Gern war ich neben ihn hinabgeklommen. Doch wagt ichs nicht und ging, das Haupt geneigt, Wie wer da geht von Ehrfurcht eingenommen, "Du, welcher vor dem Tod herniedersteigt," Begann er nun, "welch Schicksal führt dein Streben? Und wer ist der, der dir die Pfade zeigt?" "Dort oben," sprach ich, "in dem heitern Leben War ich, eh reif mein Alter, ohne Rat Verirrt und rings von einem Tal umgeben. Aus dem ich eben gestern morgens trat. Zurück ins Tal wollt ich, da kam mein Leiter Und führt mich wieder heim auf diesem Pfad." Drauf sprach er: "Folgst du deinem Sterne weiter. Dann, wenn ich recht bemerkt im Leben, schafft Er dich zum Hafen, ehrenvoll und heiter. Und hätte mich der Tod nicht weggerafft, Hart ich, da dir so hold die Sterne waren, Dich selbst zum Werk gestärkt mit Mut und Kraft. Doch jenem Volk von schnöden, Undankbaren, Das niederstieg von Fiesole und fast Des Bruchsteins Härte noch scheint zu bewahren, Ihm bist du, weil du wacker tust, verhaßt; Mit Recht, weil übel stets zu Dorngewinden Mit herber Frucht die süße Feige paßt. Man heißt sie dort nach altem Ruf die Blinden, Voll Geiz, Neid, Hochmut, faul an Schal und Kern-- Laß rein dich stets von ihren Sitten finden, So großen Ruhm bewahrt dir noch dein Stern, Daß beide Teile hungrig nach dir ringen, Doch dieses Kraut bleibt ihrem Schnabel fern. Das Fiesolaner Vieh mag sich verschlingen, Sich gegenseits, doch nie berührs ein Kraut, Kann noch sein Mist hervor ein solches bringen, In dem man neubelebt den Samen schaut Von jenen Römern, welche dort geblieben. Als man dies Nest der Bosheit auferbaut." "War einst, was ich gewünscht, des Herrn Belieben," Entgegnet ich, "gewiß, ihr wäret nicht Noch aus der menschlichen Natur vertrieben. Das teure, gute Vaterangesicht, Noch seh ichs vor betrübtem Geiste schweben, Noch denk ich, wie ihr mich im heitern Licht Gelehrt, wie Menschen ewgen Ruhm erstreben, Und wie mir dies noch teuer ist und wert, Soll kund, solang ich bin, die Zunge geben. Was ihr von meiner Laufbahn mich gelehrt, Bewahr ich wohl--Werd ich die Herrin schauen Nebst anderm Text wird mir auch dies erklärt. Dem aber, will ich, sollt ihr fest vertrauen: Ists nur mit dem Gewissen wohlbestellt, Dann macht kein Schicksal, wies auch sei, mir Grauen. Mir ist nicht neu, was eure Red enthält. Doch mag der Bauer seine Hacke schwingen Und seinen Kreis das Glück, wies ihm gefällt." Rechts kehrte sich Virgil, indem wir gingen, Nach mir zurück und sah mich an und sprach: "Gut hören, dies behalten und vollbringen." Ich aber ließ drum nicht im Sprechen nach, Und wünschte die berühmtesten zu kennen Von den Genossen dieser Pein und Schmach. Drauf Herr Brunett: "Gut ist es, einge nennen, So wie von andern schweigen löblich scheint, Auch würd ich nicht von allen sagen können. Gelehrte sind und Pfaffen hier vereint Von großem Ruf, die einst besudelt waren Mit jenem Fehl, den jeder nun beweint. Franz von Accorso geht in diesen Scharen, Auch Priscian, und war dirs nicht zu schlecht, Vorhin so schnöden Aussatz zu gewahren, So sahst du jenen, den der Knechte Knecht Zwang, nach Vicenz vom Arno aufzubrechen, Allwo der Tod sein toll Gelüst gerächt. Gern sagt ich mehr--doch mit dir gehn und sprechen Darf ich nicht länger, denn schon hebt sich dicht Ein neuer Rauch auf jenen sandgen Flächen. Auch naht hier Volk, von dem mich das Gericht Geschieden hat--Mein Schatz sei dir empfohlen, Ich leb in ihm noch--mehr begehr ich nicht." Hier wandt er sich, die andern einzuholen, Wie nach dem Ziel mit grünem Tuch geziert. Der Veroneser läuft mit flüchtgen Sohlen, Und schien, wie wer gewinnt, nicht wer verliert Sechzehnter Gesang Ich war am Ort, wos widerhallend brauste Vom Wasser, das da stürzt ins nächste Tal, Als ob ein Schwarm von Bienen summt und sauste; Da rannten Schatten her, drei an der Zahl, Und trennten sich von einer größern Bande, Die hinlief durch des Feuerregens Qual, Und schrien: "Halt du, wir sehn es am Gewande Dir deutlich an, du bist hierher versetzt Aus unserm eignen schnöden Vaterlande." Ach, alt und neue Wunden, eingeätzt Von Flammen, sah ich nun in ihrem Fleische, Und noch voll Mitleid denk ich ihrer jetzt. Mein Meister horcht auf dieses Schmerzgekreische Und sah mich an und sprach: "Hier harren wir! Bedenke jetzt, was Höflichkeit erheische. Denn wäre nicht der Feuerregen hier, Nach der Natur des Orts, so würd ich sagen: Die Eile zieme, mehr als ihnen, dir." Ich stand und hörte neu ihr altes Klagen; Zu uns gekommen waren alle nun, Da sah ich sie sich selbst im Kreise jagen. Wie nackende gesalbte Kämpfer tun, Die Griff und Vorteil zu erforschen pflegen, Indessen noch die Püff und Stöße ruhn; So sah ich sie im Kreise sich bewegen, Mir immerdar das Antlitz zugewandt, Und Hals und Fuß an Richtung sich entgegen. Und einer sprach: "Wenn dieser lockre Sand Und unsre Not uns nicht verächtlich machte. Und unsre Haut, so rußig und verbrannt, Dann unser Flehn, ob unsers Rufs, beachte; Sprich, wer bist du? Wie lebend hier erscheinst? Und was dich sicher her zur Hölle brachte? Der, welchem du mich folgen siehst, war einst, Muß er auch nackt hier und geschunden rennen. Von höherm Range wohl, als du vermeinst. Wer hörte nicht Gualdradas Enkel nennen, Den Guidoguerra, dessen Schwert und Geist Wohl Puglia und Florenz als tüchtig kennen? Der hinter mir den lockern Sand durchkreist, Tegghiajo ists, des Rat man noch auf Erden, Obwohl man ihm nicht folgt, als heilsam preist. Ich, ihr Genoss in schrecklichen Beschwerden, Bin Jakob Rusticucci, und mich ließ Mein böses, wildes Weib so elend werden."-- Wenn irgend was vorm Feuer Schutz verhieß. So stürzt ich gern mich unter sie hernieder, Auch litt, so glaub ich, wohl mein Meister dies. Allein verbrannt hätt ich auch meine Glieder, Drum unterdrückte Furcht in mir die Lust, Die Jammervollen zu umarmen, wieder. "Nicht der Verachtung bin ich mir bewußt," Begann ich, "nur des Leids für euch Geplagte, Und schwer verwinden wird es meine Brust. Ich fühlt es, als mein Herr mir Worte sagte, Durch welche mir es deutlich ward und klar, Daß, wer hier komme, hoch auf Erden ragte. Ich bin aus eurer Stadt, und nimmerdar Wird eures Tuns ruhmvoll Gedächtnis schwinden, Das immer mir auch lieb und teuer war. Ich ließ die Gall, um süße Frucht zu finden, Die mein wahrhafter Führer prophezeit, Doch muß ich erst zum Mittelpunkt mich winden." "Soll lang noch deine Seele das Geleit Der Glieder sein," so sprach nun er dagegen, "Soll leuchten noch dein Ruf nach deiner Zeit, So sage mir, bewohnen, wie sie pflegen, Wohl unsre Stadt noch Kraft und Edelmut? Sind sie verbannt und völlig unterlegen? Denn Borsiere, welcher diese Glut Seit kurzem teilt, und dort mit andern schreitet, Erzählt uns manches, was uns wehe tut!--" "Neu Volk und schleuniger Gewinn verleitet Zu Unmaß dich und Stolz, der dich betört, Florenz, und dir viel Leiden schon bereitet!" Ich riefs, das Aug emporgewandt, verstört. Starr sahn die drei sich an bei meinen Reden, Wie man sich anstarrt, wenn man Wahrheit hört. "Wir wünschen Glück, wenn du so wohlfeil jeden Abfertgen kannst," war aller Gegenwort, "Und dirs bekommt, nach Herzenslust zu reden. Entkommst du einst aus diesem dunkeln Ort Und siehst den Sternenglanz, den schönen, süßen, Und sagst dann froh und heiter: Ich war dort, Vergiß dann nicht, die Welt von uns zu grüßen!"-- Hier aber brachen sie den Kreis und flohn Voll Eil und wie mit Flügeln an den Füßen. Eh man ein Amen ausspricht, waren schon Sie alle drei aus meinem Blick verschwunden. Drum ging sogleich mein Meister auch davon. Ich folgt ihm nach, um Weitres zu erkunden, Worauf uns bald des Stroms Gebraus erklang, So nah, daß wir uns sprechend kaum verstunden. Gleich jenem Flusse mit dem eignen Gang, Des Fluten ostwärts vom Berg Veso toben. Vom Apennin an seinem linken Hang; Das stille Wasser heißt er erst dort oben, Dann senkt er sich und wird bei Forli bald Des ersten Namens wiederum enthoben-- Des Sturz dort ob Sankt Benedikt erschallt. Wo seine Wellen in den Abhang brausen, Der groß für Tausend ist zum Aufenthalt: So brach von einem Felsenhang voll Grausen Der rotgefärbte Fluß sich brüllend Bahn, Und kaum ertrug das Ohr sein wildes Sausen. Mit einem Stricke war ich umgetan, Und manches Mal mit diesem Gurte dachte Ich das gefleckte Panthertier zu sehn. Nachdem ich los von mir den Gürtel machte, Wie ich vom Führer mir geboten fand, Macht ich ein Knäuel draus, das ich ihm brachte. Er aber kehrte dann sich rechter Hand Und schleuderte zum tiefen Felsenschlunde Das Knäul hinunter ziemlich weit vom Rand. "Entsprechend", dacht ich, "muß die neue Kunde Dem neuen Wink und diesem Blicke sein, Womit mein Meister schaut zum tiefen Grunde." Stets präge doch der Mensch sich Vorsicht ein Mit solchen, die des Herzens Sinn erspähen, Und nicht sich halten an die Tat allein. Er sprach: "Bald werden wir auftauchen sehen, Was ich erwart; und das, was du gedacht, Wird deutlich bald vor deinen Blicken stehen." Bei Wahrheit, die der Lüge gleicht, habt acht, Soviel ihr könnt, euch nimmer auszusprechen, Sonst werdet ihr ohn eure Schuld verlacht. Doch kann ich mich zu reden nicht entbrechen Und schwör, o Leser, dir, bei dem Gedicht, Dem nimmer möge Huld und Gunst gebrechen: Ich sah durch jene Lüfte schwarz und dicht Ein Bild, nach oben schwimmend, sich erheben, Dem Kühnsten wohl ein wunderbar Gesicht-- Wie jemand kehrt, der sich hinabbegeben. Den Anker, der im Felsenrisse steckt, Zu lösen, wenn er sich beim Aufwärtsstreben Von unten einzieht und nach oben streckt. Siebzehnter Gesang Sieh hier das Untier mit dem spitzen Schwanze, Der Berge spaltet, Mauer bricht und Tor! Sieh, was mit Stank erfüllt das große Ganze! So hob mein Führer seine Stimm empor Und rief mit seinem Wink das Tier zum Rande, Bis nah zu unserm Marmorpfade vor. Da kam des Truges Greuelbild zum Lande Und schob den Kopf und dann den Rumpf heran, Doch zog es nicht den scharfen Schweif zum Strande. Von Antlitz glich es einem Biedermann Und ließ von außen Mild und Huld gewahren, Doch dann fing die Gestalt des Drachen an. Mit zweien Tatzen, die bedeckt mit Haaren, Und Rücken, Brust und Seiten, die bemalt Mit Knoten und mit kleinen Schnörkeln waren; Vielfarbig, wie kein Werk Arachnes strahlt, Wie, was auch Türk und Tatar je gewoben, So bunt doch nichts an Grund und Muster prahlt. Wie man den Kahn, im Wasser halb, halb oben, Am Lande sieht an unsrer Flüsse Strand, Und wie, zum Kampf den Vorderleib erhoben. Der Biber in der deutschen Fresser Land; So sah ich jetzt das Ungeheuer, ragend Und vorgestreckt auf unsers Dammes Rand, Wild zappelnd, mit dem Schweif durchs Leere schlagend, Und, mit der Skorpionen Wehr versehn, Die Gabel windend und sie aufwärts tragend. Mein Führer sprach: Jetzt müssen wir uns drehn Und auf gewundnem Pfad zum Ungeheuer Dorthin, wos jetzo liegt, hinuntergehn. Nun führte rechter Hand mich mein Getreuer Nur wenig Schritt hinab am Rande fort, Den heißen Sand vermeidend und das Feuer. Und unten angelangt, erkannt ich dort Noch etwas vorwärts auf dem Sande Leute, Nah sitzend an des Abgrunds dunklem Bord, Mein Meister sprach: "Erkennen sollst du heute Den ganzen Binnenkreis mit seiner Pein, Drum geh und sieh, was jenes Volk bedeute. Doch kurz nur dürfen deine Worte sein. Ich will indes mich mit dem Tier vernehmen, Den starken Rücken uns zur Fahrt zu leihn." So mußt ich einsam mich zu gehn bequemen Am Rand des siebenten der Kreis und nahm Den Weg zum Sitze der betrübten Schemen. Aus jedem Auge starrte Schmerz und Gram, Indes die Hand, jetzt vor dem heißen Grunde, Jetzt vor dem Dunst dem Leib zu Hilfe kam. So scharren sich zur Sommerzeit die Hunde, Wenn Floh sie oder Flieg und Wespe sticht, Jetzt mit dem einen Fuß, jetzt mit dem Munde. Die Augen wandt ich manchem ins Gesicht, Der dort im Feuer saß und heißer Asche; Und keinen kannt ich, doch entging mir nicht, Vom Halse hänge jedem eine Tasche, Bezeichnet und bemalt, und wie voll Gier Nach diesem Anblick noch ihr Auge hasche. Ich sah, wie ich genaht, ein blaues Tier Auf gelbem Beutel, wie auf einem Schilde, Das schien ein Leu an Kopf und Haltung mir. Dann blickt ich weiter durch dies Qualgefilde, Und sieh, ein andrer Beutel, blutigrot, Zeigt eine butterweiße Gans im Bilde. Ein blaues Schwein auf weißem Sacke bot Sich dann dem Blick, und seine Stimm erheben Hört ich den Träger: "Du hier vor dem Tod? Fort! Fort! Doch wisse, weil du noch am Leben Bald findet mir mein Nachbar Vitalian, Zur Linken seinen Sitz, hier gleich daneben. Oft schrein mich diese Florentiner an, Mich Paduaner, mir zum größten Schrecken: Möcht aller Ritter Ausbund endlich nahn! Wo mag doch die Dreischnabeltasche stecken?"-- Hier zerrt ers Maul schief, und die Zunge zog Er vor, gleich Ochsen, so die Nase lecken. Schon fürchtet ich, da ich so lang verzog, Den Zorn des Meisters, der auf Eil gedrungen, Daher ich schnell mich wieder rückwärts bog. Auch fand ich, daß er schon sich aufgeschwungen Und auf das Kreuz des Ungetüms gesetzt. Er sprach: "Stark sei dein Mut und unbezwungen! Hinunter gehts auf solcher Leiter jetzt. Steig vorn nur auf, ich will inmitten sitzen. Daß dich des Schwanzes Stachel nicht verletzt." Wie wer mit totenkalten Fingerspitzen Das Fieber nahen fühlt und doch nicht wagt, Wenn er schon zitternd bebt, sich zu erhitzen, So wurd ich jetzt bei dem, was er gesagt, Doch machte mich die Scham, gleich einem Knechte, Wenn ihm ein gütger Herr droht, unverzagt. Drum setzt ich auf dem Untier mich zurechte. Und bitten wollt ich (doch erstarb der Ton), Daß er mich halten und umfassen möchte. Doch er, der oft bei der Dämonen Drohn Mich unterstützt und der Gefahr entzogen, Umfaßte mich mit seinen Armen schon. Und sprach: "Geryon, auf! Nun fortgeflogen! Allein bedenke, wen dein Rücken trägt, Drum steige sanft hinab in weiten Bogen." Wie rückwärts sich vom Strand der Kahn bewegt, Schob sichs vom Damm, doch, kaum hinabgeklommen, Ward dann im freien Spielraum umgelegt. Als, wo die Brust war, nun der Schweif gekommen, Ward dieser, wie ein Aalschweif, ausgestreckt, Und mit dem Tatzenpaar die Luft durchschwommen. So, glaub ich, war nicht Phaethon erschreckt, Als einst die Zügel seiner Hand entgingen, Beim Himmelsbrand, des Spur man noch entdeckt; Noch Icarus, als von erwärmten Schwingen Das Wachs herniedertroff, bei Dädals Schrein: Dein Weg ist schlecht, dein Flug wird nicht gelingen; Wie ich, nichts sehend, als das Tier allein, Und rings umher von öder Luft umfangen, Wo nie entglomm des Lichtes heitrer Schein. Daß wir uns langsam, langsam niederschwangen, Im Bogenflug, bemerkt ich nur beim Wehn Der Luft von unten her an Stirn und Wangen. Rechts hört ich schon das Wirbeln und das Drehn Des Wasserfalls und sein entsetzlich Brausen, Und bog mich vorwärts, um hinabzusehn. Doch schüchtern wieder bei des Abgrunds Sausen, Bei Klag und Glut, die ich vernahm und sah, Duckt ich mich hin und zitterte vor Grausen. Was ich erst nicht gesehn, das sah ich da: Wie wir im weiten Kreis hinunterstiegen. Und sah mich überall den Qualen nah-- Gleich wie ein Falk, wenn er, nach langem Wiegen In hoher Luft, nicht Raub noch Lockbild steht, Und ihn der Falkner ruft, herabzufliegen, So schnell er stieg, so langsam niederzieht Und, zürnend, wenn der Herr ihn eingeladen, Im Bogenflug zum fernen Sitze flieht; So setzt uns an den steilen Felsgestaden Geryon ab und flog in großer Eil, Sobald er nur sich unsrer Last entladen, Hinweg, gleich einem abgeschnellten Pfeil. Achtzehnter Gesang Ein Ort der Hölle, namens Übelsäcken, ist eisenfarbig, ganz erbaut von Stein, So auch die Dämme, die ringsum ihn decken. Grad in der Mitte dieses Lands der Pein Gähnt hohl ein Brunnen, weit, mit tiefem Schlunde. Von dem wird seines Orts die Rede sein. Und zwischen Höhl und Felswand gehn im Runde Rings so die Dämme, daß der Täler zehn Abschnitte bilden in dem tiefen Grunde. Wie um ein Schloß mehrfache Gräben gehn. Dahinter wohlverwahrt die Mauern ragen Und sicherer den Feinden widerstehn; So war umgürtet dieser Ort der Plagen; Und wie man Brücken pflegt zum andern Strand Aus solcher festen Schlösser Tor zu schlagen, So sprangen Zacken aus der Felsenwand, Durchschnitten Wäll und Gräben erst und gingen. Wie Räderspeichen, bis zum Brunnenrand. Kaum konnten wir vom Kreuz Geryons springen, So ging links hin mein Meister und befahl Auch mir, auf seinen Spuren vorzudringen. Und ganz erfüllt sah ich das erste Tal Rechts, wohin Klagen meine Blicke riefen. Von neuen Peinigern und neuer Qual. Es waren nackte Sünder in den Tiefen, Geteilt, denn hier zog gegen uns die Schar, Und dort mit uns, nur daß sie schneller liefen; Gleichwie man pflegt in Rom beim Jubeljahr Zum Übergang die Brücke herzurichten Ob übergroßen Andrangs, also zwar, Daß hier gewendet sind mit den Gesichten, Die zu Sankt Peter wallen, nach dem Schloß, Die andern dort sich nach dem Berge richten. Auf schwarzem Stein sprang hier und dort ein Troß Von Teufeln nach, von schrecklichen, gehörnten. Die schlugen wild auf sie von hinten los. Wie sie beim ersten Schlage laufen lernten! Wie sie, nicht harrend auf den zweiten Hieb, Mit jähen, langen Sprüngen sich entfernten! So fiel auf einen, den die Geißel trieb, Mein Auge jetzt hinab, bei dem ich dachte, Daß er nicht fremd mir auf der Erde blieb. Scharf blickt ich hin, damit ich ihn betrachte, Auch hielt mein Führer an, ders zugestand, Daß ich zurück erst einge Schritte machte. Zwar sucht er, bodenwärts den Blick gewandt, Mir mit Gestalt und Angesicht zu geizen, Doch rief ich, da ich dennoch ihn erkannt: "Wenn deine Züge nicht zum Irrtum reizen, So mein ich, daß du Venedigo seist; Doch weshalb steckst du so in scharfen Beizen?" "Nur ungern sag ichs," sprach er drauf, "doch reißt Dein klares Wort mich hin, das mich bezwungen, Weils alte Zeit zurückführt meinem Geist. Ich bins, der in Ghifolen so gedrungen, Daß sie nach des Markgrafen Willen tat, Wie ganz entstellt auch das Gerücht erklungen. Und aus Bologna ist auf gleichem Pfad An diesen Qualort so viel Volk gekommen, Als jetzo diese Stadt kaum Bürger hat. Und sollte dir hierbei ein Zweifel kommen, So denk, um sicher auf mein Wort zu baun. Wie Habsucht uns die Herzen eingenommen." Sprachs, und ein Teufel kam, um einzuhaun, Mit hochgeschwungner Geißel her und sagte: "Fort, Kuppler, fort, hier gibts nicht feile Fraun." Zum Führer ging ich, da ich bebt und zagte, Und bald gelangten wir an einen Ort, Wo aus der Wand ein Felsen vorwärts ragte. Und dieser Zacken dient als Brücke dort; Leicht klommen beide wir hinauf und zogen Rechts hin aus jenen ewgen Kreisen fort. Bald dort, wo unter uns der Fels als Bogen Sich höhlt und Durchgang der Gepeitschten war, Sprach er: "In gleicher Richtung fortgezogen, Sind wir bis jetzt mit jener zweiten Schar, Drum konnten wir sie nicht von vorne sehen. ietzt aber nimm die Angesichter wahr." Wir blieben nun am Rand der Brücke stehen Und sahn den Schwarm, der uns entgegensprang, Denn eilig hieß die Geißel alle gehen. Da sprach mein Hort: "Sieh, noch mit Stolz im Gang, Den Großen, der sich keine Klag erlaubte, Dem aller Schmerz noch keine Trän entrang. So königlich noch an Gestalt und Haupte! Der Jason ists, der durch Verstand und Mut Das Widdervlies dem Volk von Kolchis raubte. Nach Lemnos kam er, als in ihrer Wut Die Fraun, die glühend Eifersucht durchzuckte, Vergossen hatten aller Männer Blut; Wo er durch Worte, täuschend ausgeschmückte. Berückt Hypsipylen, das junge Herz, Die alle Fraun von Lemnos erst berückte. Dort ließ er schwanger sie in ihrem Schmerz. Dies bracht ihn her; und gleiche Straf erheischen Medeas Leiden, einst ihm Spiel und Scherz-- Auch gehn mit ihm, die gleicherweise tauschen. Allein dies sei vorn ersten Tal genug Und denen, so die Geißeln drin zerfleischen." Im Kreuz den zweiten Damm durchschneidend, trug Der Felspfad uns, der, auf den Widerlagen Der Dämme, hier den andern Bogen schlug. Dort, aus dem zweiten Sack, klang dumpfes Klagen, Und Leute sahn wir tief im Grunde sich Laut schnaufend mit den flachen Händen schlagen. Der Dämme Seiten waren schimmelig Vom untern Dunste, der wie Teig dort klebte. Für Aug und Nase feindlich widerlich. Doch vor dem Blick, so sehr ich forschte, schwebte; Noch dunkle Nacht, weil tief der Abgrund ist, Bis ich des Felsenbogens Höh erstrebte. Von hier, wo erst der Blick die Tiefe mißt. Sah ich viel Leut in tiefem Kote stecken, Und, wie mirs vorkam, war es Menschenmist. Ich forscht und sah ein Haupt sich vorwärts strecken, Doch ganz beschmutzt mit Kot, drum könnt ich nicht, Obs Lai, ob Pfaffe sei, genau entdecken. Da schrie er her: "Was bist du so erpicht, Mich mehr als andre Schmutzge zu gewahren?" Und ich: "Weil, ist mir recht, ich dein Gesicht Bereits gesehm, allein mit trocknen Haaren. Alex, Interminei heißest du, Drum seh ich mehr auf dich als jene Scharen." Und er, die Stirn sich schlagend, rief mir zu: "Mich stürzte Schmeichelei herab zur Hölle, Die ich dort übte sonder Rast und Ruh." Da sprach zu mir mein guter Meister: "Stelle Dich etwas vor, und in die Augen fällt Dir eine schmutzge Dirn an jener Stelle. Sieh die Zerzauste, die sich kratzt und krellt Mit kotgen Nägeln, jetzt aufs neue greulich im Mist versinkt und jetzt sich aufrecht stellt, Die Hure Thais ists, jetzt so abscheulich. Fragt einst ihr Buhl: "Steh ich in Gunst bei dir?" Versetzte sie: "Ei, ganz erstaunlich! Freilich!" Doch sei gesättigt unsre Schaulust hier. Neunzehnter Gesang Simon Magus, ihr, o Arme, Blöde, Die, was der Tugend ihr vermählen sollt. Die Dinge Gottes, räuberisch und schnöde, Ihr euch erbuhlt durch Silber und durch Gold, Von euch soll jetzo die Posaun erschallen; Euch zahlt der dritte Sack der Sünden Sold. Erstiegen hatten wir die Felsenhallen Des Stegs, von welchem mitten in den Schoß Des nächsten Schlunds die Blicke senkrecht fallen. Allweisheit, wie ist deine Kunst so groß Im Himmel, auf der Erd, im Höllenschlunde, Und wie gerecht verteilst du jedes Los! Ich sah dort an den Seiten und im Grunde Viel Löcher im schwarzbläulichen Gestein, Gleich weit und sämtlich ausgehöhlt zum Runde. Sie mochten so, wie jene, wo hinein Beim Taufstein Sankt Johanns die Täufer treten, Und enger nicht, doch auch nicht weiter sein. Eins dieser sprengt ich einst, weil ich in Nöten Ein halbersticktes Kindlein drin entdeckt; So seis besiegelt, so will ichs vertreten; Ich sah, daß sich, aus jedem Loch gestreckt, Zwei Füß und Beine bis zum Dicken fanden, Der andre Leib blieb innerhalb versteckt; Sah, wie die Sohlen beid in Flammen standen, Und sah die Knorren zappeln und sich drehn So stark, daß sie wohl sprengten Kett und Banden. Wie wirs an ölgetränkten Dingen sehn, Wo obenhin die Flammen flackernd rennen, So von der Ferse dort bis zu den Zehn. "Gern, Meister," sprach ich, "möcht ich diesen kennen. Der wilder zuckt als die, so ihm gesellt, Und dessen beide Sohlen röter brennen." Und er: "Ich trage dich, wenn dirs gefällt, Arn schiefen Hang hinab--er wird dir zeigen, Wer einst er war, und was im Loch ihn hält." Drauf ich: "Du bist der Herr, und mein Bezeigen Folgt dem gern, was mir als dein Wille kund, Und du verstehst mich auch bei meinem Schweigen." Drauf gings zum vierten Damm, und links zum Schlund Trug mich mein Herr hinab zu neuen Leiden In den durchlöcherten und engen Grund. Er ließ mich nicht von seiner Hüfte scheiden, Auf die er mich gesetzt, bis bei dem Ort Des, der da weinte mit den Füßen beiden. "Du, mit dem Obern unten," sprach ich dort, "Hier eingerammt gleich einem Pfahl, verkünde: Wer bist du? Sprich, ist dir vergönnt dies Wort." Ich stand, dem Pfaffen gleich, dem seine Sünde Der Mörder beichtet, welcher, schon im Loch, Ihn rückruft, daß der Tod noch Aufschub finde. Da schrie er: "Bonifaz, so kommst du doch, So kommst du doch schon jetzt, mich fortzusenden? Und man versprach dir manche Jahre noch? Schon satt des Guts, ob des mit frechen Händen Du trügerisch die schöne Frau geraubt, Um ungescheut und frevelnd sie zu schänden?" Ich stand verlegen, mit gesenktem Haupt, Wie wer nicht recht versteht, was er vernommen. Und sich beschämt kein Gegenwort erlaubt. Da sprach Virgil: "Was stehst du so beklommen? Sag ihm geschwind, daß du nicht jener seist, Den er gemeint!"--Ich eilt, ihm nachzukommen. Die Fuße nun verdrehte wild der Geist Und sprach mit Seufzern und mit dumpfen Klagen: "Was also ists, das so dich fragen heißt? Doch standest du nicht an, dich herzuwagen. Um mich zu kennen, wohl, so sag ich dir, Daß ich den großen Mantel einst getragen. Der Bärin wahrer Sohn war ich, voll Gier Fürs Wohl der Bärlein, und für diese steckte Ich in den Sack dort Gold, mich selber hier. Auch unter meinem Haupt gibts viel Versteckte. Dort, durchgepreßt durch einen Felsenspalt, Sind, die vor mir die Simonie befleckte. Und dort hinab versink auch ich, sobald Der kommt, für welchen ich dich angesehen. Und der mir folgt in diesem Aufenthalt; Doch wird er nicht so lang, als mir geschehen, Die Füße brennend, köpflings eingesteckt, Fest eingepfählt in diesem Loche stehen. Denn nach ihm kommt, zu schlechterm Werk erweckt, Ein Hirt vom Westen, ein gesetzlos Wesen, Das, wie sich ziemt, mich und auch ihn bedeckt. Ein neuer Jason ists, von dem zu lesen Im Makkabäerbuch, dem Philipp wird. Was diesem einst Antiochus Ich weiß nicht, ob ich nicht zu sehr geirrt, Auf solche Red ihm dieses zu versetzen: "Sprich, was verlangt einst unser Herr und Hirt, Zuerst von Petrus wohl an Gold und Schätzen, Um ihm das Amt der Schlüssel zu verleihn?" Komm, sprach er, um mein Werk nun fortzusetzen Was trugs dem Petrus und den andern ein. Als man durch Los einst den Matthias kürte Statt dessen, der ein Raub ward ewger Pein? Nichts ward dir hier, als das, was sich gebührte; Betrachte nur das schlechterworbne Geld, Das gegen Karln zur Kühnheit dich verführte. Und nur weil Ehrfurcht meine Zunge hält Für jene Schlüssel, die du einst getragen, Da du gewandelt in der heitern Welt, Enthalt ich mich, dir Schlimmeres zu sagen: Daß schlecht die Welt durch eure Habsucht ist. Die Guten sanken und die Schlechten ragen. Euch Hirten meinte der Evangelist Bei ihr, die sitzend auf den Wasserwogen Mit Königen zu huren sich vermißt. Sie, mit den sieben Häuptern auferzogen, Sie hatt in zehen Hörnern Kraft und Macht, Solang der Tugend ihr Gemahl gewogen. Eur Gott ist Gold und Silber, Glanz und Pracht. Wohl besser sind die, so an Götzen hangen, Die einen haben, wo ihr hundert macht. Welch Unheil, Konstantin, ist aufgegangen, Nicht, weil du dich bekehrt, nein, weil das Gut Der erste reiche Papst von dir empfangen!" Indes ich also sprach mit keckem Mut, Da, seis daß Zorn ihn, daß ihn Reue nagte. Verdreht er beide Bein in großer Wut. Doch schiens, daß es dem Führer wohlbehagte; So stand er dort, zufrieden, aufmerksam. Als ich so nachdrucksvoll die Wahrheit sagte; Worauf er mich mit beiden Armen nahm, Und als er mich an seine Brust gewunden, Den Weg zurückestieg, auf dem er kam. Er trug, nie matt, wie fest er mich umwunden. Mich auf des Bogens Höhe sonder Rast, Durch den der viert und fünfte Damm verbunden. Dort setzt er sanft zu Boden meine Last, Sanft, ob der Fels auch, steil emporgeschossen, Zum Wege kaum für eine Ziege paßt; Da ward ein andres Tal mir aufgeschlossen. Zwanzigster Gesang Die neue Qual, zu der ich jetzt gewandelt. Sie gibt dem zwanzigsten Gesange Stoff Des ersten Lieds, das von Verdammten handelt. Ich stand auf jenem Felsen rauh und schroff Und spähte scharf hinab zum offnen Schlunde, Der ganz von angsterpreßten Zähren troff. Viel Leute gingen langsam in der Runde, So, wie ein Wallfahrtszug die Schritte lenkt. Stillschweigend, weinend in dem tiefen Grunde. Als tiefer ich auf sie den Blick gesenkt, Sah ich--ein Wunder scheint es und erdichtet-- Vorn Kinn sie bis zum Achselbein verrenkt, Das Angesicht zum Rücken hin gerichtet; Drum mußten sie gezwungen rückwärts gehn, Und ihnen war das Vorwärtsschaun vernichtet. So soll der Fallsucht Krampf das Haupt verdrehn, Wie man erzählt in wunderlichen Sagen, Doch glaub ichs nicht, da ich es nie gesehn. Läßt Gott dein Lesen, Leser, Früchte tragen, So frage selber dich, wie mir geschah, Ob ich nicht weinen mußt und ganz verzagen, Als ich des Menschen Ebenbild so nah Verrenkt, verdreht und von der Augen Tränen Genetzt den Spalt der Hinterbacken sah? Wahr ists, auf eine von den Felsenlehnen Stand ich gestützt und weinte ganz verzagt; Da sprach mein Herr: "Willst du, gleich Toren, wähnen? Fromm ist nur, wer das Mitleid hier versagt. Wer ist verruchter wohl, als wer zu schmähen Durch sein Bedauern Gottes Urteil wagt? Empor das Haupt, empor! Den wirst du sehen, Den einst vor Thebens Blick der Grund verschlang; Drob alle schrien: Wohin? Was ist geschehen? Amphiaraus, wird der Kampf zu lang?-- Doch stürzt er fort und fort im tiefen Schachte, Bis Minos ihn, gleich anderm Volk, bezwang. Schau, wie er ihm die Brust zum Rücken machte! Schau, wie er rückwärts schreitet, rückwärts steht, Weil er zu weit voraus zu sehen dachte. Tiresias sieh, der uns entgegenzieht. Er, erst ein Mann, ward durch des Zaubers Gabe Verwandelt in ein Weib an jedem Glied. Dann aber schlug er mit dem Zauberstabe Zuvor auf zwei verwundne Schlangen ein, Damit er wieder Mannsgestaltung habe. Den Rücken ihm am Bauch, kommt hinterdrein, Nah angedrängt an ihn, des Aruns Schatte, Der lebend einst in Lunis Felsenreihn Als Haus die weiße Marmorhöhle hatte, Wohl ausgesucht, daß sie zum Meeresstrand Und zu den Sternen freien Blick gestatte.-- Die mit den wilden Haaren ohne Band Die Brüste deckt, die sich nach hinten kehren, Was sonst behaart ist, hinterwärts gewandt. War Manto, die in Ländern und auf Meeren Umirrte bis zum Ort, der mich gebar. Von dieser will ich näher dich belehren. Nachdem der Welt entrückt ihr Vater war Und Bacchus Stadt verfiel in Sklavenbande, Durchstreifte sie die Welt so manches Jahr. Ein See liegt an des schönen Welschlands Rande, Am Fuß des Alpgebirgs, das Deutschland schließt, Benaco heißend, beim Tiroler Lande. Zwischen Camonica und Gard ergießt, Und Apennin, sich Flut in tausend Bächen, Die in besagtem See zusammenfließt. Inmitten aber liegen ebne Flächen, Und drei verschiedne Hirten könnten dort Auf einem Grenzpunkt ihren Segen sprechen. Hier liegt Peschiera dann, ein starker Ort Um Bergamo von Brescia abzuschneiden, Und rings geht flacher dann die Gegend fort. Hier muß sich von dem See das Wasser scheiden, Das nicht mehr Raum in seinem Schoß gewinnt, Und strömt als Fluß herab durch grüne Weiden. Das Wasser, das hier seinen Lauf beginnt, Heißt Mincio nun, und seine Wellen gleiten Bis nach Governo, wos im Po verrinnt. Nicht weit gelaufen, trifft es ebne Weiten, Wo es sich ausdehnt und zum Sumpfe staut, Der bösen Dunst verhaucht zu Sommerszeiten. Als dort das rauhe Weib ein Land erschaut, Das jenes Sumpfes Wogen rings umgaben. Entblößt von Leuten und unangebaut, Da blieb, um nichts von Menschen nah zu haben. Sie mit den Dienern da, trieb Zauberei Und lebt und ward in diesem Land begraben. Bald kamen Menschen, rings zerstreut, herbei. Die, weil sie sich auf diesen Ort verließen, Und sahn, daß durch das Moor kein Zugang sei, Sich auf dem Grabe Mantos niederließen, Und dann nach ihr, die erst den Ort erwählt, Die Stadt, ohn andres Zeichen, Mantua hießen. Sie hat vordem des Volkes mehr gezählt, Eh Pinamont, den Toren zu betrügen. Dem Cassalodi seinen Trug verhehlt. Drum merke wohl, und sollt es ja sich fügen, Daß Mantuas Ursprung man nicht so erklärt, So laß der Wahrheit nichts entziehn durch Lügen." Und ich: "Mein Meister, was dein Wort mich lehrt. Ist mir gewiß und dient zu meinem Frommen, All andres ist nur tote Kohl an Wert. Doch sprich, von diesen, die uns näher kommen, Ist irgend wer bemerkenswerter Art? Denn dies nur hat den Geist mir eingenommen." Und er: "Des Augurs Trug hat der, des Bart Die braunen Schultern deckt, zur Zeit getrieben, Als Griechenland so leer an Männern ward, Daß Knaben kaum noch für die Wiegen blieben. In Aulis sagt er da mit Kalchas wahr, Zeit seis, daß sie das erste Tau zerhieben. Kund tut mein tragisch Lied dir, wer er war. Du wirst dich des Eurypylus entsinnen, Denn mein Gedicht ja kennst du ganz und gar. Sieh Michael Scotto auch, den magern, dünnen. Der jeden Trug des Zaubers klug gelenkt Und solches Spiel verstanden zu gewinnen. Bonatti sieh--Asdent, dens jetzo kränkt. Allein zu spät, daß er in eitlem Trachten Dort nicht auf seinen Leisten sich beschränkt. Sich Vetteln, die statt Spill und Rad zu achten Und Weberschiff, wies einem Weib gebührt, Mit Kraut und Bildern Hexereien machten. Jetzt komm! Indes ich dich hierher geführt, Hat an der Grenze beider Hemisphären Der Mond im Westen schon die Flut berührt. Du sahst ihn gestern völlig sich erklären Und sahst ihn dir im dichtverwachsnen Wald Verschiedne Mal willkommnes Licht gewähren." Er sprachs, doch gingen wir ohn Aufenthalt. Einundzwanzigster Gesang So gings von Brück auf Brück, in manchem Wort, Das ich zu sagen nicht für nötig halte; Und oben, an des Bogens höchstem Ort, Verweilten wir ob einer neuen Spalte Und hörten draus den eitlen Laut der Qual Und sahn, wie unten tiefes Dunkel walte. Gleich wie man in Venedigs Arsenal Das Pech im Winter sieht aufsiedend wogen, Womit das lecke Schiff, das manches Mal Bereits bei Sturmgetos das Meer durchzogen, Kalfatert wird--da stopft nun der in Eil Mit Werg die Löcher aus am Seitenbogen, Der klopft am Vorder-, der am Hinterteil Der ist bemüht, die Segel auszuflicken, Der bessert Ruder aus, der dreht ein Seil; So ist ein See von Pech dort zu erblicken, Das kocht durch Gottes Kunst, und nicht durch Glut, Des Dünste sich am Strand zum Leim verdicken. Ich sah den See, doch nichts in seiner Flut, Die jetzt sich senkt und jetzt sich wieder blähte. Als Blasen, ausgehaucht vom regen Sud. Indes ich scharfen Blicks hinunterspähte, Zog mich, indem er rief: "Hab acht! Hab acht!" Mein Meister zu sich hin von meiner Stätte. Da wandt ich mich, gleich einem, den mit Macht Die Neugier zieht, das Schreckliche zu sehen, Und der, da jähe Furcht ihn schaudern macht, Doch, um zu schaun, nicht zögert, fortzugehen. Und sieh, ein rabenschwarzer Teufel sprang Uns hinterdrein auf jenen Felsenhöhen. Ach, wie sein Ansehn mich mit Graus durchdrang, Wie wild er schien, wie froh in andrer Schaden! Gespreizt die Schwingen, leicht und schnell den Gang, Kam er, die Schultern hoch gespitzt, beladen Mit einem Sünder her, der oben ritt, Und mit den Klauen packt er seine Waden. "Von Lucca bring ich einen Ratsherrn mit"-- Schrie er, "auf, taucht ihn unter, Grimmetatzen! Und jene Stadt ist wohlversehn damit, Drum hol ich gleich noch mehr von solchen Fratzen. Gauner sind alle dort, nur nicht Bontur, Und machen Ja aus Nein für blanke Batzen." Hinunterwarf er noch den Sünder nur, Und rannte gleich zurück in solcher Eile, Wie je der Hofhund nach dem Diebe fuhr. Der Sünder sank, doch hob sich sonder Weile, Da schrien die Teufel unten: "Fort mit dir, Hier dient kein Heilgenbild zu deinem Heile. Ganz anders als in Serchio schwimmt man hier. Und sollen dich nicht unsre Haken packen. So bleib im Peche nur, sonst fassen wir." Gleich stießen sie mit tausend scharfen Zacken Und schrien: "Dein Tänzchen mache hier versteckt. Such unten einem etwas abzuzwacken." Nicht anders machts ein Koch, wenn er entdeckt. Das Fleisch im Kessel komm emporgeschwommen, Und schnell es mit dem Haken untersteckt. Virgil sprach: "Geh, eh sie dich wahrgenommen. Und ducke dich bei jener Felsenbank; Durch diese wirst du eingen Schirm bekommen. Mir ist das Ding nicht fremd, drum bleibe frank Von jeder Furcht, was man mir auch erzeige. Denn früher war ich schon in solchem Zank." Dann ging er jenseits auf dem Felsensteige, Und wie er hingelangt zum sechsten Strand, Tats not ihm, daß er sichre Stirne zeige. Denn wie in Sturm und Wut hervorgerannt, Die Haushund auf den armen Bettler fallen. Wenn er am Haus, laut flehend, stillestand; So stürzten jen aus dunkeln Felsenhallen Und streckten all auf ihn die Haken hin, Er aber schrie: "Zurück jetzt mit euch allen. Mich anzuhaken habt ihr wohl im Sinn? Doch tret erst einer vor, um mich zu sprechen, Und dann bedenkt, ob ich zu packen bin." "Geh vor denn, Stachelschwanz." So schrien die Frechen, Und einer kam, die andern blieben stehn-- Und fragte, wie er wag, hier einzubrechen? "Wie", sprach mein Meister, "würdest du mich sehn. Wie würd ich wagen, je hier einzudringen, War ich auch sicher, euch zu wiederstehn, Wenns Gott und Schicksal also nicht verhingen? Drum laß mich ziehn, der Himmel will, ich soll Als Führer einen durch die Hölle bringen." Der Haken fiel, da dieses Wort erscholl, Ihm aus der Hand, so hatt ihn Furcht durchschauert. "Gesellen," rief er aus, "laßt euren Groll!" "Du, der dort zwischen Felsenstücken kauert," Rief nun mein Meister, "eile zu mir her, Da jetzt kein Feind mehr auf dem Wege lauert." Und vorwärts trat ich und kam schnell daher, Doch sah ich vorwärts auch die Teufel fahren, Als gelte nichts die Übereinkunft mehr; Und war voll Schrecken, wie Capronas Scharen, Die, dem Vertrag zum Trotz, dem Tode nah. Als sie die Festung übergeben, waren. Fest drängt ich mich an meinen Führer da Und hielt den Blick gespannt auf ihre Mienen, Aus denen ich nichts Gutes mir ersah. Und diese Rede hört ich zwischen ihnen: "Den Haken ihm ins Kreuz? Was meinst du? Sprich!" Der andre: "Ja, du magst ihn nur bedienen!" Doch jener Geist, der mit dem Meister sich Besprochen, wandte schleunig sich zurücke Und rief: "Still, Raufbold, ruhig halte dich." Und dann zu uns: "Auf diesem Felsenstücke Kommt ihr nicht weiter, denn im tiefen Grund Liegt längst zertrümmert schon die sechste Brücke. Und wollt ihr fort, geht oben, längs dem Schlund, Dann seht ihr vorwärts einen Felsen ragen Und kommt darauf bis zu dem nächsten Rund. Denn gestern, um euch alles anzusagen, Wars just zwölfhundertsechsundsechzig Jahr, Seit jenen Weg ein Erdenstoß zerschlagen. Dorthin entsend ich einge meiner Schar, Um Sündern, die sich lüften, nachzuspüren; Mit ihnen geht und fürchtet nicht Gefahr. Auf, ihr Gesellen, jetzt, euch frisch zu rühren; Eistreter, Senkflug, Bluthund, kommt heran, Du, Sträubebart, sollst alle zehen führen. Auf, Drachenblut, Kratzkrall und Eberzahn, Scharfhaker, und auch du, Grimmrot der Tolle, Und Firlefanz, schickt euch zum Wandern an. Schaut, wer etwa im Pech auftauchen wolle, Doch wißt, daß dieses Paar in Sicherheit Bis zu der nächsten Brücke reisen solle." "Ach, guter Meister," rief ich, "welch Geleit? Ich, meinerseits, ich will es gern entbehren, Und bin mit dir allein zu gehn bereit. Sieh nur, wie sie vor Grimm im Innern gären, Wie sie die Zähne fletschen und mit Drohn Nach uns die tiefgezognen Brauen kehren." Und er zu mir: "Nicht fürchte dich, mein Sohn, Laß sie nur fletschen ganz nach Gutbedünken, Sie tun dies nur zu der Verdammten Hohn" Sie schwenkten dann sich auf den Damm zur Linken, Nachdem vorher die Zunge jeder wies, Hervorgestreckt, dem Hauptmann zuzuwinken, Der mit dem hintern Mund zum Abmarsch blies. Zweiundzwanzigster Gesang Schon sah ich Reiter aus dem Lager ziehn, Die Mustrung machen, in die Feinde brechen, Auch wohl sich schwenken und zurückefliehn; Von Streifpartein sah ich in euren Flächen, Ihr Aretiner, einst euch hart bedrohn; Sah Festturnier und große Lanzenstechen; Drommeten hört ich, Trommeln, Glockenton, Sah Rauch und Feuer auch als Kriegeszeichen, Und fremd und heimische Signale schon; Doch nimmer hieß ein Tonwerkzeug, dergleichen Ich hier gehört, das Volk zu Roß und Fuß, Zu Land und Meer, noch vorgehn oder weichen. Mit zehen Teufeln ging ich, voll Verdruß, Doch wußt ich, daß man Säufer in den Schenken Und Beter in den Kirchen suchen muß, Auch war aufs Pech gerichtet all mein Denken, Um ganz des Orts Bewandtnis zu erspähn. Und welche Leut in diese Glut versänken. Wie die Delphine, die vor Sturmeswehn Mit den gebognen Rücken oft verkünden, Zeit seis, sich mit den Schiffen vorzusehn; So, um Erleichterung der Qual zu finden, Taucht oft ein Sünderrücken auf und schwand Im Peche dann so schnell, wie Blitze schwinden. Und wie die Frösch an eines Grabens Rand Mit Beinen, Bauch und Brust im Wasser stecken, Die Schnauzen nur nach außen hingewandt; So sah man jen hervor die Mäuler strecken, Allein, wenn sie den Sträubebart erschaut, Sich schleunig in dem heißen Pech verstecken. Ich sah, und jetzt noch schaudert mir die Haut, Nur einen harren, wie, wenn all entsprangen. Ein einzler Frosch noch aus dem Pfuhle schaut. Kratzkralle, der am weitsten vorgegangen, Schlug ihm den Haken ins bepichte Haar Und zog ihn auf, Fischottern gleich, gefangen. Ich wußte schon, wie jedes Name war Von ihrer Wahl und, daß mir nichts entfalle. Nahm ich der Namen dann im Sprechen wahr. "Frisch, Grimmrot, mit den scharfen Klauen falle Auf diesen Wicht und zieht ihm ab das Fell." So schrien zusammen die Verfluchten alle. Und ich: "Mein Meister, o erforsche schnell, Wer hier in seiner Feinde Hand gerate? Wer ist wohl der unselige Gesell?" Worauf mein Führer seiner Seite nahte, Ihn fragend, wer er sei, wo sein Geschlecht? "Ich bin gebürtig aus Navarras Staate. Die Mutter gab mich einem Herrn zum Knecht, Weil sie von einem Prasser mich geboren, Der all sein Gut und auch sich selbst verzecht. Zum Freunde dann vom Theobald erkoren, Dem guten König, trieb ich Gaunerei. Jetzt leg ich Rechnung ab in diesen Mooren." Und Eberzahn, aus dessen Munde zwei Hauzähne ragten, wie aus Schweinefratzen, Bewies ihm jetzt, wie scharf der eine sei. Die Maus war in den Krallen arger Katzen, Doch Sträubebart umarmt ihn fest und dicht Und rief: "Ich halt ihn, fort mit euren Tatzen." Und zu dem Meister kehrt er das Gesicht. "Willst du, bevor die andern ihn zerreißen, Noch etwas fragen, wohl, so zaudre nicht." Mein Führer: "Sprich, wie andre Sünder heißen, Dort unterm Pech? Sind auch Lateiner da?" Und jener sprach: "Mir war dort in der heißen Pechflut vor kurzer Zeit noch einer nah! Was mußt ich doch darüber mich erheben, Da ich dort nichts von Klaun und Haken sah!" "Wir habens schon zu lange zugegeben!" Scharfhaker schries und hakt auf ihn hinein, Auch blieb ein Stück vom Arm am Haken kleben. Schon zielte Drachenblut ihm nach dem Bein, Allein der Hauptmann blickt auf seine Scharen Im Kreis herum und schien ergrimmt zu sein. Da wandte sich, sobald sie stille waren, Mein Herr zu ihm, der auf sein wundes Glied Herniedersah, um mehr noch zu erfahren. "Wer ists, von dem dein Mißgeschick dich schied, Als du dich nach der Oberfläch erhoben?"-- "Der von Gallura ists, der Mönch Gomit. Im Trug bestand er all und jede Proben, Des Herrschers Feinde hielt er im Verlies Und tat mit ihnen, was sie alle loben, Geld nahm er, wie er selber sagt, und ließ Sie sachte ziehn, er, der in Amt und Ehren Sich sonst als Schelm nicht klein, nein groß erwies. . 1 , , 2 , 3 " , , " 4 , " ? 5 , ? " 6 " , " , " 7 , , 8 . 9 . 10 , 11 . " 12 : " . 13 , , 14 , . 15 , 16 , , 17 . 18 , , 19 20 , 21 , , ; 22 , 23 . 24 , 25 , , , - - 26 , 27 , 28 , 29 . 30 , 31 , , 32 , 33 34 , . 35 . " 36 " , , , " 37 , " , 38 . 39 , , 40 , 41 , 42 , , 43 , 44 , , . 45 , 46 - - 47 . 48 , , : 49 , 50 , , . 51 , . 52 53 , . " 54 , , 55 : 56 " , . 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