Celia.
Ich stecke mich in arme, niedre Kleidung
Und streiche mein Gesicht mit Ocker an;
Tu ebendas, so ziehn wir unsern Weg
Und reizen keine Räuber.
Rosalinde.
Wär's nicht besser,
Weil ich von mehr doch als gemeinem Wuchs,
Daß ich mich trüge völlig wie ein Mann?
Den schmucken kurzen Säbel an der Hüfte
Den Jagdspieß in der Hand, und--läg im Herzen
Auch noch so viele Weiberfurcht versteckt--
Wir sähen kriegerisch und prahlend drein,
Wie manche andre Männermemmen auch,
Die mit dem Ansehn es zu zwingen wissen.
Celia.
Wie willst du heißen, wenn du nun ein Mann bist?
Rosalinde.
Nicht schlechter als der Page Jupiters;
Denk also dran, mich Ganymed zu nennen.
Doch wie willst du genannt sein?
Celia.
Nach etwas, das auf meinen Zustand paßt:
Nicht länger Celia, sondern Aliena.
Rosalinde.
Wie, Muhme, wenn von Eures Vaters Hof
Wir nun den Schalksnarrn wegzustehlen suchten,
Wär er uns nicht ein Trost auf unsrer Reise?
Celia.
Oh, der geht mit mir in die weite Welt,
Um den laß mich nur werben. Laß uns gehn
Und unsern Schmuck und Kostbarkeiten sammeln,
Die beste Zeit und sichern Weg bedenken
Vor der Verfolgung, die nach meiner Flucht
Wird angestellt. So ziehn wir denn in Frieden,
Denn Freiheit ist uns, nicht der Bann beschieden.
(Ab.)
Zweiter Aufzug
Erste Szene
Der Ardenner Wald
(Der Herzog, Amiens und andre Edelleute in Jägerkleidung)
Herzog.
Nun, meine Brüder und des Banns Genossen,
Macht nicht Gewohnheit süßer dieses Leben
Als das gemalten Pomps? Sind diese Wälder
Nicht sorgenfreier als der falsche Hof?
Wir fühlen hier die Buße Adams nur,
Der Jahrszeit Wechsel; so den eisgen Zahn
Und böses Schelten von des Winters Sturm;
Doch, wenn er beißt und auf den Leib mir bläst,
Bis ich vor Kälte schaudre, sag ich lächelnd:
"Dies ist nicht Schmeichelei; Ratgeber sind's,
Die fühlbar mir bezeugen, wer ich bin."
Süß ist die Frucht der Widerwärtigkeit,
Die gleich der Kröte, häßlich und voll Gift,
Ein köstliches Juwel im Haupte trägt.
Dies unser Leben, vom Getümmel frei,
Gibt Bäumen Zungen, findet Schrift im Bach,
In Steinen Lehre, Gutes überall.
Amiens.
Ich tauscht es selbst nicht; glücklich ist Eur Hoheit,
Die auszulegen weiß des Schicksals Härte
In solchem ruhigen und milden Sinn.
Herzog.
Kommt, wolln wir gehen und uns Wildbret töten?
Doch schmerzt's, daß wir den armen fleckgen Narren,
Die Bürger sind in dieser öden Stadt,
Auf eignem Grund mit hakgen Spitzen blutig
Die runden Hüften reißen.
Erster Edelmann.
Ja, mein Fürst,
Den melancholschen Jacques kränkt dieses sehr;
Er schwört, daß Ihr auf diesem Weg mehr Unrecht
Als Euer Bruder übt, der Euch verbannt.
Heut schlüpften ich und Amiens hinter ihn,
Als er sich hingestreckt an einer Eiche,
Wovon die alte Wurzel in den Bach
Hineinragt, der da braust den Wald entlang;
Es kam dahin ein arm verschüchtert Wild,
Das von des Jägers Pfeil beschädigt war,
Um auszuschmachten; und gewiß, mein Fürst,
Das arme Tier stieß solche Seufzer aus,
Daß jedesmal sein ledern Kleid sich dehnte
Zum Bersten fast, und dicke runde Tränen
Längs der unschuldgen Nase liefen kläglich
Einander nach; und der behaarte Narr,
Genau bemerkt vom melancholschen Jacques,
Stand so am letzten Rand des schnellen Bachs,
Mit Tränen ihn vermehrend.
Herzog.
Nun, und Jacques?
Macht er dies Schauspiel nicht zur Sittenpredigt?
Erster Edelmann.
O ja, in tausend Gleichnissen. Zuerst
Das Weinen in den unbedürftgen Strom:
"Ach, armer Hirsch!" so sagt' er, "wie der Weltling
Machst du dein Testament: gibst dem den Zuschuß,
Der schon zuviel hat."--Dann, weil er allein
Und von den samtnen Freunden war verlassen:
"Recht!" sagt' er, "so verteilt das Elend stets
Des Umgangs Flut."--Alsbald ein Rudel Hirsche,
Der Weide voll, sprang sorglos an ihm hin,
Und keiner stand zum Gruße. "Ja", rief Jacques,
"Streift hin, ihr fetten, wohlgenährten Bürger!
So ist die Sitte eben; warum schaut ihr
Nach dem bankrotten, armen Schelme da?"
Auf diese Art durchbohrt er schmähungsvoll
Den Kern vom Lande, Stadt und Hof, ja selbst
Von diesem unserm Leben; schwört, daß wir
Nichts als Tyrannen, Räuber, Schlimmres noch,
Weil wir die Tiere schrecken, ja sie töten
In ihrem eignen heimatlichen Sitz.
Herzog.
Und ließet ihr in der Betrachtung ihn?
Erster Edelmann.
Ja, gnädger Herr, beweinend und besprechend
Das schluchzende Geschöpf.
Herzog.
Zeigt mir den Ort,
Ich lasse gern in diesen düstern Launen
Mich mit ihm ein; er ist dann voller Sinn.
Erster Edelmann.
Ich will Euch zu ihm bringen.
(Ab.)
Zweite Szene
Ein Zimmer im Palaste
(Herzog Friedrich, Herren vom Hofe und Gefolge treten auf)
Herzog Friedrich.
Ist es denn möglich, daß sie niemand sah?
Es kann nicht sein! nein, Schurken hier am Hof
Sind im Verständnis mit und gaben's zu.
Erster Edelmann.
Ich hörte nicht, daß irgendwer sie sah.
Die Fraun im Dienste ihrer Kammer brachten
Sie in ihr Bett und fanden morgens früh
Das Bett von ihrem Fräulein ausgeleert.
Zweiter Edelmann.
Mein Herzog, der Hanswurst, den Euer Hoheit
Oft zu belachen pflegt', wird auch vermißt.
Hesperia, der Prinzessin Kammerfräulein,
Bekennt, sie habe insgeheim belauscht,
Wie Eure Nicht' und Tochter überaus
Geschick und Anstand jenes Ringers lobten,
Der jüngst den nervgen Charles darniederwarf;
Sie glaubt, wohin sie auch gegangen sind,
Der Jüngling sei gewißlich ihr Begleiter.
Herzog Friedrich.
Schickt hin zum Bruder, holt den Braven her;
Ist der nicht da, bringt mir den Bruder selbst:
Der soll ihn mir schon finden. Tut dies schnell;
Laßt Nachsuchung und Forschen nicht ermatten,
Die törichten Verlaufnen heimzubringen.
(Ab.)
Dritte Szene
Vor Olivers Hause
(Orlando und Adam begegnen sich)
Orlando.
Wer ist da?
Adam.
Was? Ihr, mein junger Herr?--O edler Herr!
O mein geliebter Herr! O Ihr, Gedächtnis
Des alten Roland! Sagt, was macht Ihr hier?
Weswegen übt Ihr Tugend? schafft Euch Liebe?
Und warum seid Ihr edel, stark und tapfer?
Was wart Ihr so erpicht, den stämmgen Kämpfer
Des launenhaften Herzogs zu bezwingen?
Eur Ruhm kam allzu schnell vor Euch nach Haus.
Wißt Ihr nicht, Junker, daß gewissen Leuten
All ihre Gaben nur als Feinde dienen?
So, bester Herr, sind Eure Tugenden
An Euch geweihte, heilige Verräter.
O welche Welt ist dies, wenn das, was herrlich,
Den, der es hat, vergiftet!
Orlando.
Nun denn, was gibt's?
Adam.
Oh, unglückselger Jüngling!
Geht durch dies Tor nicht; unter diesem Dach
Lebt aller Eurer Trefflichkeiten Feind:
Eur Bruder--nein, kein Bruder, doch der Sohn--
Nein, nicht der Sohn; ich will nicht Sohn ihn nennen
Des, den ich seinen Vater heißen wollte--
Hat Euer Lob gehört und denkt zu Nacht
Die Wohnung zu verbrennen, wo Ihr liegt,
Und Euch darinnen. Schlägt ihm dieses fehl,
So sucht er andre Weg, Euch umzubringen;
Ich habe ihn belauscht und seinen Anschlag.
Kein Wohnort ist dies Haus, 'ne Mördergrube;
Verabscheut, fürchtet es, geht nicht hinein.
Orlando.
Sag, wohin willst du, Adam, daß ich gehe?
Adam.
Gleichviel wohin, ist es nur hieher nicht.
Orlando.
Was? willst du, daß ich gehn und Brot soll betteln?
Wohl gar mit schnödem, tollem Schwert erzwingen
Als Straßenräuber meinen Unterhalt?
Das muß ich tun, sonst weiß ich nichts zu tun;
Doch will ich dies nicht, komme, was da will.
Ich setze mich der Bosheit lieber aus
Des abgefallnen Bluts und blutgen Bruders.
Adam.
Nein, tut das nicht! ich hab fünfhundert Kronen,
Sorgsam ersparten Lohn von Eurem Vater;
Ich legt ihn bei, mein Pfleger dann zu sein,
Wann mir der Dienst erlahmt in schwachen Gliedern
Und man das Alter in die Ecke wirft.
Nehmt das, und der die jungen Raben füttert,
Ja, sorgsam für den Sperling Vorrat häuft,
Sei meines Alters Trost! Hier ist das Gold;
Nehmt alles, laßt mich Euren Diener sein.
Seh ich gleich alt, bin ich doch stark und rüstig;
Denn nie in meiner Jugend mischt ich mir
Heiß und aufrührerisch Getränk ins Blut.
Noch ging ich je mit unverschämter Stirn
Den Mitteln nach zu Schwäch und Unvermögen.
Drum ist mein Alter wie ein frischer Winter,
Kalt, doch erquicklich. Laßt mich mit Euch gehn!
Ich tu den Dienst von einem jüngern Mann
In aller Eurer Notdurft und Geschäften.
Orlando.
O guter Alter, wie so wohl erscheint
in dir der treue Dienst der alten Welt,
Da Dienst um Pflicht sich mühte, nicht um Lohn!
Du bist nicht nach der Sitte dieser Zeiten,
Wo niemand mühn sich will als um Befördrung,
Und kaum daß er sie hat, erlischt sein Dienst
Gleich im Besitz. So ist es nicht mit dir.
Doch, armer Greis, du pflegst den dürren Stamm,
Der keine Blüte mehr vermag zu treiben
Für alle deine Sorgsamkeit und Müh.
Doch komm wir brechen miteinander auf;
Und eh wir deinen Jugendlohn verzehrt,
Ist uns ein friedlich kleines Los beschert.
Adam.
Auf, Herr! und bis zum letzten Atemzug
Folg ich Euch nach, ergeben ohne Trug.
Von siebzehn Jahren bis zu achtzig schier
Wohnt ich, nun wohn ich ferner nicht mehr hier.
Um siebzehn ziemt's, daß mit dem Glück man buhle,
Doch achtzig ist zu alt für diese Schule.
Könnt ich vom Glück nur diesen Lohn erwerben,
Nicht Schuldner meines Herrn und sanft zu sterben!
(Ab.)
Vierte Szene
Der Wald
(Rosalinde als Knabe, Celia, wie eine Schäferin gekleidet, und
Probstein treten auf)
Rosalinde.
O Jupiter! wie matt sind meine Lebensgeister!
Probstein.
Ich frage nicht nach meinen Lebensgeistern, wenn nur meine Beine
nicht matt wären.
Rosalinde.
Ich wäre imstande, meinen Mannskleidern eine Schande anzutun und
wie ein Weib zu weinen. Aber ich muß das schwächere Gefäß
unterstützen, denn Wams und Hosen müssen sich gegen den Unterrock
herzhaft beweisen. Also Herz gefaßt, liebe Aliena!
Celia.
Ich bitte dich, ertrage mich, ich kann nicht weiter.
Probstein.
Ich für mein Teil wollte Euch lieber ertragen als tragen. Und doch
trüge ich kein Kreuz, wenn ich Euch trüge; denn ich bilde mir ein,
Ihr habt keinen Kreuzer in Eurem Beutel.
Rosalinde.
Gut, dies ist der Ardenner Wald.
Probstein.
Ja, nun bin ich in den Ardennen, ich Narr; da ich zu Hause war, war
ich an einem bessern Ort, aber Reisende müssen sich schon begnügen.
Rosalinde.
Ja, tut das, guter Probstein.--Seht, wer kommt da? Ein junger Mann
und ein alter in tiefem Gespräch.
(Corinnus und Silvius treten auf.)
Corinnus.
Dies ist der Weg, daß sie dich stets verschmäht.
Silvius.
O wüßtest du, Corinnus, wie ich liebe!
Corinnus.
Zum Teil errat ich's, denn einst liebt ich auch.
Silvius.
Nein, Freund: alt wie du bist, errätst du's nicht,
Warst du auch jung ein so getreuer Schäfer,
Als je aufs mitternächtge Kissen seufzte;
Allein, wenn deine Liebe meiner gleich--
Zwar glaub ich, keiner liebte jemals so--
Zu wieviel höchlich ungereimten Dingen
Hat deine Leidenschaft dich hingerissen?
Corinnus.
Zu Tausenden, die ich vergessen habe.
Silvius.
O dann hast du so herzlich nie geliebt!
Entsinnst du dich der kleinsten Torheit nicht,
In welche dich die Liebe je gestürzt,
So hast du nicht geliebt;
Und hast du nicht gesessen, wie ich jetzt,
Den Hörer mit der Liebsten Preis ermüdend,
So hast du nicht geliebt;
Und brachst du nicht von der Gesellschaft los
Mit eins, wie jetzt die Leidenschaft mich heißt,
So hast du nicht geliebt.--O Phöbe! Phöbe! Phöbe!
(Ab.)
Rosalinde.
Ach, armer Schäfer! deine Wunde suchend,
Hab ich durch schlimmes Glück die meine funden.
Probstein.
Und ich meine. Ich erinnre mich, da ich verliebt war, daß ich
meinen Degen an einem Stein zerstieß und hieß ihn das dafür
hinnehmen, daß er sich unterstände, nachts zu Hannchen Freundlich
zu kommen; und ich erinnre mich, wie ich ihr Waschholz küßte und
die Euter der Kuh, die ihre artigen, rissigen Hände gemolken hatten.
Ich erinnre mich, wie ich mit einer Erbsenschote schön tat, als
wenn sie es wäre, und ich nahm zwei Erbsen, gab sie ihr wieder und
sagte mit weinenden Tränen: "Tragt sie um meinetwillen." Wir treuen
Liebenden kommen oft auf seltsame Sprünge; wie alles von Natur
sterblich ist, so sind alle sterblich Verliebten von Natur Narren.
Rosalinde.
Du sprichst klüger, als du selber gewahr wirst.
Probstein.
Nein, ich werde meinen eignen Witz nicht eher gewahr werden, als
bis ich mir die Schienbeine daran zerstoße.
Rosalinde.
O Jupiter! o Jupiter! Dieses Schäfers Leidenschaft ist ganz nach
meiner Eigenschaft.
Probstein.
Nach meiner auch, aber sie versauert ein wenig bei mir.
Celia.
Ich bitte Euch, frag einer jenen Mann,
Ob er für Gold uns etwas Speise gibt.
Ich schmachte fast zu Tode.
Probstein.
Heda, Tölpel.
Rosalinde.
Still, Narr! Er ist dein Vetter nicht.
Corinnus.
Wer ruft?
Probstein.
Vornehmere als Ihr.
Corinnus.
Sonst wären sie auch wahrlich sehr gering.
Rosalinde.
Still, sag ich Euch!--Habt guten Abend, Freund!
Corinnus.
Ihr gleichfalls, feiner Herr, und allesamt.
Rosalinde.
Hör, Schäfer, können Geld und gute Worte
In dieser Wildnis uns Bewirtung schaffen,
So zeigt uns, wo wir ruhn und essen können.
Dies junge Mädchen ist vom Wandern matt
Und schmachtet nach Erquickung.
Corinnus.
Lieber Herr,
Sie tut mir leid, und ihretwillen mehr
Als meinetwillen wünscht ich, daß mein Glück
Instand mich besser setzt', ihr beizustehn.
Doch ich bin Schäfer eines andern Manns
Und schere nicht die Wolle, die ich weide.
Von filziger Gemütsart ist mein Herr
Und fragt nicht viel danach, den Weg zum Himmel
Durch Werke der Gastfreundlichkeit zu finden.
Auch stehn ihm Hütt und Herd und seine Weiden
Jetzt zum Verkauf; und auf der Schäferei
Ist, weil er nicht zu Haus, kein Vorrat da,
Wovon ihr speisen könnt; doch kommt und seht!
Von mir euch alles gern zu Dienste steht.
Rosalinde.
Wer ist's, der seine Herd' und Wiesen kauft?
Corinnus.
Der junge Schäfer, den ihr erst gesehn,
Den es nicht kümmert, irgendwas zu kaufen.
Rosalinde.
Ich bitte dich, besteht's mit Redlichkeit,
Kauf du die Meierei, die Herd' und Weiden;
Wir geben dir das Geld, es zu bezahlen.
Celia.
Und höhern Lohn; ich liebe diesen Ort
Und brächte willig hier mein Leben hin.
Corinnus.
Soviel ist sicher, dies ist zu Verkauf.
Geht mit! Gefällt euch auf Erkundigung
Der Boden, der Ertrag und dieses Leben,
So will ich euer treuer Pfleger sein
Und kauf es gleich mit eurem Golde ein.
(Alle ab.)
Fünfte Szene
Ein anderer Teil des Waldes
(Amiens, Jacques und andere)
Lied.
Amiens.
Unter des Laubdachs Hut
Wer gerne mit mir ruht
Und stimmt der Kehle Klang
Zu lustger Vögel Sang:
Komm geschwinde! geschwinde! geschwinde!
Hier nagt und sticht
Kein Feind ihn nicht
Als Wetter, Regen und Winde.
Jacques.
Mehr, mehr, ich bitte dich, mehr!
Amiens.
Es würde Euch melancholisch machen, Monsieur Jacques.
Jacques.
Das danke ich ihm. Mehr, ich bitte dich, mehr! Ich kann
Melancholie aus einem Liede saugen, wie ein Wiesel Eier saugt.
Mehr! mehr! ich bitte dich.
Amiens.
Meine Stimme ist rauh; ich weiß, ich kann Euch nicht damit gefallen.
Jacques.
Ich verlange nicht, daß Ihr mir gefallen sollt; ich verlange, daß
Ihr singt. Kommt, noch eine Strophe! Nennt Ihr's nicht Strophen?
Amiens.
Wie es Euch beliebt, Monsieur Jacques.
Jacques.
Ich kümmre mich nicht um ihren Namen; sie sind mir nichts schuldig.
Wollt Ihr singen?
Amiens.
Mehr auf Euer Verlangen als mir zu Gefallen.
Jacques.
Gut, wenn ich mich jemals bei einem Menschen bedanke, so will ich's
bei Euch; aber was sie Komplimente nennen, ist, als wenn sich zwei
Affen begegnen. Und wenn sich jemand herzlich bei mir bedankt, so
ist mir, als hätte ich ihm einen Pfennig gegeben und er sagte:
"Gotteslohn dafür." Kommt singt, und wer nicht mag, halte sein Maul!
Amiens.
Gut, ich will das Lied zu Ende bringen.--Ihr Herren, deckt indes
die Tafel; der Herzog will unter diesem Baum trinken--er ist den
ganzen Tag nach Euch aus gewesen.
Jacques.
Und ich bin ihm den ganzen Tag aus dem Wege gegangen. Er ist ein
zu großer Disputierer für mich. Es gehn mir so viele Gedanken
durch den Kopf als ihm; aber ich danke dem Himmel und mache kein
Wesens davon. Kommt, trillert eins her.
Lied. (Alle zusammen.)
Wer Ehrgeiz sich hält fern,
Lebt in der Sonne gern,
Selbst sucht, was ihn ernährt,
Und es mit Lust verzehrt:
Komm geschwinde geschwinde geschwinde!
Hier nagt und sticht
Kein Feind ihn nicht
Als Wetter, Regen und Winde.
Jacques.
Ich will Euch einen Vers zu dieser Weise sagen, den ich gestern
meiner Dichtungsgabe zum Trotz gemacht habe.
Amiens.
Und ich will ihn singen.
Jacques.
So lautet er:
Besteht ein dummer Tropf
Auf seinem Eselskopf,
Läßt seine Füll und Ruh
Und läuft der Wildnis zu:
(Duc ad me! duc ad me! duc ad me!)
Hier sieht er mehr
So Narrn wie er,
Wenn er zu mir will kommen her.
Amiens.
Was heißt das: (duc ad me?)
Jacques.
Es ist eine griechische Beschwörung, um Narren in einen Kreis zu
bannen. Ich will gehn und schlafen, wenn ich kann; kann ich nicht,
so will ich auf alle Erstgeburt in Ägypten lästern.
Amiens.
Und ich will den Herzog aufsuchen, sein Mahl ist bereitet.
(Von verschiedenen Seiten ab.)
Sechste Szene
Ein anderer Teil des Waldes
(Orlando und Adam treten auf)
Adam.
Liebster Herr, ich kann nicht weitergehn; ach, ich sterbe vor
Hunger! Hier werfe ich mich hin und messe mir mein Grab. Lebt
wohl, bester Herr!
Orlando.
Ei was, Adam! hast du nicht mehr Herz? Lebe noch ein wenig,
stärke dich ein wenig, ermuntre dich ein wenig. Wenn dieser rauhe
Wald irgendein Gewild hegt, so will ich ihm entweder zur Speise
dienen oder es dir zur Speise bringen. Deine Einbildung ist dem
Tode näher als deine Kräfte. Mir zuliebe sei getrost! halt dir
den Tod noch eine Weile vom Leibe. Ich will gleich wieder bei dir
sein, und wenn ich dir nicht etwas zu essen bringe, so erlaube ich
dir zu sterben; aber wenn du stirbst, ehe ich komme, so hast du
mich mit meiner Mühe zum besten.--So recht! du siehst munter aus,
und ich bin gleich wieder bei dir. Aber du liegst in der scharfen
Luft; komm, ich will dich hinbringen, wo Überwind ist, und du
sollst nicht aus Mangel an einer Mahlzeit sterben, wenn es
irgendwas Lebendiges in dieser Einöde gibt. Mut gefaßt, guter Adam.
(Beide ab.)
Siebente Szene
Ein anderer Teil des Waldes
(Ein gedeckter Tisch. Der Herzog, Amiens, Edelleute und Gefolge
treten auf)
Herzog.
Ich glaub, er ist verwandelt in ein Tier,
Denn nirgends find ich ihn in Mannsgestalt.
Erster Edelmann.
Mein Fürst, er ging soeben von hier weg
Und war vergnügt, weil wir ein Lied ihm sangen.
Herzog.
Wenn er, ganz Mißlaut, musikalisch wird,
So gibt's bald Dissonanzen in den Sphären.--
Geht, sucht ihn, sagt, daß ich ihn sprechen will.
(Jacques tritt auf.)
Erster Edelmann.
Er spart die Mühe mir durch seine Ankunft.
Herzog.
Wie nun, mein Herr? was ist denn das für Art,
Daß Eure Freunde um Euch werben müssen?
Was? Ihr seht lustig aus?
Jacques.
Ein Narr! ein Narr!--ich traf 'nen Narrn im Walde,
'nen scheckgen Narrn--o jämmerliche Welt!--
So wahr mich Speise nährt, ich traf 'nen Narrn,
Der streckte sich dahin und sonnte sich
Und schimpfte Frau Fortuna ganz beredt
Und ordentlich--und doch ein scheckger Narr!
"Guten Morgen, Narr!" sagt' ich; "Mein Herr", sagt' er,
"Nennt mich nicht Narr, bis mich das Glück gesegnet."
Dann zog er eine Sonnenuhr hervor,
Und wie er sie besah mit blödem Auge,
Sagt' er sehr weislich: "Zehn ist's an der Uhr.
Da sehn wir nun", sagt' er, "wie die Welt läuft:
's ist nur 'ne Stunde her, da war es neun,
Und nach 'ner Stunde noch wird's elfe sein;
Und so von Stund zu Stunde reifen wir,
Und so von Stund zu Stunde faulen wir,
Und daran hängt ein Märlein." Da ich hörte
So predgen von der Zeit den scheckgen Narrn,
Fing meine Lung an, wie ein Hahn zu krähn,
Daß Narrn so tiefbedächtig sollten sein;
Und eine Stunde lacht ich ohne Rast
Nach seiner Sonnenuhr.--O wackrer Narr!
Ein würdger Narr! die Jacke lob ich mir.
Herzog.
Was ist das für ein Narr?
Jacques.
Ein würdger Narr! Er war ein Hofmann sonst
Und sagt, wenn Frauen jung und schön nur sind,
So haben sie die Gabe, es zu wissen.
In seinem Hirne, das so trocken ist
Wie Überrest von Zwieback nach der Reise,
Hat er seltsame Texte, übervoll
Von Lebensweisheit, die er brockenweise
Nun von sich gibt.--O wär ich doch ein Narr!
Mein Ehrgeiz geht auf eine bunte Jacke.
Herzog.
Du sollst sie haben.
Jacques.
's ist mein einzger Wunsch;
Vorausgesetzt, daß Ihr Eur beßres Urteil
Von aller Meinung reinigt, die da wuchert,
Als wär ich weise.--Dann muß ich Freiheit haben,
So ausgedehnte Vollmacht wie der Wind--
So ziemt es Narrn--auf wen ich will, zu blasen,
Und wen am ärgsten meine Torheit geißelt,
Der muß am meisten lachen. Und warum?
Das fällt ins Auge wie der Weg zur Kirche:
Der, den ein Narr sehr weislich hat getroffen,
Wär wohl sehr töricht, schmerzt es noch sosehr,
Nicht fühllos bei dem Schlag zu tun. Wo nicht,
So wird des Weisen Narrheit aufgedeckt
Selbst durch des Narren ungefähres Zielen.
Steckt mich in meine Jacke, gebt mich frei
Zu reden, wie mir's dünkt, und durch und durch
Will ich die angesteckte Welt schon säubern,
Wenn sie geduldig nur mein Mittel nehmen.
Herzog.
O pfui! Ich weiß wohl, was du würdest tun.
Jacques.
Und was, zum Kuckuck, würd ich tun als Gutes?
Herzog.
Höchst arge Sünd, indem du Sünde schältest;
Denn du bist selbst ein wüster Mensch gewesen,
So sinnlich wie nur je des Tieres Trieb;
Und alle Übel, alle bösen Beulen,
Die du auf freien Füßen dir erzeugt,
Die würdst du schütten in die weite Welt.
Jacques.
Wie! wer schreit gegen Stolz
Und klagt damit den einzelnen nur an?
Schwillt seine Flut nicht mächtig wie die See,
Bis daß die letzten, letzten Mittel ebben?
Welch eine Bürgerfrau nenn ich mit Namen,
Wenn ich behaupt, es tragen Bürgerfraun
Der Fürsten Aufwand auf unwürdgen Schultern?
Darf (eine) sagen, daß ich sie gemeint,
Wenn so wie sie die Nachbarin auch ist?
Und wo ist (der) vom niedrigsten Beruf,
Der spricht: sein Großtun koste mir ja nichts--
Im Wahn, er sei gemeint--und seine Torheit
Nicht stimmt dadurch zu meiner Rede Ton?
Ei ja doch! wie denn? was denn? Laßt doch sehn,
Worin ihm meine Zunge Unrecht tat.
Tut sie sein Recht ihm, tat er selbst sich Unrecht;
Und ist er rein, nun wohl, so fliegt mein Tadel
Die Kreuz und Quer wie eine wilde Gans,
Die niemand angehört.--Wer kommt da? seht!
(Orlando kommt mit gezognem Degen.)
Orlando.
Halt! eßt nicht mehr!
Jacques.
Ich hab noch nicht gegessen.
Orlando.
Und sollst nicht, bis die Notdurft erst bedient.
Jacques.
Von welcher Art mag dieser Vogel sein?
Herzog.
Hat deine Not dich, Mensch, so kühn gemacht?
Wie? oder ist's Verachtung guter Sitten,
Daß du so leer von Höflichkeit erscheinst?
Orlando.
Ihr traft den Puls zuerst; der dornge Stachel
Der harten Not nahm von mir weg den Schein
Der Höflichkeit; im innern Land geboren,
Kenn ich wohl Sitte--aber haltet! sag ich,
Der stirbt, wer etwas von der Frucht berührt,
Eh ich und meine Sorgen sind befriedigt.
Jacques.
Könnt Ihr nicht durch Vernunft befriedigt werden,
So muß ich sterben.
Herzog.
Was wollt Ihr haben? Eure Freundlichkeit
Wird mehr als Zwang zur Freundlichkeit uns zwingen.
Orlando.
Ich sterbe fast vor Hunger, gebt mir Speise.
Herzog.
Sitzt nieder! eßt! willkommen unserm Tisch!
Orlando.
Sprecht Ihr so liebreich? O vergebt, ich bitte!
Ich dachte, alles müßte wild hier sein,
Und darum setzt ich in die Fassung mich
Des trotzigen Befehls. Wer ihr auch seid,
Die hier in dieser unzugangbarn Wildnis
Unter dem Schatten melancholscher Wipfel
Säumt und vergeßt die Stunden träger Zeit:
Wenn je ihr beßre Tage habt gesehn,
Wenn je zur Kirche Glocken euch geläutet,
Wenn je ihr saßt bei guter Menschen Mahl,
Wenn je vom Auge Tränen ihr getrocknet
Und wißt, was Mitleid ist und Mitleid finden,
So laßt die Sanftmut mir statt Zwanges dienen:
Ich hoff's, erröt und berge hier mein Schwert.
Herzog.
Wahr ist es, daß wir beßre Tage sahn,
Daß heilge Glocken uns zur Kirch geläutet,
Daß wir bei guter Menschen Mahl gesessen
Und Tropfen unsern Augen abgetrocknet,
Die ein geheiligt Mitleid hat erzeugt:
Und darum setzt in Freundlichkeit Euch hin
Und nehmt nach Wunsch, was wir an Hilfe haben,
Das Eurem Mangel irgend dienen kann.
Orlando.
Enthaltet Euch der Speise nur ein Weilchen,
Indessen wie die Hindin ich mein Junges
Will füttern gehn. Dort ist ein armer Alter,
Der manchen sauren Schritt aus bloßer Liebe
Mir nachgehinkt: bis er befriedigt ist,
Den doppelt Leid, das Alter schwächt und Hunger,
Berühr ich keinen Bissen.
Herzog.
Geht, holt ihn her!
Wir wollen nichts verzehren, bis Ihr kommt.
Orlando.
Ich dank Euch; seid für Euren Trost gesegnet!
(Orlando ab.)
Herzog.
Du siehst, unglücklich sind nicht wir allein,
Und dieser weite, allgemeine Schauplatz
Beut mehr betrübte Szenen dar als unsre,
Worin du spielst.
Jacques.
Die ganze Welt ist Bühne
Und alle Fraun und Männer bloße Spieler.
Sie treten auf und geben wieder ab,
Sein Leben lang spielt einer manche Rollen
Durch sieben Akte hin. Zuerst das Kind,
Das in der Wärtrin Armen greint und sprudelt;
Der weinerliche Bube, der mit Bündel
Und glattem Morgenantlitz wie die Schnecke
Ungern zur Schule kriecht; dann der Verliebte,
Der wie ein Ofen seufzt, mit Jammerlied
Auf seiner Liebsten Braun; dann der Soldat,
Voll toller Flüch und wie ein Pardel bärtig,
Auf Ehre eifersüchtig, schnell zu Händeln,
Bis in die Mündung der Kanone suchend
Die Seifenblase Ruhm. Und dann der Richter
Im runden Bauche, mit Kapaun gestopft,
Mit strengem Blick und regelrechtem Bart,
Voll weiser Sprüch und Allerweltssentenzen
Spielt seine Rolle so. Das sechste Alter
Macht den besockten, hagern Pantalon,
Brill auf der Nase, Beutel an der Seite;
Die jugendliche Hose, wohl geschont,
'ne Welt zu weit für die verschrumpften Lenden;
Die tiefe Männerstimme, umgewandelt
Zum kindischen Diskante, pfeift und quäkt
In seinem Ton. Der letzte Akt, mit dem
Die seltsam wechselnde Geschichte schließt,
Ist zweite Kindheit, gänzliches Vergessen,
Ohn Augen, ohne Zahn, Geschmack und alles.
(Orlando kommt zurück mit Adam.)
Herzog.
Nun, Freund, setzt nieder Eure würdge Last
Und laßt ihn essen.
Orlando.
Ich dank Euch sehr für ihn.
Adam.
Das tut auch not;
Kaum kann ich sprechen, selbst für mich zu danken.
Herzog.
Willkommen denn! greift zu! Ich stör Euch nicht
Bis jetzt mit Fragen über Eure Lage.--
Gebt uns Musik und singt eins, guter Vetter!
Lied.
Amiens.
Stürm, stürm, du Winterwind!
Du bist nicht falsch gesinnt,
Wie Menschenundank ist.
Dein Zahn nagt nicht sosehr,
Weil man nicht weiß, woher,
Wiewohl du heftig bist.
Heisa! singt heisa! den grünenden Bäumen!
Die Freundschaft ist falsch, und die Liebe nur Träumen.
Drum heisa, den Bäumen!
Den lustigen Räumen! Frier, frier, du Himmelsgrimm!
Du beißest nicht so schlimm
Als Wohltat nicht erkannt;
Erstarrst du gleich die Flut,
Viel schärfer sticht das Blut
Ein Freund von uns gewandt.
Heisa! singt heisa! den grünenden Bäumen!
Die Freundschaft ist falsch, und die Liebe nur Träumen.
Drum heisa, den Bäumen!
Den lustigen Räumen!
Herzog.
Wenn ihr der Sohn des guten Roland seid,
Wie Ihr mir eben redlich zugeflüstert
Und meinem Aug sein Ebenbild bezeugt,
Das konterfeit, in Eurem Antlitz lebt:
Seid herzlich hier begrüßt! Ich bin der Herzog,
Der Euren Vater liebte; Eur ferners Schicksal,
Kommt und erzählt's in meiner Höhle mir.--
Willkommen, guter Alter, wie dein Herr!
Führt ihn am Arme.--Gebt mir Eure Hand
Und macht mir Euer ganz Geschick bekannt.
(Alle ab.)
Dritter Aufzug
Erste Szene
Ein Zimmer im Palast
(Herzog Friedrich, Oliver, Herren vom Hofe und Gefolge)
Herzog Friedrich.
Ihn nicht gesehn seitdem? Herr! Herr! das kann nicht sein.
Bestünd aus Milde nicht mein größter Teil,
So sucht ich kein entferntes Ziel der Rache,
Da du zur Stelle bist.--Doch sieh dich vor;
Schaff deinen Bruder, sei er, wo er will;
Such ihn mit Kerzen, bring in Jahresfrist
Ihn lebend oder tot; sonst komm nie wieder,
Auf unserm Boden Unterhalt zu suchen.
Was du nur dein nennst, Land und andres Gut,
Des Einziehns wert, fällt unsrer Hand anheim,
Bis du durch deines Bruders Mund dich lösest
Von allem, was wir gegen dich gedacht.
Oliver.
O kennt' Eur Hoheit hierin nur mein Herz!
Ich liebt im Leben meinen Bruder nicht.
Herzog Friedrich.
Schurk um so mehr!--Stoßt ihn zur Tür hinaus,
Laßt die Beamten dieser Art Beschlag
Ihm legen auf sein Haus und Länderein:
Tut in der Schnelle dies und schafft ihn fort!
(Alle ab.)
Zweite Szene
Der Wald
(Orlando kommt mit einem Blatt Papier)
Orlando.
Da häng, mein Vers, der Liebe zum Beweis!
Und du, o Königin der Nacht dort oben,
Sieh keuschen Blicks aus deinem blassen Kreis
Den Namen deiner Jägrin hier erhoben.
O Rosalinde! sei der Wald mir Schrift:
Ich grabe mein Gemüt in alle Rinden,
Daß jedes Aug, das diese Bäume trifft,
Ringsum bezeugt mag deine Tugend finden.
Auf, auf, Orlando! rühme spät und früh
Die schöne, keusche, unnennbare "sie".
(Ab.)
(Corinnus und Probstein treten auf.)
Corinnus.
Und wie gefällt Euch dies Schäferleben, Meister Probstein?
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