und seine edle Sorglosigkeit zeigt ihnen dies deutlich.
Erster Ratsdiener.
Wenn er sich nicht darum kümmerte, ob sie ihn lieben oder nicht,
so würde er sich unparteiisch in der Mitte halten und ihnen weder
Gutes noch Böses tun; aber er sucht ihren Haß mit größerm Eifer,
als sie ihm erwidern können, und unterläßt nichts, was ihn vollständig
als ihren Gegner zeigt. Nun, sich die Miene geben, daß man nach dem
Haß und dem Mißvergnügen des Volkes strebt, ist so schlecht, wie das,
was er verschmäht: ihnen um ihrer Liebe willen zu schmeicheln.
Zweiter Ratsdiener.
Er hat sich um sein Vaterland sehr verdient gemacht. Und sein Aufsteigen
ist nicht auf so bequemen Staffeln wie jener, welche geschmeidig und
höflich gegen das Volk, mit geschwenkten Mützen, ohne weitre Tat,
Achtung und Ruhm eingingen. Er aber hat seine Verdienste ihren Augen
und seine Taten ihren Herzen so eingepflanzt, daß wenn ihre Zungen
schweigen wollten und dies nicht eingestehn, es eine Art von undankbarer
Beschimpfung sein würde; es zu leugnen, wäre eine Bosheit, die, indem
sie sich selbst Lügen strafte, von jedem Ohr, das sie hörte, Vorwurf und
Tadel erzwingen müßte.
Erster Ratsdiener.
Nichts mehr von ihm, er ist ein würdiger Mann. Mach Platz, sie kommen.
Trompeten. Es treten auf der Konsul Cominius, dem die Liktoren vorausgehen,
Menenius, Coriolanus, mehrere Senatoren, Sicinius und Brutus. Senatoren
und Tribunen nehmen ihre Plätze.
Menenius.
Da ein Beschluß gefaßt, der Volsker wegen,
Und wir den Titus Lartius heimberufen,
Bleibt noch als Hauptpunkt dieser zweiten Sitzung,
Des Helden edlen Dienst zu lohnen, der
So für sein Vaterland gekämpft.--Geruht dann,
Ehrwürdge, ernste Väter, und erlaubt
Ihm, der jetzt Konsul ist und Feldherr war
In unserm wohlbeschloßnen Krieg, ein wenig
Zu sagen von dem edlen Werk, vollführt
Durch Cajus Marcius Coriolanus, der
Hier mit uns ist, um dankbar ihn zu grüßen
Durch Ehre, seiner wert.
Erster Senator. Cominius, sprich.
Laß, als zu lang, nichts aus. Wir glauben eh',
Daß unserm Staat die Macht zu lohnen fehlt,
Als uns der weitste Wille. Volksvertreter,
Wir bitten euer freundlich Ohr und dann
Eur günstig Fürwort beim gemeinen Volk,
Daß gelte, was wir wünschen.
Sicinius.
Wir sind hier
Zu freundlichem Vergleiche; unsre Herzen
Nicht abgeneigt zu ehren, zu befördern
Ihn, der uns hier versammelt.
Brutus.
Um so lieber
Tun wir dies freudgen Muts, gedenkt er auch
Des Volks mit beßrem Sinn, als er bisher
Es hat geschätzt.
Menenius.
Das paßt nicht, paßt hier nicht.
Ihr hättet lieber schweigen sollen. Gefällt's euch,
Cominius anzuhören?
Brutus.
Herzlich gern.
Doch war mein Warnen besser hier am Platz
Als der Verweis.
Menenius.
Er liebt ja euer Volk;
Doch zwingt ihn nicht, ihr Schlafgesell zu sein.
Edler Cominius, spricht
(Coriolanus steht auf und will gehn.)
Nein, bleib nur sitzen.
Erster Senator.
Bleib, Coriolanus, schäm dich nicht, zu hören,
Was edel du getan.
Coriolanus.
Verzeiht mir, Väter,
Eh will ich noch einmal die Wunden heilen,
Als hören, wie ich dazu kam.
Brutus.
Ich hoffe,
Mein Wort vertrieb Euch nicht.
Coriolanus.
O nein! doch oft
Hielt ich den Streichen stand und floh vor Worten.
Nicht schmeichelt und drum kränkt Ihr nicht. Eur Volk,
Das lieb ich nach Verdienst.
Menenius.
Setzt Euch.
Coriolanus.
Eh ließ ich
Im warmen Sonnenschein den Kopf mir kratzen,
Wenn man zum Angriff bläst, als, müßig sitzend,
Mein Nichts zum Fabelwerk vergrößert hören.
(Geht ab.)
Menenius.
Volksvertreter!
Wie könnt er euer scheckgen Brut' wohl schmeicheln,
Wo einer gut im Tausend? wenn ihr seht,
Er wagt eh alle Glieder für den Ruhm,
Als eins von seinen Ohren, ihn zu hören?
Cominius, fahre fort.
Cominius.
Mir fehlt's an Stimme. Coriolanus' Taten
Soll man nicht schwach verkünden. Wie man sagt,
Ist Mut die erste Tugend und erhebt
Zumeist den Eigner; ist es so, dann wiegt
Den Mann, von dem ich sprech, in aller Welt
Kein andrer auf. Mit sechzehn Jahren schon,
Da, als Tarquin Rom überzog, da focht er
Voraus den Besten. Der Diktator, hoch
Und groß gepriesen stets, sah seinen Kampf;
Wie mit dem Kinn der Amazon er jagte
Die bärtgen Lippen; zog aus dem Gedränge
Den hingestürzten Römer; schlug drei Feinde
Im Angesicht des Konsuls; traf Tarquin
Und stürzt' ihn auf das Knie. An jenem Tag,
Als er ein Weib konnt auf der Bühne spielen,
Zeigt' er sich ganz als Mann im Kampf; zum Lohn
Ward ihm der Eichenkranz. Sein zartes Alter
Gereift zum Manne, wuchs er, gleich dem Meer,
Und seit der Zeit, im Sturm von siebzehn Schlachten,
Streift' er den Kranz von jedem Schwert. Sein Letztes,
Erst vor, dann in Corioli, ist so,
Daß jedes Lob verarmt. Die Fliehnden hemmt' er,
Und durch sein hohes Beispiel ward dem Feigsten
Zum Spiel das Schrecknis. So wie Binsen tauchen
Dem Schiff im Segeln, wichen ihm die Menschen
Und schwanden seinem Streich. Sein Schwert, Todstempel,
Schnitt, wo es fiel, von Haupt zu Füßen nieder.
Vernichtung war er; jeglicher Bewegung
Hallt Sterberöcheln nach. Allein betrat er
Das Todestor der Stadt, das er bemalt
Mit unentrinnbarm Weh, und ohne Beistand
Entkommt er, trifft mit plötzlicher Verstärkung
Die Stadt, wie 'n Meteor; und sein ist alles,
Da plötzlich weckt ihm Schlachtgetöse rufend
Den wachen Sinn, und schnell den Mut verdoppelnd
Belebt sich frisch sein arbeitmüder Leib:
Er stürzt in neuen Kampf und schreitet nun
Blutdampfend über Menschenleben hin,
Als folg ihm Mord und Tod. Und bis wir Stadt
Und Schlachtfeld unser nannten, ruht' er nicht,
Um Atem nur zu schöpfen.
Menenius.
Würdger Mann!
Erster Senator.
Im vollsten Maß ist er der Ehre wert,
Die seiner harrt.
Cominius.
Die Beute stieß er weg.
Kostbare Dinge sah er an, als wär's
Gemeiner Staub und Kehricht; wen'ger nimmt er,
Als selbst der Geiz ihm gäbe. Ihm ist Lohn
Für Großtat, sie zu tun. Zufrieden ist er,
Sein Leben so zu opfern ohne Zweck.
Menenius.
Er ist von wahrem Adel. Ruft ihn her.
Erster Senator.
Ruft Coriolanus.
Erster Ratsdiener.
Er tritt schon herein. Coriolanus kommt zurück.
Menenius.
Mt Freud ernennt dich, Coriolan, zum Konsul
Der sämtliche Senat.
Coriolanus.
Stets weih ich ihm
Mein Leben, meinen Dienst.
Menenius.
Jetzt bleibt nur noch,
Daß du das Volk anredest.
Coriolanus.
Ich ersuch euch,
Erlaßt mir diesen Brauch; denn ich kann nicht
Das Kleid antun, entblößt stehn und sie bitten,
Um ihre Stimmen, meiner Wunden wegen.
Erlaubt, die Sitte zu umgehn.
Sicinius.
Das Volk, Herr,
Muß Euer Werben haben, läßt nicht fahren
Den kleinsten Punkt des Herkomms.
Menenius.
Reizt es nicht.
Nein, bitte! fügt Euch dem Gebrauch und nehmt,
Wie es bisher die Konsuln all getan,
Die Würd in ihrer Form.
Coriolanus.
's ist eine Rolle,
Die ich errötend spiel; auch wär es gut,
Dem Volke dies zu nehmen.
Brutus.
Hört ihr das?
Coriolanus.
Vor ihnen prahlen: dies tat ich und das;
Geheilte Schmarren zeigen, die ich bergen sollte,
Als hätt ich sie um ihres Atems Lohn
Allein bekommen.--
Menenius.
Nein, du mußt dich fügen.
Ihr Volkstribunen, euch empfehlen wir:
Macht den Entschluß bekannt. Dem edlen Konsul
Sei alle Freud und Ehre!
Senatoren.
Den Coriolanus kröne Freud und Ehre!
(Trompeten. Die Senatoren gehn.)
Brutus.
Ihr seht, wie er das Volk behandeln will.
Sicinius.
Wenn sie's nur merkten. Er wird sie ersuchen,
Als wie zum Hohn, daß er von ihnen bittet,
Was sie gewähren müssen.
Brutus.
Doch sogleich
Erfahren sie, was hier geschah. Ich weiß,
Sie warten unser auf dem Markt.
(Sie gehn ab.)
Dritte Szene
Das Forum
Mehrere Bürger treten auf
Erster Bürger.
Ein und für allemal: wenn er unsre Stimmen verlangt, können
wir sie ihm nicht abschlagen.
Zweiter Bürger.
Wir können, Freund, wenn wir wollen.
Dritter Bürger.
Wir haben freilich die Gewalt; aber es ist eine Gewalt, die wir
nicht Gewalt haben, zu gebrauchen. Denn wenn er uns seine Wunden
zeigt und seine Taten erzählt, so müssen wir unsre Zungen in diese
Wunden legen und für ihn sprechen; ebenso, wenn er uns seine edlen
Taten mitteilt, so müssen wir ihm unsre edle Anerkennung derselben
mitteilen. Undankbarkeit ist ungeheuer; wenn die Menge nun undankbar
wäre, das hieße, aus der Menge ein Ungeheuer machen; wir, die wir
Glieder derselben sind, würden ja dadurch Ungeheuerglieder werden.
Erster Bürger.
Und es fehlt wenig, daß wir für nichts besser gehalten werden;
denn dazumal, als wir wegen des Korns einen Aufstand machten,
scheute er sich nicht, uns die vielköpfige Menge zu nennen.
Dritter Bürger.
So hat uns schon mancher genannt. Nicht, weil von unsern Köpfen
einige braun, einige schwarz, einige scheckig und einige kahl sind,
sondern weil unser Witz so vielfarbig ist; und das glaube ich
wahrhaftig, auch wenn alle unsre Witze aus einem und demselben
Schädel herausgelassen würden, so flögen sie nach Ost, West, Nord
und Süd; und verständigten sie sich, einen graden Weg zu suchen, so
würden sie zugleich auf allen Punkten des Kompasses sein.
Zweiter Bürger.
Glaubst du das? Wohin, denkst du, würde dann mein Witz fliegen?
Dritter Bürger.
O! dein Witz kann nicht so schnell heraus, als der von andern Leuten;
denn er ist zu fest in einen Klotzkopf eingekeilt; aber wenn er seine
Freiheit hätte, so würde er gewiß südwärts fliegen.
Zweiter Bürger.
Warum dahin?
Dritter Bürger.
Um sich in einem Nebel zu verlieren; wären nun drei Viertel davon in
faulem Dunst weggeschmolzen, so würde der letzte Teil aus
Gewissenhaftigkeit zurückkommen, um dir zu einer Frau zu verhelfen.
Zweiter Bürger.
Du hast immer deine Schwänke im Kopf. Schon gut, schon gut!
Dritter Bürger.
Seid ihr alle entschlossen, eure Stimmen zu geben? Aber das macht
nichts; die größere Zahl setzt es durch. Ich bleibe dabei: wenn er
dem Volke geneigter wäre, so gab es nie einen bessern Mann.
(Coriolanus und Menenius treten auf.)
Hier kommt er! und zwar in dem Gewand der Demut. Gebt acht auf sein
Betragen.--Wir müssen nicht so beisammen bleiben, sondern zu ihm gehn,
wo er steht, einzeln oder zu zweien und dreien. Er muß jedem besonders
eine Bitte vortragen, dadurch erlangt der einzelne die Ehre, ihm seine
eigne Stimme mit seiner eignen Zunge zu geben. Darum folgt mir, und ich
will euch anweisen, wie ihr zu ihm gehn sollt.
Alle.
Recht so, recht so!
(Sie gehn ab.)
Menenius.
Nein, Freund, Ihr habt nicht recht. Wißt Ihr denn nicht,
Die größten Männer taten's.
Coriolanus.
Was nur sag ich?
Ich bitte!--Herr.--Verdammt! ich kann die Zunge
In diesen Gang nicht bringen. Seht die Wunden--
Im Dienst des Vaterlands empfing ich sie,
Als ein'ge Euer Brüder brüllend liefen
Vor unsern eignen Trommeln.
Menenius.
Nein.--Ihr Götter!
Nicht davon müßt Ihr reden. Nein, sie bitten,
An Euch zu denken.
Coriolanus.
An mich denken! Hängt sie!
Vergäßen sie mich lieber, wie die Tugend,
Umsonst von Priestern eingeschärft.
Menenius.
Ich bitte!
Verderbt nicht alles, sprecht sie an; doch, bitt ich,
Anständger Weis. Es kommen zwei Bürger.
Coriolanus.
Heißt ihr Gesicht sie waschen
Und ihre Zähne reinigen. Ach! da kommt so'n Paar!
Ihr wißt den Grund, weshalb ich hier bin, Freund.
Erster Bürger.
Jawohl; doch sagt, was Euch dazu gebracht?
Coriolanus.
Mein eigner Wert.
Zweiter Bürger.
Euer eigner Wert?
Coriolanus.
Ja, Nicht
Mein eigner Wunsch.
Erster Bürger.
Wie? Nicht Euer eigner Wunsch?
Coriolanus.
Nein, Freund! nie war's mein eigner Wunsch, mit Betteln
Den Armen zu belästigen.
Erster Bürger.
Ihr müßt denken,
Wenn wir Euch etwas geben, ist's in Hoffnung,
Durch Euch auch zu gewinnen.
Coriolanus.
Gut, sagt mir den Preis des Konsulats.
Erster Bürger.
Der Preis ist: freundlich drum zu bitten.
Coriolanus.
Freundlich?
Ich bitte, gönnt mir's. Wunden kann ich zeigen,
Wenn wir allein sind--Eure Stimme, Herr!
Was sagt Ihr?
Zweiter Bürger.
Würdger Mann, Ihr sollt sie haben.
Coriolanus.
Geschloßner Kauf!
Zwei edle Stimmen also schon erbettelt.
Eur Almosen hab ich!--Geht!
Erster Bürger.
Doch das ist seltsam.
Zweiter Bürger.
Müßt ich sie nochmals geben--doch--meinthalb.
(Sie gehn ab.)
Zwei andere Bürger kommen.
Coriolanus.
Ich bitt euch nun, wenn sich's zu dem Tone eurer Stimmen paßt,
daß ich Konsul werde; ich habe hier den üblichen Rock an.
Dritter Bürger.
Ihr habt Euch edel um Euer Vaterland verdient gemacht und habt
Euch auch nicht edel verdient gemacht.
Coriolanus.
Euer Rätsel?
Dritter Bürger.
Ihr waret eine Geißel für seine Feinde; Ihr waret eine Rute für
seine Freunde. Ihr habt, die Wahrheit zu sagen, das gemeine Volk
nicht geliebt.
Coriolanus.
Ihr solltet mich für um so tugendhafter halten, da ich meine Liebe
nicht gemein gemacht habe. Freund, ich will meinem geschwornen Bruder,
dem Volk, schmeicheln, um eine beßre Meinung von ihm zu ernten: es
ist ja eine Eigenschaft, die sie hoch anrechnen. Und da der Weisheit
ihrer Wahl mein Hut lieber ist als mein Herz, so will ich mich auf
die einschmeichelnde Verbeugung üben und mich mit ihnen abfinden auf
ganz nachäffende Art. Das heißt, Freund, ich will die Bezauberungskünste
irgendeines Volksfreundes nachäffen und den Verlangenden höchst
freigebig mitteilen. Deshalb bitt ich euch: laßt mich Konsul werden.
Vierter Bürger.
Wir hoffen, uns in Euch einen Freund zu erwerben, und geben Euch darum
unsre Stimmen herzlich gern.
Dritter Bürger.
Ihr habt auch mehrere Wunden für das Vaterland empfangen.
Coriolanus.
Ich will eure Kenntnis nicht dadurch besiegeln, daß ich sie euch zeige.
Ich will eure Stimmen sehr hoch schätzen und euch nun nicht länger zur
Last fallen.
Beide Bürger.
Die Götter geben Euch Freude: das wünschen wir aufrichtig.
(Die Bürger gehn ab.)
Coriolanus.
O süße Stimmen!
Lieber verhungert, lieber gleich gestorben,
Als Lohn erbetteln, den wir schon erworben.
Warum soll hier im Narrenkleid ich stehn,
Um Hinz und Kunz und jeden anzuflehn
Um nutzlos Fürwort? Weil's der Brauch verfügt.
Doch wenn sich alles vor Gebräuchen schmiegt,
Wird nie der Staub des Alters abgestreift,
Berghoher Irrtum wird so aufgehäuft,
Daß Wahrheit nie ihn überragt. Eh zahm,
Noch Narr ich bin, sei aller Ehrenkram
Dem, den's gelüstet.--Halb ist's schon geschehn,
Viel überstanden, mag's nun weitergehn.
(Drei andre Bürger kommen.)
Mehr Stimmen noch!--
Eure Stimmen! denn für eure Stimmen focht ich,
Für eure Stimmen wacht ich, für eure Stimmen
Hab ich zwei Dutzend Narben; achtzehn Schlachten
Hab ich gesehn, gehört; für eure Stimmen
Getan sehr vieles, minder, mehr. Eure Stimmen!
Gewiß, gern wär ich Konsul.
Fünfter Bürger.
Er hat edel gehandelt, und kein redlicher Mann kann ihm seine
Stimme versagen.
Sechster Bürger.
Darum laßt ihn Konsul werden. Die Götter verleihen ihm Glück
und machen ihn zum Freund des Volkes.
Alle.
Amen! Amen!
Gott schütz dich, edler Konsul!
Coriolanus.
Würdge Stimmen!
(Die Bürger gehn ab.)
Menenius, Sicinius und Brutus treten auf.
Menenius.
Ihr gnügtet jetzt der Vorschrift. Die Tribunen
Erhöhen Euch durch Volkesstimm, es bleibt nur,
Daß im Gewand der Würde Ihr alsbald
Nun den Senat besucht.
Coriolanus.
Ist dies nun aus?
Sicinius.
Genügt habt Ihr dem Brauche des Ersuchens,
Das Volk bestätigt Euch, Ihr seid geladen
Zur Sitzung, um ernannt sogleich zu werden.
Coriolanus.
Wo? Im Senat?
Sicinius.
Ja, Coriolanus, dort.
Coriolanus.
Darf ich die Kleider wechseln?
Sicinius.
Ja, Ihr dürft es.
Coriolanus.
Das will ich gleich; und kenn ich selbst mich wieder,
Mich zum Senat verfügen.
Menenius.
Ich geh mit Euch. Wollt ihr uns nicht begleiten?
Brutus.
Wir harren hier des Volks.
Sicinius.
Gehabt euch wohl!
(Coriolan und Menenius gehn ab.)
Er hat's nun, und, mich dünkt, sein Blick verriet,
Wie's ihm am Herzen liegt.
Brutus.
Mit stolzem Herzen trug er
Der Demut Kleid. Wollt Ihr das Volk entlassen? Die Bürger
kommen zurück.
Sicinius.
Nun, Freunde, habt ihr diesen Mann erwählt?
Erster Bürger.
Ja, unsre Stimmen hat er.
Brutus.
Die Götter machen wert ihn eurer Liebe.
Zweiter Bürger.
Amen! Nach meiner armen, schwachen Einsicht
Verlacht' er uns, um unsre Stimmen bittend.
Dritter Bürger.
Gewiß, er höhnt' uns gradezu.
Erster Bürger.
Nein, das ist seine Art; er höhnt' uns nicht.
Zweiter Bürger.
Du bist der einzge, welcher sagt, er habe
Uns schmählich nicht behandelt; zeigen sollt er
Die Ehrenmal', fürs Vaterland die Wunden.
Sicinius.
Nun, und das tat er doch?
Mehrere Bürger.
Nein, keiner sah sie.
Dritter Bürger.
Er habe Wunden, insgeheim zu zeigen,
Sprach er, uns so den Hut verächtlich schwenkend:
Ich möchte Konsul sein;--doch, alter Brauch
Erlaubt es nicht, als nur durch eure Stimmen.
Drum eure Stimmen!--Als wir eingewilligt,
Da hieß es: Dank für eure Stimmen, dank euch!
O süße Stimmen! nun ihr gabt die Stimmen,
Stör ich euch länger nicht.--War das kein Hohn?
Sicinius.
Ihr waret blöde, scheint's, dies nicht zu sehn;
Und, saht ihr's, allzu kindisch, freundlich doch
Die Stimmen ihm zu leihn.
Brutus.
Was? Spracht ihr nicht
Nach Anweisung? Als er noch ohne Macht
Und nur des Vaterlands geringer Diener,
Da war er euer Feind, sprach stets der Freiheit
Entgegen und den Rechten, die ihr habt
Im Körper unsers Staats; und nun erhoben
Zu mächtgem Einfluß und Regierung selbst--
Wenn er auch da mit bösem Sinn verharrt,
Feind der Plebejer, könnten eure Stimmen
Zum Fluch euch werden. Konntet ihr nicht sagen:
Gebühr auch seinem edlen Tun nichts mindres,
Als was er suche, mög er doch mit Huld,
Zum Lohn für eure Stimmen, euer denken,
Verwandelnd seinen Haß für euch in Liebe,
Euch Freund und Gönner sein?
Sicinius.
Spracht ihr nun so,
Wie man euch riet, so ward sein Geist erregt,
Sein Sinn geprüft; so ward ihm abgelockt
Ein gütiges Versprechen, woran ihr,
Wenn Ursach sich ergab, ihn mahnen konntet.
Wo nicht, so ward sein trotzig Herz erbittert,
Das keinem Punkt sich leicht bequemt, der irgend
Ihn binden kann; so, wenn in Wut gebracht,
Nahmt ihr den Vorteil seines Zornes wahr,
Und er blieb unerwählt.
Brutus.
Bemerktet ihr,
Wie er euch frech verhöhnt', indem er bat,
Da eure Lieb er brauchte? Wie--und glaubt ihr,
Es wird euch nicht sein Hohn zermalmend treffen,
Wenn ihm die Macht wird? War in all den Körpern
Denn nicht ein Herz? Habt ihr nur deshalb Zungen,
Weisheit, Vernunft zu überschrein?
Sicinius.
Habt ihr
Nicht Bitten sonst versagt? und jetzo ihm,
Der euch nicht bat, nein, höhnte, wollt ihr schenken
Die Stimmen, die sonst jeder ehrt?
Dritter Bürger.
Noch ward er nicht ernannt, wir können's weigern.
Zweiter Bürger.
Und wollen's weigern.
Fünfhundert Stimmen schaff ich von dem Klang.
Erster Bürger.
Ich dopple das und ihre Freund' als Zutat.
Brutus.
So macht euch eilig fort. Sagt diesen Freunden,
Sie wählen einen Konsul, der der Freiheit
Sie wird berauben, uns so stimmlos machen
Wie Hunde, die man für ihr Kläffen schlägt
Und doch zum Kläffen hält.
Sicinius.
Versammelt sie
Und widerruft, nach reiferm Urteil, alle
Die rasche Wahl. An seinen Stolz erinnert,
An seinen alten Groll auf euch. Vergeßt nicht,
Wie er mit Hoffart trug der Demut Kleid,
Wie flehend er euch höhnt'. Nur eure Liebe,
Gedenkend seiner Dienste, hindert' euch,
Zu sehn, wie sein Benehmen jetzt erschien,
Das achtungslos und spöttisch er gestaltet
Nach eingefleischtem Haß.
Brutus.
Legt alle Schuld
Uns, den Tribunen, bei und sprecht: wir drängten
Euch, keines Einwurfs achtend, so, daß ihr
Ihn wählen mußtet.
Sicinius.
Sagt, ihr stimmtet bei
Mehr, weil wir's euch befohlen als geleitet
Von eigner, wahrer Lieb; und eur Gemüt
Erfüllt von dem mehr, was ihr solltet tun,
Als was ihr wolltet, gabt ihr eure Stimmen
Ganz gegen euern Sinn. Gebt uns die Schuld.
Brutus.
Ja, schont uns nicht; sagt, daß wir euch gepredigt,
Wie jung er schon dem Vaterland gedient,
Wie lang seitdem; aus welchem Stamm er sproßt,
Dem edlen Haus der Marcier; daher kam
Auch Ancus Marcius, Numas Tochtersohn,
Der nach Hostilius hier als König herrschte;
Das Haus gab uns auch Publius und Quintus,
Die uns durch Röhren gutes Wasser schafften;
Auch Censorinus, er, des Volkes Liebling,
Den, zweimal Censor, dieser Name schmückte,
Der war sein großer Ahn.
Sicinius.
Ein so Entsproßner,
Der außerdem durch eignen Wert verdiente
Den hohen Platz; wir schärften stets euch ein,
Sein zu gedenken; doch da ihr erwägt
(Messend sein jetzges Tun mit dem vergangnen),
Er werd euch ewig Feind sein, widerruft ihr
Den übereilten Schluß.
Brutus.
Sagt, nimmer wär's geschehn
(Darauf kommt stets zurück) ohn unsern Antrieb.
Und eilt, wenn ihr die Stimmzahl gezogen,
Aufs Kapitol.
Mehrere Bürger.
Das wolln wir. Alle fast
Bereun schon ihre Wahl.
(Die Bürger gehn ab.)
Brutus.
So geh's nun fort;
Denn besser ist's, den Aufstand jetzt zu wagen,
Der später noch gefährlicher sich zeigte.
Wann er, nach seiner Art, in Wut gerät
Durch ihr Verweigern, so bemerkt und nützt
Den Vorteil seines Zorns.
Sicinius.
Zum Kapitol!
Kommt, laßt uns dort sein vor dem Strom des Volks;
Dies soll, wie's teilweis ist, ihr Wille scheinen,
Was unser Treiben war.
(Sie gehn ab.)
Dritter Aufzug
Erste Szene
Rom. Eine Straße Hörner.
Es treten auf Coriolanus, Menenius, Cominius, Titus Lartius,
Senatoren und Patrizier
Coriolanus.
Tullus Aufidius drohte denn von neuem?
Titus.
Er tat's; und das war auch die Ursach, schneller
Den Frieden abzuschließen.
Coriolanus.
So stehn die Volsker, wie sie früher standen,
Bereit, wenn sich der Anlaß beut, uns wieder
Zu überziehn.
Cominius.
Sie sind so matt, o Konsul!
Daß wir wohl kaum in unserm Lebensalter
Ihr Banner fliegen sehn.
Coriolanus.
Saht ihr Aufidius?
Titus.
Ich gab ihm Sicherheit; er kam und fluchte
Ergrimmt den Volskern, die so niederträchtig
Die Stadt geräumt. Er lebt in Antium jetzt.
Coriolanus.
Sprach er von mir?
Titus.
Das tat er, Freund.
Coriolanus.
Wie? Was?
Titus.
Wie oft er, Schwert an Schwert, Euch angerannt;
Daß er von allen Dingen auf der Welt
Euch haß zumeist; sein Gut woll er verpfänden
Ohn Hoffnung des Ersatzes, könn er nur
Eur Sieger heißen.
Coriolanus.
Dort in Antium lebt er?
Titus.
In Antium.
Coriolanus.
O! hätt ich Ursach, dort ihn aufzusuchen,
Zu trotzen seinem Haß! Willkommen hier!
(Sicinius und Brutus treten auf.)
Ha! seht, das da sind unsre Volkstribunen,
Zungen des großen Mundes; mir verächtlich,
Weil sie ihrer Amtsgewalt sich brüsten,
Mehr als der Adel dulden kann.
Sicinius.
Nicht weiter!
Coriolanus.
Ha! was ist das?
Brutus.
Es ist gefährlich, geht Ihr--
Zurück!
Coriolanus.
Woher der Wechsel?
Menenius.
Was geschah?
Cominius.
Ward er vom Adel nicht und Volk bestätigt?
Brutus.
Cominius, nein!
Coriolanus.
Hatt ich von Kindern Stimmen?
Erster Senator.
Macht Platz, Tribunen, er soll auf den Markt.
Brutus.
Das Volk ist gegen ihn empört.
Sicinius.
Halt ein!
Sonst Unheil überall.
Coriolanus.
Dies eure Herde?
Die müssen Stimmen haben, jetzt zum Ja
Und gleich zum Nein?--Und ihr, was schafft denn ihr?
Seid ihr das Maul, regiert nicht ihre Zähne?
Habt ihr sie nicht gehetzt?
Menenius.
Seid ruhig, ruhig!
Coriolanus.
Das ist nur ein Komplott und abgekartet,
Um die Gewalt des Adels zu zerbrechen.
Duldet's--und lebt mit Volk, das nicht kann herrschen
Und nicht beherrscht sein.
Brutus.
Nennt es nicht Komplott.
Das Volk schreit, ihr verhöhntet es, und neulich,
Als Korn umsonst verteilt ward, murrtet Ihr,
Schmähtet die Volkesfreunde, schaltet sie
Des Adels Feinde, Schmeichler, Zeitendiener.
Coriolanus.
Nun, dies war längst bekannt.
Brutus.
Allein nicht allen.
Coriolanus.
Gabt ihr die Weisung ihnen jetzt?
Brutus.
Ich, Weisung?
Coriolanus.
Solch Tun sieht Euch schon ähnlich.
Brutus.
Nicht unähnlich,
Und jedenfalls doch besser als das Eure.
Coriolanus.
Warum denn ward ich Konsul? Ha! beim Himmel!
Nichtswürdig will ich sein wie ihr, dann macht mich
Zu euerm Mittribun.
Sicinius.
Zuviel schon tut Ihr
Zur Aufreizung des Volks. Wollt Ihr die Bahn,
Die Ihr begannt, vollenden, sucht den Weg,
Den Ihr verloren habt, mit sanfterm Geist.
Sonst könnt Ihr nimmermehr als Konsul herrschen,
Noch als Tribun zur Seit ihm stehn.
Menenius.
Nur ruhig!
Cominius.
Man täuscht das Volk, verhetzt es.--Solche Falschheit
Ziemt Römern nicht. Verdient hat Coriolan
Nicht, daß man ehrlos diesen Stein ihm lege
In seine Ehrenbahn.
Coriolanus.
Vom Korn mir sprechen?
Dies war mein Wort, und ich will's wiederholen.
Menenius.
Nicht jetzt, nicht jetzt!
Erster Senator.
Nicht jetzt in dieser Hitze.
Coriolanus.
Bei meinem Leben! jetzt laßt mich gewähren,
Ihr Freunde! Ihr vom Adel!
Fest schau die schmutzge wankelmütge Menge
Mich an, der ich nicht schmeichle, und bespiegle
Sich selbst in mir.--Ich sag es wiederum:
Wir ziehn, sie hätschelnd, gegen den Senat
Unkraut der Rebellion, Frechheit, Empörung,
Wofür wir selbst gepflügt, den Samen streuten,
Da wir mit uns, der edlern Zahl, sie mengten,
Die keine andre Macht und Tugend missen,
Als die sie selbst an Bettler weggeschenkt.
Menenius.
Nun gut, nichts mehr!
Erster Senator.
Kein Wort mehr, laßt Euch bitten!
Coriolanus.
Wie? nicht mehr?
Hab ich mein Blut fürs Vaterland vergossen,
Furchtlos dem fremden Dräun, so soll die Brust
Laut schelten, bis sie bricht auf diesen Aussatz,
Vor dessen Pest wir graun, und tun doch alles,
Um von ihm angesteckt zu sein.
Brutus.
Ihr sprecht vom Volk
Als wäret Ihr ein Gott, gesandt zu strafen,
Und nicht ein Mensch, so schwach wie sie.
Sicinius.
Gut wär es,
Wir sagten dies dem Volk.
Menenius.
Wie! seinen Zorn?
Coriolanus.
Zorn!
Wär ich so sanft wie mitternächtger Schlaf,
Beim Jupiter! dies wäre meine Meinung.
Sicinius.
Und diese Meinung
Soll bleiben in sich selbst verschloßnes Gift,
Nicht andre mehr vergiften noch.
Coriolanus.
Soll bleiben?
Hört ihr der Gründlinge Triton? Bemerkt ihr
Sein herrschend "Soll"?
Cominius.
's war ungesetzlich.
Coriolanus.
Soll!
Du guter, aber höchst unkluger Adel!
Ehrbare, doch achtlose Senatoren!
Wie gebt ihr so der Hydra nach, zu wählen
Den Diener, der mit eigenmächtgem "Soll"
(Er nur Trompet und Klang des Ungeheuers),
Frech euern Strom in sumpfgen Teich will leiten
Und eure Macht auf sich.--Hat er Gewalt,
Neigt euch als blödgesinnt; wenn keine, weckt
Die Langmut, die Gefahr bringt. Seid ihr weise,
Gleicht nicht gemeinen Toren; seid ihr's nicht,
Legt ihnen Polster hin.--Ihr seid Plebejer,
Wenn Senatoren sie; sie sind nichts mindres,
Wenn durch der Stimmen Mischung nur nach ihnen
Das Ganze schmeckt. Sie wählten sich Beamte--
Wie diesen, der sein "Soll" entgegensetzt,
Sein pöbelhaftes "Soll", weit würdgerm Rat,
Als Griechenland nur je verehrt. Beim Zeus!
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