Das, was sie trunken machte, hat mich kühn gemacht; was ihr Feuer
auslöschte, fachte das meinige an. Horch! Stille! es war eine
Eule, die schrie, der fatale Nachtwächter, der uns die gräßlichste
gute Nacht giebt--Er hat es vollbracht--die Thüren sind offen, und
die überfüllten Kämmerer spotten ihres Amts mit Schnarchen. Ich
habe ihnen einen so kräftigen Schlaftrunk zubereitet, daß Tod und
Natur sich um sie zanken, ob sie leben oder gestorben seyen.
(Macbeth tritt auf.)
Macbeth.
Wer ist hier?--he!
Lady.
O weh! ich fürchte, sie sind aufgewacht, und es ist nicht gethan;
der Vorsaz, nicht die That wird uns zu Grunde richten--horch! ich
legte ihre Dolche neben sie, er mußte sie finden--Hätte er nicht,
wie ich ihn schlaffen sah, meinem Vater gleich gesehen, ich hätt'
es selbst gethan--Mein Gemahl!
Macbeth.
Sie ist gethan, die That!--Hörtest du kein Getöse?
Lady.
Ich hörte die Eule heulen, und die Feldgrillen schreyen--Sagtet ihr
nicht was?
Macbeth.
Wenn?
Lady.
Eben izt.
Macbeth.
Wie ich herab kam?
Lady.
Ja.
Macbeth.
Horcht! wer ligt im andern Zimmer?
Lady.
Donalbain.
Macbeth (sieht seine Hände an.)
Das ist ein trauriger Anblik!
Lady.
Ein närrischer Gedanke, es einen traurigen Anblik zu heissen.
Macbeth.
Der eine lachte in seinem Schlaf, und einer schrie: Mörder! Sie
wekten einander auf; und ich stuhnd und hörte ihnen zu; aber sie
sagten ihr Nacht-Gebett her, und schlieffen wieder ein.
Lady.
Es sind zween, die beysammen ligen.
Macbeth.
Der eine schrie: Gott helf uns! und Amen; der andre, wie sie mich
mit diesen Henkers-Händen sahen: Ich hörte zu, aber ich konnte
nicht Amen! sagen, wie sie sagten: Gott helf uns!
Lady.
Denkt ihm nicht so tief nach.
Macbeth.
Aber warum konnt' ich nicht Amen! sagen? Es war als ob es mir im
Hals steken bliebe--
Lady.
Man muß solchen Thaten nicht auf eine solche Art nachdenken; das
würde uns unsinnig machen.
Macbeth.
Es war mir auch nicht anders, als hörte ich eine Stimme, die dem
Schlafenden zurief. Schlafe nicht länger! Macbeth ermordet den
Schlaf, den unschuldigen Schlaf; den Schlaf, der die Stirne des
Kummers entrunzelt, die Geburt von jedes folgenden Tages Leben, den
Balsam verwundeter Gemüther, die heilsamste Erquikung der Natur,
und die nahrhafteste Speise im Gastmahl des Lebens--
Lady.
Was wollt ihr mit allem dem?
Macbeth.
Es war immer als ob es im ganzen Hause schreye: Wacht auf, schlaft
nicht mehr; Glamis hat den Schlaf ermordet, und dafür soll Cawdor
nicht mehr schlafen; Macbeth soll nicht mehr schlaffen!
Lady.
Wer rief denn so? Wie, mein edler Than, was für fieberhafte, euers
Helden-Muths unwürdige Einbildungen sind das? Geht, nehmt ein
wenig Wasser, und waschet diese garstige Zeugschaft von euern
Händen. Warum brachtet ihr diese Dolche mit euch; sie müssen dort
ligen bleiben. Geht, tragt sie wieder hin, und beschmiert die
schlaffenden Kämmerer mit Blut.
Macbeth.
Ich gehe nicht; ich erschreke vor dem Gedanken was ich gethan habe;
seht ihr dazu, ich habe das Herz nicht.
Lady.
Schwache Seele! Gebt mir die Dolche; Schlaffende und Todte sind
nur Gemählde; nur Kinder fürchten sich vor einem gemahlten Teufel.
Wenn er blutet, so will ich die Gesichter der Kämmerlinge damit
übergülden; denn sie müssen für die Thäter angesehen werden.
(Sie geht ab.)
(Man hört ein Klopfen hinter der Scene.)
Macbeth (auffahrend.)
Woher dieses Klopfen!--Was wird aus mir werden, wenn jeder Laut mir
zu ruffen scheint: Was für Hände sind das? Ha! Sie reissen mir
meine Augen aus! Kan des grossen Neptuns ganzer Ocean dieses Blut
von meiner Hand waschen? Nein, eh würde diese meine Hand deine
unermeßliche See zu Purpur machen--
(Lady Macbeth kommt zurük.)
Lady.
Meine Hände haben die Farbe der eurigen, aber ich schäme mich, ein
so weisses Herz zu tragen--
(Ein Klopfen.)
Ich hör' ein Klopfen, von der südlichen Pforte her. Wir wollen
uns in unser Gemach zurük ziehn; ein wenig Wasser wird uns von
dieser That reinigen. Wie leicht ist sie also? Eure
Standhaftigkeit hat euch ganz verlassen--Horcht, es klopft schon
wieder! Geht und hüllt euch in euern Schlafrok ein, sonst möcht'
uns die Gelegenheit ruffen, und zeigen daß wir gewacht haben;
verliehrt euch nicht so armselig in euern Gedanken.
Macbeth.
Wollte der Himmel, ich könnte das Bewußtseyn dieser That oder
meiner selbst verliehren! Erwache, Duncan, von diesem Klopfen: Wie
wollt' ich, du könntest!
(Sie gehen ab.)
Vierte Scene.
(Ein Thürhüter tritt auf.)
(Man hört klopfen.)
Thürhüter.
Das heißt Klopfen, in der That: wenn einer Pförtner am Thor der
Hölle wäre, man könnt' ihm's nicht ärger machen--
(Man hört klopfen.)
Knak! Knak! Knak! Wer ist da, in Beelzebubs Namen?--ein Pachter,
der sich vor Verdruß daß er nicht reicher werden konnte aufhieng--
Nur herein, aber es wird gut seyn, wenn ihr euch mit Handtüchern
versehen habt, denn hier werdet ihr dafür schwizen.
(Abermaliges Klopfen.)
Knak! Knak! Wer ist hier, ins T.. Namen? Mein Treu! ein
J*s**t, der vermittelst einer Distinction oder einer doppelten
Meynung Ja und Nein beschwören kan, der Verräthereyen genug um
Gottes willen begangen hat, und mit allen seinen Subtilitäten sich
doch nicht hat in den Himmel hineinlügen können.
(Ein Klopfen.)
Knak! Knak! Knak! Wer ist da?--Sapperment, hier ist ein
Englischer Schneider, der hieher geschikt worden ist, weil er aus
einer Französischen Hose gestohlen hat: Nur herein Schneider, ihr
könnt hier eure Gänse braten--
(Ein Klopfen.)
Knak! Knak! wird das immer so fortmachen? Aber für eine Hölle
ist es hier zu kalt; ich will nicht länger den Teufels-Pförtner
machen: ich dachte, ich wollte nach und nach alle Profeßionen
hereingelassen haben, die den breiten Rosen-Weg zum ewigen Freuden-
Feuer wandeln.
(Ein Klopfen.)
Noch einmal; noch einmal; ich bitte euch, vergeßt den Pförtner
nicht.
(Er macht auf.)
(Macduff und Lenox treten auf.)
Macduff.
Seyd ihr so spät zu Bette gegangen, daß ihr so lange liegt?
Pförtner.
In der That, Sir, wir zechten bis zum zweyten Hahnen-Ruf; und
Trinken, Sir, ist ein grosser Beförderer von drey Dingen.
Macduff.
Was für drey Dinge, zum Exempel, befördert das Trinken?
Pförtner.
Sapperment, Sir, rothe Nasen, Schlaf und Urin. Was die Unzucht
betrift, Sir, diese befördert es und befördert es auch nicht; es
reizt die Begierde, aber es verhindert die Vollbringung. Deßwegen
kan man sagen, daß ein Rausch in diesem Stük den Doppel-Sinner
mache; er spornt an, und schrekt ab; er überredet, und nimmt den
Muth; er wigelt auf, und schlägt nieder; bis sich das Spiel zulezt
damit endet, daß er einen zu Boden legt, für todt ligen läßt, und
davon geht.
(Hier muß man etliche Zeiten überhüpfen, die in Wortspielen
bestehen.)
Macduff.
Ist dein Herr schon auf? Unser Klopfen hat ihn aufgewekt, hier
kommt er. (Macbeth zu den Vorigen.)
Lenox.
Guten Morgen, edler Sir.
Macbeth.
Ich wünsche beyden einen guten Morgen.
Macduff.
Ist der König schon erwacht, edler Than?
Macbeth.
Noch nicht.
Macduff.
Er befahl mir, ich sollt' ihn frühzeitig weken lassen, und es ist
würklich fast um eine Stunde später.
Macbeth.
Ich will euch zu ihm führen.
Macduff.
Ich weiß, daß es euch eine angenehme Mühe wäre, aber es ist doch
eine Mühe.
Macbeth.
Eine Arbeit, die uns angenehm ist, heilt ihre Mühe; hier ist die
Thüre.
Macduff.
Ich will so frey seyn, und ruffen; denn das erlaubt mir mein Amt.
(Macduff geht ab.)
Lenox.
Reist der König heute wieder ab?
Macbeth.
So bestellte er's.
Lenox.
Diese Nacht war eine unruhige Nacht; in dem Gemach, wo wir lagen,
wurde das Camin herunter geweht; und, wie sie sagen, so hörte man
ein klägliches Geschrey in der Luft, und gräßliche Todes-Stimmen.
Fürchterliche Propheten (im Ohr des Aberglaubens) von Verwirrung,
Staats-Veränderungen, Fall, und Untergang. Die Eule schrie die
ganze Nacht durch, und einige sagen, die Erde selbst habe in
fieberhaftem Schauer gezittert.
Macbeth.
Es war eine ungestüme Nacht.
Lenox.
Ich bin nicht alt genug, mich einer ähnlichen erinnern zu können.
(Macduff zu den Vorigen.)
Macduff.
O! Entsezlich, Entsezlich! Entsezlich! Keine Zunge, kein Herz
kan es fassen noch aussprechen.
Macbeth und Lenox.
Was ist's dann?
Macduff.
Der Frevel hat sein Meisterstük gemacht; eine gottesvergessne
Mörder-Hand hat den geweyhten Tempel des Herrn aufgebrochen, und
das geheiligte Leben daraus gestohlen.
Macbeth.
Was wollt ihr damit sagen? das Leben?
Lenox.
Meynt ihr seine Majestät?
Macduff.
Geht hinein, und erstarret vor einer neuen Gorgone--Verlangt nicht,
daß ich es aussprechen soll; seht, und dann redet selbst:
(Macbeth und Lenox gehen ab)
Erwacht! Erwacht! Schlagt die Sturmgloke!--Mord und Hochverrath!
Banquo! Donalbain! Malcolm! Erwacht! Schüttelt diesen
pflaumichten Schlaf ab, des Todes Ebenbild, und seht den Tod selbst--
Auf, auf, und seht das Vorspiel des grossen Gerichts!--Malcolm!
Banquo! Steht wie aus euern Gräbern auf, und schreitet wie Geister
daher, die entsezliche Scene anzuschauen--
Fünfte Scene.
(Man läutet die Gloke.)
(Lady Macbeth tritt auf.)
Lady.
Was ist die Ursache, daß eine so fürchterliche Trompete die
Schläfer des Hauses auffordert? Redet!
Macduff.
Schöne Lady, es taugt nicht für euch zu hören, was ich sagen kan.
Ein weibliches Ohr damit zu schreken, würde ein zweyter Mord seyn--
O Banquo! Banquo! (Banquo zu den Vorigen.) Unser König und Herr
ist ermordet.
Lady.
Hilf Himmel! Was, in unserm Hause?
Banquo.
Entsezlich genug, wo es seyn möchte. Macduff, ich bitte dich,
widersprich dir selbst, und sag, es sey nicht so. (Macbeth, Rosse
und Lenox zu den Vorigen.)
Macbeth.
O! wär ich nur eine Stunde vor diesem Unfall gestorben, so hätt
ich glüklich gelebt! Denn, von diesem Augenblik an, ist nichts
schäzbares mehr in der Sterblichkeit; alles ist nur Puppen-Werk;
Ehre und Gnade sind todt; der Wein des Lebens ist abgezogen, und
die blosse Hefen ist in dieser Cloak der Welt zurükgeblieben--
(Malcolm und Donalbain treten auf.)
Donalbain.
Was für ein Unglük ist dann begegnet?
Macbeth.
Ihr seyd verlohren, und wißt es nicht; die Quelle euers Bluts ist
verstopft--
Macduff.
Euer Königlicher Vater ist ermordet.
Malcolm.
Oh! von wem?
Lenox.
Seine Kämmerlinge, wie es scheint, sind die Thäter; ihre Hände und
Gesichter waren überall mit Blute beschmiert; so waren auch ihre
Dolche, die wir unabgewischt, auf ihren Küssen fanden, sie sahen
wild aus, und waren nicht bey sich selber, es getraute sich niemand
ihnen nahe zu kommen.
Macbeth.
O, izt reut es mich, daß ich sie in meiner ersten Wuth umgebracht
habe--
Macduff.
Warum thatet ihr das?
Macbeth.
Wer kan in dem nehmlichen Augenblike weise und verwirrt, ruhig und
rasend, getreu und gleichgültig seyn? Niemand. Die Würkung meiner
heftigen Liebe überrannte die zaudernde Vernunft. Hier lag Duncan;
seine Silber-Haut mit seinem goldnen Blut verbrämt, und seine
weitofnen Wunden wie Lüken in der Natur, wodurch das Verderben
einbricht; hier, die Mörder, in die Farbe ihres Handwerks gekleidet,
ihre Messer unmännlich mit geronnenem Blute bemahlt--Welcher, der
ein Herz für seinen König hatte, und in diesem Herzen Muth, diese
Liebe zu beweisen, hätte sich da zurükhalten können?
Lady Macbeth.
Helft mir von hier, oh!--
(Sie thut als ob sie ohnmächtig werde.)
Macduff.
Habt auf die Lady acht--
Malcolm.
Warum schweigen wir, wir, die dieses Trauerspiel am nächsten angeht?
Donalbain.
Was läßt sich hier sagen, wo unser Verderben, in einem Bohrer-Loch
verborgen, alle Augenblike hervorstürmen und uns fassen kan.
Hinweg von hier, es ist izt keine Zeit zu Thränen.
Banquo.
Sorget für die Lady--
(Sie wird hinweggeführt.)
Und wenn wir erst unsre nakte Gebrechlichkeit verborgen haben,
dann laßt uns wieder zusammenkommen, und dieser gräßlichen
Blutschuld genauer nachfragen. Furcht und Zweifel erschüttern uns.
Hier in Gottes grosser Hand steh ich, und erkläre mich von da den
unversöhnlichen Gegner des verhüllten Thäters dieser ungeheuern
That.
Macbeth.
Das thue ich auch.
Alle.
Das thun wir alle.
Macbeth.
Sobald wir angekleidet und bewafnet sind, wollen wir in der Halle
zusammenkommen.
Alle.
Wir sind's zufrieden.
(Sie gehen ab.)
Malcolm.
Was habt ihr im Sinn? Ich halt' es nicht vor rathsam, uns ihnen
anzuvertrauen. Einen Schmerz zu zeigen, den man nicht fühlt, ist
eine Pflicht, die dem Unredlichen nicht schwer ankommt. Ich will
nach England.
Donalbain.
Ich, nach Irland. Getrennt werden wir beyde sichrer seyn; wo wir
sind, seh ich lauter Dolche, unter freundlichem Lächeln verstekt,
in jedem Antliz; je näher am Blut, je gefährlicher.
Malcolm.
Dieser mördrische Wurfpfeil, der unsern Vater traf, wird noch immer
geschwungen; und das sicherste ist, ihm auszuweichen. Also, zu
Pferde; laß uns keine Zeit mit Abschiednehmen verliehren; es ist
erlaubt sich selbst wegzustehlen, wo der kleinste Verzug den Tod
bringen kan.
(Sie gehen ab.)
Sechste Scene.
(Ein Plaz vor Macbeths Schlosse.)
(Rosse, mit einem alten Mann, tritt auf.)
Der alte Mann.
Von Siebenzig Jahren her kan ich mich noch wohl besinnen, und in
dieser langen Zeit hab ich fürchterliche Stunden gesehen, und
seltsame Dinge: aber diese schrekliche Nacht hat alles was ich
vormals gekannt habe, zu Kleinigkeiten gemacht.
Rosse.
Ach, guter Vater, du siehst, die Himmel hangen dräuend über diesen
blutigen Schauplaz herab; der Gloke nach ist's Tag, und doch dämpft
finstre Nacht die wandernde Lampe; Macht es die Übermacht der
Nacht, oder die Schaam des Tages, daß dieses nächtliche Dunkel das
Antliz der Erde begräbt, wann lebendes Licht es küssen sollte?
Alter Mann.
Es ist unnatürlich, wie die That, die gethan ist. Lezten Dienstag
ward ein Falke, der im Stolz seines Geschlechts thurmhoch
daherschwebte, von einer mausenden Eule angefallen und getödtet.
Rosse.
Und Duncans Pferde, (die Sache ist so gewiß als sie wunderbar ist!)
diese schönen Thiere, die Zierde ihrer Gattung, wurden plözlich
wild, brachen aus ihren Ställen, schossen wütend umher, und
kämpften unbändig dem Gehorsam entgegen, als ob sie einen Krieg mit
dem Menschen fuhren wollten.
Alter Mann.
Man sagt, sie hätten einander ausgefressen.
Rosse.
Das thaten sie; kaum traute ich meinen eignen Augen, aber ich sah
es selbst. (Macduff zu den Vorigen.) Hier kommt der wakere Macduff.
Wie geht die Welt, Sir?
Macduff.
Wie, seht ihr's nicht?
Rosse.
Weiß man, wer die That gethan hat?
Macduff.
Sie, die Macbeth erschlug.
Rosse.
Götter! was für einen Vortheil konnten sie davon erwarten?
Macduff.
Sie waren bestochen; Malcolm und Donalbain, des Königs Söhne, sind
heimlich entflohen, und haben sich dadurch der That verdächtig
gemacht.
Rosse.
Immer wider die Natur--Unselige Herschsucht, daß du gegen den
Ursprung deines eignen Lebens dich empören kanst!--also wird
vermuthlich die Crone auf Macbeth fallen.
Macduff.
Er ist würklich ausgerufen, und zur Crönung nach Scone abgegangen.
Rosse.
Wo ist Duncans Leiche?
Macduff.
Nach Colmes-Hill gebracht, der geheiligten Gruft, wo die Gebeine
seiner Väter ruhen.
Rosse.
Geht ihr nach Scone?
Macduff.
Nein, Vetter, ich will nach Fife.
Rosse.
Gut, so will ich dahin.
Macduff.
Wohl, ich wünsche, daß ihr die Sachen dort nach Wunsch antreffet;
lebet wohl! Leicht können uns unsre alten Röke bequemer gesessen
haben, als die neuen!
Rosse.
Lebet wohl, Vater.
Alter Mann.
Gottes Segen geh mit euch, und mit allen, die gern aus Bösem Gutes,
und aus Feinden Freunde machten!
(Sie gehen ab.)
Dritter Aufzug.
Erste Scene.
(Ein Zimmer im Palast.)
(Banquo tritt auf.)
Banquo.
So hast du's also? Glamis, Cawdor, König, alles was dir die
Zauberinnen versprochen haben; ich fürchte sehr, du bist auf keine
gute Art dazu gekommen; und doch wurde gesagt, es sollte nicht bey
deinen Nachkommen bleiben, sondern ich selbst sollte die Wurzel und
der Stammvater vieler Könige seyn. Wenn Wahrheit von ihnen kommen
kan, (wie ihre Anrede an dich, Macbeth, zu beweisen scheint) warum
können sie nicht eben so wohl meine Orakel seyn, und mich zu
Hoffnung anfrischen?--Doch stille! nichts mehr hievon. (Trompeten.
Macbeth als König, Lady Macbeth, Lenox, Rosse, Lords und
Hofdiener.)
Macbeth.
Hier ist unser vornehmster Gast.
Lady.
Wenn er vergessen worden wäre, so hätte es wie eine gähnende Lüke
in unserm Fest ausgesehen, und alles andre entstellt.
Macbeth.
Wir haben auf die Nacht ein festliches Gastmal, Sir, und ersuchen
euch um eure Gegenwart.
Banquo.
Nach eurer Hoheit Befehl; an deren jeden meine Pflicht durch ein
unauflößliches Band auf ewig geknüpft ist.
Macbeth.
Ihr verreiset diesen Nachmittag?
Banquo.
Ja, mein gnädigster Herr.
Macbeth.
Wir wollten uns sonst euren guten Rath (der allezeit weise und
glüklich war) in der heutigen Raths-Versammlung ausgebetten haben,
doch es ist morgen früh genug dazu. Geht die Reise weit?
Banquo.
So weit, daß ich die ganze Zeit zwischen izt und dem Nachtessen
dazu gebrauchen werde. Wenn mein Pferd nicht das beste thut, so
werd' ich noch eine oder zwoo dunkle Stunden von der Nacht
entlehnen müssen.
Macbeth.
Bleibet ja nicht von unserm Gastmal aus.
Banquo.
Mein gebietender Herr, ich will nicht fehlen.
Macbeth.
Wir hören, unsre blutigen Vettern haben sich nach England und
Irland gemacht, läugnen ihren grausamen Vater-Mord, erfüllen ihre
Hörer mit seltsamen Erfindungen--Doch, hievon morgen, mit andern
Angelegenheiten, die den Staat betreffen, und unsre vereinigte
Aufmerksamkeit fodern. Geht ihr zu Pferde! Adieu, bis auf die
Nacht. Geht Fleance mit euch?
Banquo.
Ja, gnädigster Herr, wir können nicht länger verweilen--
Macbeth.
Ich wünsche euern Pferden schnelle und sichre Füsse, und hiemit
empfehl' ich euch ihrem Rüken. Lebet wohl.
(Banquo geht ab.)
Laßt bis Abends um sieben Uhr, jedermann Meister von seiner Zeit
seyn; das Vergnügen der Gesellschaft desto besser zu schmeken,
wollen wir selbst bis zum Abendessen allein seyn; bis dahin, sey
Gott mit euch!
(Lady Macbeth und Lords gehen ab.)
Zweyte Scene.
(Macbeth und ein Bedienter bleiben.)
Macbeth.
Camerad, ein Wort mit dir; sind diese Männer bey der Hand, die wir
foderten?
Bedienter.
Gnädigster Herr, sie warten bey der Schloß-Pforte.
Macbeth.
Führe sie vor uns--
(Der Bediente geht ab.)
Das zu seyn, ist noch nichts; aber es mit Sicherheit zu seyn--Wir
haben grosse Ursachen, diesen Banquo zu fürchten; es herrscht ein
Etwas in seiner Königlichen Seele, das gefürchtet werden will.
Sein Muth reicht weit, und zu dieser unerschroknen Stählung seines
Gemüths, besizt er eine Klugheit, die seinen Muth regiert, und
seinen Unternehmungen Sicherheit giebt. Er ist der einzige, dessen
Daseyn ich fürchte. In seiner Gegenwart allein wird mein Genius
gedämpft, wie man erzählt, daß Antons seiner es vor Cäsars war. Er
redte die Schwestern trozig an, da sie zum erstenmal den Königs-
Titel auf mich legten, und befahl ihnen, zu ihm zu reden; und dann
grüßten sie ihn, prophetisch, den Vater einer Reyhe von Königen.
Auf mein Haubt sezten sie eine unfruchtbare Crone, und gaben mir
einen dürren Scepter in meine Hand, damit er von einer fremden Hand
mir einst entwunden werde. Ist es so, so hab ich für Banquos
Nachkömmlinge meine Seele beflekt, für sie den huldreichen Duncan
ermordet; für sie auf ewig den Frieden meines Herzens verlohren,
und mein unvergängliches Kleinod dem allgemeinen Feind der Menschen
verkauft, um sie zu Königen zu machen--die Nachkommen des Banquo zu
Königen: Eh diß seyn soll, eh komme der Tod in die Schranken, und
fordre mich zum Kampf aufs Leben heraus!--Wer ist hier? (Der
Bediente kommt mit zween Mördern zurük.) Geh vor die Thüre, und
warte dort, bis wir ruffen. War es nicht gestern, als wir mit
einander sprachen?
Mörder.
Es war so, Gnädigster Herr.
Macbeth.
Wohlan dann, habt ihr meinen Reden nachgedacht? Ihr wißt nun, daß
er es war, der in vergangnen Zeiten das Glük euch so ungeneigt
machte; ihr bildtet euch ein, daß es unser unschuldiges Selbst wäre;
aber, es ist euch in unsrer lezten Unterredung bewiesen worden,
wie man mit euch umgegangen ist; was für Kunstgriffe man gebraucht,
wer die Werkzeuge dazu waren, wer sie in Bewegung sezte, kurz,
solche Umstände, die einer halben Seele und dem schwächsten Begriff
sagen mußten: das that Banquo.
1. Mörder.
In der That, wir wurden überzeugt.
Macbeth.
Nunmehr komm' ich auf den andern Punct. Findet ihr eine so
übermäßige Geduld in eurer Natur, daß ihr das so gehen lassen
könnt? Seyd ihr so gar fromm, daß ihr für diesen wakern Mann und
seine Nachkommen beten könnt--für den, der euch bis ans Grab
niedergebeugt, und auf immer zu Bettlern gemacht hat?
1. Mörder.
Wir sind Männer, mein Gnädigster Oberherr.
Macbeth.
Ja, ja, in der allgemeinen Claßification geht ihr unter diesem
Namen, so wie Windhunde, Wachtelhunde, Pudel, Möpse, Bullen-Beisser,
Schäferhunde, alle unter dem allgemeinen Namen Hund begriffen
werden; die besondere Bestimmung unterscheidet den schnellen, den
langsamen, den schlauen, den Haushüter, den Jäger, einen jeden
durch eine gewisse Gabe der gütigen Natur, die seiner Art eigen ist,
und ihn aus der allgemeinen Gattung auszeichnet. So ist es auch
mit den Menschen. Nun, wenn ihr dann Männer seyd, und in der Reyhe
der verschiednen Arten an ächter Mannheit nicht die allerlezten, so
sagt es, und ich will ein Geschäft in euern Busen legen, dessen
Ausführung euch von einem Feinde befreyen und zugleich an unser
eignes Herz anklammern wird; indem sein Tod allein uns eine
vollkommne Zufriedenheit gewähren kan.
2. Mörder.
Ich bin einer, den die Streiche und Mißhandlungen der Welt
dermassen aufgebracht haben, daß ich bereit bin, ihr zu Troz alles
zu unternehmen.
1. Mörder.
Und ich ein andrer, der es so überdrüßig ist, sich, immer zu seinem
Nachtheil, mit dem Glük herumzubalgen, daß ich alle Augenblike
bereit bin, mein Leben auf das ungewisseste Spiel zu sezen, und es
zu verbessern, oder seiner gar loß zu werden.
Macbeth.
Ihr wisset beyde, daß Banquo euer Feind war--
Mörder.
Ja, Gnädigster Herr.
Macbeth.
Er ist auch der meinige, und mit einem so blutigen Hasse, daß eine
jede Minute, die sein Daseyn verlängert, das meinige in Gefahr sezt;
und ob ich gleich Macht genug hätte, ihn öffentlich aus meinem
Gesicht wegzutilgen, so mag ich's doch um gewisser Freunde willen
nicht thun, die auch die seinigen sind, und deren Zuneigung ich
nicht gerne verscherzte; die Klugheit fordert, daß ich den Fall
desjenigen beweine, den ich selbst zu Boden geschlagen habe; und
daher kommt es, daß ich euern Beystand nöthig habe, um die Sache,
aus besondern wichtigen Ursachen, vor dem öffentlichen Auge zu
verbergen.
2. Mörder.
Gnädigster Herr, wir sind zu allem entschlossen, was ihr uns
befehlen könnt.
1. Mörder.
Wenn gleich unser Leben--
Macbeth.
Eure Geister scheinen durch euch hervor. Binnen einer Stund', aufs
längste, will ich euch über Zeit, Ort und Augenblik den nähern
Unterricht geben, denn es muß bey Nacht gethan werden, und in
einiger Entfernung von dem Palast--aber das muß noch genauer
bestimmt werden--und mit ihm soll, um reine Arbeit zu machen, auch
Fleance, sein Sohn, der ihm Gesellschaft leistet, und dessen
Hinwegräumung mir nicht weniger wichtig ist, als seines Vaters, das
Schiksal dieser finstern Stunde theilen. Bedenket euch nun allein,
ich will gleich wieder zu euch kommen.
Mörder.
Wir sind schon entschlossen, Gnädigster Herr.
Macbeth.
Gut, so will ich euch wieder ruffen lassen; geht indeß auf die
Seite--
(die Mörder gehen ab.)
Es ist beschlossen--Banquo, wenn deine Seele dem Himmel zufliegen
will, so muß sie ihn in dieser Nacht ausfindig machen.
Dritte Scene.
(Ein andres Zimmer im Palast.)
(Lady Macbeth und ein Bedienter.)
Lady.
Ist Banquo schon abgereist?
Bedienter.
Ja, Gnädigste Frau, aber er kommt auf die Nacht wieder zurük.
Lady.
Sage dem Könige, ich möchte, wenn's ihm gelegen ist, ein paar Worte
mit ihm sprechen.
(Der Bediente geht.)
Alles ist verlohren, und nichts gewonnen, wenn wir das Ziel unsrer
Wünsche nicht mit unsrer Zufriedenheit erkauft haben--
(Macbeth tritt auf.) Wie steht's, Milord? warum so viel allein?
wozu soll es dienen, daß ihr die verdrieslichsten Einbildungen zu
eurer Gesellschaft macht, und euch mit Gedanken unterhaltet, die
mit denen, an welche sie denken, gestorben seyn sollten? An Dinge
die nicht zu ändern sind, sollt' auch nicht gedacht werden; was
gethan ist, ist gethan.
Macbeth.
Wir haben die Schlange zerstükt, nicht getödtet--Sie wird wieder
zusammenwachsen, und sie selbst seyn; indeß daß unsre arme
einfältige Boßheit der Gefahr ihrer vorigen Zähne ausgesezt bleibt.
Aber ehe sollen beyde Welten aus ihren Angeln fallen, und alle
Wesen unter ihrem Gewicht zertrümmern, eh wir unser Brod mit
Zittern essen, und in der Beängstigung dieser schreklichen Träume
schlafen wollen, die uns bey nächtlicher Weil' erschüttern. Besser
bey dem Todten seyn, (den wir, diesen Plaz zu erhalten, in seine
Ruhe gesandt haben,) als auf dieser Folter des Gemüths in rastloser
Pein zu ligen--Duncan ligt in seinem Grabe; auf das unruhvolle
Fieber des Lebens, schläft er wohl; Verrätherey hat ihr ärgstes
gethan; nun kan weder Gift, noch Stahl, weder einheimische Boßheit,
noch auswärtiger Anfall, nichts kan ihn mehr berühren.
Lady.
Kommt, kommt, mein liebster Lord, heitert diese finstern Blike auf;
seyd munter und Jovialisch, unter euern Gästen, auf die Nacht.
Macbeth.
Das will ich, meine Liebe, und ich bitte, seyd es auch.
Sonderheitlich habt eine immer geschäftige Achtung für Banquo; thut
ihm mit Bliken und Worten, alle ersinnliche Ehre an; noch erheischt
es die Zeit, daß wir unsre Würde vergessen, uns zu Schmeicheleyen
herablassen, und unsre Gesichter zu lächelnden Masken unsrer Herzen
machen.
Lady.
Denkt nicht an das.
Macbeth.
O, mein Gemüth ist mit Scorpionen angefüllt, theures Weib! du
weißt, daß Banquo und sein Fleance leben!
Lady.
Aber in beyden ist der Abdruk der Natur nicht unsterblich.
Macbeth.
Das ist noch der Trost, daß sie zerstörbar sind; also, sey du gutes
Muths. Eh noch die Fledermaus ihren einsiedlerischen Flug beginnen
wird, eh auf der schwarzen Hecate Ruf, der Scherben-gebohrne Käfer,
mit seinem schläfrigen Sumsen die gähnende Nacht einläutet, soll
eine That von furchtbarem Inhalt gethan seyn.
Lady.
Was soll dann geschehen?
Macbeth.
Sey lieber unwissend, mein liebstes Hühnchen, bis du der
vollbrachten That zujauchzen kanst. Komm, blendende Nacht,
schliesse das zärtliche Auge des mitleidigen Tags, durchstreiche
mit deiner blutigen und unsichtbaren Hand, und zerreiß in Stüken
diesen grossen Schuldbrief, der mich so bleich aussehen macht.--Die
Nacht wird diker, und die Krähe fliegt dem dohlen-vollen Gehölze zu;
alle guten Tag-Geschöpfe fangen an zu niken und einzuschlummern,
indeß daß die schwarzen Hausgenossen der Nacht auf ihren Raub
ausgehen. Du erstaunst über meine Reden; aber sey ruhig; Dinge,
die einen bösen Anfang haben, können nur durch Übelthaten
fortgeführt werden. Begnüge dich hiemit, und folge mir.
(Sie gehen ab.)
Vierte Scene.
(Verwandelt sich in einen Parc; in einiger Entfernung von dem
Schlosse.)
(Drey Mörder treten auf.)
1. Mörder.
Aber wer befahl dir, zu uns zu stossen?
3. Mörder.
Macbeth.
2. Mörder.
Wir haben keine Ursache, Mißtrauen in ihn zu sezen, da er dasjenige
was wir zu thun haben, an den rechten Mann berichten wird.
1. Mörder.
So stehe zu uns. Der Westen schimmert noch von einigen verlohrnen
Stralen; der verspätete Wandrer verdoppelt izt die Schritte, um
zeitig in die Herberge zu kommen, und der Gegenstand unsrer Wache
nähert sich.
3. Mörder.
Horcht, ich höre Pferde.
Banquo (hinter der Scene.)
Gebt uns Licht, hier, he!
2. Mörder.
So ist ers: die andern, die erwartet wurden, sind alle schon bey
Hofe.
1. Mörder.
Seine Pferde machen einen Umweg.
3. Mörder.
Schier um eine halbe Stunde: aber er und fast jedermann pflegt den
Weg von hier bis zur Schloßpforte zu nehmen, weil er durch den Park
angenehmer ist. (Banquo und Fleance treten auf, mit einer Fakel.)
2. Mörder.
Ein Licht, ein Licht.
3. Mörder.
Er ist's.
1. Mörder.
Macht euch fertig.
Banquo.
Es giebt einen Regen auf die Nacht.
1. Mörder.
Laß ihn nur fallen.
(Sie fallen über Banquo her.)
Banquo.
O, Verrätherey! Flieh, Fleance, flieh, flieh, flieh; du kanst mein
Rächer seyn. O! Sclave.
(Banquo stirbt, Fleance entflieht.)
3. Mörder.
Wer löschte das Licht aus?
3. Mörder.
Es ist nur eins gethan, der Sohn ist entwischt.
2. Mörder.
Wir haben die beßre Hälfte unsers Geschäfts verlohren.
1. Mörder.
Gut, wir wollen gehn, und sagen, was gethan ist.
(ab.)
Fünfte Scene.
(Verwandelt sich in einen prächtigen Saal im Schlosse.)
(Eine aufgerüstete Tafel, mit Speisen. Macbeth, Lady Macbeth,
Rosse, Lenox, Lords und Gefolge treten auf.)
Macbeth.
Ihr kennt euren Rang, Milords, sezt euch, alle, vom ersten zum
lezten, herzlich willkommen!
Lords.
Wir danken Eu. Majestät.
Macbeth.
Wir wollen uns selbst bald hier bald da unter die Gesellschaft
mischen, und den aufwartsamen Gastwirth machen; Unsre Wirthin
scheint ihre Rolle zu vergessen, aber wir wollen sie bey
Gelegenheit ersuchen, ihre Gäste willkommen zu heissen.
(Sie sezen sich.)
Lady.
Thut Ihr's an meiner Statt, Sir, gegen alle unsre Freunde; mein
Herz wenigstens heißt sie alle willkommen.
(Der erste Mörder kommt an die Thüre.)
Macbeth.
Sieh, wie ihre dankbaren Herzen dir entgegen wallen! Beyde Seiten
sind besezt; hier will ich mich in die Mitte sezen; seyd munter,
wir wollen bald den Becher rund um die Tafel gehen lassen--
(er erblikt den Mörder, geht gegen die Thüre zu, und sagt leise:)
Es ist Blut in deinem Gesicht--
Mörder.
So ist es Banquo's.
Macbeth.
Ist er geliefert?
Mörder.
Gnädigster Herr, ich erspart' ihm die Mühe, sich die Gurgel selbst
abzuschneiden.
Macbeth.
Du bist der Erste unter allen Gurgel-Abschneidern; und der nächste
an dir ist, der dem Fleance das nehmliche that; Wenn du der wärst,
so hast du deines gleichen nicht.
Mörder.
Königlicher Herr, Fleance ist entronnen.
Macbeth.
So kommt mein Fieber wieder; sonst wär' ich vollkommen gesund
gewesen; ganz wie Marmor, gegründet wie ein Fels, unumschränkt und
allgemein, wie die umgebende Luft: Nun bin ich eingeschlossen,
angebunden, und meinen alten Zweifeln und Besorgnissen überliefert.
Aber Banquo ist doch sicher?
Mörder.
Ja, mein Gnädigster Herr: Denn er ligt in einem Graben, mit zwanzig
tiefen Wunden in seinem Kopfe, wovon die kleinste tödtlich war.
Macbeth.
Ich danke dir; hier liegt die erwachsne Schlange; der Wurm, der
entflohen ist, hat die Fähigkeit, mit der Zeit Gift zu zeugen, aber
keine Zähne für die dermalige. Geh du izt, morgen wollen wir's
noch einmal hören.
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