In Rom, wo Petri Folger einst gepredigt, Der Märtyrer geweihte Gräber dort, Bald werden sie des Ehebruchs entledigt. Zehnter Gesang Urkraft, der Liebe voll den Sohn beschauend, Die ihr und ihm allewiglich entweht, Die Unaussprechliche, das All erbauend, Schuf, was ihr nur mit Geist und Aug erseht So ordnungsvoll, daß sie mit Wonneregung Den ganz durchdringt, der ihre Werk erspäht. Erheb, o Leser, Blick und Überlegung Miit mir zum Himmel jetzt, gerad dahin, Wo sich durchkreuzt die doppelte Bewegung. Von dort an letz am Kunstwerk deinen Sinn, Denn selbst der Meister sieht es mit Vergnügen Und spiegelt liebend seinen Blick darin. Von dort verteilt sich zu verschiednen Zügen Der schiefe Kreis, der die Planeten trägt, Um denen, die sie rufen, zu genügen. Und war ihr Lauf von dort nicht schief bewegt, So wäre viele Himmelskraft verschwendet, Und nichts beinah auf Erden angeregt. Und war er mehr und minder abgewendet Vom graden Weg, so blieb auf Erden dort, Wie hier, die Weltenordnung unvollendet. Jetzt bleib, o Leser, still auf deinem Ort, Um dem, was du gekostet, nachzudenken, Und eh du matt wirst, reißt dich Wonne fort. Ich gab dir Wein--du magst dich selber tränken, Denn alle meine Sorgen muß ich nur Auf jenen Stoff, den ich beschreibe, lenken. Die Dienerin, die größte, der Natur, Die sich die Himmelskraft zum Spiegel machte, Die leuchtend zeigt der Zeiten Maß und Spur. Vereint dem Orte, dessen ich gedachte, Sah man in schraubenförmgem Kreis sich drehn, In dem sie schneller hier die Tage brachte. Ich war in ihr--allein wie dies geschehn, Das spürt ich nur, wie wir Gedanken spüren, Bevor sie noch in unserm Geist entstehn. Beatrix, die so schnell uns weiß zu führen, Vom Guten uns zum Bessern einzuweihn, Daß sich indessen nicht die Stunden rühren, Wie leuchtend mußte sie von selber sein! Und was ich drinnen in der Sonne schaute, Durch Farbe nicht, durch hellen Glanz allein, Ob ich auf Geist und Kunst und Übung baute, Nie stellt es doch mein Wort euch deutlich vor, Drum sehne sich, zu schaun, wer mir vertraute. Nicht staunt, wenn Phantasie die Kraft verlor, Daß sie zu solchen Höhn sich schwach erweise; Kein Blick fliegt über diesen Stern empor. So war ich nun im vierten Kinderkreise Des Vaters, der, ihm zeigend, wie er weht, Und wie er zeugt, ihn nährt mit ewger Speise. Beatrix sprach: "Dank, Dank sei dein Gebet. Zur Engelsonne laß ihn sich erheben, Die dich zu dieser sichtbaren erhöht." Kein Menschenherz war je mit allem Streben Zur Andacht noch so freudig hingewandt, Keins noch so ganz und innig Gott ergeben, Als ich bei diesem Worte meins empfand, Das so zu ihm hin all sein Lieben wandte, Daß in Vergessenheit Beatrix schwand. Sie zürnte nicht; ihr lächelnd Aug entbrannte Drob so in Glanz, daß nun mein Geist, der nicht An andres dacht, itzt andres doch erkannte. Und sieh, viel siegendes lebendges Licht Macht uns zum Mittelpunkt und sich zur Krone Süßer im Sang, als leuchtend im Gesicht. So schmückt ein Kranz die Tochter der Latone, Wenn dunstgeschwängert sie die Luft umzieht, Die widerstrahlt den Streif der lichten Zone. Am Himmelshof, von dem ich wieder schied, Gibts viele Schöne, köstliche Juwelen, Nicht auszuführen aus des Reichs Gebiet. Dergleichen eins war der Gesang der Seelen; Doch wer nicht selbst zu jenen Höhn sich schwang. Der lasse von den Stummen sichs erzählen. Nachdem dreimal die Sonnen mit Gesang, Gleich Nachbarsternen, die den Pol umkreisen, Uns rings umtanzt in Glut und Wonnedrang, Da schienen sie wie Fraun sich zu erweisen, Die horchend stehn, noch nicht gelöst vom Tanz, Bis sie gefaßt das Maß der neuen Weisen. "Wenn, wahre Lieb entzündend, dir der Glanz Der Gnade lacht, der sich durch Liebe mehret," So sprach ein Licht aus jenem Strahlenkranz, "Wenn er in dir vervielfacht sich verkläret, So, daß er dich empor die Stiege lenkt, Die niemand absteigt, der nicht aufwärts kehret, So wird der, welcher deinen Durst nicht tränkt Mit seinem Wein, so wenig Freiheit zeigen, Als Wasser, das sich nicht zum Meere senkt. Erfahren möchtest du, von welchen Zweigen Des Kranzes Blumen sind, der feiernd sich Um sie schlingt, die dich stärkt, emporzusteigen. Von Dominiks geweihter Schar war ich, Der solche Wege leitet seine Herden, Wo wohl gedeiht, wer nicht dem Wahne wich. Man hieß mich Thomas von Aquin auf Erden, Und meines Meisters, meines Bruders Schein, Albrechts von Köln, sieh rechts hier heller werden Und willst du aller andern sicher sein, So folge mit den Augen meinen Worten Auf diese Blumen, die zum Kranz sich reihn. Den Gratian sieh wonneflammend dorten; Dem doppelten Gerichtshof dienend, fand Er frohen Einlaß an des Himmels Pforten. Auch jenen Petrus sieh von Lust entbrannt; Als Scherflein bot er, nach der Witwe Weise, Der Kirche seinen Schatz mit treuer Hand. Der fünfte Glanz, der schönste hier im Kreise, Haucht solche Liebe, daß die ganze Welt Nach Kunde gierig ist von seinem Preise. So tiefes Wasser ists, das er enthält, Daß, ist das Wahre wahr, ihm nie ein zweiter Als Weiser sich und Seher gleichgestellt. Sieh neben ihm den leuchtenden Begleiter. Niemand war je auf Erden noch im Amt Und der Natur der Engel eingeweihter. Das kleinre Licht, das dorten lächelnd flammt, Des Glaubens Anwalt ists, aus des Lateine In Augustini Schriften manches stammt. Verfolgend nun mein Lob von Schein zu Scheine Mit geistgem Blick, erspähst du dürstend jetzt, Wer in dem achten Lichte dir erscheine. Jedwedes Gut in sich zu schaun, ergetzt Die heilge Seele, die den Trug danieden Dem offen kund tut, der sie hört und schätzt. Der Leib, von dem sie durch Gewalt geschieden Liegt in Cieldor, und sie kam aus Gefahr Und Bann und Märtyrtum zu diesem Frieden. Bedo und Isidor sieh hell und klar, Sieh Richard dann die Liebesstrahlen spenden, Der mehr als Mensch einst im Betrachten war. Das Licht, von dem zurück zu mir sich wenden Dein Auge wird, rief, bei der Erde Gram Tiefsinnig ernst, den Tod, um ihn zu enden. Sigieri ists, der zu der Toren Scham Einst im Strohgäßchen las und, streng und trübe, Durch Folgerung auf bittre Wahrheit kam."-- Dann wie, uns rufend, früh der Uhr Getriebe, Wenn Gottes Braut aufsteht, das Morgenlied Singend dem Bräutigam, daß er sie liebe, Hierhin und dorthin kreisend drängt und zieht Tini tin! verklingend in so süßem Tone, Daß frische Lieb in frommen Herzen blüht; So regte sich die edle Strahlenkrone, Mit Süßigkeit im himmlischen Gesang, Die nur begreift, wer dort am Sternenthrone Die ewig ungetrübte Lust errang. Elfter Gesang O menschliche Begier voll Wahn und Trug, Wie mangelhaft sind doch die Syllogismen, Die dir herabziehn des Gefieders Flug! Der ging dem Jus nach, der den Aphorismen; Der sucht als Priester Ehren und Gewinn; Der herrschte durch Gewalt, der durch Sophismen; Der stahl, der hatt ein Staatsamt nur im Sinn; Der mühte sich, in Fleischeslust befangen, Und jener gab dem Müßiggang sich hin; Indes ich, allem diesem Tand entgangen, Im Himmel oben mit Beatrix war, So herrlich und so ruhmvoll dort empfangen. Still stand nun jeder von der selgen Schar Im Kreis zurückgekehrt zur ersten Stelle, Und stellte sich, wie Licht auf Leuchtern, dar. Da schien es mir, aus jenem Schimmer quelle, Der mich zuerst gesprochen, neuer Laut, Und lächelnd sprach er dann in reinrer Helle: "Wie, wenn ins ewge Licht mein Auge schaut, Mich dieses ganz mit seinem Strahl entzündet, So ist mir deines Denkens Grund vertraut. Du zweifelst noch und hörtest gern verkündet In offnen Worten und verständlich breit, So, daß sie deine Fassungskraft ergründet, Was wohl mein obges Wort: Wo wohl gedeiht-- Und dann: Kein zweiter kam ihm gleich--bedeutet. Und hier ist nötig scharfer Unterscheid. Die ewge Vorsicht, die das Weltall leitet, Mit jener Weisheit, die in Tiefen ruht, Zu welchen kein erschaffnes Auge gleitet, Damit sich dem Geliebten ihre Glut, Die Glut der Braut, die er mit lautem Schreie Sich anvermählt hat durch sein heilges Blut, Sichrer in sich und ihm getreuer, weihe, Hat, ihr zur Gunst, zwei Fürsten ihr bestallt. Und hier und dorten führen sie die zweie. Der eine war von Seraphsglut umwallt, Der andre zeigt im Glanz der Cherubinen Die Weisheit dort im irdschen Aufenthalt. Von einem sprech ich, weil, wen man von ihnen Auch preisen mag, man nie vom andern schweigt, Da beide wirkten, einem Zweck zu dienen. Beim Bach, der von Ubaldos Hügel steigt, Und dem Tupino, hebt sich, zwischen beiden, Ein Berg, des Abhang fruchtbar grün sich neigt. Von ihm muß Hitz und Frost Perugia leiden, Und hinter diesem Berg liegt Gualdo dicht, Und fühlt mit Nocera des Joches Leiden. Dort, wo sich seines Abhangs jähe bricht, Dort sah man einer Sonne Glanz entbrennen, Gleich der am Ganges klar im hellsten Licht. Nicht möge man den Ort Ascesi nennen, Denn wenig sagt, wer also ihn benannt; Nein, was er war, gibt Orient zu erkennen. Schon als der Glanz nicht fern dem Aufgang stand, Begann er solche Kraft zu offenbaren, Daß sich dadurch erquickt die Erde fand. Denn mit dem Vater stritt er, jung an Jahren, Für eine Frau, vor der der Freuden Tor Die Menschen fest, wie vor dem Tod, verwahren, Bis vor dem geistlichen Gericht und vor Dem Vater sie zur Gattin er sich wählte Und täglich lieber hielt, was er beschwor. Sie, des beraubt, der sich ihr erst vermählte, Blieb ganz verschmäht mehr als elfhundert Jahr, Da, bis zu diesem, ihr der Freier fehlte, Obgleich durch sie Amicias in Gefahr So sicher ruht, als dessen Stimm erklungen, Des Mächtgen, der der Erd ein Schrecken war; Obgleich sie standhaft, kühn und unbezwungen, Als selbst Maria unten blieb, sich dort, An Christi Kreuz, zu ihm emporgeschwungen. Allein nicht mehr in Rätseln red ich fort; Franziskus und die Armut sieh in ihnen, Die dir geschildert hat mein breites Wort. Der Gatten Eintracht, ihre frohen Mienen Und Lieb und Wunder und der süße Blick Erweckten heilgen Sinn, wo sie erschienen. Und solchem Frieden eilte, solchem Glück Barfuß erst Bernhard nach, der Ehrenwerte, Und glaubte doch, er bliebe träg zurück. O neuer Reichtum! Gut von echtem Werte! Egid, Silvester folgten bald dem Mann Barfuß, weil hoher Reiz die Frau verklärte. Der Vater und der Meister ging sodann Nach Rom mit deiner Frau und mit den Seinen, Die schon des niedern Strickes Band umspann. Nicht feig sich beugend sah man ihn erscheinen, Als Peter Bernardones niedrer Sohn, Mocht er auch ärmlich und verächtlich scheinen, Nein, kund tat er vor Innocenzens Thron Den strengen Plan mit königlicher Würde, Und der besiegelte die Stiftung schon. Dann, als die Schar der Armen in der Hürde Des Hirten wuchs, des Wunderleben hier, Im Himmelsglanz, man besser singen würde, Verlieh der frommen heiligen Begier, Auf Gottes Eingebung, zum Eigentume Honorius der zweiten Krone Zier. Dann predigend, aus Durst nach Märtyrtume, Kühn in des stolzen Sultans Gegenwart, Von Christi und von seiner Folger Ruhme, Fand zur Bekehrung er das Volk zu hart, Drob, da ihm hier sein edles Werk nicht glückte, Von ihm bebaut Italiens Garten ward. Und auf Alvernas Felsenböhen drückte Das letzte Siegel noch ihm Christus ein, Das dann zwei Jahre seine Glieder schmückte. Als der, der ihn berufen, aus der Pein Zur Wonn ihn rief, den Lohn hier zu erwerben, Daß er sein Knecht war, niedrig, arm und klein, Empfahl er noch, als seinen rechten Erben, Den Brüdern seine Frau, ihm lieb und wert, Zu treuer Lieb im Leben und im Sterben. Eh ihrem Schoß die Seele, schon verklärt, Entfloh, heimkehrend zu des Vaters Reiche, Ward nur die Erd als Sarg von ihm begehrt. Jetzt denke selbst, wer dem an Würde gleiche, Der, sein Genoß, durchs Meer führt Petri Kahn, Daß er auf gradem Weg das Ziel erreiche. Dies Amt hatt unser Patriarch empfahn, Und gute Ware trägt auf deiner Reise, Wer treu ihm folgt auf der befohlnen Bahn. Doch deine Herd ist jetzt nach neuer Speise So lüstern, daß sie üppig hüpft und springt Und sich zerstreut und irrt vom rechten Gleise. Je weiter hin der Schäflein Herde dringt, Dem Hirten fern sich irrend zu zerstreuen, Je minder Milch zum Stalle jedes bringt. Wohl gibts noch welche, die den Schaden scheuen. Die folgen, angedrängt dem Hirten, nach, Doch wenig Tuch gibt Kutten diesen Treuen. Jetzt aber, war mein Wort nicht trüb und schwach, Verblieb dein Ohr, aufmerksam meinen Lehren, Rufst du zurück dem Geiste, was ich sprach, Dann wirds Befriedgung deinem Wunsch gewähren, Dann zeigt der Baum, von dem ich pflückte, sich, Und meines Tadels Grund wird sich erklären: Wo wohl gedeiht, wer nicht dem Wahne wich." Zwölfter Gesang Sobald mir nur das letzte Wort erschollen, Das aus der selgen Himmelsflamme drang, Begann die heilge Mühl im Kreis zu rollen. Doch eh sie rundherum sich völlig schwang, War sie umringt von einem zweiten Kranze, Eingreifend Tanz in Tanz und Sang in Sang; Sang, hold verhaucht bei diesem Strahlentanze, Dem unsrer Musen und Sirenen Lied So weicht, wie Widerschein dem ersten Glanze. Wie auf Gewölk, das leicht das Blau umsieht, Man zwei gleichfarbge, gleichgespannte Bogen, Wenn Juno ihrer Magd befiehlt, ersieht, Erzeugt vom innern der, der ihm umzogen-- Der Rede jener gleich, die Liebesglut, Wie Sonnenglut die Dünste, weggesogen-- Die Bogen, die nach allgemeiner Flut Der Herr dem Noah zeigte, zum Beweise Des Bunds, durch den die Erde sicher ruht;-- So drehte jetzt um uns sich gleicherweise Der ewgen Rosen schöner Doppelkranz, So glich der äußere dem innern Kreise. Und als zuletzt der festlich frohe Tanz, Die Lust des Sangs, der lichten Flammen schweben, Das Spiegeln einer in der andern Glanz, Still ward in einem Nu, mit gleichem Streben, Wie sich die Augen, wenn es dem gefällt, Der sie bewegt, verschließen und erheben; Klang aus dem Kreis, von neuem Licht erhellt, Ein Laut, nach dem ich mich so eilig kehrte, Wie der Magnet nach seinem Sterne schnellt. Er sprach: Die Liebe, die mich schön verklärte, Ists, die vom zweiten Hort mich sprechen heißt, Durch den man hier so hoch den meinen ehrte. Vom andern spreche, wer den einen preist, Zusammen glänzt ihr Ruhm, so wie sie stritten Für einen Zweck und mit gleich tapferm Geist. Des Heilands Heer, für welches schwer gelitten, Ders neu bewehrt, zog zweifelnd und voll Leid Der Fahne nach, schwach und mit trägen Schritten, Als er, der herrscht in Zeit und Ewigkeit, Den Kriegern half, die hart gefährdet waren, Aus Gnad und nicht ob ihrer Würdigkeit; Und, wie gesagt, um seine Braut zu wahren. Zwei Kämpfer rief, durch deren Wort und Tat Gesammelt wurden die zerstreuten Scharen. Woher der Zephir haucht, um am Gestad In Tal und Au die Knospen froh zu schwellen, Wenn sich der Lenz im Schmuck Europen naht, Dort, nah dem Strand, wo hochgetürmte Wellen Weit hergewälzt, von Sturmeswut bekriegt, Dem Sonnenstrahl sich oft entgegenstellen, Dort ist der Platz, wo Callaroga liegt, Beschützt und wohlgedeckt vom großen Schilde, Auf dem der Leu obsiegt und unterliegt. Dort ward erzeugt im glücklichen Gefilde Der Glaubenstreue Buhle, der Athlet, Dem Feind ein Graus, den Seinigen voll Milde. Dem Geist, erschaffen kaum, ward zugeweht Vom höchsten Geiste Kraft und hohe Gabe, Und ungeboren war er schon Propbet. Als mit der Glaubenstreue drauf der Knabe Verlöbnis hielt, vom heilgen Quell benetzt, Wo gegenseitges Heil die Morgengabe, Da ward die Zeugin, die Sein Ja! ersetzt, Schon von der Wunderfrucht, die ihm entsprieße, Und seiner Schul, im Traumgesicht ergetzt. Und daß sich, was er war, erkennen ließe, Gebot ein Geist, vom Himmel hergesandt, Daß man nach ihm, der ihn besaß, ihn hieße. Dominikus ward er darum benannt, Der Gärtner, welchen als Gehilfen Christus Für seinen Garten wählt und sich verband. Wohl schien er Bot und treuer Knecht von Christus, Wie das, was er zuerst geliebt, bezeugt, Denn er vollzog den ersten Rat von Christus. Wohl fand ihn öfters die, so ihn gesäugt, Am Boden liegend, wach, in tiefem Schweigen, Als spräch er aus: Hierzu bin ich gezeugt. O du, sein Vater, Felix wahr und eigen! O Mutter, wahrhaft als Johann erblüht, Wenn wir bis zu des Namens Wurzel steigen! Nicht für die Welt, für die man jetzt sich müht, Nach des von Ostia, des Thaddäus Lehren, Nein, fürs wahrhafte Manna nur entglüht, Sollt er als Lehrer bald sich groß bewähren, Den Weinberg pflegend, der bald Unkraut trägt, Wenn nicht des Winzers Hand ihm emsig wehren. Vom Stuhl, der einst die Armen mild gehegt-- Einst, nicht durch Schuld des Stuhls--durch dessen Sünden Der sitzt, und aus der Art der Väter schlägt, Erbat er Zehnten nicht, noch fette Pfründen, Erlaubnis nicht, Ablaß und Heil für Geld, Um drei und vier für zehen, zu verkünden; Nein die, zu kämpfen mit der irren Welt, Durch jenen Samen, dem die Bäum entspringen, Die, zweimal zwölf, sich um dich her gestellt, Die Pflichten des Apostels zu vollbringen, Strebt auf sein Will und seine Wissenschaft, Gleich Strömen, die aus tiefer Ader Springen. Und ihre Wellen stürzten grausenhaft Auf ketzerisch Gestrüpp, es auszubrechen, Und mit dem Widerstand wuchs ihre Kraft. Er gab darauf den Ursprung manchen Bächen, Die hinziehn durch der Kirche Gartenland, Drob ihre Bäume schönre Frucht versprechen-- Wenn so ein Rad des Kriegeswagens stand, Auf dem den Kampf die heilge Kirche wagte, Als sie die innern Meutrer überwand, So muß dir jetzt, wie hoch das andre ragte An Trefflichkeit, vollkommen deutlich sein, Und was von ihm dir Thomas Gutes sagte. Allein das Gleis hält jetzo niemand ein, Das in den Grund der Schwung des Rades prägte, Und Essig wird, was vormals süßer Wein. Die Schar, die seiner Spur zu folgen pflegte, Hat jetzt der Füße Stellung ganz gewandt Und geht zurück, wo er sich vorbewegte. Wie schlecht die Saat ist, wird euch bald bekannt, Denn bei der Ernte wird das Korn erlesen Und eingescheuert, doch der Lolch verbrannt. Zwar, will man Blatt für Blatt das Buch durchlesen, Das unsre Namen zeigt, so sagt ein Blatt Noch hier und dort: Ich bin, was ich gewesen. Doch nicht Casal, noch Aquasparta hat Dergleichen Glieder unsrer Schar gegeben, Da der zu streng ist, der zu schlaff und matt. Jetzt wiss, ich bin Buonaventuras Leben, Von Bagnoregio, und gering erschien Beim großen Amt mir jedes andre Streben. Hier sind Jlluminat und Augustin, Zwei von den ersten barfußarmen Scharen, Die durch den Strick in Gottes Huld gediehn. Hier sind der von Sankt Viktor zu gewahren, Und Mangiador, der Spanier Peter dann, Des Ruhm der Welt zwölf Bücher offenbaren. Nathan der Seher, Erzbischof Johann, Anselm, Donat, der sich dem Werke weihte, Des sich die erste Kunst berühren kann. Ruban ist hier; und solchen Brüdern reihte Sich dieser an, begabt mit Sehergeist Abt Joachim, helleuchtend mir zur Seite. Wenn solchen Kämpfer meine Rede preist, So ists des Thomas liebentflammte Weise, Die mit sich fort auch meine Rede reißt, Und mit mir fortzieht all in diesem Kreise. Dreizehnter Gesang Wer wohl verstehn will, was ich nun gesehen, Bild itzt sich ein und lass im Geist das Bild, Indes ich spreche, fest, wie Felsen, stehen, Fünfzehen Sterne, die man am Gefild Des Himmels in verschiedner Gegend findet, So glanzvoll, daß ihr Licht durch Nebel quillt; Den Wagen, der um unsern Pol sich windet, Und sein Gewölb bei Tag und Nacht durchreist, Drob er beim Deichselwenden nicht verschwindet; Bild ein sich, was der Mund des Hornes weist, Das anfängt an der Himmelsachse Grenzen, Um die das erste Rad nie rastend kreist; Die Sterne denk er sich in zweien Kränzen, Die, dem gleich, der sich zur Erinnrung flicht An Ariadnens Tod, am Himmel glänzen, Umringt den einen von des andern Licht, Und beid im Kreis gedreht in solcher Weise, Daß dem, der vorgeht, der, so folgt, entspricht; Dann glaub er, daß sich ihm ein Schatten weise Des wahren Sternbilds, welches, zweigereiht, Den Punkt, auf dem ich stand, umtanzt im Kreise. Denn was wir kennen, steht ihm nach, so weit, Als nur der Chiana träger Lauf dem Rollen Des fernsten Himmels weicht an Schnelligkeit. Dort sang man nicht von Bacchus, von Apollen, Nein, drei in einem--Gott und Mensch nur eins, Die Lieder warens, welche dort erschollen. Als Sang und Tanz des heiligen Vereins Vollbracht war, wandt er sich zu uns, von Streben Zu Streben, ewig froh des selgen Seins. Und jenes Licht hört ich die Stimm erheben Im eintrachtsvollen Kreis, das mir vorher Erzählt des heilgen Armen Wunderleben. Es sprach zu mir: Das eine Stroh ist leer Und wohlverwahrt die Saat, allein entglommen Von süßer Liebe, dresch ich dir noch mehr. Du glaubst: Der Brust, aus der die Ripp entnommen Zum Stoff des Weibes, deren Gaum hernach Der ganzen Welt so hoch zu stehn gekommen, Und jener, die, als sie der Speer durchstach, So nach wie vor so große Gnüge brachte, Daß sie die Macht jedweder Sünde brach, Sei alles Licht, das je dem Menschen lachte, Und des er fähig ist, voll eingehaucht Von jener Kraft, die jen und diese machte; Und staunst, daß ich vorhin das Wort gebraucht: Der fünfte Glanz sei bis zum tiefsten Grunde Der Weisheit, wie kein zweiter mehr, getaucht. Erschließ itzt wohl die Augen meiner Kunde; Mein Wort und deinen Glauben siehst du dann Im Wahren, wie den Mittelpunkt im Runde. Das, was nicht stirbt, und das, was sterben kann, Ist nur als Glanz von der Idee erschienen, Die, liebreich zeugend, unser Heer ersann. Denn jenes Licht des Lebens, das entschienen Dem ewgen Lichtquell, ewig mit ihm eins, Und mit der Lieb, als dritter, eins in ihnen, Eint gnädiglich die Strahlen seines Scheins Sie, wie in Spiegeln, in neun Himmeln zeigend, Im ewigen Verein des einen Seins. Von dort sich zu den letzten Kräften neigend, Wird schwächer dann der Glanz von Grad zu Grad, Zuletzt nur Dinge kurzer Dauer zeugend. Die Dinge, die mein Wort bezeichnet hat, Sind die Erschaffnen, welche die Bewegung Des Himmels zeugt, so mit wie ohne Saat. Ihr Wachs ist ungleich, und die Kraft der Prägung Und von des Urgedankens Glanz gewahrt Man drum hier schwächere, dort stärkre Regung; Daher denn auch von Bäumen gleicher Art Bald bessere, bald schlechtre Früchte kommen, Und euch verschiedne Kraft des Geistes ward-- War irgendwo das Wachs rein und vollkommen, Und ausgeprägt mit höchster Himmelskraft, Rein würde das Gepräg dann wahrgenommen. Doch die Natur gibts immer mangelhaft Und wirkt dem Künstler gleich, der wohl vertrauen Der Übung kann, doch dessen Hand erschlafft. Drum, bildet heiße Lieb und klares Schauen Der ersten Kraft, dann wird sie, rein und groß, Vollkommenes erschaffen und erbauen. So ward gewürdiget der Erdenkloß, Die tierische Vollkommenheit zu zeigen, Und so geschwängert ward der Jungfrau Schoß. Darum ist deine Meinung mir auch eigen: Daß menschliche Natur in jenen zwein Am höchsten stieg und nie wird höher steigen. Hielt ich mit meinen Lehren jetzo ein, So würdest du die Frage nicht verschieben: Wie könnt ein dritter ohnegleichen sein? Doch, daß erscheine, was versteckt geblieben, So denke, wer er war, und was zum Flehn, Als ihm gesagt ward: "Bitt!" ihn angetrieben. Aus meiner Rede konntest du ersehn: Als König fleht er um Verstand, beflissen, Damit dem Reiche gnügend vorzustehn, Nicht um der Himmelslenker Zahl zu wissen, Nicht, ob Notwendges und Zufälligkeit Notwendiges als Schluß ergeben müssen; Nicht, was zuerst bewegt, Bewegung leiht; Nicht, ob ein Dreieck in dem halben Kreise Noch anderen, als rechten Winkel, beut-- Was ich gemeint, erhellt aus dem Beweise. Du siehst: eine Seher sondergleichen war Durch Königsklugheit jener hohe Weise, Auch ist mein Wort: dem nie ein zweiter, klar; Von Köngen sprach ich nur an jenem Orte, Die selten gute sind, ob viele zwar. Mit diesem Unterschied nimm meine Worte, Daß nicht im Streit damit dein Glaube sei Vom ersten Vater und von unserm Horte. Und dieses leg an deine Füße Blei Und mache schwer dich, gleich dem Müden, gehen Zum Ja! und Nein! wo nicht dein Auge frei, Weil die selbst unter Toren niedrig stehen, Die sich zum Ja und Nein, ohn Unterschied, Gar schnell entschließen, eh sie deutlich sehen; Drob sich die Meinung, wie es oft geschieht, Zum Irrtum neigt, und dann im Drang des Lebens Die Leidenschaft das Urteil mit sich zieht-- Wer nach der Wahrheit fischt und, irren Strebens, Die Kunst nicht kennt, der kehrt nicht, wie er geht, Und schifft vom Strand drum schlimmer als vergebens, Wie ihr dies an Melissus deutlich seht Und an Parmenides und andern vielen, Die gingen, eh sie nach dem Ziel gespäht; Drob Arius und Sabell in Torheit fielen. Gleich Schwertern waren sie dem heilgen Wort Und machten die geraden Blicke schielen. Nicht reiß euch Wahn zum schnellen Urteil fort, Gleich denen, die das Korn zu schätzen wagen, Das eh es reift, vielleicht im Feld verdorrt. Denn öfters sah ich erst in Wintertagen Den Dornenbusch gar rauh und stachlicht stehn. Und auf dem Gipfel dann die Rose tragen. Und manches Schiff hab ich im Meer gesehn, Gerad und flink auf allen seinen Wegen, Und doch zuletzt am Hafen untergehn. Nicht glauben möge Hinz und Kunz deswegen, Weil dieser stiehlt und der als frommer Mann Der Kirche schenkt, mit Gott schon Rat zu pflegen. Da der erstehn und jener fallen kann. Vierzehnter Gesang Vom Rand zur Mitte sieht man Wasser rinnen Im runden Napf, vom Mittelpunkt zum Rand, Je wie mans treibt nach außen oder innen. Dies wars, was jetzt vor meiner Seele stand, Als stille schwieg des Thomas heilges Leben Und süß verhallend seine Stimme schwand, Ob jener Ähnlichkeit, die sich ergeben, Da er erst sprach, dann Beatricens Mund, Ders jetzt gefiel, die Stimme zu erheben: "Ihm tut es not, obwohl ers euch nicht kund In Worten gibt, noch läßt im Innern lesen, Zu spähn nach einer andern Wahrheit Grund. Sagt ihm, ob dieses Licht, das euer Wesen So schön umblüht, euch ewig bleiben wird Im selben Glanze, wies bis jetzt gewesen. Und, bleibts. So sagt, damit er nimmer irrt, Wie, wenn ihr werdet wieder sichtbar werden, Es euren Blick nicht blendet und verwirrt." Wie mit verstärkter Lust oft hier auf Erden Die Tanzenden im heitern Ringeltanz Die Stimm erhöhn und froher sich gebärden; So zeigte neue Lust der Doppelkranz, Als sie ihn bat, so rasch, doch fromm-bescheiden, In freudgem Drehn und Wundersang und Glanz-- Wer klagt, daß wir den Tod auf Erden leiden, Um dort zu leben, oh, der fühlt und denkt Nicht, wie wir dort am ewgen Tau uns weiden. Daß drei und zwei und eins, das alles lenkt Und ewig lebt in einein, zwein und dreien, Und, ewig unumschränkt, das All umschränkt, Gesungen wards in solchen Melodeien Dreimal im Chor, um vollen Lohn der Pflicht Und jeglichem Verdienste zu verleihen. Und eine Stimm entklang dem hellem Licht Des kleinern Kreises dann und wich an Milde Wohl der des Engels der Verkündung nicht. "Solang die Lust im himmlischen Gefilde, So lange währt auch unsre Lieb und tut Sich kund um uns in diesem Glanzgebilde. Und seine Klarheit, sie entspricht der Glut, Die Glut dem Schaun, und dies wird mehr uns frommen, Je mehr auf uns die freie Gnade ruht. Wenn wir den heilgen Leib neu angenommen, Wird unser Sein in höhern Gnaden stehn, Je mehr es wieder ganz ist und vollkommen. Drum wird sich das freiwillge Licht erhöhn, Das wir vom höchsten Gut aus Huld empfangen, Licht, welches uns befähigt, ihn zu sehn, Und höher wird zum Schaun der Blick gelangen, Höher die Glut sein, die dem Schaun entglüht, Höher der Strahl, der von ihr ausgegangen. Doch, wie die Kohle, der die Flamm entsprüht, Sie an lebendgem Schimmer überwindet Und wohl sich zeigt, wie hell auch jene glüht; So wird der Glanz, der jetzt schon uns umwindet, Dereinst besiegt von unsres Fleisches Schein, Wenn Gott es seiner Grabeshaft entbindet. Nicht wird uns dann so heller Glanz zur Pein; Denn stark, um alle Wonnen zu genießen, Wird jedes Werkzeug unsers Körpers sein."-- Und Amen riefen beide Chör und ließen Durch Einklang wohl den Wunsch ersehn, den Drang, Sich ihren Leibern wieder anzuschließen. Und wohl für sich nicht nur, nein, zum Empfang Der Väter, Mütter und der andern Teuern, Die sie geliebt, eh sie die Flamm umschlang. Und sieh, zum Glanz von diesen ewgen Feuern Kam gleiche Klarheit rings, wie wenn das Licht Des Tags der Sonne goldne Pfeil erneuern. Wie, wenn allmählich an der Abend bricht, Am Himmel Punkte, klein und bleich, erglänzen, So daß die Sach als wahr erscheint und nicht; So glaubt ich jetzt in neuen Ringeltänzen Noch zweifelnd, neue Wesen zu erspähn, Weit außerhalb von jenen beiden Kränzen. O wahrer Schimmer, angefacht vom Wehn Des Heilgen Geists so plötzlich hell!--Geblendet Könnt ihm mein Auge jetzt nicht widerstehn. Doch als ich zu Beatrix mich gewendet, War sie so lachend schön, so hochbeglückt, Daß solches Bild kein irdisch Wort vollendet. Da ward von neuer Kraft mein Aug entzückt; Ich schlug es auf und sah mich schon nach oben Mit ihr allein zu höherm Heil entrückt. Wohl nahm ich wahr, ich sei emporgehoben. Denn glühend lächelte der neue Stern Und schien von ungewohntem Rot umwoben. Von Herzen, in der Sprache, welche fern Und nah gemeinsam ist den Völker Scharen, Bracht ich Dankopfer dar dem höchsten Herrn. Und lustentzündet könnt ich schon gewahren, Eh ich die ganze Glut ihm dargebracht, Daß angenehm dem Herrn die Opfer waren. Denn Lichter, in des Glanzes höchster Macht, Sah ich aus zweien Schimmerstreifen scheinen, Und rief: O Gott, du Schöpfer solcher Pracht!-- So tut, besät mit Sternen, groß und kleinen, Galassia zwischen Pol und Pol sich kund, Von welcher dies und das die Weisen meinen, Wie diese Streifen, bildend auf dem Grund Des roten Mars das hochgeehrte Zeichen, Gleich vier Quadranten, wohlgefügt im Rund. Wohl muß die Kunst hier dem Gedächtnis weichen, Denn von dem Kreuz hernieder blitzte Christus; Wo gäbs ein Bild, ihm würdig zu vergleichen? Doch wer sein Kreuz nimmt, folgend seinem Christus, Von ihm wird das, was ich verschwieg, verziehn, Denn blitzen sieht auch er im Glanze Christus. Von Arm zu Arm, vom Fuß zur Höh erschien Bewegtes Licht, hier hell in Glanz entbrennend, Weil sichs verband, dort beim Vorüberziehn. So sieht man wohl, hier träg bewegt, dort rennend, Atome, hier grad, dort krummgeschweift, Und lang und kurz, sich einend und sich trennend, Wirbelnd im Strahl, der durch den Schatten streift, Nach dem, wenn heiß die Sonnengluten flirren, Der Mensch mit Witz und Kunst begierig greift.-- Und wie harmonisch Laut und Harfe schwirren, Sind nur die vielen Saiten rein gespannt, Ob auch im Ohr die Töne sich verwirren; So hört ich jetzt den Sang vom Kreuz und stand, Als ob in Lust die Sinne sich verlören, Obwohl ich von der Hymne nichts verstand. Doch hohen Preis vernahm ich in den Chören, Denn: Du erstehst und siegst!--erklangs, und ich Glich denen, welche nicht verstehn, doch hören. Und so durchdrang hier süße Liebe mich, Daß, welche holde Band auch mich umfingen, Doch keins bis dahin diesem Bande glich. Vielleicht scheint sich zu kühn mein Wort zu schwingen, Nachsetzend selbst der schönen Augen paar, Die jeden Wunsch in mir zur Ruhe bringen. Doch nimmt man die lebendgen Stempel wahr, Die, höher, immer schöneres gestalten, Und denkt, daß ich gewandt von jenen war, So wird man drob mich für entschuldigt halten Und sehn, daß ich vom Wahren nicht geirrt; Doch dürft auch hier die heilge Wonne walten, Die, wie man aufsteigt, immer reiner wird. Fünfzehnter Gesang Gewogner Will, in welchem immer dir Sich offen wird die echte Liebe zeigen, Wie böser Wille kund wird durch Begier, Gebot der süßen Leier Stilleschweigen Und hielt im Schwung der heilgen Saiten ein, Die Gottes Rechte sinken macht und steigen. Wie werden taub gerechter Bitte sein Sie, die einhellig den Gesang itzt meiden, Um Mut zur Bitte selbst mir zu verleihn. Oh, wohl verdienen ewiglich zu leiden Die, weil die Lieb in ihrer Brust erwacht Für Irdisches, sich jener Lieb entkleiden. Wie durch die Heiterkeit der stillen Nacht Oft Feuer läuft, vom Augenblick geboren, Und des Beschauers Augen zücken macht, Gleich einem Stern, der andern Platz erkoren, Nur, daß an jenem Ort, wo er entbrannt, Sich nichts verliert und er sich schnell verloren; So sah ich aus dem Arm zur rechten Hand Jetzt einen Stern zum Fuß des Kreuzes wallen, Aus jenem Sternbild, das dort glänzend stand. Die Perl war nicht aus ihrem Band gefallen; Sie lief am lichten Streif dahin und war Wie Feuer hinter glänzenden Kristallen. So, redet unsre größte Muse wahr, Stellt in Elysiums Hainen seinem Sprossen Anchises sich mit frommer Liebe dar. "O du, mein Blut, auf welches sich ergossen Die Gnade hat, wem hat der höchste Hort Zweimal, wie dir, des Himmels Tür erschlossen?" Mir zog den Geist zum Lichte dieses Wort; Drauf, als ich mich zu meiner Herrin wandte, Ward mir Entzückung, Staunen, hier wie dort, Weil ihr im Auge solch ein Lächeln brannte, Daß, wie ich glaubte, meins den Grund darin Von meinem Himmel, meiner Gnad erkannte. Der Geist dann fügte Dinge zum Beginn, Er, angenehm zu hören und zu sehen, Die ich nicht faßte vor zu tiefem Sinn. Doch wollt er nicht, ich soll ihn nicht verstehen; Es mußte sein, weil Reden solcher Art Weit übers Ziel der Menschenfassung gehen. Doch als der Schwung, in dem sich offenbart Der Liebe Glut, insoweit nachgelassen, Daß jenes Ziel nicht überflogen ward, Sprach er, was ich nun fähig war, zu fassen: "Preis dir, Dreieiner, der du auf mein Blut So reich an Gnade dich herabgelassen." Und dann: "Der Sehnsucht lange, süße Glut. Entflammt, da ich im großen Buch gelesen, Das kund unwandelbar die Wahrheit tut, Stillst du, mein Sohn, im Licht, aus dem mein Wesen Jetzt freudig zu dir spricht; Dank ihr, die dich Zum Flug beschwingt und dein Geleit gewesen! Du glaubst, daß alles, was du denkst, in mich Vom Urgedanken strömt; denn es entfalten Die fünf und sechs ja aus der Einheit sich; Drum fragst du nicht nach mir und meinem Walten, Und weshalb höher meine Freude scheint Als die der andern dieser Lichtgestalten. Dein Glaub ist wahr, weil groß und klein vereint In diesem Reich, nach jenem Spiegel blicken, Wo, eh du denkest, der Gedank erscheint, Doch, um die Lieb, in die mit wachen Blicken Ich ewig schau, und die die Süßigkeit Der Sehnsucht zeugt, vollkommner zu erquicken, Erklinge sicher, kühn, voll Freudigkeit Die Stimm in deinem Willen, deinem Sehnen, Und die Entgegnung drauf ist schon bereit." Ich sah auf sie, die, eh die Wort ertönen, Mich schon versteht, und lächelnd im Gesicht, Hieß sie mich frei des Willens Flügel dehnen. Ich sprach: "Die Neigung und des Geistes Licht Sind, seit die erste Gleichheit ihr ergründet, Bei jeglichem von euch im Gleichgewicht, Weil euch die Sonne, die euch hellt und zündet Mit Licht und Glut, damit sogleich durchdringt, Daß man, was sonst sich gleicht, hier ungleich findet. Doch Will und Witz, wie sie der Mensch erringt, Sie sind aus dem euch offenbaren Grunde Mit sehr verschiedner Kraft zum Flug beschwingt. Dies fühl ich Sterblicher in dieser Stunde, Und danke deine Vaterliebe dir Drum mit dem Herzen nur, nicht mit dem Munde. O du lebendiger Topas, du Zier Des edlen Kleinods, hell in Glanz entglommen, Still itzt, dich nennend, meine Wißbegier!" "Mein Sproß, längst froh erwartet, jetzt willkommen, In mir sieh deine Wurzel!" So der Geist, Und setzt hinzu, nachdem ich dies vernommen: "Und er, nach welchem dein Geschlecht sich heißt, Der hundert Jahr und mehr für stolzes Wesen Des Berges ersten Vorsprung schon umkreist, Er ist mein Sohn, dein Urgroßahn, gewesen, Und dir geziemts, von solcher langen Pein Durch gute Werk ihn schneller zu erlösen. Florenz, im alten Umkreis, eng und klein, Woher man jetzt noch Terzen hört und Nonen, War damals friedlich, nüchtern, keusch und rein. Nicht Kettchen hatt es damals noch, nicht Kronen, Nicht reichgeputzte Fraun--kein Gürtelband, Das sehenswerter war als die Personen. Bei der Geburt des Töchterleins empfand Kein Vater Furcht, weil man zur Mitgift immer, So wie zur Zeit, die rechten Maße fand. Und öde, leere Häuser gabs da nimmer; Nicht zeigte dort noch ein Sardanapal, Was man vermag in Üppigkeit der Zimmer. Nicht übertroffen ward der Montemal Von dem Uccellatojo noch im Prangen, Und wie im Steigen, also einst im Fall. Ich sah vom schlichten Ledergurt umfangen Bellincion Berti noch und sah sein Weib Vom Spiegel gehn mit ungeschminkten Wangen. Ich sah ein unverbrämtes Wams am Leib Des Nerli und des Vecchio--und den Frauen War Spill und Rocken froher Zeitvertreib. Glückselge Fraun! In eurer Heimat Auen War euch ein Grab gewiß--durch Frankreichs Schuld War keiner noch das öde Bett zum Grauen. Die, wach und emsig an der Wiege, lullt In jener Sprach ihr Kindlein ein, die jeden Der Vater ist, entzückt in Süß und Huld. Die, ziehend aus dem Rocken glatte Fäden, Letzt ihrer Kinder Kreis von Römertat, Von Troja, Fiesole mit klugen Reden. Was ihr an einer Cianghella saht, An Salterell, solch Wunder hätts gegeben, Als itzt Cornelia gab und Cincinnat. So ruhigem, so schönem Bürgerleben, So treuer Bürgerschaft, so teurem Land, Gab mich Maria, die mit Angst und Beben Die Mutter anrief, als sie Wehn empfand, Und dort, in unserm Taufgebäu, dem alten, Ward ich ein Christ und Cacciaguid genannt. Zwei Brüder hatt ich, und zu treuem Walten Im Haufe kam die Gattin mir vom Po, Von der den zweiten Namen du erhalten. Den Kaiser Konrad folgt und dient ich, so, Daß er mich weihte zu des Ritters Ehren, Und immer blieb ich seiner Gnade froh. Mit ihm wollt ich des Greuels Reich zerstören, Des Volk, durch eurer Hirten Fehler, sich Der Länder anmaßt, die euch angehören. Und dort, von jenem schnöden Volk, ward ich Vom Trug der Welt entkettet und geschieden, Der viele Herzen jeder Zeit beschlich, Und kam vom Märtyrtum zu diesem Frieden. Sechzehnter Gesang O du geringer Adel unsers Bluts, Kannst du hienieden uns zum Stolz verführen, Wo wir noch fern vom Schaun des wahren Guts. So werd ich nimmer drob Verwundrung spüren; Denn dort, wo falsche Lust uns nicht erreicht, Fühlt ich darob in mir den Stolz sich rühren. Du bist ein Mantel, der, sich kürzend, weicht, Setzt man nicht Neues zu von Tag zu Tagen, Weil rings die Zeit mit ihrer Schere schleicht-- Mit jenem ihr, das Rom zuerst ertragen, Das jetzt die Römer minder brauchen, trat Ich näher hin, beginnend neue prägen. Beatrix drum, zur Seite stehend, tat, Lächelnd, gleich jener, die beim ersten Fehle Ginevrens, wie man schreibt, gehustet hat. "Ihr seid mein Vater; Ihr erhebt die Seele, Daß ich mehr bin als ich; Ihr gebt mir Mut Mit Euch zu sprechen frei und sonder Hehle. Mir strömt zur Brust vielfacher Wonne Flut, Doch sie erträgt es, ohne zu zerspringen, Weil süß das Herz in eigner Freude ruht. Drum sprecht, mein Urahn, welche Vordern gingen Euch noch voraus, und wie bezeichnet man Die Jahre, die Euch hier itzt Früchte bringen? Vom Schafstall sprecht des heiligen Johann; Wie groß war er? Wer ist, den, hochzustehen In jenem Volk, man würdig preisen kann?" Gleichwie, belebt von frischen Windeswehen, Die Kohl in Flammen glüht, so war das Licht Bei meinem Liebeswort in Glanz zu sehen. Und so verschont er jetzt sich dem Gesicht, Wie seine Sprache sich dem Ohr verschönte; Doch wars nicht jene, die man jetzo spricht. Er sprach: "Seitdem des Engels Ave tönte, Bis meine Mutter, heilig itzt, in Qual Sich meiner Last entledigend, erstöhnte, Kam allbereits fünfhundertachtzigmal Dies Feuer zu den Füßen seines Leuen, Dort zu erneuern seinen Flammenstrahl. Des ersten Lichts sollt ich am Ort mich freuen, Den Vätern gleich, wo man das Sechsteil fand. In dem sich eure Jahresläuf erneuen. Und dies sei von den Ahnen dir bekannt; Wer sie gewesen, und woher entsprossen, Wird schicklicher verschwiegen als benannt. Was da, von Mars und Täufer eingeschlossen, Befähigt war, sich zum Gefecht zu reihn, Ein Fünfteil wars der jetzigen Genossen. Allein die Bürgerschaft, jetzt groß zum Schein, Vermischt mit Campis und Certaldos Scharen, War noch im letzten Handwerksmanne rein. Wohl besser wären, die einst Nachbarn waren, Es jetzo noch--wohl besser wars, Galluzz Und Trespian als Grenzen zu bewahren, Als innerhalb der Bauern Stank und Schmutz Von Aguglion und Signa zu ertragen, Die listig schachern allem Recht zum Trutz. Wenn sich, der gänzlich aus der Art geschlagen, Am Kaiser nicht stiefväterlich verging, Statt ihn am Herzen väterlich zu tragen, War mancher Schachrer, den Florenz empfing, Bereits zurückgekehrt nach Simifonte, Wo sein Großvater schmählich betteln ging. Wie Montemurlo Grafschaft bleiben konnte, So wären noch die Cerchi in Acon, Vielleicht in Valdigriev die Buondelmonte. In Volksvermischung fand man immer schon Den ersten Keim zu einer Stadt Verfalle, Wie Speis auf Speisen unsern Leib bedrohn. Ein blinder Stier stürzt hin in jäherm Falle Als blindes Lamm, und öfters ist ein Schwert Mehr wert als fünf und schneidet mehr als alle. Sieh Luni, Urbifaglia schon verheert, Sieh Chiusi in derselben Not sich winden, Die Sinigaglia, jenen gleich, erfährt; Dann wirst dus nicht mehr neu und schrecklich finden, Hüllt Nacht des Todes die Geschlechter ein, Da Städte selbst vom festen Grund verschwinden. Was euer ist, das trägt, wie euer Sein, Den Tod in sich; doch, was sich minder wandelt, Verbirgt ihn euch, denn eure Zeit ist klein. Und wie des Mondes Lauf den Strand verwandelt Und ihn in Ebb und Flut entblößt und deckt,-- So ists, wie das Geschick Florenz behandelt. Drum werde dir kein Staunen mehr erweckt, Sprech ich von Edeln deiner Stadt, von ihnen, Die in Vergessenheit die Zeit versteckt. Die Ughi hob ich und die Catellinen Der Greci und Ormanni Stamm gesehn, Die selbst im Fall erhabne Bürger schienen. Mocht alt, wie hoch, der von Sanella stehn, Er mußte mit Soldanier, den von Arke Und den Bostichi kläglich untergehn. Am Tor, das jetzt an Hochverrat so starke Belastung hat, daß in den Wogen bald Versinken wird die überladne Barke, Dort war der Ravignani Aufenthalt, Das Stammhaus derer, so den Namen führen Des Bellincion, der edel ist und alt. Wohl wußte, wie sichs zieme, zu regieren, Der della Pressa--Galigajo nahm Das Schwert, das goldnes Blatt und Knauf verzieren. Groß war die graue Säul und wundersam, Groß waren die Sachetti, die Barucci Und die ein Scheffel jetzt durchglüht mit Scham. Groß war vordem der Urstamm der Calfucci; Zu jeglichem erhabnen Platz im Staat Rief man die Sizii, die Arrigucci. Wie groß wart ihr! Allein des Stolzes Saat Trug Untergang--wie blüht auf allen Ästen So edler Stämme Mut und große Tat! So waren deren Väter, die in Festen, Wenn man den Sitz des Bischofs ledig sieht, Im Konsistorium sich behaglich mästen. Das prahlende Geschlecht, das dem, der flieht, , , 1 , 2 . 3 4 5 6 , , 7 , 8 , , 9 , 10 , 11 , . 12 , , 13 , , 14 . 15 , 16 17 . 18 19 , , 20 , , . 21 , 22 , 23 . 24 25 , , 26 , . 27 , , , 28 , , , 29 , . 30 - - , 31 32 , , . 33 , , , 34 , 35 . 36 , , 37 , 38 . 39 - - , 40 , , 41 . 42 , , 43 , 44 , 45 ! 46 , 47 , , 48 , 49 , 50 , , . 51 , , 52 ; 53 . 54 55 , , , , 56 , . 57 : " , . 58 , 59 . " 60 61 , 62 , 63 , 64 , 65 . 66 ; 67 , , 68 , . 69 , 70 71 , . 72 , 73 , 74 . 75 , , 76 , , 77 . 78 ; 79 . 80 . 81 , 82 , , 83 , 84 , 85 , , 86 . 87 " , , 88 , , " 89 , 90 " , 91 , , 92 , , 93 , 94 , , 95 , . 96 , 97 , 98 , , . 99 , 100 , 101 , . 102 , 103 , , 104 , 105 , 106 107 , . 108 ; 109 , 110 . 111 ; 112 , , 113 . 114 , , 115 , 116 . 117 , , 118 , , 119 . 120 . 121 122 . 123 , , 124 , 125 . 126 127 , , 128 . 129 , 130 , 131 , . 132 , 133 , 134 . 135 , 136 , 137 . 138 , 139 , , 140 , , . 141 , 142 , , 143 . 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