Zum Drachen wird, doch sanft wird, gleich dem Lamme, Wenn man die Zahne weist, den Beutel zieht Kam schon empor, allein aus niederm Stamme, Drum zürnt Ubert dem Bellincion, daß er Zu solcherlei Verwandtschaft ihn verdamme. Von Fiesole kam Caponsacco her Auf euren Markt und trieb in jenen Tagen, Wie Infangato bürgerlich Verkehr. Unglaubliches, doch Wahres werd ich sagen: Ein Tor des Städtchens ließ man ungescheut Den Namen des Geschlechts der Pera tragen. Wen nur des schönen Wappens Schmuck erfreut, Des großen Freiherrn, dessen Preis und Ehren Alljährlich noch das Thomasfest erneut. Ließ Ritterwürden sich von ihm gewähren, Mag der auch, ders mit goldner Zier umwand, Jetzt im Vereine mit dem Volk verkehren. Da hoch der Stamm der Gualterotti stand, So würd in Kriegsnot Borgo minder beben, Wenn er sich mit den Nachbarn nicht verband. Das Haus, das euch zum Weinen Grund gegeben, Das in gerechtem Grimm euch Tod gebracht Und ganz beendigt euer heitres Leben, Stand mit den Seinen fest in Ehr und Macht. Buondelmont, was hattest du Verlangen Nach andrer Braut? Was fremden Antriebs acht? Wohl viele würden froh sein, die jetzt bangen, Wenn Gott der Ema dich vermählt, als du Zum ersten Male nach der Stadt gegangen. Doch wohl stand dieser Stadt das Opfer zu, Das sie der Brückenwacht, dem wüsten Steine, Mit Blut gebracht in ihrer letzten Ruh. Mit diesen und mit andern im Vereine Sah ich Florenz des süßen Friedens wert, Indems nie Ursach fand, weshalb es weine. Mit diesem sah ich hoch sein Volk geehrt, Gerecht und treu, in ruhig stiller Haltung, Und nie am Speer die Lilie umgekehrt Und nimmer rotgefärbt durch innre Spaltung. Siebzehnter Gesang Wie der, der Väter karg gemacht den Söhnen, An Climene um Kunde sich gewandt Von dem, was man gejagt, ihn zu verhöhnen; So war ich jetzt in mir, und so empfand Beatrix mich und er, des Liebesregung Vom Flammenkreuz ihn zu mir hergebannt. Drum sie: "Folg itzt der inneren Bewegung Und laß den Wunsch hervor, nur sei er rein Bezeichnet durch des innern Stempels Prägung. Er soll nicht größre Kenntnis uns verleihn, Doch mutig sollst du deinen Durst bekennen, Als ob ein Mensch ihn stillen sollt in Wein." "O teurer Ahn, hochragend im Erkennen, Gleich wie der Mensch sieht, daß im Dreieck nicht Zwei stumpfe Winkel sich gestalten können, So siehst du, was da sein wird, das Gesicht Dem Spiegel zugewandt, der alle Zeiten Als Gegenwart dir zeigt im klaren Licht. Als noch Virgil bestimmt war, mich zu leiten, Um auf den Berg, der unsre Seelen heilt, Und zu der toten Welt hinabzuschreiten, Ward von der Zukunft Kunde mir erteilt, Die hart ist, mag ich auch als Turm mich fühlen, Der trotzend steht, wenn ihn der Sturm umheult. Drum wüßt ich gern, um meinen Wunsch zu kühlen, Welch ein Geschick mir naht. Vorausgeschaut, Scheint minder tief ein Pfeil sich einzuwühlen." Ich sprachs zum Licht, das mir mit süßem Laut Gesprochen hatt, und hatt ihm nun vollkommen, Nach meiner Herrin Wink, den Wunsch vertraut. In Rätseln nicht, wie man sie einst vernommen, Bestimmt, ein Netz für Torenwahn zu sein, Eh Gottes Lamm die Sünd auf sich genommen, In klarem Wort und bündigem Latein, Antwortete mir jene Vaterliebe Verschlossen in der eignen Wonne Schein: "Der Zufall, Werk allein der Erdentriebe, Malt sich im ewgen Blick, wie vorbestimmt, Und keiner ist, der ihm verborgen bliebe, Obwohl er euch die Freiheit nicht benimmt So wenig, als das Aug ein Schifflein leitet, Das drin sich spiegelt, wenns stromunter schwimmt. Wie Orgelharmonie zum Ohre gleitet, So kann mein Aug im ewgen Blicke sehn, Welch ein Geschick die Zukunft dir bereitet. Wie Hippolyt, vertrieben aus Athen Von der Stiefmutter treulos argen Ränken, So mußt du aus dem Vaterlande gehn. Dies wollen sie, dies ists, worauf sie denken; Und wo man Christum frech zu Markte trägt, Dort wird zur Tat, was nottut, dich zu kränken. Und dem verletzten Teil folgt, wie er pflegt, Der Ruf der Schuld--allein die Wahrheit künden Wird Gottes Rache, die den Argen schlägt. Du wirst dich allem, was du liebst, entwinden Und wirst, wenn dies dir bittern Schmerz erweckt, Darin den ersten Pfeil des Banns empfinden. Wie fremdes Brot gar scharf versalzen schmeckt, Wie hart es ist, zu steigen fremde Stiegen, Wird dann durch die Erfahrung dir entdeckt. Doch wird so schwer nichts seinen Rücken biegen, Als die Gesellschaft jener schlechten Schar, Mit welcher du dem Bann wirst unterliegen. Ganz toll und ganz verrucht und undankbar Bekämpft sie dich; doch zeiget bald, zerschlagen, Ihr Kopf, nicht deiner, wer im Rechte war. Wie dumm sie ist, das wird ihr Tun besagen; Und daß du für dich selbst Partei gemacht, Wird dir erwünschte, schöne Früchte tragen. Die erste Zuflucht in der harten Acht Wird dir der herrliche Lombard gewähren, Den heilger Aar und Leiter kenntlich macht. Zwischen euch wird von Geben und Begehren Das, was sonst später kommt, das erste sein, So sorgsam wird auf dich sein Blick sich kehren. Dort siehst du ihn, dem dieses Sternes Schein Bei der Geburt im hellsten Licht entglommen, Ihm das Gepräg zu hoher Tat zu leihn. Und hat die Welt noch nichts davon vernommen, So ists, weil eben erst zum neuntenmal Die Sonn um ihm den Zirkellauf genommen. Doch glänzt er, ungerührt durch Gold und Quäl, Bevor sich des Gascogners Tücken zeigen Bei Heinrichs Zug, in heller Tugend Strahl. Hochherrlich wird sein Ruhm zum Himmel steigen; Der Feind selbst kann, obwohl voll Ungeduld Bei seiner Taten Lob, es nicht verschweigen. Gewärtig sei denn sein und seiner Huld; Aus Armen macht er Reich und Arm aus Reichen, Hebt arme Tugend, stürzt die reiche Schuld. Laß nicht dies Wort aus dem Gedächtnis weichen, Doch sage nichts!" Dann sagt er Dinge mir, Die dem selbst, der sie sah, noch Wundern gleichen. "Sohn," also sprach er weiter, "siehe hier, Zu dem, was dir verkündet ward, die Glossen. Schon droht man aus dem Hinterhalte dir. Doch nicht beneide deine Landsgenossen, Denn lang, bevor du sinkst ins dunkle Grab, Ist dem Verrat gerechte Rach entsprossen." Hier brach die heilge Seel ihr Reden ab Und hatte das Gewebe ganz vollendet, Wozu ich fragend ihr den Aufzug gab. Und wie man zweifelnd sich an jemand wendet, Der innig liebt und Rechtes will und sieht, Nach gutem Rat--so ich, als er geendet: "Ich sehs, wie rasch heran die Stunde zieht, Um gegen mich den scharfen Pfeil zu kehren, Der schwerer trifft, wen die Besinnung flieht. Drum muß ich wohl mit Vorsicht mich bewehren, Um fern dem Ort, der, was ich lieb, enthält, Nicht durch mein Lied der Zuflucht zu entbehren. Denn reifend durch die endlos bittre Welt, Dann auf die Höh, wo mich vom Angesichte Der Herrin Licht zum höhern Flug erhellt, Dann durch den Himmel selbst von Licht zu Lichte, Erfuhr ich, was wohl manchen brennt und beißt Durch ätzenden Geschmack, wenn ichs berichte. Und zagt, der Wahrheit feiger Freund, mein Geist, Dann, fürcht ich, bin ich tot bei jenen allen, Bei welchen diese Zeit die alte heißt." Und neuen Glanz sah ich dem Licht entwallen, Das Strahlen, wie ein goldner Spiegel, warf, Auf den der Sonne Feuerblicke fallen. "Wer rein nicht sein Gewissen nennen darf," Sprach er, "wen eigne Schmach, wen fremde drücket, Dem schmeckt wohl deine Rede streng und scharf. Dennoch verkünde ganz und unzerstücket Was du gesehn, von jeder Lüge frei Und laß nur den sich kratzen, den es jücket. Ob schwer dein Werk beim ersten Kosten sei, Doch Nahrung hinterläßts zu kräftgerm Leben, Ist des Gerichts Verdauung erst vorbei. Dein Laut wird sich, dem Sturme gleich, erheben, Der hohe Gipfel stärker schüttelnd faßt, Und dies wird Grund zu größrer Ehre geben. Drum sind berühmte Seelen alle fast, Die du im dunkeln, wehevollen Schlunde Und auf dem Berg und hier gesehen hast. Denn niemand traut beruhigt einer Kunde, Verbirgt das Bild, das sie vor Augen stellt, Die Wurzel tief im unbekannten Grunde, Und nur was schimmert überzeugt die Welt." Achtzehnter Gesang Schon freute sich der selge Geist alleine An seinem Wort. und ich, mit Süßigkeit Das Bittre mäßigend, genoß das meine. Und jene Frau, zum Höchsten mein Geleit, Sprach: "Wechsle die Gedanken--denk, ich wohne Dem nah, der mildert unverdientes Leid." Ich, hingewandt zum süßen Liebestone, Konnt in den heilgen Augen Liebe schaun, Die ich nicht sing in dieser niedern Zone. Denn nicht der Sprache nur muß ich mißtraun; Selbst das Gedächtnis kehrt nicht, ungetragen Vom Flug der Gnade, zu den selgen Aun. Ich kann von jenem Augenblick nur sagen: Ich fühlte jeden Wunsch der Brust entfliehn, Als ich den Blick zur Herrin aufgeschlagen, Bis, die nun selbst aus ihrem Auge schien, Die ewge Luft, vom schönen Angesichte Im zweiten Anblick Gnüge mir verliehn, Besiegend mich mit eines Lächelns Lichte. "Nicht mir im Aug allein ist Paradies." Sie sprachs. "Horch auf! Dorthin die Augen richte!" Wie Lieb auf Erden wohl sich mir erwies, Die lächelnd glänzt auf eines Freundes Zügen, Der seine Seele ganz ihr überließ, So zeigt in Glanz und wonnigem Vergnügen Des Urahns Geist die liebende Begier, Mir noch durch einge Reden zu genügen: "In dieses Baumes fünfter Stufe hier, Der von dem Gipfel Nahrung zieht und Leben, Stets reich an Frucht und frischer Blätter Zier, Sind Selge, die, eh sie emporzuschweben Der Himmel rief, in eurem Erdental Durch Ruhm der Muse reichen Stoff gegeben. Sieh auf die Arme hin am Kreuzesmal, Und zeigen wird sich jeder, den ich nannte, Wie in der Wolk ihr schneller Feuerstrahl. Und sieh, ein Licht, gleich schnellem Blitz, entbrannte, Beim Namen Josua--so daß ich Wort Und Tat in einem Augenblick erkannte. Den Makkabäus nannt er dann, und dort War kreisend Feuer glänzend vorgedrungen, Und Freude trieb den heilgen Kreisel fort. Als Karl der Groß und Roland dann erklungen, Folgt ich so aufmerksam dem Glanz, als man Dem Falken folgt, der sich emporgeschwungen. Wilhelm zog meinen Blick zum Kreuz hinan, Und Rinoard, bei ihres Namens Klange. Auch Herzog Gottfried, Robert Guiscard dann. Drauf mischte sich dem schimmernden Gedrange Die Seele, die erst sprach, als Meisterin Sich zeigend in dem himmlischen Gesange. Ich kehrte mich zur rechten Seite hin, Um in Beatrix; meine Pflicht zu lesen, In Wink und Wort der heilgen Führerin, Und sah so rein ihr Aug, ihr ganzes Wesen So hold, daß, was ich hab an Himmelsluft, Sie übertraf, ja, was sie je gewesen. Und, wie des guten Wirkens sich bewußt, In größrer Wonne man von Tag zu Tagen Der Tugend Wachstum merkt in eigner Brust; So merkt ich jetzt, vom Himmel fortgetragen In seinem Schwung, gewachsen sei der Kreis, Sobald ich sah dies schönre Wunder tagen. Und wie das Rot der Scham, die glühend heiß Gefärbet hat der zarten Jungfrau Wangen, Bald wieder schwindet vor dem lautern Weiß; So, nach dem roten Licht, das mich umfangen, Sah ich mich in den Silberglanz entrückt Des sechsten Sterns, der mich in sich empfangen. Und in dem Stern des Zeus, den Freude schmückt, War frohes Liebesfunkeln zu gewahren, Durch unsrer Sprache Zeichen ausgedrückt. Wie Vögel, die empor vom Strande fahren, Gemeinsam neuer Weide froh, sich bald In runden, bald in langen Haufen scharen; So flatterten, von Himmelslicht umwallt, In Sängen Selge hin, im Fluge zeigend Des D und dann des I und L Gestalt, Im Sang, erst bald gesenkt, bald wieder steigend, Und war die Ordnung diesen Zeichen gleich, Einhaltend in des Fluges Schwung und schweigend. Kalliope, die du die Geister reich An Ruhme machst, sie ewig zu erhalten, Die du erhältst mit ihnen Stadt und Reich, Erleuchte mich, damit ich die Gestalten Getreu beschreibe, jetzt mit deinem Strahl; Laß deine Kraft in kurzen Reimen walten!-- Vokal und Konsonanten--siebenmal Fünf warens, die mein Auge dort ergötzten, Auch merkt ich wohl die Ordnung dieser Zahl. Diligite iustitiam--So setzten Erst Haupt und Zeitwort sich; dann sieh sofort: Qui iudicatis terram--als die letzten. Und alles blieb beim M im fünften Wort Geordnet stehn, hiermit das Werk vollbringend. So stand die Schrift wie Gold in Silber dort. Ich sah viel andres Licht, sich niederschwingend Zum Haupt des M, dort still und unbewegt, Vom Gut, so schien es, das sie anzieht, singend. Dann, wie wenn man mit Feuerbränden schlägt, Draus unzählbare Funken sprühend flammen, Woraus die Torheit wahrzusagen pflegt; So hoben dort sich mehr als tausend Flammen, Und die stieg mehr, und minder die empor, Wie sie die Sonne trieb, aus der sie stammen. Als jed an ihrer Stelle war, verlor Sich das Gewühl--da trat in Flammenzügen Der Kopf und Hals von einem Adler vor. Der dorten malt, weiß selbst sich zu genügen; Er, ungeleitet, lenkt des Künstlers Hand, Damit der Form sich die Gebilde fügen. Die selge Schar, die dort zufrieden stand, Das M bekrönend mit dem Lilienkranze, Vollendete das Bild jetzt, leicht gewandt. So sah ich, schöner Stern, der Himmel pflanze In uns die Keime der Gerechtigkeit, Der Himmel, den du schmückst mit deinem Glanze. Zum Geist, der Kraft dir und Bewegung leiht, Fleh ich, nach jenem Rauche hinzuschauen, Der deinen Strahl verdunkelt und entweiht. Sein Zorn mach einmal noch dem Volke Grauen, Das in dem Tempel schachert und verkehrt, Den er aus Wundern ließ und Martern bauen. Himmelskriegerschar, dort hellverklärt, Bitte für die, so noch der Leib umschlossen, Die schlechtes Beispiel falsche Wege lehrt. Einst kriegte man mit Schwertern und Geschossen, Doch jetzt, das Brot wegnehmend dort und hie, Das unser frommer Vater nie verschlossen. Du, der du schreibst, um auszustreichen, sie: Für jenen Weinberg, welchen du verdorben, Starb Paul und Petrus, doch noch leben sie. Du aber denkst: Hab ich nur den erworben, Der in die Einsamkeit der Wüst entrann, Und der zum Lohn für einen Tanz gestorben, Was kümmern Paulus mich und Petrus dann? Neunzehnter Gesang Vor mir erschien mit offnem Flügelpaar Das schöne Bild, wo, selig im Vereine, Der Geister lichter Kranz verflochten war. Jedweder war wie ein Rubin, vom Scheine Der Sonne so in Licht und Glut entbrannt, Als ob sie selbst mir in die Augen Scheine. Der Schilderung, zu der ich mich gewandt, Wie kann die Sprache sie, die Feder wagen, Da Phantasie dergleichen nie erkannt?-- Ich sah den Aar und hört ihn Worte sagen, Und in der Stimm erklangen Ich und Mein, Als Wir und Unser ihm im Sinne lagen: Er sprach: "Für frommes und gerechtes Sein Sollt ich zu dieser Glorie mich erheben, Die jeden Wunsch uns zeigt als arm und klein. Und solch Gedächtnis ließ ich dort im Leben, Daß es für rühmlich selbst den Bösen gilt, Die nicht auf meiner Spur zu wandeln streben." Wie vielen Kohlen eine Glut entquillt, So tönte jetzt von vielen Liebesgluten Ein einzger Ton mir zu aus jenem Bild. "Ihr ewge Blüten des endlosen Guten," Begann ich, "die ihr mir als einen jetzt Laßt eure Wohlgerüch entgegenfluten, Ich bitt euch nun, mit eurem Hauch ergetzt Mich Hungrigen und reicht mir jene Speise, Mit welcher mich die Erde nie geletzt. Wohl weiß ich, spiegelt sich in anderm Kreise Des Himmels ab des Herrn Gerechtigkeit, Daß sie sich euch nicht unterm Schleier weise. Ihr wißt, zum Hören bin ich schon bereit, Auch wißt ihr, welch ein Zweifel mich befangen, Der unbefriedigt ist seit langer Zeit." Gleichwie ein edler Falk, der Kapp entgangen, Das Haupt bewegt, sich schön und freudig macht, Stolz mit den Flügeln schlägt und zeigt Verlangen, So machte sich des hohen Zeichens pracht, Das Gottes Gnade laut dem All verkündet, Mit Sang, wie der nur hört, der dort erwacht. Und es begann: "Er, der die Welt gerundet Und sie begrenzt, hat viel Geheimes drin Und Offenbares viel darin begründet; Doch hat er seine Kraft vom Anbeginn Nicht völlig ausgeprägt im Weltenaue, Denn endlos überragts sein hoher Sinn. Der erste Stolze, welcher höhr als alle Geschöpfe stand, sank drum im frevlen Zwist, Des Lichts nicht harrend, früh in jähem Falle. Denn jegliches der kleinern Wesen ist Zu eng, um jenes Gut darein zu bringen, Das, endlos, sich nur mit sich selber mißt, Drum kann so weit der Menschenblick nicht dringen, Er, nur ein Strahl von jenes Geistes Schein, Der Urstoff ist und Grund von allen Dingen, Kann nie durch eigne Kraft so mächtig sein, Um Seinen Ursprung deutlich zu ersehen, Denn Nebel hüllt für ihn so Tiefes ein; Drob zu der Urgerechtigkeit das Spähen Des Menschenblicks sich nur so weit erstreckt, Als in den Grund des Meers die Augen gelten. Leicht wird der Grund am Strand vom Aug entdeckt, Doch nie im Meer, wie sehr sichs müh und übe; Grund ist dort, doch zu tief und drum versteckt. Nur aus der Heiterkeit, die nimmer trübe, Kommt Licht--all andres ist nur Dunkelheit, Ist Schatten oder Gift der Fleischestriebe. Sieh das Versteck, das die Gerechtigkeit Dir lang verhehlt, jetzt offen dem Verstande, Und ruhn wird nun in dir der Zweifel Streit. Erzeugt wird jemand an des Indus Strande, So sprachst du, doch wer spricht von Jesus Christ, Wer liest und schreibt von ihm in jenem Lande? Wenn er, soweit es die Vernunft ermißt, In Tat und Willen rein und unverdorben Und ohne Sünd in Wort und Leben ist Und er ungläubig, ungetauft gestorben, Wo ist dann wohl ein Recht, dem er verfällt? Wo Schuld, daß er den Glauben nicht erworben?-- Und wer bist du, der sich so hoch gestellt, Um, richtend, tausend Meilen weit zu springen, Da eine Spanne kaum dein Blick enthält? Gewiß, daß die mir nach im Forschen ringen, War über euch nicht Gottes heilges Wort, Zum Zweifel und Erstaunen Grund empfingen. O Tier aus Erd! Ihrr groben Geister dort! Der erste Wille, gut von selber, gehet Nie aus sich selbst, dem höchsten Gute, fort. Gerecht ist, was mit ihm in Einklang stehet. Ihn kann nicht anziehn ein erschaffnes Gut, Das nur aus seiner Strahlenfüll entstehet."-- Wie über ihrem Nest die Störchin tut, Wenn sie die Brut gespeist, im Kreise schwebend, Und wie nach ihr hinschaut die satte Brut; So tat--und so auch ich, das Aug erhebend-- Das heilge Bild, das seine Flügel Schwang, Den Willen kund der freudgen Scharen gebend, Indems, im Kreis sich schwingend, also sang: "So wie du nicht verstehst, was ich verkündet, So kennt ihr nicht des ewgen Urteils Gang." Dann, noch im Zeichen, das den Ruhm begründet Der Römer hat, stand still die selge Schar, Von lichter Glut des Heilgen Geists entzündet. "In dieses Reich", begann aufs neu der Aar, "Stieg keiner je, der nicht geglaubt an Christus, Vor oder nach, als er gekreuzigt war. Doch siehe, viele rufen: Christus! Christus! Und stehn ihm ferner einst beim Weltgericht Als jene, welche nichts gewußt von Christus. Das Strafurteil für solche Christen Spricht Der Heid einst aus, wenn sich die Scharen trennen, Die zu der ewgen Nacht und die zum Licht. Wie wird ein Perser eure Fürsten nennen, Zeigt ihm sich aufgeschlagen jenes Buch, In dem er ihre Schmach wird lesen können? Die Tat des Albrecht wird mit hartem Spruch Er in dem Buch dann eingetragen sehen, Ob der ihn trifft, des Böhmerreiches Fluch. Auch Frankreichs Schmerz wird aufgezeichnet stehen, In den es durch den Münzverfälscher fällt, Der durch des Ebers Stoß wird untergehen. Dort steht der Stolz, der Durst nach Land und Geld, Drob Schott und Engelländer tun gleich Tollen, Und keiner sich in seiner Grenze hält. Dort wird die Üppigkeit sich zeigen sollen Des Spaniers und des Böhmen, welcher nie Die Trefflichkeit gekannt, noch kennen wollen. Dort, Lahmer von Jerusalem, dort sieh Mit einem M bezeichnet deine Sünden, Und deine Tugenden mit einem I. Dort wird sich auch der niedre Geiz verkünden Des, der dort herrschet, wo Anchises ruht Nach langer Fahrt, bei Ätnas Feuerschlünden. Und wie gering er ist an Kraft und Mut, Das wird die abgekürzte Schrift bezeugen, Die vieles kund auf engem Raums tut. Auch wird das schmutzge Tun des Ohms sich zeigen, Und das des Bruders kund sein überall, Die mit dem edlen Stamm zwei Kronen beugen. Auch den von Norweg, den von Portugal Und den von Rascia wird man unterscheiden, Der Schuld ist an Venedigs Münzverfall. Mög Ungarn fernerhin nicht Unbill leiden! Navarra, es verteidige getrost Die Bergesreihn, die es von Frankreich scheiden! Und Nicosia ist und Famagost, Vorläufig und als Angeld, sehr mit Fuge, Wie jeder zugibt, auf ihr Vieh erbost, Das mit dem andern geht in gleichem Zuge." Zwanzigster Gesang Wenn sie, die hell die ganze Welt verklärt, Von unsrer Hemisphär herabgeschwommen Und rings der Tag ersterbend sich verzeiht, Dann zeigt der Himmel, erst von ihr entglommen, Von ihr allein, viel Sterne rings im Rund, Die all ihr Licht von einem Licht entnommen. Dies wars, was jetzt vor meiner Seele stund, Als unsrer Welt und ihrer Herrscher Zeichen Stillschweigen ließ den benedeiten Mund. Denn alle Lichter, jene wonnereichen, Erglänzten mehr im Sang, an dessen Macht Nicht irdischer Erinnrung Schwingen reichen. O Lieb, umkleidet mit des Lächelns Pracht, Wie sah ich Glanz dich in die Funken gießen, Die heilger Sinn allein dort angefacht! Dann, als die Edelsteine, die mit süßen Lichtstrahlen hold das sechste Licht erhöhn, Die Engelsglocken wieder schweigen ließen, Schien mirs, es zeig in murmelndem Getön Ein Fluß, von Fels zu Felsen niederfallend, Wie reich sein Quell entstand auf Bergeshöhn. Und wie ein Ton, aus reiner Laute schallend, An ihrem Hals sich formt und wie der Wind Durchs Mundloch eindringt, die Schalmei durchhallend; So hatte jener Murmelton geschwind Sich bis zum Hals des Adlers aufgeschwungen Und drang, wie aus der Kehle, süß und lind Und ward zur Stimm, und, dort hervorgedrungen, Ward er gebildet zum erwünschten Wort, Und wohl behält mein Herz, was mir erklungen. "Den Teil in mir, der bei den Adlern dort Die Sonne sieht und trägt, schau an!" so hoben Die Wort itzt an und fuhren weiter fort: "Denn von den Feuern, die mein Bild gewoben, Stehn, die hier glänzen an des Auges Statt, In allen Würden vor den andern oben. Der, so den Platz des Augenapfels hat, Des Heilgen Geistes Sänger wars und brachte Die Bundeslade fort von Stadt zu Stadt. Wie der, der ihn begeistert, seiner achte Und seines Sangs, das kann er jetzo sehn, Da er dem Wert gleich die Belohnung machte. Von fünf, die um mein Aug als Braue stehn, Sieh nächst dem Schnabel den, der ehmals Weile Dem Heer gebot auf einer Witwe Flehn. Wie, wer nicht Christo folgt zu seinem Heile, Dies teuer büßt, das hat er nun erkannt In dieser Wonn und in dem Gegenteile. Der Nächst im Kreise, der mein Aug umspannt, Ist jener, der den Tod auf fünfzehn Jahre Durch wahre Reue von sich abgewandt. Jetzt sieht er ein, der Herr, der ewig Wahre, Bleib ewig wahr, obwohl sein Urteil sich Auf würdges Flehn von heut auf morgen spare. Der nachfolgt, führte das Gesetz und mich, Durch guten Sinn zu schlimmem Tun bewogen, Nach Griechenland, weil er dem Hirten wich. Jetzt sieht er, daß, vom Guten abgezogen, Das Übel, das in Trümmern euch begräbt, Ihm dennoch nichts von seiner Wonn entzogen. Sieh Wilhelm, wo der Bogen abwärts strebt, Ob dessen Tod des Landes Bürger weinen, Das weint, weil Karl und Friederich gelebt. Jetzt sieht er, Gott liebt zärtlich, als die Seinen, Gerechte Fürsten, und, in Glanz erhellt, Läßt er dies hier in frohem Blitz erscheinen. Wer glaubt es in der wahnbefangnen Welt, Daß Ripheus, den Trojaner, hier im Runde Des fünften Lichtes heilger Glanz enthält? Jetzt hat er wohl von Gottes Gnade Kunde Und siehet mehr, als eurer Welt sich zeigt, Dringt auch sein Blick nicht bis zum tiefsten Grunde." Wie in die Luft die kleine Lerche steigt, Erst singend flattert, aber dann, zufrieden, Vom letzten süßen Ton gesättigt, schweigt; So schien mir jenes Bild, durch das hienieden Des Höchsten ewger Wille zu uns spricht, Der jedem Ding das, was es ist, beschieden. Und barg ich auch den Zweifel minder dicht, Als Glas die Farbe, litt er doch mein Schweigen, Und längres Harren auf Verkündung nicht. Er zwang dies Wort, dem Munde zu entsteigen: "Was sah ich dort!" durch seines Dranges Macht, Denn Freudenfunkeln sah ich dort sich zeigen. Im Auge hellre Gluten angefacht, Sprach drauf der Adler, um mich aufzuregen, Den Staunen fesselte bei solcher Pracht: "Ich sah, du glaubest dies, doch nur deswegen, Weil ichs gesagt, und siehest nicht das Wie? Wie wir Verborgenes zu glauben pflegen, Wie man der Sache Namen lernt, doch sie Nicht kann nach ihrem Wesen unterscheiden, Wenn nicht ein anderer uns Licht verlieh. Das Reich der Himmel muß Gewalt erleiden, Wenn Kraft der Lieb und Hoffnung es bekriegt, Denn Gottes Wille wird besiegt von beiden; Nicht wie ein Mensch dem Stärkern unterliegt; Nein, er siegt, denn er will sich ja ergeben. Drob er, besiegt durch seine Güte, siegt. Du staunst beim ersten und beim fünften Leben In meiner Brau und nennst es wunderbar, Daß beide hier in hellem Glanze schweben. Als Christen, nicht als Heiden, starb dies Paar. Der glaubt ans Leiden, das schon eingetroffen, Der zweit an das, das noch zu dulden war. Der ist vom Höllenschlund, der nimmer offen Zur Rückkehr war, zum Leib zurückgekehrt, Und dies verdankt er nur lebendgem Hoffen; Lebendgem Hoffen, das von Gott begehrt, Ihn zu befreien aus des Todes Banden, Damit er lebe, wie das Wort gelehrt. Und die ruhmwürdge Seele kehrt erstanden Auf kurze Zeit zum Leib und glaubt an ihn, Des Allmacht auf ihr Flehn ihr beigestanden. Und fühlte, glaubend, sich so hell erglühn In wahrer Liebe, daß sie dieser Wonnen Bei ihrem zweiten Tode wert erschien. Der zweit, aus Gnade, die so tiefem Bronnen Entquollen ist, daß nie die Kreatur Die Quell erspähen kann, wo er begonnen, Weiht all sein Lieben einst dem Rechte nur, Drum hob ihn Gott empor zu Gnad und Gnaden Und zeigt ihm künftiger Erlösung Spur. Er glaubt an sie und schalt sodann, entladen Des Heidentums, von seinem Stanke frei, Die, so noch wandelten auf falschen Pfaden. Anstatt der Taufe standen ihm die drei, Die du am rechten Rad im Tanz gesehen, Wohl tausend Jahre vor der Taufe bei. O Gnadenwahl, wie tief verborgen stehen Doch deine Wurzeln jenem Blick, der nicht Vermag den Urgrund völlig zu erspähen! Kurz sei dein Urteil, Mensch, wie dein Gesicht, Da wir nicht all die Auserwählten wissen, Wir, die wir schaun in Gottes ewges Licht. Und süß ist uns auch das, was wir vermissen, Da daraus uns das höchste Heil entquillt, Daß dessen, was Gott will, auch wir beflissen." So reichte jenes gottgeliebte Bild, Der schwachen Sehkraft Stärkung zu bereiten, Mir Arzeneien, wundersüß und mild. Und wie mit lieblichem Geschwirr der Saiten Die guten Lautner guter Sänger Lied Zu größrer Süßigkeit des Sangs begleiten; So regt, indes der Adler mich beschied, Der benedeiten Lichter Paar, zusammen, Wie man die Augen blicken sieht, Bei seinem Wort die hellen Wonneflammen. Einundzwanzigster Gesang Schon heftet ich die Augen aufs Gesicht Der Herrin wieder, Augen und Gemüte, Und dachte drum an alles andre nicht. Sie lächelte mir nicht, doch sprach voll Güte: "Dafern ich lachte, würde dir geschehn Wie Semelen, als sie in Staub verglühte. Wenn meine Schönheit, die, wie du gesehn, Beim Steigen in dem ewigen Palaste Sich mehr entflammt, je mehr wir uns erhöhn, Sich deinem Blick nicht mäßigte, sie faßte Dich wie ein Blitz--du wärst von ihr erdrückt, Zerschmettert, gleich dem blitzgetroffnen Aste. Wir sind zum Glanz, dem siebenten, entrückt, Der vom Gebild des Himmelsleun umgeben, Aus seiner Glut den Strahl herniederzückt. Laß itzt den Geist, dem Blicke nach, sich heben; Und deinen Blick--mach itzt zum Spiegel ihn Fürs Bild, das kund wird dieser Spiegel geben." Wer wüßte, wie ihr Blick so selig schien, Wie er dem meinen ward zur süßen Weide, Als sie gebot, ihn wieder abzuzielen, Oh, der erkennt auch wohl, mit welcher Freude Ich dem gehorcht, was sie mir auferlegt, Denn Wonne hielt das Gleichgewicht dem Leide. In dem Kristall, das, um die Welt bewegt, Vom teuren Führer, unter dem entweichen Die Bosheit mußte, noch den Namen trägt, Erblickt ich einer Leiter schimmernd Zeichen, An Farbe gleich dem Gold, durchglänzt vom Strahl, Hoch, daß zur Höh nicht Menschenblicke reichen. Und auf den Sprossen stieg in solcher Zahl Die Schar der selgen Himmelslichter nieder, Als ström hier alles Licht mit einemmal. Und wie, nach ihrer Art, die Krähn, wenn wieder Der Tag beginnt, sich rasch bewegend ziehn. Um zu erwärmen ihr erstarrt Gefieder, Und die von dannen ohne Rückkehr fliehn, Die rückwärts fliegen, andre dann, im Bogen Dieselbe Stell umkreisend, dort verziehn; So sah ichs jetzt in jenem Glanze wogen, Der sich als Strom ergoß. Sobald die Flut Bis zu gewissen Stufen hergezogen. Und einer glänzte, der, uns nah, geruht, Drum wollte schon dies Wort der Lipp entsteigen: "Ich seh es wohl, du zeigst mir Liebesglut." Doch sie, die mir zum Sprechen und zum Schweigen Das Wie und Wann bestimmt, sie schwieg, und ich Tat wohl, nicht fragend meinen Wunsch zu zeigen. Doch sie erklärte wohl mein Schweigen sich, In ihm, der alles sieht, mich klar erschauend, Und sprach: "Still itzt den heißen Wunsch und sprichl" Und ich begann: "Nicht dem Verdienste trauend, Halt ich von dir mich einer Antwort wert; Ich frag, auf sie, die mirs gestattet, bauend, O selges Leben, das du schön verklärt Dich in der Freude birgst, aus welchem Grunde Hast du zu mir dich liebevoll gekehrt? Und sage mir, weswegen diesem Runde Die Paradiessymphonie gebricht, Die tiefer dort erklang im frommen Bunde?" Und er:"Dein Ohr ist schwach, wie dein Gesicht, Weshalb Beatrix nicht gelacht, deswegen Ertönt der Sang in diesem Kreise nicht. Ich kam von heilger Leiter dir entgegen, Um mit der Red und mit dem Licht, das mir Zum Kleide dient, dich freudig aufzuregen. Und nicht aus größrer Liebe bin ich hier; Nein, mehr und gleiche Liebe glüht in ihnen, Die dorten sind, und Schimmer zeigt sie dir. Doch höchste Liebe, die uns treibt, zu dienen Dem ewgen Rat, braucht, wen sie wählt, dabei, Wie dir in dem, was du gesehn erschienen." "Ich sehe," sprach ich, "daß die Liebe, frei, An diesem Hof den Schlüssen nachzugehen Der ewgen Vorsehung, genügend sei. Doch bleibt mir eins noch schwierig zu verstehen: Warum bist du von allen jenen dort Schon im voraus zu diesem Amt ersehen?" Noch war ich nicht gelangt zum letzten Wort, Da drehte sich, sich um sich selber schwingend, Das Licht im Kreis gleich einer Mühle fort. "Da jenes Licht, dem Urquell selbst entspringend," Antwortete die Liebe drin, "mir scheint, Das, welches mich in sich verschließt, durchdringend, Hebt seine Kraft, mit meinem Schaun vereint, Mich über mich, so daß in seinem Schimmer Das Ursein, das ihn ausströmt, mir erscheint. Und daher kommt mein freudiges Geflimmer, Denn wie des Blickes Klarheit sich vermehrt, Vermehrt sich auch der Flammen Klarheit immer. Doch der, der sich im reinsten Licht verklärt, Der Seraph selbst, der Gott am hellsten siebet, Genügt dir nicht in dem, was du begehrt. Denn in dem Abgrund ewgen Rats umziehet Das, was du fragtest, Nacht, die, nie erhellt, Es jeglichem geschaffnen Blick entziehet. Verkünde dies, zurückgekehrt, der Welt Und warne sie vor jenem stolzen Streben, Das so Erhabnes sich zum Ziele stellt. Der Geist, von Licht hier, dort von Rauch umgeben, Sucht, wie er kann, zum höchsten Ziel hinauf, Das er nicht sehn kann, dort den Blick zu heben." Dies trug das Wort des Seligen mir auf, Drum ließ ich demutsvoll von diesen Fragen Und fragte nur nach seinem Lebenslauf. "Zwischen Italiens beiden Küsten ragen Gebirge, Tuscien nah, so hoch empor, Daß unter ihren Höhn die Wolken jagen. In ihnen springt ein Bergeshöcker vor, Catria genannt, und drunter liegt die Öde, Die Gott zu seinem echten Dienst erkor." Also begann er seine dritte Rede Und fuhr dann fort: "Dort stärkt ich meine Kraft Im Dienste so, daß ich der Speisen jede Mit nichts mir würzt als mit Olivensaft; Dort hat Beschauung mir in vielen Jahren Bei Hitz und Frost Zufriedenheit verschafft. Fruchtbare Felder für den Himmel waren Im Klosterbann--jetzt wuchert Unkraut dort, Und wohl geziemt sichs, dies zu offenbaren. Pier Damian war ich an jenem Ort. (Petrus Peccator lebt in Unsrer Lieben Fraun heilgem Kloster an Ravennas Bord.) Nur wenig Leben war mir noch geblieben, Da rief, ja zog man mich zu jenem Hut, Der jetzt zu Schlimmen reizt und schlimmem Trieben. Petrus war mager einst und unbeschuht, Paulus ging so einher in jenen Tagen Und fand die Kost in jeder Hütte gut. Die neuen Hirten, feist, voll Wohlbehagen, Sieht man gestützt, geführt und schwerbewegt, Und hinten läßt man gar die Schleppe tragen. Wenn übers Prachtroß sich ihr Mantel schlägt, Sind zwei Stück Vieh in einer Haut beisammen. O göttliche Geduld, die viel erträgt!"-- Hier stiegen von der Leiter viele Flammen Und kreisten dort, so daß sie mehr und mehr Bei jedem Kreis in schönem Lichte schwammen. Sie stellten sich um jenen Schimmer her, Mit einem Rufe von so lautem Schalle, Daß nichts auf Erden tönt so laut und schwer. Doch nichts verstand ich in dem Donnerhalle. Zweiundzwanzigster Gesang Ich kehrte mich, vom Staunen überwunden, Zu meiner Führerin, gleich einem Kind, Das Hilfe sucht, wos immer sie gefunden. Sie sprach, der Mutter gleich, die sich geschwind Zum Knaben kehrt, der atemlos, beklommen In ihrer Stimme frischen Mut gewinnt: "Bedenks, dich hat der Himmel aufgenommen, Wo alles heilig ist, wo heißem Drang Gerechten Eifers, was geschieht. entglommen. Wie dich mein Lächeln, wie dich der Gesang Verwandelt hätten, wirst du jetzt verstehen, Da jener Ruf dich so mit Graus durchdrang. Verstündest du das drin enthaltne Flehen, So wäre dir die Rache schon erklärt, Die du noch wirst vor deinem Tode sehen. Von droben fällt zu frühe nicht das Schwert, Und nicht zu spät, wies dem scheint, der mit Grauen Es harrend fürchtet oder es begehrt. Jetzt blicke nur auf andres mit Vertrauen, Sieh dortenhin; du wirst in großer Zahl Dort hochberühmte selge Geister chauen." Ich sah, den Blick gewandt, wie sie befahl, Wohl hundert Kreise, welche Funken Sprühten, Verschönert von dem gegenseitgen Strahl. Wie auch in mir der Sehnsucht Stacheln glühten, Doch wagt ich keine Frag und hieß sie ruhn, Um vor zu großer Kühnheit mich zu hüten. Die größte, hellste Perle nahte nun, Um jenem Wunsch, den sie in mir ergründet, Mit süßem Liebeswort genugzutun. "Wenn du die Liebe sähst, die uns entzündet," So sprach die Stimme jetzt aus jenem Licht, "Du hättest, was du denkst, mir frei verkündet. Doch horch, auf daß du, harrend, später nicht Zum hohen Ziel gelangest, und ich deute Dir, was zu fragen dir der Mut gebricht. Des Berges Höh, an dessen Abhang heute Cassino liegt, war einst Versammlungsort Für viel Betrüger und betrogne Leute. Der erste, nannt ich dessen Namen dort, Der jene Wahrheit, die uns hoch erhoben, Der Erde bracht in seinem heilgen Wort. Und solche Gnade glänzt auf mich von oben, Daß ich das Land umher vom Dienst befreit, Der mit verruchtem Trug die Welt umwoben. Wer hier glänzt, lebt einst in Beschaulichkeit, Und keiner ließ in sich die Flamm erkalten, Die Blüten treibt und heilge Frucht verleiht. Sieh des Maccar, des Romuald Lichtgestalten, Sieh meine Brüder, die im Klosterbann Den Fuß gehemmt und fest das Herz gehalten." "Dein liebevolles Wort", so hob ich an, "Und diese Freundlichkeit, die es begleitet, Die ich an jedem Glanz bemerken kann, Sie haben also mein Vertraun erweitet, Wie Sonnenschein die Rose, welche sich, Soweit sie kann, erschließet und verbreitet. Und, so vertrauend, Vater, bitt ich dich, Dich meinen Blicken unverhüllt zu zeigen, Ist solche Gnade nicht zu groß für mich." "Wenn so hoch", sprach er, "deine Wünsche steigen, Beut dir der letzte Kreis Erfüllung dar. Durch sie wird jeder Wunsch, auch meiner, schweigen. Dort wird vollkommen, reif und ganz und wahr, Was nur das Herz ersehnt--und dort nur findet Sich jeder Teil da, wo er ewig war, Weil jener Kreis sich nicht im Raum befindet; Doch unsrer Leiter Höh erreichet ihn, Daher sie also deinem Blicke schwindet. Als sie dem Jakob einst im Traum erschien, Sah er die Spitze bis zum Himmel streben Und drauf die Engel auf und nieder ziehn. Jetzt mag man nicht den Fuß vom Boden heben, Um sie zu steigen, und bei Schreiberein Bleibt an der Erde träg mein Orden kleben. Denn Räuberhöhlen sind, was einst Abtein, Und ihrer Mönche weiße Kutten pflegen Nur Säcke, voll von dumpfgem Mehl, zu sein. Kein Wucher ist so sehr dem Herrn entgegen Als jene Frucht, auf die die Mönch erpicht, Drob sie im Herzen solche Torheit hegen. Das, was die Kirche wahrt, gehört nach Pflicht Den Armen nur zur Lindrung der Beschwerden, Nicht Vettern, noch auch schlechterem Gezücht. Schwach ist des Menschen Fleisch, so, daß auf Erden Ein guter Urspung nicht genügen kann, Bis Eichensprossen Eichenbäume werden. Petrus fing ohne Gold und Silber an, Und ich begann mit Fasten und mit Flehen, Franz seinen Orden als ein niedrer Mann. Willst du nach eines jeden Ursprung spähen, Dann sehn, wie ihn verführt der Übermut, So wirst du Schwarzes statt des Weißen sehen. Traun! daß sich aufgetürmt des Jordans Flut Auf Gottes Wink, ist wunderbar zu finden, Mehr als die Hilfe, die euch nötig tut." Sprachs, um mit seiner Schar sich zu verbinden; Zusammen drängte sich die Schar und fuhr Vereint empor, gleich schnellen Wirbelwinden. Und ihnen nach, mit einem Winke nur, Trieb mich die Herrin aufwärts jene Stiegen; So zwang jetzt ihre Kraft mir die Natur. Hienieden, wo bald sinkt, was erst gestiegen, Gibt die Natur nie solche Schnelligkeit, Daß sie vergleichbar ist mit meinem Fliegen. So wahr ich, Leser, zu der Herrlichkeit Einst kehren will, für die ich oft in Zähren Den Busen Schlag in Reu und tiefem Leid; Du kannst ins Feur den Finger tun und kehren So schnell nicht, als ich war im Sterngebild, Das nach dem Stier durchrollt die Himmelssphären. O edle Sterne, kraftgeschwängert Bild, Dem das, was ich an Geist und Witz empfangen, Seis wenig oder sei es viel, entquillt, In euch ist auf-, in euch ist untergangen Die Mutter dessen, was auf Erden lebt, Als mich zuerst Toskanas Luft umfangen. Als ich zum hohen Kreis, in dem ihr schwebt, Geführt von reicher Gnad, emporgeflogen, Da ward zuteil mir, daß ich euch erstrebt. Fromm seufz ich jetzt zu euch, seid mir gewogen! Wollt Kraft zum schweren Pfade mir verleihn, Der meine Seele ganz an sich gezogen, "Zum letzten Heile führ ich bald dich ein," Sie sprachs, die mich zu diesen Höhen brachte, "Und scharf und klar muß itzt dein Auge sein. Darum, bevor du tiefer dringst, betrachte Was unten liegt, und sieh, wie viele Welt Ich unter deinem Fuß schon liegen machte. Damit dein Herz, soviel es kann, erhellt, Bereit sei, vor den Siegern zu erscheinen, Die fröhlich sich in diesem Kreis gesellt." Durch alle sieben Sphären warf ich meinen Blick nun zurück und sah dies Erdenrund, So daß ich lächelt ob des niedern, kleinen. Und jener Rat beruht auf gutem Grund, Denn die dies Rund verschmähn in höherm Streben, Nur ihnen wird die echte Weisheit kund. Ich sah in Glut Latonas Tochter schweben, Von jenem Schatten frei, der mir zum Wahn Vom Dünnen und vom Dichten Grund gegeben. Dich, strahlenreicher Sohn Hvperions, sahn Jetzt meine Blicke fest und ungeblendet, Und um dich Majas und Diones Bahn. Dich sah ich, Zeus, der mäßgen Schimmer spendet, Zwischen Saturn und Mars, auch ward mir klar, Wie seinen Wechsellauf ein jeder wendet. Wie groß die sieben sind, ward offenbar, Wie schnell sie sind, den Weltenraum durchreisend, Auch stellte mir sich ihre Ferne dar. Und mit dem ewgen Zwillingspaare kreisend, Sah ich die Scheibe, die so stolz uns macht, Mir Land und Meer und Berg und Täler weisend. Dann kehrt ich mich zu ihrer Augen Pracht. Dreiundzwanzigster Gesang Gleichwie der Vogel, der, vom Laub geborgen, Im Nest bei seinen Jungen süß geruht, Indes die Nacht die Dinge rings verborgen, Um zu erschauen die geliebte Brut Und ihr zu bringen die willkommne Speise, Um die bemüht, er selbst sich gütlich tut, Noch vor der Zeit, sobald am Himmelskreise Aurora nur erschien, in Lieb entbrannt, Der Sonn entgegenschaut vom offnen Reife; So, aufmerksam, das Haupt erhebend, stand Die Herrin, nach dem Teil der Himmelsauen, Wo minder eilig Sol sich zeigt, gewandt. Ich konnte harrend sie und sehnend schauen, Und war gleich dem, der anderes begehrt, Doch freudig ist in Hoffnung und Vertrauen. Und bald ward Schaun für Hoffen mir gewährt, Denn fort und fort sah ich den Glanz sich mehren Und sah den Himmel mehr und mehr verklärt. Beatrix sprach: "Sieh in den selgen Heeren Christi Triumph und sieh geerntet hier Die ganze Frucht des Rollens dieser Sphären!" Als reine Glut erschien ihr Antlitz mir, Als reine Wonn ihr Blick--und nimmer brächten Die Wort hervor ein würdig Bild von ihr. Wie in des Vollmonds ungetrübten Nächten Luna inmitten ewger Nymphen lacht, Die das Gewölb des Himmels rings durchflechten; So über tausend Leuchten stand in Pracht Die Sonne, so die Gluten all erzeugte, Wie unsre mit den Himmelsaugen macht. Und, glänzend durch lebendgen Schimmer, zeigte Der Lichtstoff sich, in solcher Herrlichkeit Mir im Gesicht, daß es, besiegt, sich neigte. O Herrin! teures, himmlisches Geleit!-- Sie sprach zu mir: "Was hier dich überwunden, Ist Kraft, vor der nichts Hilf und Schutz verleiht. Hier ists, wo Weisheit sich und Macht verbunden; Sie machten zwischen Erd und Himmel Bahn, Nach welcher Sehnsucht längst die Welt empfunden." Wie wenn der Wolken Schoß sich aufgetan, Die Feuer sich, sie sprengend, niedersenken Und gegen ihren Trieb der Erde nahn; So rang mein Geist, von diesen Himmelstränken Gestärkt, vergrößert, aus sich selber sich, Doch, wie ihm ward, wie könnt er des gedenken? "Sieh auf, und wie ich bin, erschaue mich! Durch das Erschaute hast du Kraft empfangen, Und nicht vernichtet mehr mein Lächeln dich." Ich war, wie einer, dem sein Traum entgangen," Und der, vom dunklen Umriß nur betört, Umsonst sich müht, die Bilder zu erlangen, Als ich dies Wort, so wert des Danks, gehört, Daß in dem Buch, das den vergangnen Dingen Gewidmet ist, es keine Zeit zerstört. Und möchten mit mir alle Zungen singen, Die von der hohen Pierinnen Schar Die reinste Milch zum Labetrunk empfingen, Doch stellt ichs nicht zum Tausendteile dar, Wie hold ihr heilges Lächeln, wie entzündet In lauterm Glanz ishr heilges Wesen war. Und so, das Paradieses Lust verkündet, Muß jetzo springen mein geweiht Gedicht, Gleich dem, der seinen Weg durchschnitten findet. Doch wer bedenkt des Gegenstands Gewicht, Und daß es schwache Menschenschultern tragen, Der schilt mich, wenn ich drunter zittre, nicht. Durch Wogen, die mein kühnes Fahrzeug schlagen, Darf sich kein Schiffer, scheu vor Not und Mühn, Darf sich kein kleiner schwanker Nachen wagen. "Was macht mein Blick dich so in Lieb entglühn, 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599 600 601 602 603 604 605 606 607 608 609 610 611 612 613 614 615 616 617 618 619 620 621 622 623 624 625 626 627 628 629 630 631 632 633 634 635 636 637 638 639 640 641 642 643 644 645 646 647 648 649 650 651 652 653 654 655 656 657 658 659 660 661 662 663 664 665 666 667 668 669 670 671 672 673 674 675 676 677 678 679 680 681 682 683 684 685 686 687 688 689 690 691 692 693 694 695 696 697 698 699 700 701 702 703 704 705 706 707 708 709 710 711 712 713 714 715 716 717 718 719 720 721 722 723 724 725 726 727 728 729 730 731 732 733 734 735 736 737 738 739 740 741 742 743 744 745 746 747 748 749 750 751 752 753 754 755 756 757 758 759 760 761 762 763 764 765 766 767 768 769 770 771 772 773 774 775 776 777 778 779 780 781 782 783 784 785 786 787 788 789 790 791 792 793 794 795 796 797 798 799 800 801 802 803 804 805 806 807 808 809 810 811 812 813 814 815 816 817 818 819 820 821 822 823 824 825 826 827 828 829 830 831 832 833 834 835 836 837 838 839 840 841 842 843 844 845 846 847 848 849 850 851 852 853 854 855 856 857 858 859 860 861 862 863 864 865 866 867 868 869 870 871 872 873 874 875 876 877 878 879 880 881 882 883 884 885 886 887 888 889 890 891 892 893 894 895 896 897 898 899 900 901 902 903 904 905 906 907 908 909 910 911 912 913 914 915 916 917 918 919 920 921 922 923 924 925 926 927 928 929 930 931 932 933 934 935 936 937 938 939 940 941 942 943 944 945 946 947 948 949 950 951 952 953 954 955 956 957 958 959 960 961 962 963 964 965 966 967 968 969 970 971 972 973 974 975 976 977 978 979 980 981 982 983 984 985 986 987 988 989 990 991 992 993 994 995 996 997 998 999 1000