Und er zu mir: "Sieh hin, dein Aug entdeckt. Was unsrer harrt, dort auf den schmutzgen Wogen, Wenn dirs der Qualm des Sumpfes nicht versteckt." Und rasch, wie ich den leichten Pfeil vom Bogen Je fortgeschnellt durch hohe Lüfte sah, Kam durch das Moor ein kleiner Kahn gezogen. Bald war er uns am grauen Strande nah, Obwohl von einem Rudrer nur gefahren, Der schrie: Verruchte Seele, bist du da? "Phlegias, Phlegias, du magst dein Schreien sparen," So sprach mein Herr, "umsonst ists angestimmt; Wir sind nur dein, solang wir überfahren." Wie wer von einem großen Trug vernimmt, Den man ihm angetan zu Schmach und Schaden, So zeigte Phlegias wild sich und ergrimmt. Mein Führer stieg ins Schiff von den Gestaden, Und zu sich setzen hieß er mich sodann, Und als ich drin war, schien es erst beladen. Sobald wir beid uns eingesetzt, begann Des Nachens Fahrt und furchte tiefre Zeilen, Als er mit andrer Bürde furchen kann. Indessen wir die tote Moorflut teilen, Kommt einer, kotbedeckt, vor mich und spricht: "Wer heißt dich vor der Zeit herniedereilen?" "Ich komme," sprach ich, "aber bleibe nicht. Doch wer bist du, So widrig und abscheulich?"-- "Ein Heulender, dies sagt dir dein Gesicht."-- Und ich: "Denkst du, dein Heulen sei erfreulich? Vermaledeiter Geist, fort, weg von mir! Ich kenne dich, sei noch so wild und greulich!" Die Hände streckt er nun zum Kahn voll Gier, Und mit Gewalt mußt ihn mein Herr verjagen, Der sprach: "Mit andern Hunden, weg von hier!" Drauf hielt er seinen Arm um mich geschlagen Und küßte mich und sprach: "Erzürnter Geist, Beglückt die Mutter, welche dich getragen! Stolz war im Leben dieser--niemand preist Von ihm nur einen guten Zug auf Erden, Daher er hier sich noch in Wut zerreißt. Viel Fürsten gibts dort, die sich stolz gebärden, Die, Schmach nur hinterlassend, wie die Saun, Im Schlamme hier auf ewig wühlen werden." Und ich: "Begierig war ich wohl, zu schaun, Wie er in diesem Schlamme tauchen müßte, Eh wir verlassen diesen See voll Graun." Und er zu mir: "Bevor sich noch die Küste Dir sehen läßt, erfreut dich der Genuß. Befriedigung gebühret dem Gelüste." Bald sah ich, wie zu Qual ihm und Verdruß Die Kotigen mit ihm beschäftigt waren, Drob ich Gott loben noch und danken muß. Frisch, auf Philipp Argenti! schrien die Scharen; Dann sah ich, selbst sich beißend, auf sie los Den tollen Geist des Florentiners fahren. Und dies erzähl ich nur von seinem Los. Ich ließ ihn dort und hört ein Schmerzensbrüllen Und macht, um vorzuschaun, die Augen groß. "Bald wird sich, Sohn, dir jene Stadt enthüllen," So sprach mein guter Meister, " Dis genannt, Die scharenweis unselge Bürger füllen." Und ich: "Mein Meister, deutlich schon erkannt Hab ich im Tale jener Stadt Moscheen, Glutrot, als ragten sie aus lichtem Brand." Drauf sprach mein Führer: "Ewge Flammen wehen In ihrem Innern, drum im roten Schein Sind sie in diesem Höllengrund zu sehen." Bald fuhren wir in tiefe Gräben ein, Den Zugang sperrend zu dem grausen Orte; Die Mauer schien von Eisen mir zu sein. Dann aber hörten wir des Steurers Worte, Nachdem vorher wir auf dem Pfuhle weit Umhergekreuzt: "Steigt aus, hier ist die Pforte." Wohl tausend standen auf dem Tor bereit, Vom Himmel hergestürzt. Es schrien die Frechen: "Wer wagts, noch lebend, voll Verwegenheit Ins tiefe Reich der Toten einzubrechen?" Mein Meister aber, ihnen winkend, lud Sie klüglich ein, ihn erst geheim zu sprechen. Da legte sich ein wenig ihre Wut. Sie sprachen: "Komm allein, laß gehn den Toren, Der hier hereindrang mit so keckem Mut. Find er den Weg, den sich sein Wahn erkoren, Allein zurück--erprob er doch, wie er Sich durch die Nacht führt, wenn er dich verloren." Und nun bedenk, o Leser, wie so schwer Mich der Verdammten Rede niederdrückte, Denn ich verzweifelt an der Wiederkehr. "Mein teurer Führer, du, durch den mirs glückte, Daß ich gerettet ward schon siebenmal, Des Schutz mich drohender Gefahr entrückte, Verlaß mich", sprach ich, "nicht in dieser Qual, Und darf ich auch nicht weiter vorwärts dringen, So komm mit mir zurück durchs dunkle Tal." Und er, befehligt, mich hierher zu bringen, Sprach: "Fürchte nichts; erlaubt hat unsern Gang Er, dem nichts wehrt, drum wird er wohl gelingen. Hier harre mein, und ist die Seele bang, So magst du sie mit guter Hoffnung speisen, Denn nicht verlass ich dich in solchem Drang." So ging er.--ich, getrennt von meinem Weisen, Dem süßen Vater, fühlte Ja und Nein Beim Zweifelkampf in meinem Haupte kreisen. Nicht hört ich, was sein Antrag mochte sein, Allein er blieb bei jenem Volk nicht lange, Denn alle rannten in die Stadt hinein Und schlugen ihm das Tor im wilden Drange Vorm Antlitz zu und sperrten ihn heraus. Da kehrt er sich zu mir mit schwerem Gange. Den Blick gesenkt, die Braun verstört und kraus, Ließ er in Seufzern diese Worte hören: "Wer schließt mich von der Stadt der Schmerzen aus?" Und dann zu mir: "Nicht mög es dich verstören, Wenn du mich zürnen siehst--ich siege doch, Wie keck sie auch dort drinnen sich empören. Schon früher stieg ihr kecker Mut so hoch, An einem Tor, nicht so geheim gelegen, Und ohne Schloß und Riegel heute noch, Am Tor, von dem die schwarze Schrift entgegen Dem Wandrer droht--doch diesseits schon von dort Kommt, ohne Leitung, auf den dunkeln Wegen Ein andrer her und öffnet uns den Ort." Neunter Gesang Weil ich vor Angst und banger Furcht erblich, Als ich den Herrn sah sich zurückbewegen, Verschloß Virgil die eigne Furcht in sich. Aufmerksam stand er dort, wie Horcher pflegen, Denn, weit zu schaun, war ihm die Dunkelheit Der schwarzen Luft und Nebelqualm entgegen. Er sprach: "Wir siegen doch in diesem Streit-- Wenn nicht--doch hab ich nicht ihr Wort vernommen? Er säumt fürwahr doch gar zu lange Zeit." Ich sah es deutlich ein, zurückgenommen Sei durch der Rede Folge der Beginn, Da beide mir verschieden vorgekommen. Drum lauscht ich sorgenvoll und zagend hin, Denn ich erklärte mir vielleicht noch schlimmer, Als er es war, des halben Wortes Sinn. "Kommt wohl ein Geist in diese Tiefe nimmer Vom ersten Grad, wo nichts zur Qual gereicht, Als daß erstorben jeder Hoffnungsschimmer?" So fragt ich ihn, und jener sprach: "Nicht leicht Geschiehts, daß auf dem Weg, den wir durchliefen, Ein andrer meines Grads dies Land erreicht. Wahr ists, daß ich vordem in diesen Tiefen Durch der Erichtho Zauberein erschien, Die oft den Geist zum Leib zurückberiefen. Kaum war mein Geist vom Fleisch entblößt, als ihn Die Zauberin beschwor in jene Mauer, Um eine Seel aus Judas Kreis zu ziehn. Dort ist die tiefste Nacht, der bängste Schauer, Am fernsten von des Himmels ewgem Licht. Ich weiß den Weg--drum scheuche Furcht und Trauer. Der Sumpf hier, welcher Stank verhaucht, umflicht Die qualenvolle Stadt, durch deren Pforten Man ohne Zorn die Bahn sich nimmer bricht." Mehr sprach er, doch mich zog von seinen Worten Der hohe Turm und bannte mit Gewalt Den Blick ans Feuer auf dem Gipfel dorten. Drei Höllenfurien sah ich dort alsbald, Die, blutbefleckt, grad aufgerichtet, stunden, Und Weibern gleich an Haltung und Gestalt, Mit grünen Hadern statt des Gurts umbunden, Mit kleinern Schlangen aber, wie mit Haar, Und Ottern rings die grausen Schläf umwunden. Und jener, dem bekannt ihr Anblick war, Der Sklavinnen der Fürstin ewger Plagen, Sprach: "Nimm die wilden Erinnyen wahr. Zur linken Seite sieh Megären ragen, Inmitten ist Tisiphone zu schaun, Und rechts Alecto in Geheul und Klagen." Die Brust zerriß sich jede mit den Klaun, Und sie zerschlugen sich mit solchem Brüllen, Daß ich mich an den Dichter drängt aus Graun. "Medusas Haupt! auf, laßt es uns enthüllen," Sie riefens, niederbückend, allzugleich. "Was wir versäumt an Theseus, zu erfüllen." "Wende dich um, die Augen schließe gleich! Wenn sie bei Gorgos Anblick offenständen, Du kehrtest nimmer in des Tages Reich!" Er sprachs und eilte, selbst mich umzuwenden, Verließ sich auch auf meine Hände nicht Und schloß die Augen mir mit seinen Händen. Ihr, die erhellt gesunden Geistes Licht, Bemerkt die Lehre, die, vom Schleir umgeben, In dich verbirgt dies seltsame Gedicht. Ich hört ein Krachen mächtig sich erheben Auf trüber Flut, mit einem Ton voll Graus, Daß die und jene Hüfte schien zu beben. Nicht anders war es, als des Sturms Gebraus-- Wild durch der kalten Dünste Kampf mit lauen, Stürzt er durch Wälder, Äste reißt er aus, Durch nichts gehemmt, jagt Blüten durch die Auen; Stolz wälzt er sich in Staubeswirbeln vor, Und Hirt und Herden fliehn voll Angst und Grauen. Die Augen löst er mir. "Jetzt schau empor, Dorthin, wo du den schärfsten Rauch entquellen Dem Schaume siehst auf diesem alten Moor." Wie Frösche, sich zerstreuend, durch die Wellen Vor ihrem Feind, der Wasserschlange, fliehn, Bis sie am Strand in Scharen sich gesellen, So sah ich schnell, als einer dort erschien, Das Tor von den zerstörten Seelen leeren Und ihn mit trocknem Fuß den Styx durchziehn. Er schien den Qualm vom Antlitz abzuwehren, Vor sich bewegend seine linke Hand, Und dieser Dunst nur schien ihn zu beschweren. Ich sahs, er sei vom Himmel hergesandt. Zum Meister kehrt ich mich, doch, auf sein Zeichen, Neigt ich mich schweigend, jenem zugewandt. Mir schien er einem Zornigen zu gleichen. Er kam zum Tore, das sein Stab erschloß, Und ohne Widerstreben sah ichs weichen. "O ihr verachteter, vestoßner Troß!" Begann er an dem Tor, dem schreckensvollen, "Woher die Frechheit, die hier überfloß? Was seid ihr widerspenstig jenem Wollen, Das nimmermehr sein Ziel verfehlen kann? Wird er die Qual, wie oft, euch mehren sollen? Was kämpft ihr gegen das Verhängnis an, Obwohl eur Zerberus, ihr mögts bedenken, Mit kahlem Kinn und Halse nur entrann?" Dann sah ich ihn zurück die Schritte lenken. Uns sagt er nichts, und achtlos ging er fort, Als müsst er ernst auf andre Sorgen denken, Als die um kleine Ding am nächsten Ort. Worauf wir beide nach der Festung schritten, Nun völlig sicher durch das heilge Wort. Auch ward der Eingang uns nicht mehr bestritten; Und ich, des Wunsches voll, mich umzusehn Nach dieser Stadt Verhältnis, Art und Sitten, Ließ, drinnen kaum, das Aug im Kreise gehn, Und rechts und links war weites Feld zu schauen, Von Martern voll und ungeheuren Wehn. Gleichwie wo sich der Rhone Wogen stauen, Bei Arles, und bei Pola dort am Meer, Das Welschland schließt und netzt der Grenze Gauen, Grabhügel sind im Lande rings umher, Wo auf unebnem Grunde Tote modern; So hier, doch schreckte dieser Anblick mehr, Denn zwischen Gräbern sieht man Flammen lodern, Und alle sind so durch und durch entflammt, Daß keine Kunst mehr Stahl und Eisen fodern. Halboffen ihre Deckel allesamt, Und draus erklingen solche Klagetöne, Daß man erkennt, wer drinnen, sei verdammt. Und ich: Verkünde, Meister, wer sind jene, Die, hier begraben, sonder Ruh und Rast Vernehmen lassen solches Schmerzgestöhne? Und er: "Hauptketzer hält der Ort umfaßt, Und die den Sekten angehangen haben, In größrer Zahl, als du gerechnet hast- Denn Gleiche sind zu Gleichen hier begraben, Und mehr und minder glüht jedwedes Mal"-- Er sprachs, worauf wir rechtshin uns begaben, Fortschreitend zwischen hoher Maur und Qual. Zehnter Gesang Fort ging nun, hier die Mauer, dort die Pein, Auf einem engen Pfad der edle Weise, Er mir voraus und ich ihm hinterdrein. Der du mich führst durch die verruchten Kreise, Sprach ich, ich wünsche, daß, wenn dirs gefällt, Dein Wort auch hier mich ferner unterweise. Darf man die sehn, die jedes Grab enthält? Die Deckel, offen schon, sind nicht dawider, Auch ist zur Wache niemand aufgestellt. "Iedweder Deckel sinkt geschlossen nieder," Sprach er, "wenn sie gekehrt von Josaphat, Mitbringend ihre dort gelassnen Glieder. Wiss, Epicurus liegt an dieser Statt Samt seinen Jüngern, die vom Tode lehren, Daß er so Seel als Leib vernichtet hat. Befriedigung soll also dem Begehren, Das du entdecktest, dies Begräbnis hier, Sowie dem Wunsch, den du verschwiegst, gewähren." Und ich: Mein Herz verberg ich nimmer dir, Nur redet ich in bündig kurzem Worte, Und nicht nur jetzt empfahlst du solches mir. "Toskaner, du, der lebend durch die Pforte Der Feuerstadt, so ehrbar sprechend, drang, Verweil, ich bitte dich, an diesem Orte. ich erkenn an deiner Sprache Klang, Du seist dem edlen Vaterland entsprungen, Dem ich, ihm nur zu lästig, auch entsprang." Urplötzlich war dies einem Sarg entklungen, Drum trat ich etwas näher meinem Hort, Denn wieder war mein Herz von Furcht durchdrungen. "Was tust du? Wende dich!" rief er sofort, "Sieh grad empor den Farinata ragen, Vom Gürtel bis zum Haupte sieh ihn dort!" Ich, der auf sein Gesicht den Blick geschlagen, Sah, wie er hoch mit Brust und Stirne stand, Als lach er nur der Höh und ihrer Plagen. Mein Führer, der mich schnell mit mutger Hand Durch Gräber bis zu ihm mit fortgenommen, Sprach: Was er fragt, mach offen ihm bekannt. Er sah mich, als ich bis zum Grab gekommen, Ein wenig an. "Wer deine Väter? Sprich!" So fragt er mich und schien von Zorn entglommen. Gern fügt ich dem Befehl des Meisters mich, Ihm alles unverstellt zu offenbaren, Da hoben etwas seine Brauen sich. Er sprach darauf: "Furchtbare Gegner waren Sie meinen Ahnen, mir und meinem Teil, Und zweimal drum vertrieb ich sie in Scharen." "Wenn auch vertrieben, kehrten sie in Eil", Sprach ich, "zweimal zurück aus jeder Gegend. Doch nicht den euren ward die Kunst zuteil." Sieh, da erhob, sich neben jenem regend, Ein Schatten sich urplötzlich bis zum Kinn, Sich auf den Knien, so schiens, empor bewegend. Er blickt um mich nach beiden Seiten hin, Als woll er sehn, ob jemand mich begleite, Doch floh der Irrtum bald aus seinem Sinn, Und weinend sprach er dann: "Wenn dein Geleite Des Geistes Hoheit ist durch diese Nacht, Wo ist mein Sohn? Warum nicht dir zur Seite?"-- "Nicht eigner Geist hat mich hierher gebracht, Der dort harrt, führte mich ins Land der Klagen. Dein Guido hatte sein vielleicht nicht acht." So ich--beim Wort und bei der Art der Plagen Könnt ich wohl seines Namens sicher sein Und drum ihm auch so sicher Antwort sagen, Schnell richtet er sich auf mit lautem Schrein: "Er hatte, sagst du? Ist er nicht am Leben? Saugt nicht sein Auge mehr den süßen Schein?" Und da ich nun, statt Antwort ihm zu geben, Noch zauderte, so fiel er rücklings hin, Um fürder sich nicht wieder zu erheben. Doch jener andre mit dem stolzen Sinn, Der mich gerufen, blieb auf seiner Stätte Starr, ungebeugt und trotzig wie vorhin. Er, wieder knüpfend des Gespräches Kette: "Ward jene Kunst zuteil den Meinen nicht? Dies martert mehr mich noch als dieses Bette. Doch wird nicht fünfzigmal sich das Gesicht Der Herrin dieses Dunkels neu entzünden, So wirst du fühlen dieser Kunst Gewicht. Sprich, willst du je zurück aus diesen Gründen, Wie gegen mein Geschlecht mag solche Wut Das Volk in jeglichem Gesetz verkünden?" Ich sprach: "Das große Morden ists, das Blut, Das rotgefärbt der Arbia klare Wogen, Das eur Geschlecht mit solchem Fluch belud." Er seufzt und schüttelte das Haupt: "Vollzogen Hab ich allein nicht diese blutge Tat, Und. alle hat uns triftger Grund bewogen. Doch ich allein wars, der dem grausen Rat; Es müsse bis zum Grund Florenz verschwinden, Mit offnem Angesicht entgegentrat." "Soll euer Same jemals Ruhe finden," So sprach ich bittend, "löst die Schlingen hier, Die noch, mein Urteil hemmend, mich umwinden. Versteh ich recht, so scheint es wohl, daß ihr Erkennen mögt, was künftge Zeiten bringen, Doch mit der Gegenwart scheints anders mir." Er sprach: "Uns trägt der Blick nach fernen Dingen, Wies öfters wohl der Schwachen Sehkraft geht, Denn dahin läßt der höchste Herr uns dringen. Doch naht sich und erscheint, was wir erspäht, Weg ist das Wissen, und nur durch Berichte Erfahren wir, wies jetzt auf Erden steht. Darum begreifst du: einst beim Weltgerichte, Wenn sich der Zukunft Tor auf ewig schließt, Wird die Erkenntnis unsers Geists zunichte." Drauf ich: "Wie jetzt mein Fehler mich verdrießt! O sagt dem Hingesunknen, Trostentblößten, Daß noch sein Sohn das heitre Licht genießt. Und war ich vorhin säumig, ihn zu trösten, So sagt ihm, daß ich Raum dem Irrtum gab, Den eben jetzt mir eure Worte lösten." Hier rief mein Meister schon mich wieder ab, Drum bat ich schnell den Geist, mir zu erzählen, Wer noch verborgen sei in seinem Grab. Er sprach: "Hier liegen mehr als tausend Seelen, Der Kardinal, der zweite Friederich Und andre, dies nicht nottut, aufzuzählen." Und er versank ich aber kehrte mich Zum alten Dichter, jene Red erwägend, Die einer Unglücksprophezeiung glich. Er aber ging und sprach, sich vorbewegend, Zu mir gewandt: "Was bist du so verstört?" Ich tats ihm kund, die Angst im Herzen hegend. "Behalte, was du Widriges gehört," Sprach mit erhobnem Finger jener Weise, "Und merk itzt auf, daß dich kein Trug betört. Bist du dereinst im süßen Strahlenkreise, Verströmt vom schönen Blick, der alles sieht, Dann deutet sie dir deine Lebensreise." Nun ging es links ins höllische Gebiet, Um von der Maur der Mitte zuzuschreiten, Wo sich der Pfad nach einem Tale zieht, Von dem Gestank und Qualm sich weit verbreiten. Elfter Gesang Am äußern Saum von einem hohen Strande, Umkreist von Felsentrümmern ohne Zahl, Gelangten wir zu einem grausern Lande. Dort bargen wir vor des Gestankes Qual, Der gräßlich dampft aus jenen tiefen Gründen, Uns hinter eines hohen Grabes Mal. Wir sahn den Inhalt diese Schrift verkünden: Hier liegt Papst Anastasius, den Photin Vom rechten Pfad verführt zu Schmach und Sünden. "Wir müssen," sprach er, "langsam abwärtsziehn; Erträglicher wird nach und nach den Sinnen Der schlechte Dunst, der unerträglich schien." "So laß uns etwas," sprach ich drauf, "beginnen, Das uns die hier verbrachte Zeit ersetzt." "Du siehst," erwidert er, "darauf mich sinnen." "Mein Sohn, du wirst in diesen Steinen jetzt," So fuhr er fort, "drei kleinre Kreise zählen, Nach Stufen, wie die andern, fortgesetzt. Erfüllt sind alle von verdammten Seelen, Doch weil du selbst sie sehn wirst, so vernimm, Wie und warum sie sich hier unten quälen. Jedwede Bosheit weckt des Himmels Grimm, Der Unrecht Zweck ist, denn sie macht es immer Durch Trug und durch Gewalt mit andern schlimm. Doch Trug, des Menschen eigne Sünd, ist schlimmer, Und die Betrüger bannt des Herrn Geheiß, Drum tiefer hin zu schmerzlichem Gewimmer. Gewalttat wird bestraft im ersten Kreis, Doch, nach dreifacher Gattung von Vergehen, In dreien Binnenkreisen stufenweis. An Gott, an sich, am Nächsten kanns geschehen, Daß man Gewalt verübt, an Leib und Gut. Wie? Sollst du jetzt mit klaren Gründen sehen. Gewalttat an des Nächsten Leib und Blut Geschieht durch Totschlag und durch schlimme Wunden, Am Gute durch Verwüstung, Raub und Glut. Totschläger werden, die, so schwer verwunden, Verwüster, Räuber, drum hinabgebannt Zur Pein im ersten Binnenkreis gefunden. Gewalt übt man an sich mit eigner Hand, Und seinem Gut.--Um fruchtlos zu bereuen, Sind drum zum zweiten Binnenkreis gesandt, Die selber sich zu töten sich nicht scheuen, Die, so im Spielhaus all ihr Gut vertan Und dorten weinten, statt sich zu erfreuen. Gewalt auch tut der Mensch der Gottheit an, Im Herzen sie verleugnend und nicht achtend, Was er durch Güte der Natur empfahn. Du wirst, den kleinsten Binnenkreis betrachtend, Drum die von Sodom und von Cahors schaun, Und Volk, im Herzen seinen Gott verachtend. Trug, des Gewissens Qual, ist am Vertraun, Und ist auch oft verübt an solchen worden, Die nicht als Freund auf den Betrüger baun. Die letzte Gattung scheint das Band zu morden, Das die Natur aus Lieb um alle flicht; Drum nisten in dem zweiten Kreis die Horden Der Heuchler, Schmeichler, die, so falsch Gewicht Gebrauchen, Simonisten, Zaubrer, Diebe Und Kuppler und dergleichen Schandgezücht. Zerrissen wird von jenem Trug die Liebe, So die Natur macht; die auch, die vermehrt, Noch Treue fordert aus besonderm Triebe. Drum auf dem Punkte, den das All beschwert, Wo Dis den Stand hat, dort, im kleinsten Kreise, Wird, wer Verrat übt, ewiglich verzehrt." Und ich: Du stellt nach deiner klaren Weise Wohlabgeteilt den Höllenschlund mir dar, Und welche Sünder jedes Rund umkreise; Doch sprich: Das Volk, das dort im Sumpfe war, Die, so der Wind führt und die Regen schlagen, Die mit Geschrei sich stoßen immerdar, Wie kommts, wenn sie den Zorn des Himmels tragen, Daß nicht die Feuerstadt ihr Strafort wird? Wenn nicht, was leiden sie doch solche Plagen? Und er darauf zu mir: "Was schweift verwirrt Dein Geist hier ab von den gewohnten Wegen? Woandershin hat sich dein Sinn verirrt? Willst du nicht deine Sittenlehr erwägen, Die Kunde von drei Neigungen verleiht, Die Gottes Zorn und seinen Haß erregen, Von Tollwut, Bosheit, Unenthaltsamkeit? Die dritt ist, da sie minderes Verachten Des Herrn verrät, von mindrer Strafbarkeit. Willst du den Spruch bedenken und betrachten, Wer jene sind, die vor der Stadt voll Glut Dort oben, ihre Straf erduldend, schmachten, So wirst du sehn, wie sie von dieser Brut Geschieden sind, und minder sie beschwerend Auf ihnen das Gewicht des Himmels ruht."-- "O Sonne, du, die trübsten Blicke klärend, Wie Wissen, so erfreut der Zweifel mich, Vernehm ich dich ihn lösend, mich belehrend. Drum wend ein wenig," sprach ich, "rückwärts dich. Da sagtest, daß die Wuchrer Gott verletzen, Jetzt sage mir, wie löst dies Rätsel sich?" Weltweisheit, sprach er, lehrt in mehrern Sätzen, Daß nur aus Gottes Geist und Kunst und Kraft Natur entstand mit allen ihren Schätzen; Und überdenkst du deine Wissenschaft Von der Natur, so wirst du bald erkennen, Daß eure Kunst, mit allem, was sie schafft, Nur der Natur folgt, wie nach bestem Können Der Schüler geht auf seines Meisters Spur; Drum ist sie Gottes Enkelin zu nennen Vergleiche nun mit Kunst und mit Natur Die Genesis, wos also lautet: Leben Sollst du im Schweiß des Angesichtes nur.-- Weil Wuchrer nun nach anderm Wege Streben, Schmähn sie Natur und ihre Folgerin, Indem sie andrer Hoffnung sich ergeben. Doch folge mir, denn vorwärts strebt mein Sinn, Da schon die Fisch empor am Himmel springen; Schon auf den Caurus sinkt der Wagen hin, Und weit ists noch, eh wir zur Tiefe dringen. Zwölfter Gesang Rauhfelsig war der Steig am Strand hernieder, Ob des, was sonst dort war, der Schauer groß, Und jedem Auge drum der Ort zuwider. Dem Bergsturz gleich bei Trento--in den Schoß Der Etsch ist seitwärts Trümmerschutt geschmissen, Durch Unterwühlung oder Erdenstoß-- Wo von dem Gipfel, dem er sich entrissen, Der Fels so schräg ist, daß zum ebnen Land, Die oben sind, den Steg nicht ganz vermissen; So dieses Abgrunds Hang, und dort am Rand Wars, wo von Felsentrümmern überhangen Sich ausgestreckt die Schande Kretas fand, Einst von dem Scheinbild einer Kuh empfangen. Sich selber biß er, als er uns erblickt, Wie innerlich von wildem Grimm befangen. Mein Meister rief: "Bist du vom Wahn bestrickt. Als sähst du hier den Theseus vor dir stehen, Der dich von dort zur HöIl herabgeschickt? Fort, Untier, fort! Den Weg, auf dem wir gehen, Nicht deine Schwester hat ihn uns gelehrt, Doch dieser kommt, um eure Qual zu sehen." So wie der Stier, vom Todesstreich versehrt, Sich losreißt und nicht gehen kann, nur springen. Und Satz um Satz hierhin und dorthin fährt; So sahen wir den Minotaurus ringen, Drum rief Virgil: "Itzt weiter ohne Rast; Indes er tobt, ists gut, hinabzudringen." So klommen wir, von Trümmern rings umfaßt, Auf Trümmern sorglich fort, und oft bewegte Ein Stein sich unter mir der neuen Last. Ich ging, indem ich sinnend überlegte. Und er: "Du denkst an diesen Schutt, bewacht Von Zornwut, die vor meinem Wort sich legte. Vernimm jetzt, als ich in der Hölle Nacht Zum erstenmal so tief hereingedrungen. War dieser Fels noch nicht herabgekracht. Doch kurz eh jener sich herabgeschwungen Vom höchsten Kreis des Himmels, der dem Dis So edler Seelen großen Raub entrungen. Erbebte so die grause Finsternis, Daß ich die Meinung faßte, Liebe zücke Durchs Weltenall und stürz in mächtgern Riß Ins alte Chaos neu die Welt zurücke. Der Fels, der seit dem Anfang fest geruht, Ging damals hier und anderwärts in Stücke. Doch blick ins Tal, schon naht der Strom von Blut, In welchem jeder siedet, der dort oben Dem Nächsten durch Gewalttat wehe tut." O blinde Gier, o toller Zorn! eur Toben, Es spornt uns dort im kurzen Leben an Und macht uns ewig dann dies Bad erproben-- Hier ist ein weiter Graben, der den Plan Ringshin umfaßt im weiten runden Bogen, Wie mir mein weiser Führer kundgetan. Zentauren, rennend, pfeilbewaffnet, zogen, Sich folgend, zwischen Fluß und Felsenwand, Wie in der Welt, wenn sie der Jagd gepflogen. Als sie uns klimmen sahn, ward Stillestand; Drei traten vor mit ausgesuchten Pfeilen Und schußbereit den Bogen in der Hand. Und einer rief von fern: "Ihr müßt verweilen! Zu welcher Qual kommt ihr an diesen Ort? Von dort sprecht, sonst soll euch mein Pfeil ereilen! "Dem Chiron sag ich in der Näh ein Wort," Sprach drauf Virgil. "Zum Unheil dich verführend, Riß vorschnell stets der blinde Trieb dich fort." "Nessus ist dieser," sprach er, mich berührend, "Der starb, als Dejaniren er geraubt, Die Rache noch vor seinem Tod vollführend. Der in der Mitt ist, mit gesenktem Haupt, Der große Chiron, der Achillen nährte; Dort Pholus, welcher stets vor Zorn geschnaubt. Am Graben rings gehn tausend Pfeilbewehrte Und schießen die, so aus dem Pfuhl herauf Mehr tauchen, als der Richterspruch gewährte." Wir beide nahten uns dem flinken Hauf, Chiron nahm einen Pfeil und strich vom Barte Das Haar nach hinten sich mit seinem Knauf. Als nun das große Maul sich offenbarte, Sprach er: "Bemerkt: der hinten kommt, bewegt. Was er berührt, wie ich es wohl gewahrte. Und wies kein Totenfuß zu machen pflegt." Da trat ihm an die Brust mein weiser Leiter, Wo Mensch und Roß sich einigt und verträgt. "Lebendig ist," so sprach er, "der Begleiter, Der dieses dunkle Tal mit mir bereist; Notwendigkeit, nicht Neugier, zieht uns weiter. Von dort, wo Gott ihr Halleluja preist, Kam eine her, dies Amt mir aufzutragen. Er ist kein Räuber, ich kein böser Geist. Doch, bei der Kraft, durch die ich sonder Zagen Auf wildem Pfad im Schmerzensland erschien. Gib einen uns von diesen, die hier jagen. Daß er die Furt uns zeig, und jenseits ihn Trag auf dem Kreuz ans andere Gestade, Denn er, kein Geist, kann durch die Luft nicht ziehn." "Auf, Nessus, leite sie auf ihrem Pfade," Rief Chiron rechts gewandt, "bewahre sie, Daß sonst kein Trupp der unsern ihnen schade." Da solch Geleit uns Sicherheit verlieh, So gingen wir am roten Sud von hinnen. Aus dem die Rotte der Gesottnen schrie. Bis zu den Brauen waren viele drinnen. "Tyrannen sinds, erpicht auf Gut und Blut," So hört ich den Zentauren nun beginnen, "Jetzt heulen sie in ihrer Qualen Wut. Den Alexander sieh und Dionysen, Der auf Sizilien Schmerzensjahre lud. Die schwarzbehaarte Stirn sieh neben diesen, Den Ezzelin--und jener Blonde dort Ist Obiz Este, der, wies klar erwiesen, Vertilgt ward durch des Rabensohnes Mord." Den Dichter sah ich an, der sprach: "Der Zweite Bin ich, der Erste der, merk auf sein Wort." Und weiter gab uns Nessus das Geleite Zu Volke, das, bis an des Mundes Rand Im heißen Sprudel, heult und maledeite. Und seitwärts zeigt er einen mit der Hand: " Der macht einst am Altar das Herz verbluten, Das man noch jetzt verehrt am Themsestrand." Und viele hielten aus den heißen Fluten Das ganze Haupt, dann Brust und Leib gestreckt, Auch kannt ich manchen in den nassen Gluten. Stets seichter ward das Blut, so daß bedeckt Am Ende nur der Schatten Füße waren, Und dorten ward des Grabens Furt entdeckt. Da sagte der Zentaur: "Du wirst gewahren, Wie immer seichter hier das Blut sich zeigt. Jetzt aber, will ich, sollst du auch erfahren, Daß dort der Grund je mehr und mehr sich neigt. Bis wo die Flut verrinnt in jenen Tiefen, Woraus das Seufzen der Tyrannen steigt. Gerechter Zorn und Rache Gottes riefen Dorthin der Erde Geißel, Attila, Pyrrhus und Sextus; und von Tränen triefen. Von Tränen, ausgekocht vom Blute, da Die beiden Rinier, arge Raubgesellen, Die man die Straßen hart bekriegen sah--" Hier wandt er sich, rückeilend durch die Wellen. Dreizehnter Gesang Noch war nicht Nessus jenseits am Gestade, Da schritten wir in einen Wald voll Graun, Und nirgend war die Spur von einem Pfade. Nicht grün war dort das Laub, nur schwärzlichbraun, Nicht glatt ein Zweig, nur knotige, verwirrte, Nicht Frucht daran, nur giftger Dorn zu schaun. Nie bei Cornet und der Cecina irrte Damhirsch und Eber durch so dichten Hain, Dies Wild, das nie die Saat des Feldes kirrte. Hier aber nisten die Harpyn sich ein, Die, von den Inseln Trojas Volk zu scheuchen, Es ängsteten mit Unglücksprophezein, Mit breiten Schwingen, Federn an den Bäuchen, Klaun an den Füßen, menschlich von Gesicht, Wehklagend aus den seltsamen Gesträuchen. "Bevor du eindringst, wisse, dich umflicht", Sprach er, "der zweite Binnenkreis; zu schauen, Indes du weitergehst, versäume nicht. So kommst du, schauend, in den Sand voll Grauen, Und gib wohl acht; denn allem, was ich sprach, Wirst du dann durch den Augenschein vertrauen." Schon hört ich rings Geheul und Oh und Ach, Doch sah ich keinen, der so ächzt und schnaubte, So daß mein Knie mir fast vor Schauder brach. Ich glaub, er mochte glauben, daß ich glaubte. Verborgne stöhnten aus dem dunkeln Raum, Die mir zu sehn das Dickicht nicht erlaubte. "Brich nur ein Zweiglein ab von einem Baum," Begann mein Meister, "und du wirst entdecken. Was du vermutest, sei ein leerer Traum. Da säumt ich nicht,- die Finger auszustrecken. Riß einen Zweig von einem großen Dorn, Und plötzlich schrie der stumpf zu meinem Schrecken: "Was brichst du mich?"--worauf ein blutger Born Aus ihm entquoll, und diese Wort erklangen: "Was peinigt uns dein rnitleidloser Zorn? Uns, Menschen einst, von Rinden jetzt umfangen. Wohl größre Schonung ziemte deiner Hand, Und wären wir auch Seelen nur von Schlangen." Gleich wie ein grüner Ast, hier angebrannt, Dort ächzt und sprüht, wenn, aufgelöst in Winde, Der feuchte Dunst den Weg nach außen fand; So drangen Wort und Blut aus Holz und Rinde, Und mir entsank das Reis, daß ich geraubt; Dann stand ich dort, als ob ich Furcht empfinde. "Verletzte Seele, hätt er je geglaubt. Was früher schon ihm mein Gedicht entdeckte," So sprach Virgil, "nie hätt er sichs erlaubt. Wenn er die Hand nach deinem Aste streckte, So reuts mich itzt, daß, weils unglaublich schien, Ich Lust in ihm zu solcher Tat erweckte. Doch sag ihm, wer du warst. Er wird, wenn ihn Der Tag einst neu umfängt, den Fehl zu büßen, Dort frisch ans Licht dein Angedenken ziehn." Der Stamm: "Ein Köder ist im Wort, dem süßen, Der mich zum Sprechen lockt; mag euchs, wenn mich Der Leim beim Reden festhält, nicht verdrießen. Ich bins, der einst das Herz des Friederich Mit zweien Schlüsseln auf- und zugeschlossen Und sie so sanft und leis gedreht, daß ich, Nur ich, sonst keiner, sein Vertraun genossen-- Und bis ich ihm geopfert Schlaf und Blut, Weiht ich dem hohen Amt mich unverdrossen. Die Hure, die mit buhlerischer Glut Auf Cäsars Haus die geilen Blicke spannte, Sie, aller Höfe Tod und Sünd und Wut, Schürt an, bis alles gegen mich entbrannte, Und alle schürten Friedrichs Gluten an. Daß heitrer Ruhm in düstres Leid sich wandte. Da hat mein zornentflammter Geist, im Wahn, Durch Sterben aller Schmach sich zu entwinden. Mir, dem Gerechten, Unrecht angetan. Bei diesen Wurzeln schwör ich, diesen Rinden: Stets wars um meine Treue wohlbestellt Für ihn, der wert war, ewgen Ruhm zu finden; Kehrt einer je von euch zurück zur Welt, So mög er dort mein Angedenken heben, Das jener Streich des Neids noch niederhält." Hier hielt er an, ich aber schwieg mit Beben. Da sprach der Dichter: "Ohne Zeitverlust Frag ihn, er wird auf alles Antwort geben." Ich aber: "Frag ihn selbst. Dir ist bewußt, Was mir ersprießlich sei, ihm abzufragen; Ich könnt es nicht, denn Leid drückt meine Brust." Und er: "Soll einst, was du ihm aufgetragen,-- Er frei vollziehn, dann, o gefangner Geist, Beliebe dir, zuvor uns anzusagen, Wie dieser Stämme Band die Seel umkreist? Und, wenn um sie sich starre Rinden legen, Ob diesen Gliedern eine sich entreißt? Ein starker Hauch schien sich im Stamm zu regen, Dann aber ward der Wind zu diesem Wort: "In kurzer Rede sag ich dies dagegen: Wenn die vom Leib sich trennen, welche dort Sich frevelhaft in wildern Grimm entleiben, Schickt Minos sie zu diesem Schlunde fort. Hier fallen sie, wie sie die Stürme treiben, In diesen Wald nach Zufall, ohne Wahl, Um wie ein Speltkorn wuchernd zu bekleiben. So wachsen Büsch und Bäum in diesem Tal, Und die Harpyn, die sich vom Laube weiden, Sie machen Qual, und Öffnung für die Qual. Einst eilen wir nach unserm Leib, doch kleiden Uns nie darein; denn was man selbst sich nahm. Will Gott uns nimmer wieder neu bescheiden. Wir schleppen ihn in diesen Wald voll Gram, Und jeder Leib wird an den Baum gehangen. Den hier zur ewgen Haft sein Geist bekam." Wir horchten auf den Stamm noch, voll Verlangen, Mehr zu vernehmen, als urplötzlich schnell Schrein und Getos zu unsern Ohren drangen. Als ob hier Eber, Hund und Jagdgesell, Die ganze Jagd, heran laut tosend brauste Mit Waldesrauschen, Schreien und Gebell.-- Und sieh, linksher, zwei Nackende, Zerzauste, Fortstürmen, wie vom Äußersten bedroht, Daß das Gezweig zertrümmert kracht und sauste. Der Vordre schrie: "Zu Hilfe, Hilfe, Tod!" Dem andern schiens, daß es mehr Eile brauche; "Lan," rief er, "dort bei Toppo in der Not Schien nicht dein Fußwerk gut zu dem Gebrauche." Dann, weil erschöpft vielleicht des Odems Rest, Macht er ein Knäul aus sich und einem Strauche. Sieh schwarze Hunde, durchs Gestrüpp gepreßt. Schnell hinterdrein, die wild die Läufe streckten, Wie Doggen, die man von der Kett entläßt. Sie schlugen ihre Zahn in den Versteckten, Zerrissen ihn und trugen stückweis dann Die Glieder fort, die frischen, blutbefleckten. Mein Führer faßte bei der Hand mich an Und führte mich zum Busche, der vergebens Aus Rissen klagte, welchen Blut entrann. Er sprach: "Was machtest du doch eitlen Strebens, O Jakob, meinen Busch zu deiner Hut? Trag ich die Schulden deines Lasterlebens?" Mein Meister, dessen Schritt bei ihm geruht, Sprach: "Wer bist du? Warum aus so viel Rissen Hauchst du zugleich die Schmerzensred und Blut?" Und er: "Die ihr gekommen, um zu wissen, Wie harte Schmach ich hier erdulden muß, Zu sehn, wie man mir so mein Laub entrissen. O sammelts an des traurgen Stammes Fuß. Ich bin aus jener Stadt, die statt des alten Den Täufer wählt als Schutzherrn. Voll Verdruß Wird jener drum als Feind ihr grausam walten, Und hätte man nicht noch sein Bild geschaut. Das dort sich auf der Arnobrück erhalten. Die Bürger, die sie wieder aufgebaut Vom Brand des Attila, aus Schutt und Grause, Sie hätten ihrer Müh umsonst vertraut. Den Galgen macht ich mir aus meinem Hause." Vierzehnter Gesang Weil ich der Vaterstadt mit Rührung dachte, Las ich das Laub, das ich, das Herz soll Leid, Zurück zum Stamm, der kaum noch ächzte, brachte. Drauf kamen wir zur Grenz in kurzer Zeit Vom zweiten Binnenkreis und sahn im dritten Ein krauses Kunstwerk der Gerechtigkeit. Denn dort eröffnete vor unsern Schritten Und unsern Blicken sich ein ebnes Land, Des Boden nimmer Pflanz und Gras gelitten. Und wie sich um den Wald der Graben wand, War dieses von dem Schmerzenswald umwunden. Hier weilten wir an beider Kreise Rand. Dort ward ein tiefer, dürrer Sand gefunden. Der dem, den Catos Füße stampften, glich, Wie wir vernehmen aus den alten Kunden. O Gottes Rache! Jeder fürchte dich, Dem, was ich sah, mein Lied wird offenbaren, Und wende schnell vom Lasterwege sich. Denn nackte Seelen sah ich dort in Scharen, Die, alle klagend jämmerlich und schwer, Doch sich nicht gleich in ihren Strafen waren. Die lagen rücklings auf der Erd umher, Die sah ich sich zusammenkrümmend kauern. Noch andre gingen immer hin und her. Die Mehrzahl mußt im Gehn die Straf erdauern. Der Liegenden war die geringre Zahl, Doch mehr gedrängt zum Klagen und zum Trauern. Langsamen Falls sah ich mit rotem Strahl Hernieder breite Feuerflocken wallen, Wie Schnee bei stiller Luft im Alpental. Wie Alexander einstens Feuerballen, Fest bis zur Erde, sah auf seine Schar In jener heißen Gegend Indiens fallen, Daher sein Volk, vorbeugend der Gefahr, Den Boden stampfen mußt, um sie zu töten, Weil einzeln sie zu tilgen leichter war; So sah ich von der Glut den Boden röten; Wie unterm Stahle Schwamm, entglomm der Sand, Wodurch die Qualen zwiefach sich erhöhten. Nie hatten hier die Hände Stillestand, Und hier- und dorthin sah ich sie bewegen, Abschüttelnd von der Haut den frischen Brand. Da sprach ich: "Du, dem alles unterlegen, Bis auf die Geister, die sich dort voll Wut Am Tor zur Wehr gestellt und dir entgegen. Wer ist der große, welcher, diese Glut Verachtend, liegt, die Blicke trotzig hebend, Noch nicht erweicht von dieser Feuerflut?" Und jener rief, mir selber Antwort gebend, Weil er gemerkt, daß ich nach ihm gefragt, Uns grimmig zu: "Tot bin ich, wie einst lebend. Sei auch mit Arbeit Jovis Schmied geplagt, Von welchem er den spitzen Pfeil bekommen, Den er zuletzt in meine Brust gejagt; Zur Hilfe sei die ganze Schar genommen, Die rastlos schmiedet in des Ätna Nacht; Hilf, hilf, Vulkan, so schrei er zornentglommen, Wie er bei Phlägra tat in jener Schlacht; Mit aller Macht sei das Geschoß geschwungen, Gewiß, daß nie ihm frohe Rache lacht--" Da hob so stark, wie sie mir nie erklungen, Mein Meister seine Stimm, ihm zuzuschrein: "O Kapaneus, daß ewig unbezwungen Dich Hochmut nagt, ist deine wahre Pein, Denn keine Marter, als dein eignes Wüten, Kann deiner Wut vollkommne Strafe sein." Drauf schien des Meisters Zorn sich zu begüten. Von jenen sieben war er, sagt er mir, Die Theben zu erobern sich bemühten. Er höhnt, so scheints, noch Gott in wilder Gier, Und, wie ich sprach, sein Stolz bleibt seine Schande, Sein Trotz des Busens wohlverdiente Zier. Jetzt folge mir, doch vor dem heißen Sande Verwahr im Gehen sorglich deinen Fuß Und halte nah dich an des Waldes Rande. Ich ging und schwieg, und einen kleinen Fluß Sah ich diesseits des Waldes sprudelnd quellen. Vor dessen Rot ich jetzt noch schaudern muß. Den Bach aus jenem Sprudel gleichzustellen. Der Buhlerinnen schändlichem Verein, Floß er den Sand hinab mit dunkeln Wellen. Und Grund und Ufer waren dort von Stein, Auch beide Ränder, die den Fluß umfassen. Drum mußte hier der Weg hinüber sein. "Von allem, was ich noch dich sehen lassen. Seit wir durch jenes Tor hier eingekehrt. Das uns, wie alle, ruhig eingelassen, War noch bis jetzt nichts so bemerkenswert. Als dieser Fluß, zu dem du eben ziehest, Der über sich die Flämmchen schnell verzehrt." So er zu mir und ich darauf: "Du siehest Mich lüstern schon genug, drum speist ich gern; Gib Kost nur, wie du Essenslust verliehest." Und er: "Öd liegt ein Land im Meere fern, Das Kreta hieß, und Keuschheit hat gewaltet, Als noch die Welt stand unter seinem Herrn. Ein Berg dort, Ida, war einst schön gestaltet, Mit Quellen, Laub und Blumen reich geschmückt, Jetzt ist er öd, verwittert und veraltet. Dorthin hat Rhea ihren Sohn entrückt. Und, alle Späher listig hintergehend, Des Kindes Schrein durch Tosen unterdrückt. Ein hoher Greis ist drin, grad aufrecht stehend, Den Rücken nach Damiette hingewandt, Nach Rom hin, wie in seinen Spiegel, sehend; Das Haupt von feinem Gold; Brust, Arm und Hand Von reinem Silber; weiter dann hernieder Von Kupfer nur bis an der Hüften Rand; Von tüchtgem Eisen bis zur Sohle nieder; Nur von gebranntem Ton der rechte Fuß, Doch ruht auf diesem meist die Last der Glieder. Das Gold allein ist von gediegnem Guß; Die andern haben Spalt und träufeln Zähren, Und diese brechen durch die Grott als Fluß, Um ihren Lauf nach diesem Tal zu kehren. Als Acheron, als Styx, als Phlegethon, Und bilden, wenn sie zu den tiefsten Sphären Durch diesen engen Graben hingeflohn, Dort den Kozyt; doch nahst du diesem Teiche Bald selber dich, drum hier nichts mehr davon." Und ich zu ihm: "Wenn auf der Erd, im Reiche Des Tages, schon der kleine Fluß entstund, Wie kommt es, daß ich ihn erst hier erreiche?" Und er zu mir: "Du weißt, der Ort ist rund, Und ob wir gleich schon tief hernieder drangen, Doch haben wir, da wir uns links zum Grund Herabgewandt, den Kreis nicht ganz umgangen, Und wenn du auch noch manches Neue siehst, Mag Staunen drum dein Auge nicht befangen." "Sprich noch, wo Phlegethon, wo Lethe fließt? Du schweigst von der; von jenem hört ich sagen, Daß er aus diesem Regen sich ergießt." So ich; und er: "Gern hör ich deine Fragen, Doch sollte wohl des roten Wassers Sud Auf jene selbst die Antwort in sich tragen. Nicht in der Hölle fließt der Lethe Flut, Dort siehst du sie beim großen Seelenbade, Wenn die bereute Schuld auf ewig ruht." Und drauf: "Jetzt weg vom Wald, und komm gerade Denselben Weg, den meine Spur dich lehrt; Die Ränder, nicht entzündet, bilden Pfade, Und über ihnen wird der Dunst verzehrt." Fünfzehnter Gesang Wir gehen nun auf hartem Rand zusammen, Und Dampf des Bachs, der drüber nebelt, schützt Das Wasser und die Dämme vor den Flammen. So wie sein Land der Flandrer unterstützt, Bang vor der Springflut Ansturz, die vom Baue Des festen Damms rückprallend schäumt und spritzt; Wie längs der Brenta Schloß und Dorf und Aue Die Paduaner sorglich wohl verwahrt, Bevor der Chiarentana Frost erlaue; So war der Damm auch hier von gleicher Art, Nur daß in minder hohen, dicken Massen Vom Meister dieser Bau errichtet ward. Schon weit zurück hatt ich den Wald gelassen, So daß der Blick, nach ihm zurückgewandt, Doch nicht vermögend war, ihn zu erfassen. Da kam am Fuß des Damms ein Schwarm gerannt. Und wie am Neumond bei des Abends Grauen Nach dem und jenem man die Blicke spannt, So sahn wir sie auf uns nach oben schauen; Und wie der alte Schneider nach dem Öhr, So spitzten sie nach uns die Augenbrauen. Und wie sie alle gafften, faßte wer Mich bei dem Saum, indem er mich erkannte, Und rief erstaunt: "Welch Wunder! Du? Woher?" Und ich, wie er nach mir gegriffen, wandte Den Blick ihm fest aufs Angesicht, das schier Geröstet war; doch zeigte das verbrannte Sogleich die wohlbekannten Züge mir; Drum, neigend, auf sein Antlitz zu, die Arme, Rief ich: "Ei, Herr Brunetto, seid ihr hier?" "Mein Sohn," sprach jener, "daß dich mein erbarme! Gern spräche wohl Brunett Latini dich Ein wenig hier, entfernt von diesem Schwarme." "Ich bitt euch selbst darum," entgegnet ich, "Daher ich gern mit euch mich setzen werde, Wenns dieser billigt, denn er leitet mich." Und er: "Ach Sohn, wer weilt von dieser Herde, Darf sich nicht wedeln hundert Jahr hernach Und liegt, die Glut erduldend, auf der Erde. Drum geh, ich folge deinem Tritte nach, Bis wir aufs neu zu meiner Rotte kommen, Die weinend geht in Leid und ewger Schmach." 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599 600 601 602 603 604 605 606 607 608 609 610 611 612 613 614 615 616 617 618 619 620 621 622 623 624 625 626 627 628 629 630 631 632 633 634 635 636 637 638 639 640 641 642 643 644 645 646 647 648 649 650 651 652 653 654 655 656 657 658 659 660 661 662 663 664 665 666 667 668 669 670 671 672 673 674 675 676 677 678 679 680 681 682 683 684 685 686 687 688 689 690 691 692 693 694 695 696 697 698 699 700 701 702 703 704 705 706 707 708 709 710 711 712 713 714 715 716 717 718 719 720 721 722 723 724 725 726 727 728 729 730 731 732 733 734 735 736 737 738 739 740 741 742 743 744 745 746 747 748 749 750 751 752 753 754 755 756 757 758 759 760 761 762 763 764 765 766 767 768 769 770 771 772 773 774 775 776 777 778 779 780 781 782 783 784 785 786 787 788 789 790 791 792 793 794 795 796 797 798 799 800 801 802 803 804 805 806 807 808 809 810 811 812 813 814 815 816 817 818 819 820 821 822 823 824 825 826 827 828 829 830 831 832 833 834 835 836 837 838 839 840 841 842 843 844 845 846 847 848 849 850 851 852 853 854 855 856 857 858 859 860 861 862 863 864 865 866 867 868 869 870 871 872 873 874 875 876 877 878 879 880 881 882 883 884 885 886 887 888 889 890 891 892 893 894 895 896 897 898 899 900 901 902 903 904 905 906 907 908 909 910 911 912 913 914 915 916 917 918 919 920 921 922 923 924 925 926 927 928 929 930 931 932 933 934 935 936 937 938 939 940 941 942 943 944 945 946 947 948 949 950 951 952 953 954 955 956 957 958 959 960 961 962 963 964 965 966 967 968 969 970 971 972 973 974 975 976 977 978 979 980 981 982 983 984 985 986 987 988 989 990 991 992 993 994 995 996 997 998 999 1000