Julius Cäsar William Shakespeare Übersetzt von August Wilhelm von Schlegel Personen: Julius Cäsar Octavius Cäsar, Marcus Antonius und M. Ämilius Lepidus, Triumvirn nach dem Tode des Julius Cäsar Cicero, Publius und Popilius Lena, Senatoren Marcus Brutus, Cassius, Casca, Trebonius, Ligarius, Decius Brutus, Metellus Cimber und Cinna, Verschworene gegen Julius Cäsar Flavius und Marullus, Tribunen Artemidorus, ein Sophist von Knidos Ein Wahrsager Cinna, ein Poet Ein anderer Poet Lucilius, Titinius, Messala, Der junge Cato und Volumnius, Freunde des Brutus und Cassius Varro, Clitus, Claudius, Strato, Lucius und Dardanius, Diener des Brutus Pindarus, Diener des Cassius Calpurnia, Gemahlin der Cäsar Portia, Gemahlin des Brutus Senatoren, Bürger, Wache, Gefolge usw. Die Szene ist einen großen Teil des Stücks hindurch zu Rom, nachher zu Sardes und bei Philippi Erster Aufzug Erste Szene Rom. Eine Straße Flavius, Marullus und ein Haufe von Bürgern Flavius. Packt euch nach Haus, ihr Tagediebe! fort! Ist dies ein Feiertag! Was? wißt ihr nicht, Daß ihr als Handwerksleut an Werkeltagen Nicht ohn ein Zeichen der Hantierung dürft Umhergehn?--Welch' Gewerbe treibst du? sprich! Erster Bürger. Nun, Herr, ich bin ein Zimmermann. Marullus. Wo ist dein ledern Schurzfell und dein Maß? Was machst du hier in deinen Sonntagskleidern?-- Ihr, Freund, was treibt Ihr? Zweiter Bürger. Die Wahrheit zu gestehn, Herr, gegen einen feinen Arbeiter gehalten, mache ich nur, sozusagen, Flickwerk. Marullus. Doch welch Gewerb? Antworte gradezu. Zweiter Bürger. Ein Gewerbe, Herr, das ich mit gutem Gewissen treiben kann, wie ich hoffe. Es besteht darin, einen schlechten Wandel zu verbessern. Marullus. Welch ein Gewerb, du Schuft? welch ein Gewerb? Zweiter Bürger. Nein, ich bitte Euch, Herr, laßt Euch die Geduld nicht reißen. Wenn aber ja was reißt, so gebt Euch nur in meine Hand. Marullus. Was meinst du damit? Mich in deine Hand geben, du naseweiser Bursch? Zweiter Bürger. Nun ja, Herr, damit ich Euch flicken kann. Flavius. Du bist ein Schuhflicker, nicht wahr? Zweiter Bürger. Im Ernst, Herr, ich bin ein Wundarzt für alte Schuhe: wenn's gefährlich mit ihnen steht, so mache ich sie wieder heil. So hübsche Leute, als jemals auf Rindsleder getreten, sind auf meiner Hände Werk einhergegangen. Flavius. Doch warum bist du in der Werkstatt nicht? Was führst du diese Leute durch die Gassen? Zweiter Bürger. Meiner Treu, Herr, um ihre Schuhe abzunutzen, damit ich wieder Arbeit kriege. Doch im Ernst, Herr, wir machen Feiertag, um den Cäsar zu sehen und uns über seinen Triumph zu freuen. Marullus. Warum euch freun? Was hat er wohl erobert? Was für Besiegte führt er heim nach Rom Und fesselt sie zur Zier an seinen Wagen? Ihr Blöck'! ihr Steine! schlimmer als gefühllos! O harte Herzen! arge Männer Roms! Habt ihr Pompejus nicht gekannt? Wie oft Stiegt ihr hinan auf Mauern und auf Zinnen, Auf Türme, Fenster, ja auf Feueressen, Die Kinder auf dem Arm, und saßet da Den lieben langen Tag, geduldig wartend, Bis durch die Straßen Roms Pompejus zöge? Und saht ihr seinen Wagen nur von fern, Erhobt ihr nicht ein allgemeines Jauchzen, So daß die Tiber bebt' in ihrem Bett, Wenn sie des Lärmes Widerhall vernahm An ihren hohlen Ufern? Und legt ihr nun die Feierkleider an? Und spart ihr nun euch einen Festtag aus? Und streut ihr nun ihm Blumen auf den Weg, Der siegprangt über des Pompejus Blut? Hinweg! In eure Häuser lauft, fallt auf die Knie Und fleht die Götter an, die Not zu wenden, Die über diesen Undank kommen muß! Flavius. Geht, geht, ihr guten Bürger! und versammelt Für dies Vergehen eure armen Brüder; Führt sie zur Tiber, weinet eure Tränen Ins Flußbett, bis ihr Strom, wo er am flachsten, Die höchsten ihrer Uferhöhen küßt. (Die Bürger ab.) Sieh, wie die Schlacken ihres Innern schmelzen! Sie schwinden weg, verstummt in ihrer Schuld. Geht Ihr den Weg, hinab zum Kapitol; Hierhin will ich. Entkleidet dort die Bilder, Seht Ihr mit Ehrenzeichen sie geschmückt. Marullus. Ist das erlaubt? Ihr wißt, es ist das Luperkalienfest. Flavius. Es tut nichts: laßt mit den Trophäen Cäsars Kein Bild behängt sein. Ich will nun umher Und will den Pöbel von den Gassen treiben. Das tut auch Ihr, wo Ihr gedrängt sie seht. Dies wachsende Gefieder, ausgerupft Der Schwinge Cäsars, wird den Flug ihm hemmen, Der, über Menschenblicke hoch hinaus, Uns alle sonst in knechtscher Furcht erhielte. (Beide ab.) Zweite Szene Ein öffentlicher Platz In einem feierlichen Aufzuge mit Musik kommen Cäsar, Antonius, zum Wettlauf gerüstet, Calpurnia, Portia, Decius, Cicero, Brutus, Cassius und Casca; hinter ihnen ein großes Gedränge, darunter ein Wahrsager Cäsar. Calpurnia! Casca. Still da! Cäsar spricht. (Die Musik hält inne.) Cäsar. Calpurnia! Calpurnia. Hier, mein Gemahl! Cäsar. Stellt dem Antonius grad Euch in den Weg Wenn er zur Wette läuft.--Antonius! Antonius. Erlauchter Cäsar? Cäsar. Vergeßt, Antonius, nicht, in Eurer Eil Calpurnia zu berühren; denn es ist Ein alter Glaube, unfruchtbare Weiber, Berührt bei diesem heilgen Wettelauf, Entladen sich des Fluchs. Antonius. Ich werd es merken. Wenn Cäsar sagt: "Tu das", so ist's vollbracht. Cäsar. Beginnt; laßt nichts von den Gebräuchen aus. (Musik.) Wahrsager. Cäsar! Cäsar. He, wer ruft? Casca. Es schweige jeder Lärm: noch einmal, still! (Die Musik hält inne.) Cäsar. Wer ist es im Gedräng, der mich begehrt? Durch die Musik dringt gellend eine Stimme, Die "Cäsar!" ruft. Spricht Cäsar neigt sein Ohr. Wahrsager. Nimm, vor des Märzen Idus dich in acht. Cäsar. Wer ist der Mann? Brutus. Ein Wahrsager; er warnt Euch vor des Märzen Idus. Cäsar. Führt ihn mir vor, laßt sein Gesicht mich sehn. Casca. Komm aus dem Haufen, Mensch; tritt vor den Cäsar. Cäsar. Was sagst du nun zu mir? Sprich noch einmal. Wahrsager. Nimm vor des Märzen Idus dich in acht. Cäsar. Er ist ein Träumer; laßt ihn gehn, und kommt. (Ein Marsch. Alle bis auf Brutus und Cassius gehn ab.) Cassius. Wollt Ihr den Hergang bei dem Wettlauf sehn? Brutus. Ich nicht. Cassius. Ich bitt Euch, tut's. Brutus. Ich hab am Spiel nicht Lust, mir fehlt ein Teil Vom muntern Geiste des Antonius; Doch muß ich Euch in Eurem Wunsch nicht hindern. Ich laß Euch, Cassius. Cassius. Brutus, seit kurzem geb ich acht auf Euch; Ich find in Eurem Blick die Freundlichkeit, Die Liebe nicht, an die Ihr mich gewöhnt. Zu unwirsch und zu fremd begegnet Ihr Dem Freunde, der Euch liebt. Brutus. Mein Cassius, Betrügt Euch nicht. Hab ich den Blick verschleiert, So kehrt die Unruh meiner Mienen sich Nur gegen mich allein. Seit kurzem quälen Mich Regungen von streitender Natur, Gedanken, einzig für mich selbst geschickt, Die Schatten wohl auf mein Betragen werfen. Doch laßt dies meine Freunde nicht betrüben (Wovon Ihr einer sein müßt, Cassius), Noch mein achtloses Wesen anders deuten, Als daß, mit sich im Krieg, der arme Brutus Den andern Liebe kund zu tun vergißt. Cassius. Darin, Brutus, mißverstand ich Euren Unmut. Deshalb begrub hier diese Brust Entwürfe Von großem Werte, würdige Gedanken. Sagt, Brutus, könnt Ihr Euer Antlitz sehn? Brutus. Nein, Cassius, denn das Auge sieht sich nicht, Als nur im Widerschein, durch andre Dinge. Cassius. So ist's; Und man beklagt sich sehr darüber, Brutus, Daß Ihr nicht solche Spiegel habt, die Euren Verborgnen Wert Euch in die Augen rückten, Auf daß Ihr Euren Schatten säht. Ich hörte, Wie viele von den ersten Männern Roms (Nur Cäsarn nehm ich aus), von Brutus redend, Und seufzend unter dieser Zeiten Joch, Dem edlen Brutus offne Augen wünschten. Brutus. Auf welche Wege, Cassius, lockt Ihr mich, Daß Ihr mich heißt in meinem Innern suchen, Was doch nicht in mir ist? Cassius. Drum, lieber Brutus, schickt Euch an zu hören. Und weil Ihr wißt, Ihr könnt Euch selbst so gut Nicht sehn als durch den Widerschein, so will Ich, Euer Spiegel, Euch bescheidentlich Von Euch entdecken, was Ihr noch nicht wißt. Und denkt von mir kein Arges, werter Brutus. Wär ich ein Lacher aus der Menge; pflegt ich Mein Herz durch Alltagsschwüre jedem neuen Beteurer auszubieten; wenn Ihr wißt, Daß ich die Menschen streichle, fest sie herze Und dann sie lästre; oder wenn Ihr wißt, Daß ich beim Schmaus mich mit der ganzen Schar Verbrüdern mag, dann hütet Euch vor mir. (Trompeten und Freudengeschrei.) Brutus. Was heißt dies Jauchzen? Wie ich fürchte, wählt Das Volk zum König Cäsarn. Cassius. Fürchtet Ihr's? Das hieße ja, Ihr möchtet es nicht gern. Brutus. Nein, Cassius, nicht gern; doch lieb ich ihn. Doch warum haltet Ihr mich hier so lange? Was ist es, das Ihr mir vertrauen möchtet? Ist's etwas, dienlich zum gemeinen Wohl, Stellt Ehre vor ein Auge, Tod vors andre, Und beide seh ich gleiches Mutes an. Die Götter sein mir günstig, wie ich mehr Die Ehre lieb, als vor dem Tod mich scheue. Cassius. Ich weiß, daß diese Tugend in Euch wohnt, Sogut ich Euer äußres Ansehn kenne. Wohl! Ehre ist der Inhalt meiner Rede. Ich weiß es nicht, wie Ihr und andre Menschen Von diesem Leben denkt; mir, für mich selbst, Wär es so lieb, nicht da sein, als zu leben In Furcht vor einem Wesen wie ich selbst. Ich kam wie Cäsar frei zur Welt, so Ihr; Wir nährten uns sogut, wir können beide Sogut wie er des Winters Frost ertragen. Denn einst, an einem rauhen stürmschen Tage, Als wild die Tiber an ihr Ufer tobte, Sprach Cäsar zu mir: "Wagst du, Cassius, nun Mit mir zu springen in die zornge Flut Und bis dorthin zu schwimmen?"--Auf dies Wort, Bekleidet, wie ich war, stürzt ich hinein Und hieß ihn folgen; wirklich tat er's auch. Der Strom brüllt' auf uns ein; wir schlugen ihn Mit wackern Sehnen, warfen ihn beiseit Und hemmten ihn mit einer Brust des Trotzes. Doch eh wir das gewählte Ziel erreicht, Rief Cäsar: "Hilf mir, Cassius! ich sinke." Ich, wie Äneas, unser großer Ahn, Aus Trojas Flammen einst auf seinen Schultern Den alten Vater trug, so aus den Wellen Zog ich den müden Cäsar.--Und der Mann Ist nun zum Gott erhöht, und Cassius ist Ein arm Geschöpf und muß den Rücken beugen, Nickt Cäsar nur nachlässig gegen ihn. Als er in Spanien war, hatt er ein Fieber, Und wenn der Schaur ihn ankam, merkt ich wohl Sein Beben: ja, er bebte, dieser Gott! Das feige Blut der Lippen nahm die Flucht, Sein Auge, dessen Blick die Welt bedräut, Verlor den Glanz, und ächzen hört ich ihn. Ja, dieser Mund, der horchen hieß die Römer Und in ihr Buch einzeichnen seine Reden, Ach, rief: "Titinius! gib mir zu trinken!" Wie'n krankes Mädchen. Götter! ich erstaune, Wie nur ein Mann so schwächlicher Natur Der stolzen Welt den Vorsprung abgewann, Und nahm die Palm allein. (Jubelgeschrei. Trompeten.) Brutus. Ein neues Jauchzen! Ich glaube, dieser Beifall gilt die Ehren, Die man auf Cäsars Haupt von neuem häuft. Cassius. Ja, er beschreitet, Freund, die enge Welt Wie ein Colossus, und wir kleinen Leute, Wir wandeln unter seinen Riesenbeinen, Und schaun umher nach einem schnöden Grab. Der Mensch ist manchmal seines Schicksals Meister: Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Brutus, Durch eigne Schuld nur sind wir Schwächlinge. Brutus und Cäsar--was steckt doch in dem Cäsar, Daß man den Namen mehr als Euren spräche? Schreibt sie zusammen: ganz so schön ist Eurer; Sprecht sie: er steht den Lippen ganz so wohl; Wägt sie: er ist so schwer; beschwört mit ihnen: Brutus ruft Geister auf so schnell wie Cäsar. (Jubelgeschrei.) Nun denn, im Namen der gesamten Götter, Mit was für Speise nährt der Cäsar sich, Daß er so groß ward? Zeit, du bist entehrt. Rom, du verlorst die Kraft des Heldenstamms. Welch Alter schwand wohl seit der großen Flut, Das nicht geglänzt durch mehr als einen Mann? Wer sagte jemals, wenn er sprach von Rom, Es faß ihr weiter Kreis nur einen Mann? Nun ist in Rom fürwahr des Raums genug: Find't man darin nur einen einzgen Mann. O, beide hörten wir von unsern Vätern: "Einst gab es einen Brutus, der so gern Des alten Teufels Hof als einen König Geduldet hätt in Rom." Brutus. Daß Ihr mich liebt, bezweifl' ich keineswegs; Worauf Ihr bei mir dringt, das ahn ich wohl; Was ich davon gedacht und von den Zeiten, Erklär ich Euch in Zukunft. Doch für jetzt Möcht ich, wenn ich Euch freundlich bitten darf, Nicht mehr getrieben sein. Was ihr gesagt, Will ich erwägen; was Ihr habt zu sagen, Mit Ruhe hören und gelegne Zeit, So hohe Dinge zu besprechen, finden. Bis dahin, edler Freund, beherzigt dies: Brutus wär lieber eines Dorfs Bewohner, Als sich zu zählen zu den Söhnen Roms In solchem harten Stand, wie diese Zeit Uns aufzulegen droht. Cassius. Ich bin erfreut, daß meine schwachen Worte Dem Brutus so viel Funken nur entlockt. Cäsar und sein Zug kommen zurück. Brutus. Das Spiel ist aus, und Cäsar kehrt zurück. Cassius. Wenn sie uns nahn, zupft Casca nur am Ärmel, Er wird nach seiner mürr'schen Art Euch sagen, Was von Belang sich heut ereignet hat. Brutus. Ich will es tun. Doch seht nur, Cassius, Auf Cäsars Stirne glüht der zornge Fleck, Die andern sehn gescholtnen Dienern gleich. Calpurnias Wang ist blaß, und Cicero Blickt mit so feurigen und roten Augen, Wie wir ihn wohl im Kapitol gesehn, Wenn Senatoren ihn im Rat bestritten. Cassius. Casca wird uns berichten, was es gibt. Cäsar. Antonius! Antonius. Cäsar? Cäsar. Laßt wohlbeleibte Männer um mich sein, Mit glatten Köpfen, und die nachts gut schlafen. Der Cassius dort hat einen hohlen Blick; Er denkt zuviel: die Leute sind gefährlich. Antonius. O fürchtet den nicht; er ist nicht gefährlich, Er ist ein edler Mann und wohlgesinnt. Cäsar. Wär er nur fetter!--Zwar ich fürcht ihn nicht; Doch wäre Furcht nicht meinem Namen fremd, Ich kenne niemand, den ich eher miede Als diesen hagern Cassius. Er liest viel; Er ist ein großer Prüfer und durchschaut Das Tun der Menschen ganz; er liebt kein Spiel, Wie du, Antonius, hört nicht Musik; Er lächelt selten, und auf solche Weise, Als spott er sein, verachte seinen Geist, Den irgend was zum Lächeln bringen konnte. Und solche Männer haben nimmer Ruh, Solang die jemand größer sehn als sich; Das ist es, was sie so gefährlich macht. Ich sag dir eher, was zu fürchten stände, Als was ich fürchte; ich bin stets doch Cäsar. Komm mir zur Rechten, denn dies Ohr ist taub, Und sag mir wahrhaft, was du von ihm denkst. (Cäsar und sein Gefolge ab; Casca bleibt zurück.) Casca. Ihr zogt am Mantel mich; wollt Ihr mich sprechen? Brutus. Ja, Casca, sag uns, was sich heut begeben, Daß Cäsar finster sieht. Casca. Ihr wart ja bei ihm; wart Ihr nicht? Brutus. Dann fragt ich Casca nicht, was sich begeben. Casca. Nun, man bot ihm eine Krone an, und als man sie ihm anbot, schob er sie mit dem Rücken der Hand zurück: so--; und da erhob das Volk ein Jauchzen. Brutus. Worüber jauchzten sie zum andern Mal? Casca. Nun, auch darüber. Cassius. Sie jauchzten dreimal ja; warum zuletzt? Casca. Nun, auch darüber. Brutus. Wurd ihm die Krone dreimal angeboten? Casca. Ei, meiner Treu, wurde sie's, und er schob sie dreimal zurück; jedesmal sachter als das vorige Mal; und bei jedem Zurückschieben jauchzten meine ehrlichen alten Freunde. Cassius. Wer bot ihm die Krone an? Casca. Je nun, Antonius. Brutus. Sagt uns die Art und Weise, lieber Casca. Casca. Ich kann mich ebensogut hängen lassen, als euch die Art und Weise erzählen: es waren nichts als Possen, ich gab nicht acht darauf. Ich sah den Mark Anton ihm eine Krone anbieten--doch eigentlich war's keine rechte Krone, es war so 'ne Art von Stirnband--und wie ich euch sagte, er schob sie einmal beiseite; aber bei alledem hätte er sie nach meinem Bedünken gern gehabt. Dann bot er sie ihm nochmals an, und dann schob er sie nochmals zurück; aber nach meinem Bedünken kam es ihm hart an, die Finger wieder davonzutun. Und dann bot er sie ihm zum dritten Male an; er schob sie zum dritten Male zurück; und jedesmal, daß er sie ausschlug, kreischte das Gesindel und klatscht in die rauhen Fäuste und warfen die schweißigen Nachtmützen in die Höhe und gaben eine solche Last stinkenden Atems von sich, weil Cäsar die Krone ausschlug, daß Cäsar fast daran erstickt wäre; denn er ward ohnmächtig und fiel nieder, und ich für mein Teil wagte nicht zu lachen, aus Furcht, ich möchte den Mund auftun und die böse Luft einatmen. Cassius. Still doch! ich bitt Euch. Wie? er fiel in Ohnmacht? Casca. Er fiel auf dem Marktplatze nieder, hatte Schaum vor dem Munde und war sprachlos. Brutus. Das mag wohl sein; er hat die fallende Sucht. Cassius. Nein, Cäsar hat sie nicht. Doch Ihr und ich Und unsrer wackrer Casca, wir haben sie. Casca. Ich weiß nicht, was Ihr damit meint; aber ich bin gewiß, Cäsar fiel nieder. Wenn das Lumpenvolk ihn nicht beklatschte und auszischte, je nachdem er ihnen gefiel oder mißfiel, wie sie es mit den Komödianten auf dem Theater machen, so bin ich kein ehrlicher Kerl. Brutus. Was sagt' er, als er zu sich selber kam? Casca. Ei nun, eh er hinfiel, als er merkte, daß der gemeine Haufe sich freute, daß er die Krone ausschlug, so riß er euch sein Wams auf und bot ihnen seinen Hals zum Abschneiden--triebe ich irgend 'ne Hantierung, so will ich mit den Schuften zur Hölle fahren, wo ich ihn nicht beim Wort genommen hätte--und damit fiel er hin. Als er wieder zu sich selbst kam, sagte er, wenn er irgendwas Unrechtes getan oder gesagt hätte, so bäte er Ihre Edeln, es seinem Übel beizumessen. Drei oder vier Weibsbilder, die bei mir standen, riefen--"Ach, die gute Seele!" und vergaben ihm von ganzem Herzen. Doch das gilt freilich nicht viel; wenn er ihre Mütter totgeschlagen hätte, sie hätten's ebensogut getan. Brutus. Und darauf ging er so verdrießlich weg? Casca. Ja. Cassius. Hat Cicero etwas gesagt? Casca. Ja, er sprach griechisch. Cassius. Was wollt er denn? Casca. Ja, wenn ich Euch das sage, so will ich Euch niemals wieder vor die Augen kommen. Aber die ihn verstanden, lächelten einander zu und schüttelten die Köpfe. Doch was mich anlangt, mir war es griechisch. Ich kann Euch noch mehr Neues erzählen: dem Marullus und Flavius ist das Maul gestopft, weil sie Binden von Cäsars Bildsäulen gerissen haben. Lebt wohl. Es gab noch mehr Possen, wenn ich mich nur darauf besinnen könnte. Cassius. Wollt Ihr heute abend bei mir speisen, Casca? Casca. Nein, ich bin schon versagt. Cassius. Wollt Ihr morgen bei mir zu Mittag speisen? Casca. Ja, wenn ich lebe und Ihr bei Eurem Sinne bleibt und Eure Mahlzeit das Essen verlohnt. Cassius. Gut, ich erwart Euch. Casca. Tut das; lebt beide wohl! (Ab.) Brutus. Was für ein plumper Bursch ist dies geworden? Er war voll Feuer als mein Schulgenoß. Cassius. Das ist er jetzt noch bei der Ausführung Von jedem kühnen, edlen Unternehmen, Stellt er sich schon so unbeholfen an. Dies rauhe Wesen dient gesundem Witz Bei ihm zur Brüh; es stärkt der Leute Magen, Eßlustig seine Reden zu verdaun. Brutus. So ist es auch. Für jetzt verlaß ich Euch, Und morgen, wenn Ihr wünscht mit mir zu sprechen, Komm ich zu Euch ins Haus; doch wenn Ihr wollt, So kommt zu mir, und ich will Euch erwarten. Cassius. Das will ich; bis dahin gedenkt der Welt. (Brutus ab.) Gut, Brutus, du bist edel; doch ich sehe, Dein löbliches Gemüt kann seiner Art Entwendet werden. Darum ziemt es sich, Daß Edle sich zu Edlen immer halten. Wer ist so fest, den nichts verführen kann? Cäsar ist feind mir, und er liebt den Brutus, Doch wär ich Brutus nun, er Cassius, Er sollte mich nicht lenken. Diese Nacht Werf ich ihm Zettel von verschiednen Händen, Als ob sie von verschiednen Bürgern kämen, Durchs Fenster, alle voll der großen Meinung, Die Rom von seinem Namen hegt, wo dunkel Auf Cäsars Ehrsucht soll gedeutet sein. Dann denke Cäsar seines nahen Falles; Wir stürzen bald ihn, oder dulden alles. (Ab.) Dritte Szene Eine Straße. Ungewitter Casca, mit gezognem Schwert, und Cicero kommen von verschiednen Seiten Cicero. Guten Abend, Casca! Kommt Ihr her von Cäsar? Warum so atemlos und so verstört? Casca. Bewegt's Euch nicht, wenn dieses Erdballs Feste Wankt wie ein schwaches Rohr? O Cicero! Ich sah wohl Stürme, wo der Winde Schelten Den knotgen Stamm gespaltet, und ich sah Das stolze Meer anschwellen, wüten, schäumen, Als wollt es an die drohnden Wolken reichen; Doch nie bis heute nacht, noch nie bis jetzt Ging ich durch einen Feuerregen hin. Entweder ist im Himmel innrer Krieg, Wo nicht, so reizt die Welt durch Übermut Die Götter, uns Zerstörung herzusenden. Cicero. Ja, saht Ihr jemals wundervollre Dinge? Casca. Ein Sklave, den Ihr wohl von Ansehn kennt, Hob seine linke Hand empor; sie flammte Wie zwanzig Fackeln auf einmal, und doch, Die Glut nicht fühlend, blieb sie unversengt. Auch kam (seitdem steckt ich mein Schwert nicht ein) Beim Kapitol ein Löwe mir entgegen; Er gaffte stark mich an, ging mürrisch weiter Und tat mir nichts. Auf einen Haufen hatten Wohl hundert bleiche Weiber sich gedrängt, Entstellt von Furcht; die schwuren, daß sie Männer Mit feurgen Leibern wandern auf und ab Die Straßen sahn. Und gestern saß der Vogel Der Nacht sogar am Mittag auf dem Markte Und kreischt' und schrie. Wenn dieser Wunderzeichen So viel zusammentreffen, sage niemand: "Dies ist der Grund davon, sie sind natürlich"; Denn Dinge schlimmer Deutung, glaub ich, sind's Dem Himmelstrich, auf welchen sie sich richten. Cicero. Gewiß, die Zeit ist wunderbar gelaunt; Doch Menschen deuten oft nach ihrer Weise Die Dinge, weit entfernt vom wahren Sinn. Kommt Cäsar morgen auf das Kapitol? Casca. Ja, denn er trug es dem Antonius auf, Euch kund zu tun, er werde morgen kommen. Cicero. Schlaft wohl denn, Casca! Dieser Aufruhr läßt Nicht draußen weilen. Casca. Cicero, lebt wohl! (Cicero ab.) Cassius tritt auf. Cassius. Wer da? Casca. Ein Römer. Cassius. Casca, nach der Stimme. Casca. Eur Ohr ist gut. Cassius, welch eine Nacht? Cassius. Die angenehmste Nacht für wackre Männer. Casca. Wer sah den Himmel je so zornig drohn? Cassius. Die, welche so voll Schuld die Erde sahn. Ich, für mein Teil, bin durch die Stadt gewandert, Mich unterwerfend dieser grausen Nacht, Und so entgürtet, Casca, wie Ihr seht, Hab ich die Brust dem Donnerkeil entblößt. Und wenn des Blitzes schlängelnd Blau zu öffnen Des Himmels Busen schien, bot ich mich selbst Dem Strahl des Wetters recht zum Ziele dar. Casca. Warum versucht Ihr den Himmel so? Es steht dem Menschen Furcht und Zittern an, Wenn die gewaltgen Götter solche Boten Furchtbarer Warnung, uns zu schrecken, senden. Cassius. O Casca! Ihr seid stumpf; der Lebensfunke, Der glühen sollt in Römern, fehlt Euch, oder Ihr braucht ihn nicht. Ihr sehet bleich und starrt, Von Furcht ergriffen und versenkt in Staunen, Des Himmels ungewohnten Grimm zu schauen. Doch wolltet Ihr den wahren Grund erwägen, Warum die Feur, die irren Geister alle, Was Tier' und Vögel macht vom Stamm entarten Und Greise faseln, Kinder prophezein; Warum all diese Dinge ihr Gesetz, Natur und angeschaffne Gaben wandeln In Mißbeschaffenheit: nun so erkennt Ihr, Der Himmel hauchte diesen Geist in sie, Daß sie der Furcht und Warnung Werkzeug würden Für irgendeinen mißbeschaffnen Zustand. Nun könnt ich, Casca, einen Mann dir nennen, Ganz ähnlich dieser schreckenvollen Nacht, Der donnert, blitzt, die Gräber öffnet, brüllt, So wie der Löwe dort im Kapitol; Ein Mann, nicht mächtiger als ich und du An Leibeskraft, doch drohend angewachsen, Und furchtbar, wie der Ausbruch dieser Gärung. Casca. 's ist Cäsar, den Ihr meint. Nicht, Cassius? Cassius. Es sei auch, wer es sei: die Römer haben Jetzt Mark und Bein, wie ihre Ahnen hatten. Doch weh uns! unsrer Väter Geist ist tot, Und das Gemüt der Mütter lenket uns, Denn unser Joch und Dulden zeigt uns weibisch. Casca. Ja freilich heißt's, gewillt sei der Senat, Zum König morgen Cäsarn einzusetzen; Er soll zur See, zu Land die Krone tragen An jedem Ort, nur in Italien nicht. Cassius. Ich weiß, wohin ich diesen Dolch dann kehre; Den Cassius soll von Knechtschaft Cassius lösen. Darin, ihr Götter, macht ihr Schwache stark, Darin, ihr Götter, bändigt ihr Tyrannen; Noch felsenfeste Burg, noch ehrne Mauern, Noch dumpfe Keller, noch der Ketten Last Sind Hindernisse für des Geistes Stärke. Das Leben, dieser Erdenschranken satt, Hat stets die Macht, sich selber zu entlassen. Und weiß ich dies, so wiß auch alle Welt: Den Teil der Tyrannei, der auf mit liegt, Werf ich nach Willkür ab. Casca. Das kann auch ich. So trägt ein jeder Sklav in eigner Hand Gewalt, zu brechen die Gefangenschaft. Cassius. Warum denn wäre Cäsar ein Tyrann? Der arme Mann! Ich weiß, er wär kein Wolf, Wenn er nicht säh, die Römer sind nur Schafe; Er wär kein Leu, wenn sie nicht Rehe wären. Wer eilig will ein mächtig Feuer machen, Nimmt schwaches Stroh zuerst; was für Gestrüpp Ist Rom, und was für Plunder, wenn es dient Zum schlechten Stoff, der einem schnöden Dinge Wie Cäsar Licht verleiht? Doch, o mein Gram! Wo führtest du mich hin? Ich spreche dies Vielleicht vor einem willgen Knecht; dann weiß ich, Daß ich muß Rede stehn; doch führ ich Waffen, Und mich bekümmern die Gefahren nicht. Casca. Ihr sprecht mit Casca, einem Mann, der nie Ein Ohrenbläser war. Hier, meine Hand! Werbt nur Partei zur Abstellung der Übel, Und dieser Fuß soll Schritt mit jedem halten, Der noch soweit geht. Cassius. Ein geschloßner Handel! Nun, Casca, wißt: ich habe manche schon Der Edelmütigsten von Rom beredet, Mit mir ein Unternehmen zu bestehn Von ehrenvoll-gefährlichem Erfolg. Ich weiß, sie warten in Pompejus' Halle Jetzt eben mein; denn in der furchtbarn Nacht Kann niemand unter freiem Himmel dauern. Des Elementes Antlitz und Gestalt Ist wie das Werk beschaffen, das wir treiben: Höchst blutig, feurig und höchst fürchterlich. Cinna tritt auf. Casca. Seid still ein Weilchen, jemand kommt in Eil. Cassius. Ich hör am Gange, daß es Cinna ist; Er ist ein Freund.--Cinna, wohin so eilig? Cinna. Euch sucht ich. Wer ist das? Metellus Cimber? Cassius. Nein, es ist Casca, ein Verbündeter Zu unsrer Tat. Werd ich erwartet, Cinna? Cinna. Das ist mir lieb. Welch eine grause Nacht! Ein paar von uns sahn seltsame Gesichte. Cassius. Werd ich erwartet, sagt mir? Cinna. Ja, Ihr werdet es. O Cassius! könntet Ihr In unsern Bund den edlen Brutus ziehn-- Cassius. Seid ruhig! Guter Cinna, diesen Zettel, Seht, wie Ihr in des Prätors Stuhl ihn legt, Daß Brutus nur ihn finde; diesen werft Ihm in das Fenster; diesen klebt mit Wachs Ans Bild des alten Brutus. Dies getan, Kommt zu Pompejus' Hall und trefft uns dort. Ist Decius Brutus und Trebonius da? Cinna. Ja, alle, bis auf Cimber, und der sucht In Eurem Haus Euch auf. Gut, ich will eilen Die Zettel anzubringen, wie Ihr wünscht. Cassius. Dann stellt Euch ein bei des Pompejus' Bühne. (Cinna ab.) Kommt, Casca, laßt uns beide noch vor Tag In seinem Hause Brutus sehn. Drei Viertel Von ihm sind unser schon; der ganze Mann Ergibt sich bei dem nächsten Angriff uns. Casca. O, er sitzt hoch in alles Volkes Herzen, Und was in uns als Frevel nur erschiene, Sein Ansehn wird es, wie der Stein der Weisen, In Tugend wandeln und in Würdigkeit. Cassius. Ihn, seinen Wert, wie sehr wir ihn bedürfen, Gabt Ihr recht wohl getroffen. Laßt uns gehn, Es ist nach Mitternacht; wir wollen ihn Vor Tage wecken und uns sein versichern. (Ab.) Zweiter Aufzug Erste Szene Rom. Der Garten des Brutus Brutus tritt auf Brutus. He, Lucius! auf!-- Ich kann nicht aus der Höh der Sterne raten, Wie nah der Tag ist.--Lucius, hörst du nicht?-- Ich wollt, es wär mein Fehler, so zu schlafen.-- Nun, Lucius, nun! Ich sag: erwach! Auf, Lucius! Lucius kommt. Lucius. Herr, riefet Ihr? Brutus. Bring eine Kerze mir ins Lesezimmer, Und wenn sie brennt, so komm und ruf mich hier. Lucius. Ich will es tun, Herr. (Ab.) Brutus. Es muß durch seinen Tod geschehn. Ich habe Für mein Teil keinen Grund, ihn wegzustoßen, Als fürs gemeine Wohl. Er wünscht, gekrönt zu sein; Wie seinen Sinn das ändern möchte, fragt sich. Der warme Tag ist's, der die Natter zeugt; Das heischt mit Vorsicht gehn. Ihn krönen?--Ja-- Und dann ist's wahr, wir leihn ihm einen Stachel, Womit er kann nach Willkür Schaden tun. Der Größe Mißbrauch ist, wenn von der Macht Sie das Gewissen trennt; und, um von Cäsarn Die Wahrheit zu gestehn, ich sah noch nie, Daß ihn die Leidenschaften mehr beherrscht Als die Vernunft. Doch oft bestätigt sich's, Die Demut ist der jungen Ehrfurcht Leiter; Wer sie hinanklimmt, kehrt den Blick ihr zu; Doch hat er erst die höchste Spross' erreicht, Dann kehret er der Leiter seinen Rücken, Schaut himmelan, verschmäht die niedern Tritte, 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599 600 601 602 603 604 605 606 607 608 609 610 611 612 613 614 615 616 617 618 619 620 621 622 623 624 625 626 627 628 629 630 631 632 633 634 635 636 637 638 639 640 641 642 643 644 645 646 647 648 649 650 651 652 653 654 655 656 657 658 659 660 661 662 663 664 665 666 667 668 669 670 671 672 673 674 675 676 677 678 679 680 681 682 683 684 685 686 687 688 689 690 691 692 693 694 695 696 697 698 699 700 701 702 703 704 705 706 707 708 709 710 711 712 713 714 715 716 717 718 719 720 721 722 723 724 725 726 727 728 729 730 731 732 733 734 735 736 737 738 739 740 741 742 743 744 745 746 747 748 749 750 751 752 753 754 755 756 757 758 759 760 761 762 763 764 765 766 767 768 769 770 771 772 773 774 775 776 777 778 779 780 781 782 783 784 785 786 787 788 789 790 791 792 793 794 795 796 797 798 799 800 801 802 803 804 805 806 807 808 809 810 811 812 813 814 815 816 817 818 819 820 821 822 823 824 825 826 827 828 829 830 831 832 833 834 835 836 837 838 839 840 841 842 843 844 845 846 847 848 849 850 851 852 853 854 855 856 857 858 859 860 861 862 863 864 865 866 867 868 869 870 871 872 873 874 875 876 877 878 879 880 881 882 883 884 885 886 887 888 889 890 891 892 893 894 895 896 897 898 899 900 901 902 903 904 905 906 907 908 909 910 911 912 913 914 915 916 917 918 919 920 921 922 923 924 925 926 927 928 929 930 931 932 933 934 935 936 937 938 939 940 941 942 943 944 945 946 947 948 949 950 951 952 953 954 955 956 957 958 959 960 961 962 963 964 965 966 967 968 969 970 971 972 973 974 975 976 977 978 979 980 981 982 983 984 985 986 987 988 989 990 991 992 993 994 995 996 997 998 999 1000