die Bestrafung des Unrechts zwar verschieben aber nie vergessen, das Meer und das feste Land, ja alle Geschöpfe wieder euch empört, dich, Alonso, deines Sohnes beraubt, und sprechen nun durch mich das Urtheil über euch aus; daß langsames Verderben, schreklicher als irgend ein schneller Tod, Schritt für Schritt euch und eure Wege verfolgen soll. Nichts kan euch vor ihrem Zorn (der sonst in diesem wüsten Eiland auf eure Häupter fallen wird) beschüzen, als ein reuevolles Herz, und in Zukunft ein reines Leben. {ed.-* Im Original: "Welche das Schiksal u.s.w. von der gefräßigen nimmersatten See hat ausrülpsen lassen, und an diese Insel" u.s.w.} (Ariel verschwindt im Donner, darauf folget eine Symphonie mit Sordinen; die Gespenster kommen, und tragen nach einem Tanz voller seltsamer Grimassen die Tafel wieder hinweg.) Prospero (vor sich.) Du hast die Role dieser Harpye gut gemacht, mein Ariel--du hast nichts von meiner Vorschrift ausgelassen--eben so gut in ihrer Art haben auch meine geringern Diener ihre verschiednen Personen gespielt; meine Bezauberungen würken, und diese meine Feinde von betäubendem Schreken gefesselt, sind alle in meiner Gewalt. Ich verlasse sie nun in diesem Zustand, um den jungen Ferdinand, den sie für verlohren schäzen, und seinen und meinen Liebling zu besuchen. (Prospero geht ab.) Gonsalo. Im Namen alles dessen was heilig ist, Sire, warum steht ihr da, als ob ihr ein Gespenste sähet? Alonso. O! es ist entsezlich, entsezlich! Mich däuchte die Wellen redeten und warfen mir's vor; die Winde heulten mir's entgegen, und der Donner, diese tieffe fürchterliche Orgelpfeiffe, sprach den Namen Prospero aus--und gab das Zeichen zu meinem Tod--Um meines Verbrechens willen ligt mein Sohn in einem nassen Bette; ich will ihn suchen, tiefer als jemals ein Senkel-Bley gefallen ist, und dort bey ihm im Schlamme begraben ligen. (Geht ab.) Sebastian. Das war erst ein Teufel; ich will ihrer ganze Legionen zu Boden fechten. Antonio. Und ich will dein Secondant seyn. (Gehen ab.) Gonsalo. Alle drey sind in Verzweiflung; ihre schwere Verschuldung, gleich einem Gift, das erst nach langer Zeit würken soll, fangt nun an, ihre Lebensgeister zu nagen. Ich bitte euch, ihr die ihr biegsamere Gelenke habt als ich, folget ihnen so eilfertig als ihr könnt, und verhindert sie an dem, wozu die sinnlose Verzweiflung sie treiben mag. Adrian. Folget mir, ich bitte euch. (Sie gehen ab.) Vierter Aufzug. Erste Scene. (Prospero's Celle.) (Prospero, Ferdinand und Miranda.) Prospero. Wenn ich euch zu strenge begegnet bin, so hoffe ich, der Ersaz den ich euch gegeben, wird es vergüten; denn ich habe euch einen Faden von meinem eignen Leben gegeben, oder vielmehr das einzige, wofür ich lebe. Hier liefre ich sie nochmals in deine Hand: Alle Kränkungen, die du erduldet hast, waren nur Prüfungen deiner Liebe, und du hast auf eine ausserordentliche Art die Probe gehalten. Hier, im Angesicht des Himmels bestätige ich dieses mein reiches Geschenk. O Ferdinand, lächle nicht über mich, daß ich stolz auf sie bin; du wirst finden, daß sie alles Lob weit hinter sich zurüke lassen wird. Ferdinand. Ich glaub' es gegen ein Orakel. Prospero. So empfange dann, als mein Geschenk und als dein wohlverdientes Eigenthum, empfange meine Tochter. Aber wofern du ihren jungfräulichen Gürtel auflösest, eh euer Bündniß durch alle geheiligten Feyerlichkeiten, nach vollständigem Gebrauch bekräftiget werden kan: So möge der Himmel alle die segensvollen Einflüsse zurükhalten, die sonst euere Vereinigung bekrönen würden; und statt derselben soll unfruchtbarer Haß, sauersehender Widerwille und Zwietracht euer Bette mit so wildem Unkraut bestreuen, daß ihr es beyde hassen sollet. Nimm dich also in Acht, so lieb es dir ist, daß Hymens Fakel dir leuchte. Ferdinand. So wie ich ruhige Tage, eine schöne Nachkommenschaft, und ein langes Leben, mit der unveränderten Dauer einer solchen Liebe, als ich izt empfinde, mir wünsche; so gewiß soll die finsterste Höle, die bequemste Gelegenheit und die stärkste Eingebung unsers bösen Genius nimmermehr vermögend seyn, meine tugendhafte Liebe in unordentliche Lust zu zerschmelzen, daß ich rauben sollte was jenem feyerlichen Tag vorbehalten ist, bey dessen Anbruch mich's dünken wird, entweder die Sonnenpferde seyen steif, oder die Nacht mit Ketten angeschmiedet worden. Prospero. Wohl gesprochen! Size dann nieder und rede mit ihr, sie ist dein eigen. Wie? Ariel, mein ausrichtsamer Diener, Ariel-- Zweyte Scene. (Ariel zu den Vorigen.) Ariel. Was befiehlt mein mächtiger Gebieter? hier bin ich. Prospero. Du und deine geringern Mitgesellen haben vorhin ihren Dienst aufs beste versehen, und ich will euch izt zu einem andern Spiel gebrauchen. Geh, bring die Geisterschaar, über die ich dir Gewalt gegeben habe, an diesen Ort; Muntre sie zu schnellen Bewegungen auf, denn ich muß die Augen dieses jungen Paars mit irgend einer Eitelkeit meiner Kunst belustigen; ich hab' es versprochen und sie erwarten's von mir. Ariel. Sogleich? Prospero. Ja, in einem Augenblik. Ariel. Eh ihr sagen könnt, komm und geh, zweymal athmen, und ruffen, so, so; soll jeder auf den Zehen tripplend hier seyn, und seine Künste machen. Liebt ihr mich nun, mein Gebieter?* {ed.-* Ariel sagt dieses im Original in kleinen Versen, die sich alle in O reimen, und, weil sie alle ihre Artigkeit daher haben, sich nicht in Reime übersezen lassen.} Prospero. Höchlich, mein sinnreicher Ariel; komm nicht zurük, bis ich dich ruffe. Ariel. Gut, ich verstehe dich. (Geht ab.) Prospero (zu Ferdinand.) Vergiß du nicht dein Wort zu halten; treibe den Scherz nicht zu weit; die stärksten Eide sind nur Stroh für das Feuer in unserm Blute; halte besser an dich, oder gute Nacht, Gelübde! Ferdinand. Ich versichre euch, mein Herr, dieser weisse kalte jungfräuliche Schnee an mein Herz gedrükt, kühlt die Hize meiner Leber ab. Prospero. Gut; komm izt, mein Ariel; bringe lieber einen Geist zuviel, als daß einer mangle; erscheine uns munter--Redet ihr kein Wort, seyd lauter Auge; Still! (Man hört eine angenehme Musik.) Dritte Scene. (Ein allegorisches Schauspiel.) (Iris tritt auf.) Iris. Ceres,* huldreiche Göttin, deine goldnen Felder voll Waizen, Gerste, Haber, Wiken und Bohnen, deine kräuterreichen Berge, mit grasenden Schaafen bedekt, und deine ebnen Wiesen, wo sie in strohbedekten Hürden ligen, deine mit Blumen eingelegte und mit Tulpen bordirte Bänke, vom schwammichten Aprill auf deinen Befehl so geschmükt, um für kalte Nymphen keusche Kränze zu machen, und deine braunen Lauben, deren Schatten der von seinem Mädchen abgewiesene Junggeselle liebt; deine eingezäunte Weinberge, und deine unfruchtbaren Seebänke und Felsen, auf denen du dich zu verlüften pflegst: Alles dieses befiehlt dir die Königin des Himmels, deren Dienerin ich bin, zu verlassen, und auf diesem grünen Plaz ihrer gebietenden Majestät Gesellschaft zu leisten. Ihre Pfauen sind in vollem Anzug. Nähere dich, reiche Ceres, sie zu unterhalten. {ed.-* Dieses ganze Spiel ist im Original in Reimen.} (Ceres tritt auf.) Ceres. Heil dir, vielfarbichte Bötin und Aufwärterin der Gemahlin des Jupiters, die du von deinen saffrangelben Schwingen honigtriefende, erfrischende Regen auf meine Blumen schüttest, und mit jedem Ende deines blauen Bogens, einer reichen Schärpe für meine stolze Erde, meine schwellenden Felder und meine nakten Sandhügel bekrönst; warum hat deine Königin mich hieher beruffen? Iris. Ein Bündniß treuer Liebe zu begehen, und die glüklichen Liebhaber mit einem freywilligen Geschenke zu begaben. Ceres. Sage mir, himmlischer Bogen, ist dir nicht bekannt, ob Venus oder ihr Sohn die Königin begleiten? Denn seitdem sie dem düstern Pluto Vorschub gethan haben, meine Tochter zu entführen, hab' ich ihre und ihres blinden Buben ärgerliche Gesellschaft verschworen. Iris. Fürchte dich nicht vor ihrer Gesellschaft. Ich begegnete ihrer Deität, wie sie die Wolken gegen Paphos zu durchschnitt, sie und ihr Sohn, von Dauben mit ihr gezogen; sie bildeten sich ein, durch irgend ein leichtfertiges Zauberwerk diesen Jüngling und diß Mädchen zu bethören, die das Gelübde gethan haben, sich der Rechte des Ehebettes zu enthalten, bis Hymens Fakel ihnen angezündet wird; aber die heisse Buhlerin des Kriegs-Gottes ist unverrichter Dingen zurük gekommen, und ihr wespen-mässiger Sohn hat seinen Bogen zerbrochen, und schwört, er wolle keinen Pfeil mehr anrühren, sondern mit Spazen spielen und geradezu ein kleiner Junge seyn. Ceres. Die hohe Königin des Götter-Staats, die grosse Juno kommt; ich erkenne sie an ihrem Gang. (Juno steigt von ihrem Wagen und tritt auf.) Juno. Wie befindet sich meine mildreiche Schwester? Komm mit mir, dieses Paar zu segnen, daß sie glüklich seyn, und eine ehrenvolle Nachkommenschaft sehen mögen. (Juno und Ceres singen ein Lied, worinn jede die Verlobten mit ihren eignen Gaben beschenkt.) Ferdinand. Diß ist ein höchst majestätisches Gesicht, und eine bezaubernde Harmonie; und darf ich kühnlich glauben, daß es Geister sind? Prospero. Geister, die ich durch meine Kunst aus ihren Bezirken hiehergerufen habe, meine Phantasien auszuführen. Ferdinand. O! laßt mich hier ewig leben; ein so wundervoller Vater, und ein solches Weib machen diesen Ort zu einem Paradiese. Prospero. Stille, mein Wehrter! Juno und Ceres lispeln einander ganz ernsthaft etwas in die Ohren; es wird noch etwas zuthun seyn; husch, seyd stumm, oder unser Spiel wird verdorben. (Juno und Ceres reden leise mit einander, und schiken Iris mit einem Auftrag ab.) Iris. Ihr Nymphen der schlängelnden Bäche, Najaden genannt, mit euern Schilf-Kränzen und immer freundlichen Bliken, verlaßt eure kräuselnden Canäle und kommt, Juno befiehlt's, auf diese grüne Flur. Kommt, keusche Nymphen, und helft ein Bündniß treuer Liebe zu feyern; säumt euch nicht! (Eine Anzahl Nymphen treten auf.) Iris (fahrt fort.) Ihr von der Sonne verbrannten Schnitter, des Augusts müde, kommt aus euern Furchen, und theilet unsre Lust. Macht Feyertag, sezt eure Strohhüte auf, und jeder gebe einer von diesen frischen Nymphen die Hand zum ländlichen Tanz. Vierte Scene. (Eine Anzahl von nettgekleideten Schnittern treten auf, und vereinigen sich mit den Nymphen zu einem anmuthigen Tanz: Gegen das Ende des Tanzes fährt Prospero plözlich auf, und spricht die folgende Rede, worauf alles mit einem seltsamen holen und verworrnen Getöse verschwindet.) Prospero. Ich hatte diese schändliche Zusammenverschwörung des Viehes Caliban und seiner Gesellen gegen mein Leben völlig aus der Acht gelassen; die Minute die sie zur Ausführung erkießt haben, ist beynahe gekommen--Gut gemacht; hinweg, nichts mehr! Ferdinand (leise zu Miranda.) Diß ist seltsam, unser Vater ist in irgend einem Affect, der mit Macht auf ihn würkt. Miranda. Niemals bis auf diesen Tag sah ich ihn in einem so heftigen Unwillen. Prospero. Ihr seht bestürzt aus, mein Sohn; seyd gutes Muths, unsre Spiele sind nun zu Ende. Diese unsre Schauspieler, wie ich euch vorhin sagte, sind alle Geister, und zerflossen wieder in Luft, in dünne Luft, und so wie diese wesenlose Luftgesichte, so sollen die mit Wolken bekränzte Thürme, die stattlichen Paläste, die feyrlichen Tempel, und diese grosse Erdkugel selbst, und alles was sie in sich faßt, zerschmelzen, und gleich diesem verschwundnen unwesentlichen Schauspiel nicht die mindeste Spur zurüklassen. Wir sind solcher Zeug, woraus Träume gemacht werden, und unser kleines Leben endet sich in einen Schlaf--mein Herr, ich bin beunruhigt, habt Geduld mit meiner Schwachheit, mein altes Gehirn ist in Unordnung; laßt euch diesen kleinen Zufall nicht anfechten; geht in meine Celle, wenn's euch beliebt, und ruhet da--Ein oder zwey Auf- und Abgänge werden mir wieder leichter machen. Ferdinand. Miranda. Wir wünschen euch Friede. (Ferdinand und Miranda gehen ab.) Prospero (vor sich.) Komm in einem Gedanken-- (zu Ferdinand und Miranda.) Ich danke euch--Ariel, komm. (Prospero entfernt sich weiter von der Celle; Ariel zu ihm.) Ariel. Ich klammre mich an deine Gedanken an; was ist dein Wille? Prospero. Geist, wir müssen uns rüsten den Caliban zu empfangen. Ariel. Ja, mein Gebieter. Ich dachte, wie ich Ceres vorstellte, dir davon gesagt zu haben; aber ich brach ab, aus Besorgniß dich verdrießlich zu machen. Prospero. Sag es noch einmal, wo verliessest du diese Schurken? Ariel. Ich sagte euch, mein Herr, daß sie dik besoffen waren, und so voll Dapferkeit, daß sie die Luft schlugen, weil sie sich unterstuhnd ihnen ins Gesicht zu wehen, und den Boden stampften, weil er ihre Füsse küßte, ohne inzwischen ihr Vorhaben aus der Acht zu lassen. Ich schlug hierauf meine Trummel; dieses Getöse machte sie aufmerksam; sie spizten wie unberittne Füllen ihre Ohren, zogen die Auglieder in die Höhe, und strekten ihre Nasen vor sich hin, wie sie Musik rochen; kurz, ich bezauberte ihre Ohren dergestalt, daß sie wie Kälber meinem Brüllen folgten, durch stachlichte Genister, Disteln, und Dornen, die in ihren dünnen Schienbeinen steken blieben; endlich ließ ich sie in dem kothigen mit Unrath bemantelten Sumpf, hinter eurer Celle, wo sie bis ans Knie hineinsanken, daß der faule Morast ihre Füsse überstunk. Prospero. Das war wol gethan, mein Vogel; behalt immer deine unsichtbare Gestalt. Geh, bringe mir die abgetragnen Kleider in meinem Hause hieher, wir müssen diese Diebe in Versuchung sezen.* {ed.-* Dieser Umstand bezieht sich auf den gemeinen Aberglauben des Pöbels in unsers Autors Zeiten, als ob Zauberer, Hexen und dergl. nicht eher eine Gewalt über diejenige, so sie bezaubern wollen, haben, bis sie den Vortheil über sie erhalten, sie bey irgend einer Sünde zu ertappen, als wie hier über Dieberey. Warbürton.} Ariel. Ich geh, ich geh. (Geht ab.) Prospero (vor sich.) Ein Teufel ist dieser Caliban, ein gebohrner Teufel, an dessen Natur keine Erziehung haftet; an dem alle meine Mühe, Mühe wie man an einen Menschen wendet, verlohren, gänzlich verlohren ist; und wie mit dem Alter sein Leib in eine viehischere Ungestaltheit auswächßt, so wird auch sein Gemüth ungeheurer; ich will sie alle plagen, bis zum Heulen. (Ariel kömmt mit allerley schimmerndem Geräthe beladen.) Komm, hänge sie an dieses Seil. Fünfte Scene. (Caliban, Stephano und Trinculo treten alle wohl angefeuchtet und von Morast triefend auf; Prospero und Ariel bleiben unsichtbar zurük.) Caliban. Ich bitte euch, tretet leise, damit der blinde Maulwurf keinen Fuß fallen hört. Wir sind nimmer weit von seiner Celle. Stephano. Ungeheuer, euer Kobolt, von dem ihr sagt, er sey ein freundlicher Kobolt, der niemand ein Leid thut, hat nichts viel bessers gethan, als den Narren mit uns gespielt. Trinculo. Ungeheuer, ich rieche lauter Pferd-Pisse, und ich kan dir's sagen, es will meiner Nase gar nicht schmeken. Stephano. So geht's der meinigen auch; hört ihr's, Ungeheuer! Wenn ich einen Unwillen wider euch fassen sollte--Sehet zu-- Trinculo. Du wärst ein verlohrnes Ungeheuer. Caliban. . 1 ( . ) 2 ( . ) 3 4 5 . 6 , 7 ; , 8 , 9 , . 10 , 11 , , 12 . ! 13 , . 14 15 . 16 , , 17 . 18 , 19 , 20 . 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