und so zerbrechlich wie die Majestät, ist auch das Gesicht; denn hier ligt es, in hundert Scherben zerbrochen. Gieb Acht, stillschweigender König, auf die Moral dieses Kinderspiels; wie schnell mein Kummer mein Gesicht zerstört hat. Bolingbroke. Der Schatten euers Kummers hat den Schatten euers Gesichts zerstört. König Richard. Sagt das noch einmal. Der Schatten meines Kummers! Ha, laßt einmal sehen--es ist in der That so, mein Schmerz ligt ganz in meinem Innern, und alle diese äusserlichen Zeichen von Jammer sind blosse Schatten des unsichtbaren Grams, der in geheim in der gepeinigten Seele schwellt. Ich danke dir, König, daß du mir nicht nur Ursache zum Wehklagen giebst, sondern mich auch noch lehrst, wie ich die Ursache bejammern soll. Ich will nur noch um eine einzige Gefälligkeit gebeten haben, und dann gehen und euch nicht mehr beunruhigen. Werd' ich sie erhalten? Bolingbroke. Nennet sie, geliebter Vetter. König Richard. Geliebter Vetter! Ah! ich bin grösser als ein König; denn wie ich ein König war, waren meine Schmeichler meine Unterthanen; nun da ich ein Unterthan bin, hab ich einen König zum Schmeichler. Da ich ein so grosser Mann bin, so hab ich nicht nöthig zu bitten. Bolingbroke. So fordert. König Richard. Und soll ich's haben? Bolingbroke. Ihr sollt. König Richard. So erlaubt mir wegzugehen. Bolingbroke. Wohin? König Richard. Wohin ihr wollt, wenn es nur aus euerm Gesicht ist. Bolingbroke. Einige von euch sollen ihn nach dem Tower begleiten--Auf nächsten Mitwoch sezen wir unsre Krönung fest: Milords, haltet euch dazu gefaßt. (Alle gehen ab, bis auf den Abbt von Westmünster, den Bischoff und Aumerle.) Vierte Scene. Abbt. Welch ein jammervolles Schauspiel, das wir hier gesehen haben! Bischoff. Der Jammer wird erst kommen; die noch ungebohrne Nachwelt wird diesen Tag so scharf wie einen Dorn in ihrem Fleische fühlen. Aumerle. Ihr heiligen Priester, ist denn kein Mittel, das Reich vor diesem verderblichen Unwesen zu retten? Abbt. Eh ich euch hierüber mein Innerstes entdeke, sollt ihr das Sacrament darauf empfangen, daß ihr nicht nur mein Vorhaben verschwiegen halten, sondern auch alles vollziehen wollet, was ich euch nur immer auftragen werde. Ich sehe eure Stirne voll Mißvergnügen, euer Herz voll Gram, und eure Augen voll Thränen. Kommt mit mir heim zum Nacht-Essen, und da wollen wir den Grund zu einem Entwurf legen, der uns einen glüklichen Tag sehen lassen soll. (Sie gehen ab.) Fünfter Aufzug. Erste Scene. (Eine Strasse in London.) (Die Königin mit ihren Damen tritt auf.) Königin. Diesen Weg wird der König kommen: Diß ist der Weg zu jenem fatalen Thurm, den Julius Cäsar aufführte, und worein der stolze Bolingbroke meinen Herrn zur Gefangenschaft verurtheilt hat. Hier wollen wir ausruhen; wenn diese aufrührische Erde anders noch eine Ruhe für ihres rechtmäßigen Königs Gemalin hat.-- (König Richard tritt mit seiner Wache auf.) Aber stille! aber seht, doch seht lieber nicht, wie verwelkt meine schöne Rose ist-- Nein, seht auf, schaut und zerfließt aus Mitleiden in Thau, um ihn mit den Thränen einer getreuen Liebe wieder frisch zu waschen. O du, der Trümmer, wo das alte Troja stand, du Ruin der Majestät, du Grabmal von König Richard, und nicht König Richard selbst! Du schöner Gasthof, soll Gram und Jammer in dir herbergen, indeß daß Triumph der Gast in einer Bierschenke worden ist? König Richard. Vereinige dich nicht mit meinem Kummer, schönes Weib, mein Ende zu sehr zu beschleunigen. Lerne, gute Seele! unsern vorigen Zustand als einen glüklichen Traum ansehen, von dem wir nun erwacht sind, und uns in der That in keinen bessern Umständen finden, als worinn wir sind. Meine Liebe, ich bin ein geschworner Bruder der unerbittlichen Nothwendigkeit, und wir beyde werden im Bündniß stehen bis zum Tode. Eile du nach Frankreich, und verbirg dich in irgend eine andächtige Freystätte. Es ist uns nichts übrig, als durch ein heiliges Leben die Crone in einer bessern Welt wieder zu gewinnen, die wir durch unheilige Stunden verlohren haben. Königin. Wie? Ist mein Richard an Gestalt und Gemüth verwandelt? Hat Bolingbroke auch deinen Geist abgesezt? Ist er bis in dein Herz eingedrungen? Ein sterbender Löwe sträubt sich, und verwundet, aus Wuth überwältigt zu seyn, wenigstens die Erde, wo er fiel; und du, willt wie ein unmündiger Knabe deine Züchtigung mit Sanftmuth empfangen, die Ruthe küssen, und deinem Feind mit schaamwürdiger Demuth die Füsse lecken, du, der ein Löwe, ein König der Thiere war? König Richard. Ein König von Thieren, in der That; und wenn es nichts als Thiere gewesen wären, so wär' ich noch ein glüklicher König von Menschen. Meine gute ehmalige Königin, mache dich reisefertig nach Frankreich. Denk, ich sey todt, und daß du eben hier, als bey meinem Todbette, den lezten Abschied von mir nimmst. In verdrieslichen Winternächten size mit guten alten Leuten zum Feuer, und laß dir Geschichten von Jammer und Unglük erzählen, die längst begegnet sind; und ehe du ihnen gute Nacht giebst, erzähl' ihnen hinwieder meinen kläglichen Fall, und schike die hörenden weinend zu Bette-- Zweyte Scene. (Northumberland und Gefolge zu den Vorigen.) Northumberland. Milord, Bolingbrok hat seine Gedanken geändert, ihr sollt nach Pomfret, nicht nach dem Tower--Madam, es sind schon Anstalten euertwegen gemacht; ihr müßt in möglichstes Eile nach Frankreich. König Richard. Northumberland, du Leiter, auf welcher Bolingbroke an meinen Thron hinaufgestiegen ist; die Zeit wird nicht lange aussenbleiben, da dein schwährendes Verbrechen von faulem Eyter aufbrechen wird. Du wirst denken, wenn er gleich das Reich theilt, und dir die Hälfte giebt, es sey zu wenig, weil du ihm alles gegeben habest; und er wird denken, du, der den Weg kennt unrechtmäßige Könige zu sezen, werdest, auf die kleinste Veranlassung, auch wissen, ihn wieder, so lang er ist, von seinem angemaßten Thron herab zu stürzen. Die Liebe lasterhafter Freunde verwandelt sich in Mißtrauen, und diß Mißtrauen in Haß; und der Haß wird einen oder beyde dem verdienten Untergang überliefern. Northumberland. Mein Verbrechen sey über meinem Haupt, und soviel hievon! Nehmt Abschied von einander, ihr müßt scheiden. König Richard. Doppelt geschieden? Gottlose Leute, ihr entheiligt eine zweyfache Ehe; zwischen mir und meiner Crone, und zwischen mir und meinem vermählten Weib. Laß mich den Eid hinwegküssen, der dich und mich vereinigt; und doch, nicht so, denn mit einem Kuß ward er gemacht. Scheid' uns, Northumberland; ich, nach Norden, wo schauernde Kälte das kranke Clima verzehrt; meine Königin nach Frankreich, von wannen sie im Pomp herübergesandt wurde, geschmükt wie der holde May, nun zurük geschikt, verdüstert und traurig wie der kürzeste Tag. Königin. Und müssen wir denn getrennt seyn? Müssen wir denn scheiden? König Richard. Ja, Hand von Hand, meine Liebe, und Herz von Herz. Königin. Verbannet uns beyde, und schikt den König mit mir. Northumberland. Das wäre gütig, aber sehr unpolitisch. Königin. So laßt mich mit ihm gehen. König Richard. Weine du in Frankreich für mich, und ich will hier für dich weinen; es ist besser entfernt, als näher geschieden zu seyn. Geh, zähle deinen Weg mit Seufzern ab, ich mit Ächzen den meinigen. Königin. So wird der längste Weg die meisten Seufzer haben. König Richard. Ich will bey jedem Schritt zweymal ächzen, weil mein Weg der kürzere ist. Komm, komm, ein Kuß soll uns den Mund schliessen, und dann fahr' wohl; so geb' ich dir mein Herz, und so nehm' ich deines. (Sie küssen sich.) Königin. Nein, gieb mir das meinige zurük; es wäre kein schöner Abschied, wenn ich dein Herz mit mir nehmen wollte, um es zu tödten. (Sie küssen sich wieder.) So, nun hab' ich das Meinige wieder, damit ich mich bestreben kan, es mit einem Seufzer zu tödten. König Richard. Wir vermehren nur unsern Schmerz mit diesen zärtlichen Verzögerungen; noch einmal, leb' wohl; das übrige laß unsre Thränen sagen.-- (Sie gehen ab.) Dritte Scene. (Des Herzogs von York Palast.) (York und seine Herzogin treten auf.) Herzogin. Milord, ihr wolltet fortfahren, mir den Einzug unsrer beyden Vettern in London zu erzählen, als ihr durch Thränen genöthigt wurdet, eure Geschichte zu unterbrechen. York. Wo blieb ich stehen? Herzogin. Bey dem kläglichen Absaz, Milord, da ruchlose unmenschliche Hände aus einem Fenster Staub und Auskehricht auf König Richard herunter schütteten. York. Der Herzog, der grosse Bolingbroke, von einem heissen feurigen Hengst getragen, der, als ob er seinen emporstrebenden Reuter kenne, mit langsamem aber stolzem Schritt dahergieng, sezte also, wie ich sagte, seinen Zug fort, indem alle Zungen ihm entgegenriefen: Gott erhalte dich, Bolingbroke! Unzähliche weitoffne Augen schossen ihre verlangende Blike nach ihm, und das Zujauchzen war so groß, daß ihr gedacht hättet, die Mauren selbst mit den Bildern womit sie übermahlt sind, hätten auf einmal zu ruffen angefangen: Gott erhalte dich, willkommen, Bolingbroke! Indeß daß er, sich immer von einer Seite zur andern drehend, mit entblößtem Haupt, und alle Augenblike bis unter seines stolzen Rosses Kopf sich bükend, ihnen antwortete: Ich danke euch, meine Mitbürger; und so zog er langsam die Strasse durch. Herzogin. O Jammer! Armer Richard! Wie gieng es ihm indessen? York. Wie in einem Schauspiel die Augen der Leute, wenn ein beliebter Schauspieler die Scene verläßt, sich unachtsam von demjenigen wegwenden, der zunächst auftritt, in der Einbildung, daß sie nichts als ein langweiliges Gewäsche von ihm zu erwarten haben; eben so, oder noch verächtlicher, runzelte sich jede Stirne, da Richard kam; niemand rief. Gott erhalte ihn! Keine erfreute Zunge hieß ihn in seiner Hauptstadt willkommen; sondern Staub wurde auf sein geheiligtes Haupt geschüttet, den er mit einem so sanftmüthigen Schmerz und mit einem Gesicht, worinn Thränen und Lächeln, auf eine so herzrührende Art kämpften, von sich abschüttelte, daß, hätte nicht Gott, aus irgend einer furchtbaren Ursache, die Herzen der Menschen verhärtet, sie nothwendig hätten schmelzen, und Barbarey selbst ihn hätte beweinen müssen. (Aber der Himmel hat seine Hand in diesen Begebenheiten, und in seinen hohen Willen müssen wir den unsrigen ergeben. Wir sind nun Bolingbroks Unterthanen, und ihm hab' ich nun auf ewig meine Treue angelobt.) Vierte Scene. (Aumerle zu den Vorigen.) Herzogin. Hier kommt mein Sohn, Aumerle. York. Der Aumerle war, und es nicht mehr ist, weil er Richards Freund war. Ihr müßt ihn nunmehr Rutland nennen, Madam; ich bin Bürge im Parlament für seine Treue gegen den neuen König worden. Herzogin. Willkommen, Sohn; wo sind nun die Veilchen, die den grünen Schooß des jungen Frühlings bestreuen? Aumerle. Madam, ich weiß es nicht, und bekümmre mich wenig darum. Gott weiß, daß es mir gleichgültig ist, ob ich bin, oder ob ich nicht bin. York. Gut, betragt euch wohl in diesem Frühling einer neuen Zeit, sonst möchtet ihr abgeschnitten werden, eh ihr geblüht habt. Was giebts neues von Oxford? Dauren diese Lustbarkeiten und Ritterspiele noch immer fort? Aumerle. So viel ich weiß, noch immer. York. Geht ihr auch dahin? Aumerle. Wenn Gott es nicht verhindert, so ist es mein Vorsaz. York. Was für ein Siegel ist das, so aus deinem Busen heraushängt--Wie, du erblassest? Laß mich die Schrift sehen. Aumerle. Es ist nichts, Milord. York. So ist auch nichts daran gelegen, daß ichs sehe. Ich will befriedigt seyn, laß mich die Schrift sehen. Aumerle. Ich bitte Euer Gnaden um Vergebung; es ist eine Kleinigkeit, die ich aus gewissen Ursachen nicht gerne sehen lassen möchte. York. Die ich aus gewissen Ursachen sehen will, Herr. Ich fürchte, ich fürchte-- Herzogin. Was könnt ihr fürchten, Milord? Es wird nichts als irgend eine Handschrift seyn, die er wegen seiner Equipage zum Einzug ausgestellt haben wird. York. Ich glaube du bist nicht klug, Weib--Jung, laß mich die Schrift sehen. Aumerle. Ich bitte euch, haltet mir's zu Gnaden; ich kan es nicht sehen lassen. York. Ich will es aber sehen, sag ich-- (Er reißt ihms weg und ließt es.) Verrath! Schändlicher Hochverrath! Nichtswürdiger! Verräther! Sclave! Herzogin. Was ist es dann, Milord? York. He! wer ist da drinn? Sattlet mein Pferd. Himmel, was für eine Verrätherey ist das! Herzogin. Wie, was ist es, Milord? York. Meine Stiefel her, sag ich; sattlet mein Pferd. Nun bey meiner Ehre, bey meinem Leben, ich will dein Ankläger seyn, Bösewicht. Herzogin. Was ist es dann? York. Still, närrisches Weibsbild. Herzogin. Ich will nicht still seyn; was ist es, Sohn? Aumerle. Meine gute Mutter, gebt euch zufrieden, es ist nichts mehr, als wovor mein armes Leben gut stehen muß. Herzogin. Dein Leben! Fünfte Scene (Ein Bedienter kommt mit Stiefeln herein.) York. Gieb mir die Stiefel her; ich will zum Könige. Herzogin. Schlag ihn zu Boden, Aumerle--(Armer Junge, du bist betäubt.) Weg, Schurke, und komm mir nicht mehr vor die Augen. (Zum Bedienten.) York. Meine Stiefel! Herzogin. Wie, York, was willt du thun? Du willt den Tod deines eignen Kinds befördern? Haben wir noch mehr Söhne? Oder können wir noch mehr bekommen? Willt du meinen einzigen Sohn in meinem Alter von mir reissen, und mich des glükseligen Namens einer Mutter berauben? Ist er nicht dein eigen? York. Du zärtliche Thörin! Wolltest du diese schwarze Zusammenverschwörung verheeren? Ihrer Zwölfe haben das Sacrament empfangen, und sich die Hände darauf gegeben, den König zu Oxford zu ermorden. Herzogin. Das soll er nicht; wir wollen ihn hier behalten. York. Weg, närrisches Weib. Wär' er zwanzigmal mein Sohn, so wollt' ich ihn angeben. Herzogin. Hättest du seinetwegen ächzen müssen wie ich, du würdest mitleidiger seyn. Aber nun merke ich deine Gedanken; du argwöhnest, daß ich deinem Bette ungetreu gewesen sey, und daß er ein Bastard sey, nicht dein Sohn; liebster York, liebster Gemal, denke nicht so; er ist dir so gleich als man seyn kan; er ist weder mir noch irgend jemand aus meiner Verwandtschaft ähnlich, und doch lieb ich ihn. York. Aus dem Weg, widerspenstiges Weibsbild. (Er geht ab.) Herzogin. Geh ihm nach, Aumerle; besteig' sein Pferd, sporn' es so gut, daß du vor ihm zum König kommst, und bitt' um Gnade, eh er dich anklagen kan. Ich will nicht lange dahinten bleiben; wenn ich schon alt bin, so will ich doch noch wol so schnell reiten als York; und nimmer will ich vom Boden aufstehen, bis Bolingbroke dich begnadigt hat. Hinweg. (Sie gehen ab.) Sechste Scene. (Verwandelt sich in den Hof zu Windsor.) (Bolingbroke, Percy, und andre Lords treten auf.) Bolingbroke. Kan mir niemand Nachricht von meinem ungerathnen Sohne geben? Es sind volle drey Monate, seitdem ich ihn das leztemal sah. Wenn ja eine Plage über uns hängt, so ist es er; ich wollte zu Gott, Milords, daß er gefunden würde. Fragt zu London in den Weinschenken nach ihm, denn dort sagt man, hält er sich täglich in Gesellschaft zügelloser lüderlicher Leute auf, sogar mit solchen, die in holen Wegen lauren und die Reisenden berauben, indeß daß der junge ausgelassene Bube eine Ehre darinn sucht, eine so schändliche Rotte zu beschüzen. Percy. Gnädigster Herr, es sind etwann zween Tage, daß ich den Prinzen sah, und ihm von den Ritterspielen zu Oxford erzählte. Bolingbroke. Und was antwortete der Busch-Klöpfer? Percy. Er sagte, er wolle in ein Bordel, und der gemeinsten Meze einen Handschuh abziehen, ihn ihr zu Ehren auf den Hut steken, und damit den herzhaftesten Ritter aus dem Sattel heben. Bolingbroke. So lüderlich als wild; und doch seh' ich durch beydes einige Funken von Hoffnung schimmern, welche mit zunehmenden Jahren glüklich ausschlagen mögen. Aber wer kommt hier? (Aumerle zu den Vorigen.) Aumerle. Wo ist der König? Bolingbroke. Was hat unser Vetter, daß er so starr und wild aussieht? Aumerle. Gott erhalte Euer Majestät. Ich bitte euch, etliche Augenblike mit Euer Majestät allein sprechen zu dürfen. Bolingbroke. Entfernet euch, und laßt uns hier allein; was ist dann nun die Sache, Vetter? Aumerle (kniend.) Auf ewig mögen meine Knie in die Erde wachsen, und meine Zunge an meinen Gaumen, oder Euer Majestät ertheile mir Gnade, eh ich rede! Bolingbroke. Was ist dein Fehler, vorgesezt, oder würklich begangen? Wenn nur das erste, so groß er seyn mag, so vergeb' ich ihn dir, um deine künftige Liebe zu gewinnen. Aumerle. So erlaubet mir, Gnädigster Herr, daß ich den Schlüssel umdrehen darf, damit niemand herein komme, bis meine Erzählung zu ende ist. Bolingbroke. Das magst du. York (hinter der Scene.) Gnädigster Herr, nehmt euch in Acht, seht euch vor, ihr habt einen Verräther bey euch. Bolingbroke (zu Aumerle.) Nichtswürdiger, ich will bald mit dir fertig seyn-- Aumerle. Halt deine rächende Hand zurük, du hast keine Ursache zu fürchten. York. Mach die Thür auf, sichrer, unbesonnener König; öffne die Thür, oder ich werde sie einstossen. Siebende Scene. (York zu den Vorigen.) Bolingbroke. Was giebt es, mein Oheim? Sprich, komm erst zu Athem; sag uns, wie nah ist die Gefahr, damit wir uns waffnen können, ihr entgegen zu gehen? York. Überlies diese Schrift, so wirst du die Verrätherey kennen, von der ich, athemloß wie ich bin, noch nicht reden kan. Aumerle. Erinnre dich, indem du liesest, deines gegebnen Versprechens. Es reuet mich, lies meinen Namen nicht, mein Herz ist kein Bundsgenosse meiner Hand. York. Nichtswürdiger, dein Herz war ein Verräther, eh deine Hand es war-- ich riß es aus des Verräthers Busen, König. Furcht, nicht Liebe zeugt seine Reue; habe kein Mitleiden mit ihm, oder dein Mitleiden möchte eine Schlange werden, und dein Herz durchstechen. Bolingbroke. O grauliche, verwegne und mächtige Verschwörung! O rechtschaffner Vater eines verrätherischen Sohns, du reine, unbeflekte Silberquelle, aus welcher dieser Strom durch sumpfige Örter geflossen, und so sich selbst verunreinigt hat. Der Überfluß deiner Verdienste soll diesen tödtlichen Fleken von deinem verbrecherischen Sohn abwaschen. York. So würde meine Tugend die Kupplerin seines Lasters seyn; und wie verschwendrische Söhne ihrer kargen Väter Gold, so würde er durch seine schändliche Thaten meine Ehre verprassen.* Meine Ehre lebt nur, wenn seine Schande stirbt; du tödtest mich, du tödtest den rechtschaffnen Mann, wenn du den Verräther leben lässest. {ed.-* Von hier bis zur 9ten Scene lauter Reime im Original.} Die Herzogin (hinter der Scene.) O! Gnädigster Herr, um Gottes willen, laßt mich ein. Bolingbroke. Was für ein hellstimmiger Supplicant macht dieses ängstliche Geschrey? Herzogin. Ein Weib, und deine Tante, grosser König, ich bin's. O lasset mich vor, habet Mitleiden mit mir, laßt die Thür öffnen. Eine Bettlerin bettelt, die zuvor noch nie gebettelt hat. Bolingbroke. Unsre Scene hat ihre ernsthafte Gestalt verlohren, und hat sich in den Bettler und den König verwandelt; mein gefährlicher Vetter, laßt eure Mutter herein, sie kommt ohne Zweifel für euch zu bitten. York. Wenn du vergiebst, wer es auch sey, der dich um Gnade bittet, so wird deine Gnade die Aufmuntrung zu neuen Verbrechen seyn. Schneide dieses eyternde Gelenk ab, so bleibt das übrige gesund; wo nicht, so wird der ganze Leib angestekt werden. Achte Scene. (Die Herzogin von York zu den Vorigen.) Herzogin. O König, glaube nicht diesem hartherzigen Mann; wer kan jemand andern lieben, der sich selbst nicht liebt? York. Du aberwiziges Weibsbild, was machst du hier?-- Herzogin. Geduld, lieber York; höret mich, Gnädigster Herr. (Sie kniet.) Bolingbroke. Steht auf, meine Tante. Herzogin. Noch nicht, ich bitte euch; ewig will ich hier auf meinen Knien ligen, bis du durch die Begnadigung meines armen Sohns mir das Leben giebst. Aumerle. Kniend füg' ich zu meiner Mutter Bitte die meinige. York. Und kniend heißt mich meine Treue wider beyde bitten; nimmer wirst du gedeyhen, wenn du Gnade widerfahren lässest. Herzogin. Bittet er im Ernst? O betrachtet sein Gesicht; seine Augen lassen keine Thränen fallen, sein Bitten ist nur Verstellung, seine Worte kommen nur aus seinem Mund, unsre aus dem Herzen; er bittet nur, um nicht erhört zu werden, wir bitten mit Herz und Seele; seine müden Knie, ich weiß es, hoffen freudig aufzustehen; die unsrige sollen knien, bis sie in den Boden wachsen. O so laßt dann unser aufrichtiges Flehen seine heuchlerische Bitte überschreyen! Bolingbroke. Meine liebe Tante, steht auf. Herzogin. Nein, sagt nicht, daß ich aufstehen soll, ihr habt dann zuvor seine Begnadigung ausgesprochen. O wär ich deine Amme, und sollte dich reden lehren, Gnade sollte das erste Wort seyn, das deine Zunge aussprechen lernte. Noch nie verlangte ich mit Ungeduld ein Wort zu hören als izt, o König, sprich Gnade, so erhältst du zwey Leben mit einem Wort. Bolingbroke. Steht auf, meine gute Tante. Herzogin. Ich bitte nicht, um Erlaubniß, zu stehen; Vergebung ist alles, warum ich bitte. Bolingbroke. Ich vergebe ihm, wie der Himmel mir vergeben soll! Herzogin. O! du bist ein Gott auf Erden! Wo ist ein Wort, das aus einem königlichen Munde schöner tönt? O! Sag es noch einmal, mein ängstlich-zweifelndes Herz gewiß zu machen. Bolingbroke. Von ganzem Herzen vergeb' ich ihm. Aber was unsern getreuen Schwager, den Abbt, betrift--und alle übrige von dieser zusammen- verschwornen Rotte, die soll unerbittliches Verderben an den Fersen ereilen!--Mein geliebter Oheim, sorget dafür, daß eine hinlängliche Anzahl von Truppen nach Oxford, oder wo diese Verräther immer seyn mögen, abgeordnet werde. Ich will sie haben, sobald ich weiß wo sie sind, und ich schwöre sie sollen in dieser Welt nicht leben! Lebet wohl, Oheim; und ihr, Vetter, Adieu; eure Mutter hat euch gute Dienste gethan; es ist nun an euch, einen guten Gebrauch davon zu machen. Herzogin. Komm, mein alter Sohn; ich bitte den Himmel, daß er dich neu mache. (Sie gehen ab.) Neunte Scene. (Exton und ein Bedienter treten auf.) Exton. Hörtest du die Worte nicht, die dem König entfuhren: "Hab ich denn keinen Freund, der mich von diesen unaufhörlichen Besorgnissen befreyen mag?" Sagte er nicht so? Bedienter. Das waren würklich seine Worte. Exton. "Hab' ich keinen Freund?"--sagte er; er sagte es zweymal, und zweymal mit einer gewissen Heftigkeit. That er's nicht? Bedienter. Er that es. Exton. Und indem er's sagte, sah' er mir starr ins Gesicht, als wollt' er sagen--Ich wünsche, du wär'st der Mann, der mein Herz dieser Besorgnisse erledigen möchte--er meynte den König zu Pomfret. Komm, wir wollen gehen--Ich bin des Königs Freund, und will ihm von seinem Feinde helfen. (Sie gehen ab.) Zehnte Scene. (Verwandelt sich in das Gefängniß zu Pomfret-Castle.) (König Richard tritt auf.) König Richard. Ich studiere schon lange, wie ich dieses Gefängniß, worinn ich lebe, mit der Welt vergleichen wolle; und weil die Welt volkreich ist, und hier kein anders Geschöpf als ich selbst, so kan ich nicht damit zurecht kommen. Und doch will ich's versuchen--Mein Gehirn soll das Weib meiner Seele werden, und meine Seele, der Vater; und diese zwey sollen ein Geschlecht von Gedanken mit einander zeugen, und diese Gedanken sollen diese kleine Welt bevölkern, humorisirt, wie die Einwohner der grossen Welt, denn kein Gedank' ist zufrieden. Sogar die besten (die Gedanken von göttlichen Dingen) sind mit Zweifeln untermischt, und sezen das Wort selbst dem Wort entgegen; zum Exempel: Kommt, ihr Kleinen; und dann wieder: Es ist so schwer zu kommen, als einem Cameel durch ein Nadelöhr zu gehen.--Gedanken, die nach Unabhänglichkeit streben, brüten unmögliche Wunder aus,-- wie diese schwachen Nägel mir eine Öffnung durch die steinernen Rippen dieser Kerker-Mauren krazen könnten, und weil sie es nicht können, so zerplazen sie an ihrem eignen schwellenden Stolz. Gedanken, die nach Vergnügen streben, schmeicheln sich selbst, "sie seyen nicht die ersten Sclaven des Glüks, und werden nicht die lezten seyn," (wie schelmisches Bettelvolk, wenn sie im Stok sizen, sich damit trösten, daß schon viele da gesessen sind, und noch viele sizen werden.) Und in diesem Gedanken finden sie eine Art von Erleichterung, indem sie ihr eignes Elend auf dem Rüken derer tragen, die ehmals das nemliche ausgestanden haben. So spiel ich, in einem Gefängniß, mancherley Personen, wovon keine mit sich selbst zufrieden ist. Zuweilen bin ich ein Fürst; dann macht Verrätherey, daß ich mich zu einem Bettler wünsche, und das bin ich. Alsdann überredet mich die Dürftigkeit, es sey mir besser gewesen, da ich ein Fürst war, und dann werd' ich wieder gefürstet; und unvermerkt besinn' ich mich, daß mich Bolingbroke entfürstet hat, und da bin ich wieder nichts--Was ich aber seyn mag, so ist doch dieses gewiß, weder ich noch irgend ein andrer, wer er seyn mag, wird eher nicht zur Ruhe kommen, bis er nicht mehr ist--Hör' ich nicht Musik? (Eine Musik.) Ha, ha! Haltet den Tact; wie widrig die anmuthigste Musik ist, wenn das Zeitmaaß gebrochen, und die Proportion nicht gehalten wird! So ist es auch mit der Musik des menschlichen Lebens--Wie kommt es, daß ich ein so feines Ohr habe, von dem kleinsten Mißklang einer verstimmten Sayte, oder eines verspäteten Tons beleidigt zu werden; und daß ich kein Ohr hatte, die schlechte Zusammenstimmung in meinem Staat, das gebrochne Zeitmaaß in meiner Regierung zu bemerken? Ich verderbte die Zeit; nun verderbt die Zeit mich. Die Zeit hat nun ihre Stunden-Uhr aus mir gemacht; meine Gedanken sind die Minuten, und meine jammernden Seufzer die Töne, die an mein Herz anschlagen, und so die Stunden anzeigen--Diese Musik macht mich närrisch--laßt sie schweigen; wenn sie gleich schon öfters närrischen Leuten wieder zu ihrem Verstand geholfen hat, so scheint es doch an mir, daß sie kluge Leute närrisch mache. Und doch gesegnet sey der, so sie mir giebt; es ist immer ein Zeichen seiner Liebe, und Liebe zu Richard ist ein seltnes Kleinod in einer Welt, wo der Haß allezeit den Fall begleitet. Eilfte Scene. (Ein Stallknecht kommt herein.) Stalknecht. Heil, königlicher Herr! König Richard. Grossen Dank, edler Pair. Der Wohlfeilste von uns beyden ist um zehn Groschen zu theuer. Wer bist du? Wie kommst du hieher? Wohin niemand kommt, als ein schwermüthiger Sclave, der mir zu essen bringt; um mein Unglük zu verlängern. Stalknecht. Ich war ein armer Stallknecht in deinem Marstall, König, wie du noch ein König warst; und da ich unlängst nach York reisen mußte, so hab' ich um die Erlaubniß angesucht, meinen ehmaligen Herrn sehen zu dürfen. O wie weh that mir's im Herzen, wie ich in den Strassen von London, an dem Krönungs-Tag zusehen mußte, wie Bolingbroke auf dem weiß- und roth getüpfelten Barber, euerm Leibpferd, ritt; auf diesem Pferd das ihr so oft geritten, und das ich mit so grosser Sorgfalt abgerichtet hatte. König Richard. Ritt er auf meinem Barber? Sag mir, mein guter Freund, wie gieng er unter ihm? Stalknecht. So stolz, als ob er den Boden aus Verachtung nicht berühren wolle. König Richard. So stolz, weil er Bolingbrok auf seinem Rüken hatte? Die Schindmähre hat Brodt aus meiner königlichen Hand gefressen; diese Hand hat ihn so oft durch streicheln stolz gemacht. Und er stolperte nicht? Er fiel nicht, und brach diesem übermüthigen Mann den Hals, der seinen Rüken usurpirte? Um Vergebung, du gutes Pferd! du verdienst mein Schelten nicht; du warst dazu geschaffen, dem Menschen unterthan zu seyn, und zum Tragen gebohren. Ich war zu keinem Pferd gemacht, und doch trag' ich die Last eines Esels, und lasse mich von dem trottenden Bolingbroke mit Sporrn zerfleischen und zuschanden reiten. Zwölfte Scene. (Ein Hüter mit einer Schüssel, zu den Vorigen.) Hüter. Kerl, mach' Plaz, du darfst nicht länger bleiben. (Zum Stallknecht.) König Richard. Wenn du mich liebst, so ist es Zeit, daß du gehst. Hüter. Milord, beliebt es euch zu essen? König Richard. Kost' es vorher, wie du gewohnt bist. Hüter. Milord, ich darf nicht; Sir Pierce von Exton, der kürzlich auf des Königs Befehl hieher gekommen ist, hat mir's verboten. König Richard. Der Teufel hole Heinrichen von Lancaster und dich! Die Geduld geht mir aus. (Er schlägt den Hüter.) Hüter. Hülfe, Hülfe, Hülfe!--(Exton und Bediente zu den Vorigen.) König Richard. Wie? was soll das bedeuten? Kommt ihr mich zu ermorden?-- Unglükseliger, stirb durch dein eignes Schwerdt! (Er reißt einem sein Schwerdt aus der Hand und stoßt ihn nieder.) Geh du und füll' einen andern Plaz in der Hölle aus, (er tödtet noch einen; Exton schlägt ihn mit einem Streich zu Boden, ) diese Hand soll in unauslöschlichem Feuer brennen die mit des Königs Blut des Königs eignes Land befleket hat!--Erheb' erhebe dich, meine Seele, einen himmlischen Thron einzunehmen, indem mein sterblicher Theil zur Erde sinkt. (Er stirbt.) Exton. So voll von Tapferkeit als königlichem Blut! Und dieses hab' ich nun vergossen! O wie wollt ich, daß diese That gut wäre! Aber der Teufel, der mir sagte, ich thue recht, sagt izt, daß sie in die Tag- Bücher der Hölle eingeschrieben ist. Ich will nun diesen todten König zu dem lebenden tragen; ihr, schleppt die übrigen fort, und sorgt, daß sie hier begraben werden. (Sie gehen ab.) Dreyzehnte Scene. (Verwandelt sich in den Hof zu Windsor.) (Trompeten; Bolingbroke, York, Lords und Gefolge treten auf.) Bolingbroke. Mein geliebter Oheim York, die neueste Nachricht die wir haben, ist, das die Rebellen unsre Stadt Cicester in Glocesterschire in Brand gestekt haben; aber wir hören nicht, ob sie geschlagen oder gefangen worden-- (Northumberland zu den Vorigen.) Willkommen, Milord, was bringt ihr neues? Northumberland. Zuerst wünsch' ich deiner geheiligten Person und Regierung vollkommne Glükseligkeit; die nächste Zeitung ist, daß ich die Köpfe von Salisbury, Spencer, Blunt und Kent nach London geschikt habe. Die Umstände ihrer Gefangennehmung sind aus diesem Papier ausführlich zu ersehen. Bolingbroke. Wir danken dir, werther Percy, für deine Mühe, und werden deine Verdienste nach Würden zu belohnen wissen. (Fizwater zu den Vorigen.) Fizwater. Gnädigster Herr, ich habe die Köpfe von Broccas und Sir Bennet Seely von Oxford nach London geschikt, von zween jener zusammen- verschwornen Verräther, die eure Majestät zu Oxford zu unterdrüken suchten. Bolingbroke. Deine Bemühungen und Verdienste sollen nicht vergessen werden, Fizwater; ich weiß und schäze ihren Werth. (Percy und der Bischoff von Carlisle zu den Vorigen.) Percy. Das Haupt der Zusammen-Verschwornen, der Abbt von Westmünster, hat, von Schwermuth und Gewissens-Bissen erdrükt, seinen Leib dem Grab abgetreten; aber hier ist Carlisle, der euerm königlichen Urtheil über sein Verbrechen sich unterwirft. Bolingbroke. Carlile, diß ist dein Urtheil; wähle dir irgend eine stille geheiligte Freystädte aus, und geniesse darinn deines Lebens; und so wie du in Ruhe leben wirst, sollst du ruhig sterben: Ob du gleich immer mein Feind warest, so ehr' ich doch deine Tugend. (Exton tritt mit einem Sarg auf.) Exton. Grosser König, in diesem Sarg überliefre ich dir deine begrabne Besorgnisse. Hierin ligt athemlos der gröste von deinen Feinden, Richard von Bourdeaux, von mir hieher gebracht. Bolingbroke. Exton, ich danke dir nicht; deine fatale Hand hat Schmach und Fluch über mein Haupt, und über dieses ganze ruhmvolle Land gebracht. Exton. Aus euerm eignen Munde, Gnädigster Herr, that ich diese That. Bolingbroke. Man kan Gift nöthig haben, aber man liebt es nicht, und ich dich eben so wenig; ob ich ihn gleich todt wünschte, so haß ich doch den Mörder, und liebe nun den Ermordeten. Nimm du die Schuld eines bösen Gewissens für deine Mühe, aber weder meinen Beyfall noch meine Gnade. Geh, wandre wie Cain durch den Schatten der Nacht, und zeige nie dem Tag dein verabscheutes Antliz. Milords, ich schwöre euch, meine Seele ist bekümmert, daß Blut mich besprengen soll, damit ich wachsen möge. Kommt, leget die Farbe der kummervollen Traurigkeit an. Ich will einen Zug in das gelobte Land thun, um dieses Blut von meiner schuldigen Hand abzuwaschen. Folget mir in stillschweigender Trauer, und weinet mit mir über dieser unzeitigen Baare. (Sie gehen alle ab.) 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599 600 601 602 603 604 605 606 607 608 609 610 611 612 613 614 615 616 617 618 619 620 621 622 623 624 625 626 627 628 629 630 631 632 633 634 635 636 637 638 639 640 641 642 643 644 645 646 647 648 649 650 651 652 653 654 655 656 657 658 659 660 661 662 663 664 665 666 667 668 669 670 671 672 673 674 675 676 677 678 679 680 681 682 683 684 685 686 687 688 689 690 691 692 693 694 695 696 697 698 699 700 701 702 703 704 705 706 707 708 709 710 711 712 713 714 715 716 717 718 719 720 721 722 723 724 725 726 727 728 729 730 731 732 733 734 735 736 737 738 739 740 741 742 743 744 745 746 747 748 749 750 751 752 753 754 755 756 757 758 759 760 761 762 763 764 765 766 767 768 769 770 771 772 773 774 775 776 777 778 779 780 781 782 783 784 785 786 787 788 789 790 791 792 793 794 795 796 797 798 799 800 801 802 803 804 805 806 807 808 809 810 811 812 813 814 815 816 817 818 819 820 821 822 823 824 825 826 827 828 829 830 831 832 833 834 835 836 837 838 839 840 841 842 843 844 845 846 847 848 849 850 851 852 853 854 855 856 857 858 859 860 861 862 863 864 865 866 867 868 869 870 871 872 873 874 875 876 877 878 879 880 881 882 883 884 885 886 887 888 889 890 891 892 893 894 895 896 897 898 899 900 901 902 903 904 905 906 907 908 909 910 911 912 913 914 915 916 917 918 919 920 921 922 923 924 925 926 927 928 929 930 931 932 933 934 935 936 937 938 939 940 941 942 943 944 945 946 947 948 949 950 951 952 953 954 955 956 957 958