Es sind mir einige verworrne Nachrichten von deinen Unglüksfällen zu Ohren gekommen. Timon. Du sahst sie, wie ich im Wohlstand saß. Alcibiades. Ich seh sie izt, damals war eine glükliche Zeit. Timon. Wie die deinige izt ist, zwischen einem Paar Mezen. Timandra. Ist das der allgemeine Liebling von Athen, von dem die Welt so viel rühmliches sagte? Timon. Bist du Timandra? Timandra. Ja. Timon. Bleib immer eine Hure; die lieben dich nicht, die dich gebrauchen; häng ihnen Krankheiten an, wenn sie ihre Lust mit dir gebüßt haben; mach einen guten Gebrauch von deinen bittern Stunden, bringe die Sclaven zu Schwiz-Kästen und Bädern, bring die rosenwangichte Jugend zur Hunger-Cur*, und zur Diät. {ed.-* (Tub-Fast), (Tonne-Fasten) im Englischen. Der Autor zielt auf die Venerische Seuche und ihre Würkungen. Die Cur derselben wurde in damaligen Zeiten entweder durch (Guaiacum), oder Mercurialische Salben gemacht; und in beyden Fällen wurde der Patient sehr warm und eingesperrt gehalten; das erste, damit der Schweiß befördert werde; und das andre, damit er sich nicht wieder erkälte, welches gefährlich war. Das Regimen beym Gebrauch des (Guaiacum), oder (Lignum Sanctum) (sagt Dr. Friend in seiner Geschichte der Arzney- Kunst, 2. Theil, S. 380.) war anfangs mit ausserordentlichen Umständen begleitet, und so strenge, daß der Patient in ein enges dunkles Loch gesperrt wurde, damit er desto besser schwizen möchte; und durch diese Veranstaltung wurde, wie sich Fallopius ausdrukt, der ganze Mensch bis auf die Knochen selbst durchgebeizt. Wisemann sagt, in England habe man sich zu diesem Zwek, anstatt der anderwärts üblichen Keller, Bak-Ofen, u. d. gl. einer Tonne bedient. Was die Unction betrift, so wurde sie zuweilen sieben und dreyßig Tage fortgesezt, wie er S. 375. bemerkt, und während dieser ganzen Zeit war eine ausserordentliche Abstinenz nothwendig. Daher dann das Wort (Tub-Fast.) Warbürton. ** Ein Provinzial-Wort für das Englische (Slut), für welches dem Uebersezer kein hochdeutsches Wort bekannt ist.} Timandra. An den Galgen, du Ungeheuer. Alcibiades. Vergieb, meine liebe Timandra, seine Wiederwärtigkeiten haben seinen Verstand überwältiget. Ich habe nur wenig Geld übrig, wakrer Timon, und der Mangel daran verursacht täglichen Aufruhr unter meiner abgemergelten Kriegs-Schaar. Ich hörte mit Bekümmerniß, wie das verfluchte Athen, deiner Verdienste uneingedenk, und undankbarlich der Zeit vergessend, da sie ohne dein Schwerdt und deine Reichthümer, von ihren Nachbarn mit Füssen zertreten worden wären -- Timon. Ich bitte dich, laß deine Trummel rühren, und geh' deines Wegs. Alcibiades. Ich bin dein Freund, und habe Mitleiden mit dir, mein liebster Timon. Timon. Wie kanst du Mitleiden mit dem haben, den du beunruhigest; ich wollte lieber allein seyn. Alcibiades. Nun, so fahr wohl; hier hast du Gold. Timon. Behalt es, ich kan es nicht essen. Alcibiades. Wenn ich das stolze Athen in einen Steinhauffen umgekehrt habe -- Timon. Ziehst du gegen Athen? Alcibiades. Ja, Timon, und aus einer gerechten Ursache. Timon. Die Götter verderben sie alle durch deine Hand, und wenn du sie vernichtet hast, dich auch! Alcibiades. Warum mich, Timon? Timon. Weil du gebohren wardst, durch Ermordung von Bösewichtern mein Vaterland zu Grunde zu richten. Ließ dein Gold wieder auf. Geh weiter, hier ist noch mehr Gold, geh; sey wie eine Planetarische Seuche, wenn Jupiter über irgendeine lastervolle Stadt sein Gift in die sieche Luft aushängt; laß dein Schwerdt nicht einen einzigen überspringen; schone dem ehrwürdigen Greis nicht um seines weissen Barts willen, er ist ein Wucherer; schlage die Ehefrau nieder, ihr Kleid allein ist ehrlich, sie ist eine Kupplerin. Laß nicht die jungfräuliche Wange dein schneidendes Schwerdt stumpf machen; schone dieses milchweissen Busens nicht, der unter dem gläsernen Flor zu den Augen der Männer emporschwillt, er ist ein schändlicher Verräther. Schone nicht des Säuglings, dessen kindisches Lächeln Narren zur Erbarmung zwingt; denk es ist ein Bastard, von dem ein dunkles Orakel vorhergesagt hat, daß er dir die Kehle abschneiden soll, und zerhak' ihn ohne Bedenklichkeit. Verschwöre dich wider jeden Gegenstand, der dein Herz erweichen könnte; leg' eine Rüstung um deine Ohren und deine Augen, deren Stählung weder das Heulen der Mütter, das Geschrey der Jungfrauen, und das Wimmern der Kinder; noch der Anblik von Priestern, deren Blut über ihre heiligen Kleider herab strömt, nur um eine Nadelspize durchdringen möge. Hier ist Gold, deine Soldaten zu bezahlen. Verbreite Verderben um dich her, geh', und wenn du deine Wuth ausgelassen hast, so verdirb selbst! Antworte nicht, geh! Alcibiades. Hast du noch Gold? Ich nehme das Gold an, das du mir giebst, und lasse dir deinen Rath. Timon. Du folgest ihm oder nicht, so falle der Fluch des Himmels auf dich! Timandra, Phrynia. Gieb uns auch etwas Gold, guter Timon; hast du noch mehr? Timon. Genug, um zu machen daß eine Hure ihr Handwerk verschwöre und eine-- Kupplerin werde. Hebt auf, ihr Schlütten**, die Schürze auf! Ihr seyd nicht eydfähig, ob ich gleich weiß, daß ihr schwören würdet; schwören, daß die unsterblichen Götter die euch hören, vor Entsezen schaudern müßten. Spart eure Schwüre, ich will euerm blossen Versprechen glauben. Bleibt immer Huren, und dem, dessen frommer Zuspruch euch bekehren will, dem macht es dreymal ärger als den übrigen; ködert ihn an, brennt ihn bis auf die Knochen; laßt nicht eher von ihm ab, biß euer Feuer über seinem Rauch Meister wird; doch sollt ihr dafür alle Jahre sechs Monate eine ganz entgegengesezte Mühe haben. Sezt euch falsche Haare an, und dekt eure arme dünne Schädel mit Aufsäzen von Todten (wenn schon einige davon gehangen sind, das hindert nichts); tragt sie, betrügt damit, und h** immer auf ihren Credit hin; schminkt euch, bis ein Pferd in euerm Gesicht steken bleiben möchte; der Henker hole die Runzeln! Beyde. Gut, gut, nur mehr Gold; glaubt uns, um Gold thun wir was ihr nur wollt. Timon. Säet Auszehrung in ihre marklosen Knochen, lähmet ihre dünnen Beine, und dämpfet den männlichen Trieb. Brecht die Stimme des Advocaten, daß er untüchtig werde schlimme Sachen zu führen, und Rabulisten- Streiche durch sein Geschrey gut zu machen; stekt den Priester an, der wider die Triebe des Fleisches eifert und sich selbst nicht glaubt; herab mit der Nase, platt ab, nehmt ihm den Nasenknörpel ohne Verschonen, der, seinen Privat-Nuzen ausser Gefahr zu sezen, das gemeine Beste aufopfert. Macht krausköpfichte Spizbuben kahl, und laßt auch die jungen Eisenfresser nicht leer ausgehen, die mit ihren grossen Thaten pralen, und nur nicht eine Narbe davon aufzuweisen haben. Verpestet alle Welt, und ruhet nicht, bis ihr die Quelle der Vermehrung selbst gänzlich verstopft und ausgetroknet habt.--Hier ist mehr Gold für euch, bringt alle andre ins Verderben, dann verfaulet selbst und Misthauffen mögen euer aller Grab seyn. Beyde. Mehr Rath und mehr Geld, guter Timon. Timon. Ihr müßtet es erst besser verdienen; ihr habt nun euer Handgeld. Alcibiades. Rührt die Trummel, und gegen Athen zu. Lebe wohl, Timon, wenn es mir gelungen seyn wird, will ich dich wieder besuchen. Timon. Wenn mich die Hoffnung nicht betrügt, werd ich dich nicht mehr sehen. Alcibiades. Ich that dir nie was zu leide. Timon. Ja, du redtest Gutes von mir. Alcibiades. Nennst du das beleidigen? Timon. Die Menschen erfahren es alle Tage. Geh deines Weges, pake dich, und nimm deine Dachshunde mit. Alcibiades. Wir sind ihm nur beschwerlich; rührt die Trummel! (Alcibiades, Timandra und Phrynia gehen ab.) Fünfte Scene. Timon. Daß die Natur noch zu eben der Zeit hungern soll, da der Unmuth über des Menschen Unbarmherzigkeit sie des Lebens überdrüßig macht!-- Allgemeine Mutter, du deren unermeßliche Schoos und unbegrenzte Brust alles gebiehrt und säuget; o du, deren nemliche Zeugungs-Hize, woraus der stolze Mensch aufdunset, die schwarze Kröte zeugt, und die blaue Schlange, die goldflekichte Eidechs und den blinden vergifteten Wurm mit allem andern verabscheuten Ungeziefer, das Hyperions Feuer belebt: Gieb dem der alle deine menschlichen Söhne hasset, gieb ihm aus deinem unerschöpflichen Busen eine einzige arme Wurzel. Verstopfe deine fruchtbare gern empfangende Schooß; laß sie nichts mehr für den undankbaren Menschen hervorbringen. Geh nur mit Tygern, Drachen, Wölfen und Bären schwanger; schwill von neuen Ungeheuern auf, die dein emporgerichtetes Antliz dem umwölbenden Himmel nie gezeigt hat!--O! eine Wurzel--habet Dank, ihr Götter!--trokne deine lokern Adern auf, und deine vom Pflug zerrißne Schollen, aus denen der undankbare Mensch diese geistigen Säfte und diese niedlichen Bissen zieht, die sein reines Gemüth mit einem Fett umgeben, woran alle Betrachtung abglitscht. Sechste Scene. Timon (zu Apemanthus.) Wieder ein Mensch? Pest! Pest! Apemanthus. Ich bin hieher gewiesen worden. Die Leute sagen, du massest dich an, meine Lebensart nachzuahmen. Timon. So muß es deßwegen seyn, weil du keinen Hund hältst, den ich nachahmen könnte. Daß du die Schwindsucht kriegtest! Apemanthus. Es ist an dir nur etwas erzwungnes, eine arme unmännliche Melancholey, die bloß aus dem Wechsel deines Glüks entsprungen ist. Wozu dieses Grabscheit? Warum in diesem Walde? Warum dieser sclavenmässige Aufzug? Und diese kummervolle Blike? Deine Schmeichler tragen indessen Seide, trinken Wein, ligen weich, schwimmen in lieblichen Gerüchen, und haben vergessen, daß jemals ein Timon war. Entehre diese Kleidung nicht, die dir das Ansehen und die Vorrechte eines Censors geben soll. Sey du izt ein Schmeichler, versuch' es, dich nun durch eben dieses fortzubringen, was dich zu Grunde gerichtet hat; beuge deine Knie, und laß den blossen Athem dessen, dem du aufwartest, deine Müze vom Kopf herabwehen; erhebe seine lasterhaftesten Ausschweiffungen, und nenne sie vortreflich. So redte man mit dir; und du gabst deine Ohren dazu her, den Bierwirthen ähnlich, die Schelmen und alles was zu ihnen kommt willkommen heissen. Es ist höchst billig, daß du ein Spizbube werdest; hättest du noch Vermögen, so würden Spizbuben es haben. Affectire keine Gleichheit mit mir, sag ich dir! Timon. Wenn ich dir gleich wäre, ich wollte mich selbst wegwerfen. Apemanthus. Du hast dich selbst weggeworffen, da du dir selbst gleich warst; so lang' ein Unsinniger, izt ein Narr! Wie? denkst du, die kalte Luft, dein ungestümer Kammerherr, werde dir ein warmes Hemde reichen? Meynst du, diese bemooßten Bäume, die den Adler überlebt haben, werden wie Pagen hinter dir hertreten, und dir auf einen Wink zulauffen? Wird der kalte, mit Eis candirte Bach dir ein Cordial zum Frühstük geben, um die Unverdaulichkeit der gestrigen Nachtmahlzeit zu verbessern? Ruffe den nakten Geschöpfen, die der rauhen Witterung, und den kämpfenden Elementen ihre unverwahrten Rümpfe entgegen bieten; befiehl ihnen, dir zu schmeicheln; o, du wirst finden -- Timon. Daß du ein Narr bist; zieh' ab. Apemanthus. Du bist mir izt lieber als jemals. Timon. Und du mir desto verhaßter. Apemanthus. Warum? Timon. Du schmeichelst der Dürftigkeit. Apemanthus. Ich schmeichle nicht; ich sage nur, daß du ein elender Tropf bist. Timon. Warum suchst du mich auf? Apemanthus. Um dich zu scheeren. Timon. Das ist immer die Verrichtung eines Bösewichts, oder eines Narren. Däucht sie dir kurzweilig? Apemanthus. Ja. Timon. Was für ein Schurke du bist! Apemanthus. Wenn du diesen schwermüthigen kalten Habit angezogen hättest, deinen Stolz zu züchtigen, so hättest du wol daran gethan; aber du thust es aus Noth; du würdest ein Stuzer seyn, wenn du nicht ein Bettler wärest. Freywillige Armuth überlebt ungewisses Wohlleben; dieses wird immer gefüllt und doch nie voll, jene erreicht ihren höchsten Wunsch auf einmal; der glüklichste Stand ist mißvergnügt, der elendeste zufrieden. (Du) solltest zu sterben wünschen, weil du in einem so armseligen Zustand bist. Timon. Nicht weil mir's einer sagt, der noch armseliger ist. Du bist ein Sclave, den das Glük nie mit zärtlichen Armen an ihre Brust drükte; sondern zu einem Hund gebohren. Wärest du wie wir, von der ersten Stuffe des Lebens an, durch alle die angenehmen Grade von Glükseligkeit fortgeschritten, die diese kurze Welt denjenigen gewährt, die sich nur besinnen dürfen, was sie von allen ihren Waaren haben wollen: Du hättest dich in dem diksten Schlamm der Lüderlichkeit herumgewälzt, deine Jugend in den schändlichsten Ausschweiffungen verschwendet, und nimmermehr die kalten Vorschriften der Mässigung und des Wohlstands beobachten gelernt, sondern würdest dem verzükerten Spiel vor dir her blindlings nachgeloffen seyn. Aber daß ich, für dessen Vergnügen die ganze Welt arbeitete, der die Zungen, die Augen, die Herzen der Menschen zu seinem Gebot hatte, mehr als ich ihnen Verrichtungen erdenken konnte, an dem unzähliche hiengen, wie die Blätter an einer Eiche; die aber alle, von einem einzigen Winter-Anstoß, von ihren Zweigen abgefallen sind, und mich entblößt und unbedekt jedem Sturm ausgesezt gelassen haben: Daß ich, der nie etwas anders als bessers gekannt hat, diß ertragen soll, ist etwas schwer. Dein Wesen fieng mit Elend an, und die Zeit hat dich dazu abgehärtet. Warum solltest du die Menschen hassen? Sie haben dir nie geschmeichelt. Was hast du ihnen geben können? Wenn du fluchen willt, so muß dein Vater, der arme Lumpenhund, der Gegenstand seyn, der, in einem Anstoß von Brunst, irgend eine Bettlerin überfallen, und dich armseligen Erb- Lumpenhund zusammgeflikt hat--Hinweg, pake dich!--Wärest du nicht zum untersten unter allen Menschen gebohren, so würdest du ein Spizbube und Schmeichler gewesen seyn. Apemanthus. Bist du noch stolz? Timon. Ja, daß ich nicht du bin. Apemanthus. Und ich, daß ich kein Verschwender gewesen bin. Timon. Und ich, daß ich izt noch einer bin. Wär' aller Reichthum, den ich hatte, in dir aufgeschüttet, so wollt' ich dir Erlaubniß geben, ihn aufzuhängen. Geh deines Weges--O! daß das Leben von ganz Athen in dieser Wurzel wäre! So wollt' ich es essen. (Er ißt eine Wurzel.) Apemanthus. Hier, ich will deine Mahlzeit verbessern. Timon. Verbeßre erst meine Gesellschaft, und pake dich fort! Apemanthus. Was hättest du gern zu Athen-- Timon. Dich, in einem Wirbelwind; wenn du willt, so sag ihnen, ich habe Gold; siehst du, daß ich habe. Apemanthus. Hier hat es keinen Nuzen. Timon. Den besten und sichersten; denn hier schläft es, und thut keinen gedungnen Schaden. Apemanthus. Wo ligst du des Nachts, Timon? Timon. Unter dem was über mir ist. Wo futterst du des Tags, Apemanthus? Apemanthus. Wo mein Magen Speise findet, oder vielmehr wo ich sie esse. Timon. Ich wollte, das Gift müßte mir gehorchen, und wüßte meine Gedanken. Apemanthus. Wo wolltest du es hinschiken? Timon. Deine Schüsseln zu würzen. Apemanthus. Das Mittel der Menschlichkeit hast du nie gekannt, sondern nur das äusserste von beyden Enden. Wie du in deinen vergoldeten Zimmern, und von ausgesuchten Specereyen umduftet warst, da trieben sie ihr Gespötte über deine ausschweiffende Zärtlichkeit des Geschmaks; izt da du in Lumpen bist, hast du gar keine, sondern wirst des Gegentheils halben verabscheut. Hier ist eine Mespel für dich, iß sie. Timon. Ich esse von nichts, was ich nicht leiden kan. Apemanthus. Kanst du die Mespeln nicht leiden? Timon. Nein, ob sie schon dir gleich sehen. Apemanthus. Hättest du sie früher nicht leiden können, so würdest du izt besser mit dir selbst zufrieden seyn. Hast du jemals einen Verschwender gekannt, den man noch geliebt hat, nachdem er um seine Mittel gekommen ist? Timon. Wen hast du jemals ohne diese Mittel, wovon du redst, beliebt gesehen? Apemanthus. Mich selbst. Timon. Ich verstehe dich, du hast einige Mittel, einen Hund zu halten. Apemanthus. Was für Dinge in der Welt findst du deinen Schmeichlern am ähnlichsten? Timon. Weiber--Was wolltest du mit der Welt thun, Apemanthus, wenn sie in deiner Gewalt wäre? Apemanthus. Sie den wilden Thieren vorwerfen, damit ich der Menschen los würde. Timon. Wolltest du selbst auch das Schiksal der Menschen haben, oder unter den wilden Thieren ein wildes Thier werden? Apemanthus. Das lezte, Timon. Timon. Ein bestialischer Wunsch, den die Götter dir gewähren mögen! Wenn du ein Löwe wärst, so würde dich der Fuchs betrügen; wärst du ein Lamm, so würde der Fuchs dich fressen; wärst du der Fuchs, so würdest du dem Löwen verdächtig werden, wenn dich zufallsweis ein Esel anklagte; wärst du der Esel, so würde dich deine Dummheit plagen, und du lebtest immer als ein Frühstük für den Wolf. Wärst du der Wolf, so würde dir deine Gefressigkeit zur Quaal werden, und du würdest oft dein Leben für dein Mittagessen wagen. Wärst du das Einhorn, so würde dich Stolz und Grimm verderben, und in Ermanglung eines andern würdest du die Beute deiner eignen Wuth werden. Wärst du ein Bär, so würde dich das Roß tödten; wärst du ein Roß, so würde dich der Leopard ergreiffen; wärst du ein Leopard, so wärst du des Löwen Vetter, und deine Fleken würden deine eigne Verwandten gegen dein Leben aufhezen. Alle deine Sicherheit wär' in Entfernung, und dein Schuz in der Abwesenheit eines Feindes. Was für ein Thier könntest du seyn, das nicht einem Thier unterworffen wäre? Und was für ein Stük Vieh bist du izt schon, daß du nicht siehst, wie viel du bey der Verwandlung verliehren würdest? Apemanthus. Wenn du mir durch irgend ein Gespräch gefallen könntest, so hättest du es izt getroffen. Das gemeine Wesen von Athen ist ein Wald von Thieren worden. Timon. Wie ist dann der Esel durch die Mauern gebrochen, daß du ausser der Stadt bist? Apemanthus. Dort kommt ein Poet und ein Mahler; die Pest der menschlichen Gesellschaft falle auf dich! Ich besorge, daß sie mich ansteken möchte, und will mich mit der Flucht retten. Wenn ich sonst nichts zu thun weiß, will ich dich wieder sehen. Timon. Wenn sonst nichts lebendiges mehr ist als du, sollt du mir willkommen seyn. Apemanthus. Du bist das Oberhaupt von allen iztlebenden Narren. Timon. Ich wollte, du wärest sauber genug, daß ich auf dich speyen könnte. Daß du die Kränke hättest! Apemanthus. Du bist ein zu schlechter Kerl, als daß du jemandem fluchen könntest. Timon. Alle Galgenschwengel werden rein, wenn sie neben dir stehen. Apemanthus. Es ist sonst kein Aussaz, als was du redst. Timon. Wenn ich dich nenne--Prügeln will ich dich; doch, ich würde nur meine Hände kräzicht machen. Apemanthus. Ich wollte, meine Zunge könnte machen, daß sie abfaulten. Timon. Weg, du Gezücht eines räudigen Hunds. Ich sterbe vor Zorn, daß du in der Welt bist; ich fall' in Unmacht, wenn ich dich ansehe. Apemanthus. Daß du bersten möchtest? Timon. Hinweg, du verabscheuter Raker; ich fürchte, du treibst mir einen H*d*n ab. Apemanthus. Vieh! Timon. Sclave! Apemanthus. Kröte! Timon. Lumpenhund, Lumpenhund, etc. (Apemanthus zieht sich zurük, als ob er gehe.) Ich bin dieser falschen Welt überdrüssig, und will nichts in ihr lieben, als ihre blossen Nothwendigkeiten. So zögre dann nicht, Timon, dir dein Grab zu machen, dort, wo der leichte Meerschaum deinen Grabstein täglich schlagen soll; mache deine Grabschrift, daß der Tod in mir über andrer Leben lache. (Er sieht auf das Gold, das zu seinen Füssen ligt.) O du angenehmer Königs-Mörder! du werthe Scheidung zwischen dem leiblichen Sohn und seinem Vater! du schimmernder Besudler von Hymens keuschestem Bette! du dapfrer Mars! du immer junger, frischer, beliebter, und reizender Buhler, dessen Röthe den geheiligten Schnee, der auf Dianens Schooß ligt, zerschmelzt! Du sichtbarer Gott, der Unmöglichkeiten zusammenfügt, und einander küssen macht! der jede Sprache zu jeder Absicht reden kan! O du Probstein der Herzen; denke, dein Sclave, der Mensch, empöre sich wider dich, und seze sie durch deine Macht in eine so zerrüttende Zwietracht, bis die Herrschaft über die Welt den Thieren bleibt. Apemanthus. Ich wollt' es wäre so, aber nicht eher, als bis ich todt bin! Ich will sagen, du habest Gold; was für einen Zulauff, du augenbliklich bekommen wirst! Timon. Einen Zulauf? Apemanthus. Ja. Timon. Deinen Rüken, ich bitte dich. Apemanthus. Leb' und liebe dein Elend! Timon. Leb lange so und stirb so! Ich bin quitt. Apemanthus. Schau, mehr Dinge die wie Menschen aussehen--iß, Timon, und verabscheue sie. (Apemanthus geht ab.) Siebende Scene. (Die Diebe treten auf.) 1. Dieb. Wo mag er wol sein Geld haben? Es wird irgend ein armseliges Fragment, irgend ein übriges Bißchen sein, das er noch davon gebracht hat. Nichts anders, als der Mangel an Geld, und der Undank seiner Freunde, hat ihn zu dieser Melancholey gebracht. 2. Dieb. Das Gerücht geht, er hab' einen Schaz gefunden. 3. Dieb. Wir wollen einen Versuch machen; wenn er nichts darnach fragt; wird er's uns gutwillig geben; aber wenn er so geizig ist, daß er's für sich allein behalten will, was ist dann zu thun? 2. Dieb. Er wird den Schaz nicht bey sich tragen; er wird ihn verstekt haben. 1. Dieb. Ist der nicht Timon? Alle. Wo? 2. Dieb. Der Beschreibung nach ist er's. 3. Dieb. Er ists, ich kenn' ihn. Alle. Grüß dich Gott, Timon. Timon. He, Diebe. Alle. Soldaten, keine Diebe. Timon. Beydes, und von Weibern gebohren. Alle. Diebe sind wir nicht, aber Leute, die sehr viel Bedürfnisse haben. Timon. Euer gröstes Bedürfniß ist, was ihr aller Orten finden könnet: Was solltet ihr bedürfen? Seht, die Erde hat Wurzeln; innert einer Meile um uns her entspringen hundert Quellen; die Eichen tragen Eicheln, die Gesträuche, Hambutten; die gutthätige Hausmutter, Natur, legt auf jedem Busch ihren ganzen Kram vor euch aus-- Bedürfnisse? Warum Bedürfnisse? 1. Dieb. Wir können nicht von Gras, Beeren und Wasser leben; wie Thiere, Vögel und Fische. Timon. Auch nicht von den Thieren, Vögeln und Fischen selbst; ihr müßt Menschen essen. Doch muß ich euch Dank dafür sagen, daß ihr offenbare Diebe seyd, und euch nicht in heiligere Gestalten einhüllet; denn es herrscht grenzenlose Dieberey auch in gesezmässigen Lebensarten. Galgenschwengel, Diebe, hier ist Gold! (Er giebt ihnen Geld.) Geht, saugt das flüchtige Blut der Traube, bis das hizige Fieber euer Blut zu Schaum kocht, und entgeht dadurch dem Galgen. Vertraut euch keinem Arzt, seine Arzneyen sind Gift, er tödtet mehr Menschen als ihr beraubt, und nimmt ihnen ihr Geld mit samt dem Leben. Treibt eure Bubenstüke, treibt sie, weil ihr euch dazu bekennt, wie ein andres Handwerk; ich will euch Beyspiele genug von Dieberey geben. Die Sonn' ist ein Dieb, und beraubt durch ihre starke Anziehung das weite Welt-Meer. Der Mond ist ein ausgemachter Dieb, und maußt sein blasses Licht der Sonne. Das Meer ist ein Dieb, dessen schmelzende Wellen Dämme in salzichte Thränen auflösen. Die Erde ist ein Dieb, die uns das Futter, wovon sie lebt, aus dem Unrath aller Dinge zusammenstiehlt; ein jedes Ding ist ein Dieb. Die Geseze, die euch binden und mit Ruthen streichen, haben ungestraften Diebstahl in ihrer rauhen Gewalt. Liebt euch selbst nicht, hinweg, beraubt einander, hier habt ihr mehr Gold; schneidet Kehlen ab; alle die euch begegnen sind Diebe: Geht nach Athen, brecht in offne Buden ein, denn ihr könnt nichts stehlen; das nicht von Dieben verlohren wird; stehlt nichts desto minder, weil ich euch Gold gebe, und Gold verderbe euch, Amen! (Er geht ab.) 3. Dieb. Er hat mir mein Handwerk schier erleidet, indem er mich dazu aufmunterte. 1. Dieb. Das ist die allgemeine Bosheit der Menschen; er giebt uns einen Rath, in Hoffnung, daß er uns an den Galgen bringen werde. 2. Dieb. So will ich ihm glauben wie einem Feind, und meine Profeßion aufgeben. 1. Dieb. Wir wollen erst warten, bis zu Athen Fried' ist. 2. Dieb. Es ist kein so schlimmer Zustand, worinn ein Mensch nicht noch gut werden kan. (Sie gehen ab.) Fünfter Aufzug. Erste Scene. (Der Wald und Timons Höle.) (Flavius tritt auf.) Flavius. O ihr Götter, ist jener verworfne, zerstörte Mann mein Herr? So abgezehrt, so eingefallen! O! ein Denkmal, ein Wunder von übelangewandten Gutthaten! Was für eine Veränderung hat eine verzweiflungsvolle Dürftigkeit in seiner Gemüthsart gemacht! Was für ein schändlicheres Ding ist auf der Erde als Freunde, die das edelste Gemüth zu einem solchen Verfall bringen können! Wie wohl schikt sich das Gebott, daß wir unsre Feinde lieben sollen*, für unsre Zeiten! Wenn es mir auch frey stünde, wollt' ich sie doch eher lieben als Schmeichler.--Er hat mich wahrgenommen; ich will ihm meinen redlichen Kummer zeigen, und bis zum lezten Athemzug sein treuer Diener bleiben. {ed.-* Hier vergißt unser Autor, daß seine Personen keine Christen sind, noch seyn können; kein Wunder, da er durch das ganze Stük vergessen hat, daß sie Athenienser sind.} (Timon kommt aus seiner Höle hervor.) Mein theurester Herr. Timon. Weg! Wer bist du? Flavius. Habt ihr mich vergessen, mein Herr? Timon. Wie magst du fragen? Ich habe alle Menschen vergessen; wenn du also gestehen mußt, das du ein Mensch bist, so hab ich dich vergessen. Flavius. Ein ehrlicher Diener-- Timon. So kenn ich dich nicht: ich habe niemals ehrliche Leute um mich gehabt; alle die ich hatte waren Spizbuben, um Galgenschwengeln beym Essen aufzuwarten. Flavius. Die Götter sind Zeugen, daß niemals ein armer Verwalter einen aufrichtigern Schmerz für seinen zu Grunde gerichteten Herrn gefühlt hat, als meine Augen für euch. (Er weint.) Timon. Wie? weinst du? Komm näher, so will ich dich denn lieben, weil du ein Weib bist; du kanst aus Mitleiden weinen; das kan das kieselsteinerne Herz des männlichen Geschlechts nicht; wenn ihre Augen übergehen, so geschieht es vor Lachen oder böser Lust. Flavius. Ich bitte euch, mein gütiger Herr, mich nicht abzuweisen, und mir zu verstatten, daß ich euern Kummer theile, und so lange dieser arme Reichthum daurt, (er zeigt ihm einen Beutel mit Geld,) euer Verwalter bleibe. Timon. Hatt' ich einen Verwalter, der so getreu, so redlich, und nun so hülfreich ist? Diß könnte mein verwildertes Gemüth beynahe zahm machen. Laß mich dein Gesicht sehen; wahrlich, dieser Mann ist von einem Weibe gebohren. Verzeihet mir mein allgemeines, keine Ausnahme machendes, zu rasches Urtheil, ihr unsterblichen, weisen Götter! Ich gestehe nun einen ehrlichen Mann zu; verstehet mich wol, nur Einen; keinen mehr, ich bitte euch; und der einzige ist ein Verwalter! Wie gerne wollt' ich das ganze Menschen-Geschlecht gehasset haben, und du kaufst dich los; doch alle andre, dich ausgenommen, mögen meine Flüche treffen! Mich däucht, du seyest mehr ehrlich als klug; denn, wenn du mich betrogen und verrathen hättest, so hättest du desto bälder eine andre Bedienstung erhalten können; viele kommen auf diese Art zu ihren zweyten Herren, auf ihres ersten Herrn Naken. Aber sage mir aufrichtig, (denn ich muß immer zweifeln, ob ich gleich niemals weniger Ursach dazu hatte;) ist nicht diese deine Zärtlichkeit listig und eigennüzig, eine wuchernde Zärtlichkeit, wie reiche Leute Geschenke machen, um zwanzig mal so viel dafür zurük zu bekommen? Flavius. Nein, mein würdiger Herr, (in dessen Brust Zweifel und Argwohn, ach leider! zu spät Plaz nehmen;) ihr hättet falsche Freundschafts- Versicherungen vermuthen sollen, da ihr Bankette gabt. Das was ich euch zeige, der Himmel weiß es, ist lauter Liebe, Pflicht und Ergebenheit gegen ein Herz, das seines gleichen nicht hat, Sorge für euern Unterhalt und euer Leben; und glaubt mir, es ist kein Vortheil weder gegenwärtig, noch den ich hoffen könnte, den ich nicht um diesen einzigen Wunsch vertauschen wollte, euch wieder in Glük und Wohlstand zu sehen. Timon. Gut, ich glaube dir, es ist so; du einzelner ehrlicher Mann, hier, nimm. (Er giebt ihm einen Sak mit Gold.) Die Götter haben dir aus meinem Elend einen Schaz zugeschikt. Geh, lebe reich und glüklich; aber mit dieser Bedingung, daß du von den Menschen abgesondert wohnen sollst. Haß' alle, verwünsch' alle, thue keinem Gutes; laß einem Bettler eh sein verhungertes Fleisch von den Knochen fallen, eh du ihm ein Almosen gäbest. Gieb den Hunden, was du den Menschen versagst. Daß Gefängnisse sie verschlingen, daß sie in Schulden verderben, daß die Menschen einem verdorrten Walde gleich sehen, und verpestete Krankheiten ihr falsches Blut aufleken! Und hiemit lebe wohl, und gedeyhe! Flavius. O laßt mich bey euch bleiben, mein gütiger Herr, und euch unterstüzen -- Timon. Wenn du meinem Fluch ausweichen willst, so säume dich nicht, flieh; flieh, weil du noch gesegnet und frey bist. Sieh du keinen Menschen mehr, und laß dich nimmer vor mir sehen. (Sie gehen auf verschiedne Seiten ab.) Zweyte Scene. (Der Poet und der Makler treten auf.) Mahler. Nach der Erkundigung, die ich von dem Ort eingezogen habe, kan er nicht weit von hier sich aufhalten. Poet. Was soll man von ihm denken? bestättigt sich das Gerücht, daß er soviel Gold haben soll? Mahler. Er hat; Alcibiades erzählt es, Phrynia und Timandra haben Gold von ihm bekommen; er schenkt' auch etlichen armen verlaufenen Soldaten eine grosse Menge davon. Man sagt, er gab seinem Verwalter eine starke Summe. Poet. So war folglich diese Bankrutt nur eine Prüfung seiner Freunde. Mahler. Nichts anders; ihr werdet ihn bald in Athen unter den Ersten wieder glänzen sehen. Es wird also nicht übel gethan seyn, wenn wir ihm in dem Unglüks-Stand', worinn man ihn versunken glaubt, unsre Freundschaft bezeugen; es wird uns das Ansehen eines edelmüthigen Betragens geben; und es ist sehr wahrscheinlich, daß es uns zu unserm Zwek führen wird, wenn es wahr ist, daß er so reich seyn soll. Poet. Was habt ihr bey euch, womit ihr ihm aufwarten wollet? Mahler. Nichts für dißmal als meinen Besuch; allein ich will ihm ein vortrefliches Stük versprechen. Poet. Ich will ihn auf die nemliche Art bedienen. Mahler. So ist's am besten. Versprechen öffnet das Auge der Erwartung, und macht sich oft für etwas, das niemals gehalten wird, zum voraus bezahlt. Halten ist allemal der Narr in seinem eignen Spiel; sobald ein Versprechen gehalten ist, so nüzt es, ausser bey der einfältigern Art von Leuten, dem Geber nichts mehr. Versprechen ist hofmännisch, und ein Stük von der feinen Lebensart; Halten ist eine Art von leztem Willen oder Testament, welches bey dem, der es macht, eine grosse Krankheit--am Verstand anzeigt. (Timon kommt, ohne daß ihn die vorigen Personen gewahr werden, aus der Höle hervor.) Timon (vor sich.) Vortreflicher Künstler! du kanst keinen so schlechten Kerl mahlen als du selbst bist. Poet. Ich besann' mich, was ich sagen will, das ich für ihn in der Arbeit habe--Es muß eine Vorstellung von ihm selbst seyn; eine Satyre über die Weichlichkeit, die eine Folge des Wohlstands zu seyn pflegt; mit einer Entdekung der unendlichen Schmeicheleyen, die das Gefolge von Jugend und Reichthum sind. Timon. Must du dich dann in deinem eignen Werk als einen Nichtswürdigen abschildern? Willt du deine eigne Laster auf andrer Leute Rüken peitschen? Thue es, ich habe Gold für dich. Poet. Wir wollen ihn aufsuchen. Wer einen Vortheil einzuholen Zu spät kommt, hat sich selbst bestohlen. Mahler. Ihr habt recht. Poet. Such', was dir fehlt, bey Tag, der unbezahlt dir scheint; Die Nacht im schwarzen Flor ist niemands Freund. Kommt! Timon. Ich will euch beym Umkehren entgegen kommen--Was für ein Gott ist Gold, daß er in Tempeln verehrt wird, die verächtlicher sind als die Oerter, wo Schweine ihre Speise suchen. Du bist es der das Schiff ausrehdet, und die beschäumten Wellen pflügt; du verschaffst dem Sclaven Bewundrung und Ehrfurcht; niemals möge dein Dienst abnehmen, und verderbliche Plagen sollen deine Anbeter umkränzen!-- Izt ist es Zeit, ihnen entgegen zu kommen. Poet. Heil dir, würdiger Timon. Mahler. Einst unser edler Gebieter. Timon. Wie, erleb' ich es, noch zween ehrliche Männer zu sehen? Poet. Mein Herr, da wir so viel Gutes von euch genossen haben, und vernehmen mußten, daß ihr euch entfernt, und daß alle eure Freunde abgefallen, für deren undankbare Gemüther--(oh, verabscheuungswürdige Seelen!) alle Ruthen des Himmels nicht hinreichend sind--Was? von euch? dessen Stern-gleiche Großmuth Leben und Einflüsse ihrem ganzen Wesen gab? Ich komme ganz ausser mich, und kan keine Worte groß genug finden, die ungeheure Grösse dieser Undankbarkeit darein zu kleiden. Timon. Laßt sie nakend gehen, so sehen die Leute sie desto besser; ihr, die ihr ehrliche Männer seyd, macht durch das, was ihr seyd, das was sie sind am besten sichtbar. Mahler. Er und ich haben in dem grossen Regen eurer Freygebigkeit gereißt, und ihn auf eine angenehme Art empfunden. Timon. Ja, ihr seyd ehrliche Männer. Mahler. Wir sind hieher gekommen, euch unsre Dienste anzubieten. Timon. Sehr ehrliche Männer! Wie kan ich's euch wett machen? Könnt ihr Wurzeln essen, und kaltes Wasser trinken? Nein. Beyde. Wir wollen thun, was wir nur immer können, um euch Dienste zu leisten. Timon. Ihr seyd ehrliche Männer; ihr habt gehört, daß ich Gold habe; ich bin versichert, ihr habt's gehört; sagt die Wahrheit, ihr seyd ehrliche Männer. Mahler. So sagt man, mein edler Lord; allein deßwegen kam ich und mein Freund nicht hieher. Timon. Guter ehrlicher Mann; du mahlst das beste Portrait unter allen Mahlern in Athen; du bist, in der That, der beste; du mahlst vortreflich nach dem Leben. Mahler. So, so, Gnädiger Herr. Timon. Eben so, mein Herr, wie ich sagte. (Zum Poet.) Und was deine Gedichte betrift, deine Verse fliessen so voll und lieblich, daß du in deiner Kunst eben so natürlich bist. Allein eben darum, meine ehrlich-gesinnten Freunde, muß ich euch sagen, ihr habt einen kleinen Fehler; der aber in der That euch nicht sehr entstellt; auch wünscht' ich nicht, daß ihr euch grosse Mühe gäbet, ihn zu verbessern. 1 . 2 3 . 4 , . 5 6 . 7 , . 8 9 . 10 , . 11 12 . 13 , 14 ? 15 16 . 17 ? 18 19 . 20 . 21 22 . 23 ; , ; 24 , ; 25 , 26 - , 27 - * , . 28 29 . - * ( - ) , ( - ) . 30 . 31 ( ) , 32 ; 33 ; , 34 ; , , 35 . ( ) , 36 ( ) ( . - 37 , . , . . ) 38 , , 39 , ; 40 , , 41 . 42 , , 43 , - , . . . . 44 , 45 , . . , 46 . 47 ( - . ) . * * - 48 ( ) , 49 . 50 51 . 52 , . 53 54 . 55 , , 56 . , 57 , 58 - . , 59 , , 60 , 61 , 62 - - 63 64 . 65 , , ' . 66 67 . 68 , , 69 . 70 71 . 72 , ; 73 . 74 75 . 76 , ; . 77 78 . 79 , . 80 81 . 82 - - 83 84 85 . 86 ? 87 88 . 89 , , . 90 91 . 92 , 93 , ! 94 95 . 96 , ? 97 98 . 99 , 100 . . 101 , , ; 102 , 103 ; 104 ; 105 , ; , 106 , . 107 ; 108 , 109 , 110 . , 111 ; , 112 , 113 , ' . 114 , ; ' 115 , 116 , , ; 117 , 118 , . 119 , . 120 , ' , , 121 ! , ! 122 123 . 124 ? , , 125 . 126 127 . 128 , ! 129 130 , . 131 , ; ? 132 133 . 134 , - - 135 . , * * , ! 136 , , ; 137 , , 138 . , 139 . , , 140 , 141 ; , ; 142 , ; 143 144 . , 145 ( 146 , ) ; , , 147 * * ; , 148 ; ! 149 150 . 151 , , ; , 152 . 153 154 . 155 , , 156 . , 157 , - 158 ; , 159 160 ; , , 161 , , - , 162 . , 163 , 164 , 165 . , , 166 167 . - - , 168 , 169 . 170 171 . 172 , . 173 174 . 175 ; . 176 177 . 178 , . , , 179 , . 180 181 . 182 , 183 . 184 185 . 186 . 187 188 . 189 , . 190 191 . 192 ? 193 194 . 195 . , , 196 . 197 198 . 199 ; ! 200 201 ( , . ) 202 203 204 205 . 206 207 208 . 209 , 210 ! - - 211 , 212 ; , - , 213 , , 214 , 215 , 216 : 217 , 218 . ; 219 . 220 , , ; 221 , 222 ! - - ! - - , 223 ! - - , 224 , 225 , 226 , . 227 228 229 230 . 231 232 233 ( . ) 234 ? ! ! 235 236 . 237 . , , 238 . 239 240 . 241 , , 242 . ! 243 244 . 245 , 246 , . 247 ? ? 248 ? ? 249 , , , 250 , , 251 . , 252 . 253 , ' , , 254 ; , 255 , , 256 ; , 257 . ; 258 , , 259 . , 260 ; , 261 . , ! 262 263 . 264 , . 265 266 . 267 , ; 268 ' , ! ? , , 269 , ? 270 , , , 271 , 272 ? , 273 , 274 ? , 275 , 276 ; , ; , 277 - - 278 279 . 280 ; ' . 281 282 . 283 . 284 285 . 286 . 287 288 . 289 ? 290 291 . 292 . 293 294 . 295 ; , . 296 297 . 298 ? 299 300 . 301 . 302 303 . 304 , . 305 ? 306 307 . 308 . 309 310 . 311 ! 312 313 . 314 , 315 , ; 316 ; , 317 . ; 318 , 319 ; , 320 . ( ) , 321 . 322 323 . 324 ' , . 325 , ; 326 . , 327 , 328 , 329 , , 330 : 331 , 332 , 333 , 334 335 . , 336 , , , 337 , 338 , , ; 339 , - , 340 , 341 : , 342 , , . 343 , . 344 ? . 345 ? , , 346 , , , 347 , , - 348 - - , ! - - 349 , 350 . 351 352 . 353 ? 354 355 . 356 , . 357 358 . 359 , . 360 361 . 362 , . ' , 363 , , ' , 364 . - - ! 365 ! ' . 366 367 ( . ) 368 369 . 370 , . 371 372 . 373 , ! 374 375 . 376 - - 377 378 . 379 , ; , , 380 ; , . 381 382 . 383 . 384 385 . 386 ; , 387 . 388 389 . 390 , ? 391 392 . 393 . , ? 394 395 . 396 , . 397 398 . 399 , , . 400 401 . 402 ? 403 404 . 405 . 406 407 . 408 , 409 . , 410 , 411 ; 412 , , 413 . , 414 . 415 416 . 417 , . 418 419 . 420 ? 421 422 . 423 , . 424 425 . 426 , 427 . 428 , , 429 ? 430 431 . 432 , , 433 ? 434 435 . 436 . 437 438 . 439 , , . 440 441 . 442 443 ? 444 445 . 446 - - , , 447 ? 448 449 . 450 , . 451 452 . 453 , 454 ? 455 456 . 457 , . 458 459 . 460 , ! 461 , ; 462 , ; , 463 , 464 ; , 465 , . 466 , , 467 . 468 , , 469 . 470 , ; , 471 ; , 472 , 473 . ' , 474 . 475 , ? 476 , , 477 ? 478 479 . 480 , 481 . 482 . 483 484 . 485 , 486 ? 487 488 . 489 ; 490 ! , 491 , . 492 , . 493 494 . 495 , 496 . 497 498 . 499 . 500 501 . 502 , , . 503 ! 504 505 . 506 , 507 . 508 509 . 510 , . 511 512 . 513 , . 514 515 . 516 - - ; , 517 . 518 519 . 520 , , . 521 522 . 523 , . , 524 ; ' , . 525 526 . 527 ? 528 529 . 530 , ; , 531 * * . 532 533 . 534 ! 535 536 . 537 ! 538 539 . 540 ! 541 542 . 543 , , . 544 545 ( , . ) 546 547 , 548 , . , 549 , , , 550 ; , 551 . 552 553 ( , . ) 554 555 - ! 556 ! 557 ! ! , 558 , , , 559 , , ! 560 , , 561 ! ! 562 ; , , , 563 , 564 , . 565 566 . 567 ' , , ! 568 , ; , 569 ! 570 571 . 572 ? 573 574 . 575 . 576 577 . 578 , . 579 580 . 581 ' ! 582 583 . 584 ! . 585 586 . 587 , - - , , 588 . 589 590 ( . ) 591 592 593 594 . 595 ( . ) 596 597 598 . . 599 ? 600 , , 601 . , , 602 , . 603 604 . . 605 , ' . 606 607 . . 608 ; ; 609 ' ; , ' 610 , ? 611 612 . . 613 ; . 614 615 . . 616 ? 617 618 . 619 ? 620 621 . . 622 ' . 623 624 . . 625 , ' . 626 627 . 628 , . 629 630 . 631 , . 632 633 . 634 , . 635 636 . 637 , . 638 639 . 640 , , . 641 642 . 643 , : 644 ? , ; 645 ; 646 , , ; , 647 , - - 648 ? ? 649 650 . . 651 , ; , 652 . 653 654 . 655 , ; 656 . , 657 , 658 ; 659 . , , ! 660 661 ( . ) 662 663 , , 664 , . 665 , , 666 , . 667 , , , 668 ; 669 . ' , 670 - . , 671 . , 672 . 673 , , , 674 ; . 675 , , 676 . 677 , , , ; 678 ; : , 679 , ; 680 ; , 681 , , ! 682 683 ( . ) 684 685 . . 686 , 687 . 688 689 . . 690 ; 691 , , . 692 693 . . 694 , 695 . 696 697 . . 698 , ' . 699 700 . . 701 , 702 . 703 704 ( . ) 705 706 707 708 709 . 710 711 712 713 . 714 ( . ) 715 ( . ) 716 717 718 . 719 , , ? 720 , ! ! , 721 ! 722 ! 723 , 724 ! 725 , * , 726 ! , ' 727 . - - ; 728 , 729 . 730 731 . - * , , 732 ; , 733 , . 734 735 ( . ) 736 737 . 738 739 . 740 ! ? 741 742 . 743 , ? 744 745 . 746 ? ; 747 , , . 748 749 . 750 - - 751 752 . 753 : 754 ; , 755 . 756 757 . 758 , 759 760 , . 761 762 ( . ) 763 764 . 765 ? ? , , 766 ; ; 767 ; 768 , . 769 770 . 771 , , , 772 , , 773 , 774 775 ( , ) 776 777 . 778 779 . 780 ' , , , 781 ? 782 . ; , 783 . , 784 , , , 785 ! ; , 786 ; , ; 787 ! ' - 788 , ; , 789 , ! , 790 ; , 791 , 792 ; , 793 . , ( 794 , ; ) 795 , 796 , , 797 ? 798 799 . 800 , , ( , 801 ! ; ) - 802 , . 803 , , , 804 , , 805 ; , 806 , , 807 , 808 . 809 810 . 811 , , ; , , 812 . 813 814 ( . ) 815 816 . , 817 ; , 818 . ' , ' , 819 ; 820 , . 821 , . 822 , , 823 , 824 ! , ! 825 826 . 827 , , 828 - - 829 830 . 831 , , ; 832 , . 833 , . 834 835 ( . ) 836 837 838 839 . 840 ( . ) 841 842 843 . 844 , , 845 . 846 847 . 848 ? , 849 ? 850 851 . 852 ; , 853 ; ' 854 . , 855 . 856 857 . 858 . 859 860 . 861 ; 862 . , 863 - ' , , 864 ; 865 ; , 866 , , 867 . 868 869 . 870 , ? 871 872 . 873 ; 874 . 875 876 . 877 . 878 879 . 880 ' . , 881 , , 882 . ; 883 , , 884 , . 885 , ; 886 , , , 887 - - . ( , 888 , . ) 889 890 ( . ) 891 ! 892 . 893 894 . 895 ' , , 896 - - ; 897 , ; 898 , 899 . 900 901 . 902 903 ? 904 ? , . 905 906 . 907 . 908 909 910 , . 911 912 . 913 . 914 915 . 916 ' , , , ; 917 . 918 919 ! 920 921 . 922 - - 923 , , 924 , . 925 , ; 926 ; 927 , ! - - 928 , . 929 930 . 931 , . 932 933 . 934 . 935 936 . 937 , ' , ? 938 939 . 940 , , 941 , , 942 , - - ( , 943 ! ) 944 - - ? ? - 945 ? 946 , , 947 . 948 949 . 950 , ; , 951 , , , 952 . 953 954 . 955 , 956 . 957 958 . 959 , . 960 961 . 962 , . 963 964 . 965 ! ' ? 966 , ? . 967 968 . 969 , , 970 . 971 972 . 973 ; , ; 974 , ' ; , 975 . 976 977 . 978 , ; 979 . 980 981 . 982 ; 983 ; , , ; 984 . 985 986 . 987 , , . 988 989 . 990 , , . 991 992 ( . ) 993 994 , 995 , . 996 , - , , 997 ; 998 ; ' , , 999 . 1000