Doch ein Gesicht erschien, und so gespannt Hielt ich den Blick darauf, ums zu gewahren, Daß mein Geständnis der Erinnrung schwand. Und wie von Gläsern, von durchsichtgen, klaren, Von Weihern, welche seicht, doch still und rein, Den Boden unverdunkelt offenbaren, Ein Antlitz widerstrahlt, so schwach und fein, Daß man erkennen würd in größrer Schnelle Auf weißer Stirn der Perle bleichen Schein; So sah ich manch Gesicht an jener Stelle Und war im Gegensatz des Wahns, durch den Einst Lieb entflammt ward zwischen Mann und Quelle. Denn plötzlich glaubt ich, wie ich sie ersehn, Es wären Spiegelbilder, und bemühte Mich, ringsumher ihr Urbild zu erspähn. Doch sah ich nichts, und, zweifelnd im Gemüte, Schaut ich ins Licht der süßen Führerin, Die lächelnd in den heilgen Augen glühte. Und sie begann: "Nicht staun in deinem Sinn. Belacht ich deine kindischen Gedanken. Noch gehst du auf der Wahrheit strauchelnd hin, Um, wie du pflegst, dem Wahne zuzuwanken. Wirkliche Wesen zeigt dir dies Gesicht, Die, untreu dem Gelübd, in Schuld versanken. Sprich, hör und glaube; denn das wahre Licht, Das sie beseligt, wird es nie gestatten, Daß ihm zu folgen sich ihr Fuß entbricht. Ich wandte mich und sprach zu einem Schatten, Der sprechenslustig schien, schnell, als ein Mann, Den längst gequält der Neugier Stacheln hatten: "O Seele, die das ewge Licht gewann, Die selig hier die Süßigkeiten machten, Die nur, wer sie geschmeckt, begreifen kann, O sei jetzt freundlich mir. Mein ganzes Trachten Ist ja dein Nam und euer Los. Drum sprich!"-- Und sie, bereit, mit Augen, welche lachten, Sprach: "Unsre Lieb erschließt sich williglich Gerechtem Wunsch, gleich der, der Liebe Bronnen, Die ihr Gefolg gebildet will nach sich. Dort auf der Welt gehört ich zu den Nonnen, Doch wende nur mir die Erinnrung zu, Und durch die höhre Schönheit, höhern Wonnen, Daß ich Piccarda bin, erkennest du, Mit diesen allen, die sich selig nennen, Zum trägsten Kreis versetzt in Wonn und Ruh. All unsre Triebe, die allein entbrennen In Lust des Heilgen Geists, sind hoch ergetzt, Weil sie in seiner Weihe sich erkennen. Dies Los, von dir vielleicht geringgeschätzt, Ward uns zuteile, weil wir dort auf Erden Verabsäumt die Gelübd und sie verletzt." Drauf ich: "Euch glänzt in Antlitz und Gebärden, Ich weiß nicht was, von Gottheit, wunderbar, Und läßt die ersten Züg unkenntlich werden, Drob ich so säumig im Erkennen war, Jetzt hilft mir, was du sprichst, dem Auge trauen Und stellt mir deutlicher dein Bildnis dar. Doch sprich: Ihr, glücklich hier in diesen Auen, Zieht euch nach höherm Ort nicht die Begier, Um mehr euch zu befreunden, mehr zu schauen?" Ein wenig lächelten die Schatten hier, Denn, als ob sie in erster Liebe glühte, Erwiderte sie froh und wonnig mir: "Bruder, hier stillt die Kraft der Lieb und Güte Jedweden Wunsch, und völlig gnügt uns dies, Und nicht nach anderm dürstet das Gemüte. Denn wenn es höherm Wunsch sich überließ, So würd es ja dem Willen widerstehen, Der uns in diesen niedern Kreis verwies. Dies kann in diesen Sphären nicht geschehen; Lieb ist das Band des ewigen Vereins, Mit der nicht Kampf noch Widerstand bestehen. Vielmehr ists Wesen dieses selgen Seins, Nur in dem Willen Gottes hinzuwallen, Drum schmilzt hier aller Wunsch und Trieb in eins. Und, wie wir sind von Grad zu Grad, muß allen Wie ihm, des Will allein nach seiner Spur Den unsern lenkt, dies ganze Reich gefallen. Und unser Frieden ist sein Wille nur, Dies Meer, wohin sich alles muß bewegen, Was er schafft, was hervorbringt die Natur."-- Nun sah ich: Paradies ist allerwegen Wo Himmel ist, strömt auch von oben her Vom höchsten Gut nicht gleich der Gnade Regen.-- Wie bei verschiednen Speisen man nicht mehr Von dieser will und sich nach jener wendet, Für diese dankt und noch verlangt von der, So ich mit Wink und Wort, als sie geendet, Um zu erfahren, was sie dort gewebt, Allein verlassen, ehe sies vollendet. "Vollkommnes Leben und Verdienst erhebt Ein Weib", so sprach sie, "zu den höhern Kreisen, In deren Tracht und Schleier manche strebt, In Schlaf und Wachen treu sich zu erweisen Dem Bräutigam, dem jeder Schwur gefällt, Den reine Liebestrieb ihm schwören heißen. Ihr nachzufolgen floh ich jung die Welt, Weiht ihrem Orden mich und war beflissen, Dem gnugzutun, was sein Gesetz enthält. Doch Menschen, ruchlos mehr, als gut, entrissen Gewaltsam dem Verlies, dem süßen, mich Wie drauf mein Leben war--Gott wird es wissen-- Der andre Glanz, der mir zur Rechten dich So freudig hell bestrahlt, denn er entzündet In unsrer Sphäre ganzem Schimmer sich, Versteht von sich, was ich von mir verkündet. Denn man entriß, wie meinem, ihrem Haupt Den Schleier, der der Nonnen Stirn umwindet. Doch, ob man Rückkehr ihr zur Welt erlaubt, Blieb doch ihr Herz bekrönt mit jenem Kranze, Den ihrer Stirn verruchte Tat geraubt. Sie ist das Licht der trefflichen Konstanze, Die mit dem zweiten Sturm aus Schwabenland Den dritten zeugt, umstrahlt vom letzten Glanze." Piccarda sprachs, mir heiter zugewandt, Und fing ein Ave an, indem sie singend, Wie Schweres in der tiefen Flut, verschwand. Mein Blick, ihr nach, soweit er konnte, dringend, Erhob sich dann, sobald er sie verlor, Nach einem Ziele größern Sehnens ringend, Zu Beatricens Antlitz ganz empor, Doch als ihr Aug, ein Blitz, in meins geschlagen, So daß zuerst es niedersank davor, Da macht es zögern mich mit weitern Fragen. Vierter Gesang Zwischen zwei Speisen, gleich entfernt und lockend, Ging hungrig wohl ein freier Mann zugrund, Nicht von der einen noch der andern brockend. So stund ein Lämmchen zwischen Schlund und Schlund Von zweien Wölfen fest, in gleichem Zagen, So stund auch zwischen zweien Rehn ein Hund. So ließ verschiedner Zweifel mich nicht fragen. Ich schwieg nur, weil ich mußt, und kann davon Drum weder Gutes jetzt noch Böses sagen. Ich schwieg, doch ward mein Wunsch vom Antlitz schon Klar ausgedrückt und deutlicher vernommen, Als hätt ich ihn erklärt mit klarem Ton. Beatrix tat wie Daniel, als entglommen Nebukadnezar war in blinder Wut, Die des Propheten Deutung ihm benommen. "Daß dich zwei Wünsche drängen, seh ich gut," Begann sie, "die dich fesseln. So daß keiner Von beiden sich nun kund nach außen tut. Du fragst: Bleibt unser Will ein guter, reiner, Wie macht Gewalttat andrer dann den Wert Und wie den Umfang des Verdienstes kleiner? Hiernächst auch zweifelst du, weil Plato lehrt, Daß, wies ihm scheint, zu ihrem Sternenkreise Die Seele von der Erde wiederkehrt. Die beiden Zweifel drängen gleicherweise Auf deinen Willen ein, daher ich Ietzt Der schlimmern Meinung Falschheit erst beweise. Der Seraph, den der reinste Schimmer letzt, Moses und Samuel--die je heilig waren, Ja, selbst Marien nenn ich dir zuletzt, Sind nicht in anderm Himmel als die Scharen Der selgen Geister, die du jetzt gesehn, Sind reicher nicht und ärmer nicht an Jahren. Die erste Sphäre machen alle schön, Doch ist verschiedner Art ihr süßes Leben, Wie mehr und minder Gottes Hauche wehn. Sie zeigten hier sich, nicht, weil ihnen eben Der Kreis zuteil ward, nein, weil dies beweist, Daß sie zum Höchsten minder sich erheben. So sprechen muß man ja zu eurem Geist, Den nur die Sinne zu dem allen leiten. Was die Vernunft sodann ihr eigen heißt. Drum läßt sich auch zu euren Fähigkeiten Die Schrift herab, wenn sie von Gott euch spricht, Von Hand und Fuß, um andres anzudeuten. Die Kirche zeigt mit menschlichem Gesicht Gabriel und Michael und Raphaelen, Der neu geklärt Tobias Augenlicht. Doch des Timäus Lehre von den Seelen Ist andrer Art. Er glaubt auch, was er lehrt, Und scheint darin kein Sinnbild zu verhehlen. Daß sich zu ihrem Stern die Seele kehrt, Er sprichts und glaubt, daß sie von dort gekommen, Als die Natur sie uns zur Form gewährt. Allein wird dies nicht wörtlich angenommen, So kann er doch vielleicht mit dem Beweis Dem Ziel der Wahrheit ziemlich nahekommen, Dafern er meinte, daß aus jedem Kreis Das Gut und Böse stamm, und deshalb lehrte, Dem kehre Schimpf zurück und jenem Preis. Und dieser schlechtverstandne Satz verkehrte Fast alle Welt, so daß in Sternen man Den Mars, Merkur und Jupiter verehrte.-- Der andre Zweifel, welcher dich umspann, Hat mindres Gift, indem er nicht entrücken Dich meinem Pfad durch seine Schlingen kann. Denn scheint auch ungerecht den Menschenblicken Unsre Gerechtigkeit, nun, so beweist Dies Glauben nur, nicht ketzerische Tücken. Allein wohl fähig ist des Menschen Geist, In diese Wahrheit tiefer einzudringen, Drum will ich jetzt, daß du befriedigt seist. Ist das Gewalt, wenn jenen, welche zwingen, Der, welcher leidet, nie sich willig zeigt, So kann sie jenen nicht Entschuldgung bringen. Denn Wille, der nicht will, bleibt ungebeugt, Wie Feuer, mag der Sturmwind tosend Schwellen, Oft hingeweht, neu in die Höhe steigt. Der Wille wird zu der Gewalt Gesellen, Wenn er sich beugt; drum fehlte jenes Paar Rückkehren könnend zu den heilgen Zellen. Blieb jener Nonnen Will unwandelbar, Wie auf dem Rost Laurentius geblieben, Wie Scävola, der streng der Rechten war, So hätt er sie, befreit, zurückgetrieben Denselben Pfad, auf dem man sie entführt; Doch selten sind, die solchen Willen lieben. Noch hättest du den Zweifel oft gespürt, Der jetzt gewiß vor meinem Wort geschwunden, Wenn du wohl aufgemerkt, wie sichs gebührt. Doch hält ein andrer schon dein Aug umwunden, Und gänzlich schwände deine Kraft dahin, Eh du dich Selbst aus ihm herausgefunden. Ich legt es als gewiß in deinen Sinn, Die Seele, die der ersten Wahrheit Pforten Stets nahe bleibt, sei niemals Lügnerin. Doch nun erfuhrst du durch Piccarda dorten, Daß ihren Schleir Konstanze nie vergaß, Und dies scheint Widerspruch mit meinen Worten. Oft, Bruder, die Gefahr zu fliehn, geschahs, Daß sich ein Mensch, auch wider Willen, dessen, Was nimmer sich zu tun geziemt, vermaß. So hat Alkmäon, welcher sich vermessen Des Muttermords, weil ihn sein Vater bat, Die Sohnespflicht aus Sohnespflicht vergessen. Daraus erkennst du diese Wahrheit: hat Der Wille sich vermischt dem äußern Drange, So liegt in ihm die Schuld der bösen Tat. Der unbedingte Wille trotzt dem Zwange, Doch stimmt insofern bei, als der Gefahr Er zagend weicht, vor größerm Schaden bange. Piccarda sprach, dies siehst du jetzo klar, Vom unbedingten Willen nur zum Guten, Vom zweiten Ich, und beider Wort ist wahr." So war das Wogen jener heilgen Fluten Dem Quell entströmt, dem Wahrheit nur entquillt, Daß süß befriedigt meine Wünsche ruhten. "Liebste des ersten Liebenden, o Bild Der Gottheit," rief ich, "deren Rede regnet, Erwärmt und mehr und mehr belebt und stillt. Oh, war mit Inbrunst doch mein Herz gesegnet Zum Dank, der gnügte deiner Huld--doch dir Sei nur von ihm, der sieht und kann, entgegnet. Nie sättigt sich der Geist, dies seh ich hier, Als in der Wahrheit Glanz, dem Quell des Lebens, Die uns als Wahn zeigt alles außer ihr. Doch fand er sie, dann ruht die Qual des Strebens, Und finden kann er sie, sonst wäre ja Jedweder Wunsch der Menschenbrust vergebens. Dann läßt der Geist, wenn er die Wahrheit sah, An ihrem Fuß den Zweifel Wurzel schlagen Und treibt von Höhn zu Höhn dem Höchsten nah. Dies ladet nun mich ein, dies heißt mich wagen, Nach einer andern dunkeln Wahrheit jetzt Voll Ehrfurcht, hohe Herrin, Euch zu fragen. Kann wohl der Mensch, der ein Gelübd verletzt, Durch andres gutes Werk dies so vergüten, Daß Ihrs, nach Eurer Wag, als gnügend schätzt? Sie sah mich an, und Liebesfunken sprühten Aus ihrem Aug so göttlich klar hervor, Daß ich, besiegt, sobald sie mir erglühten, Gesenkten Blicks mich selber fast verlor. Fünfter Gesang "Wenn ich in Liebesglut dir flammend funkle, Mehr, als es je ein irdisch Auge sieht, So, daß ich deines Auges Licht verdunkle, Nicht staune drum--es macht, daß dies geschieht, Vollkommnes Schauen, welches, wies ergründet, In dem Ergründeten uns weiterzieht. Schon glänzt, ich sehs in deinem Blick verkündet. In deinem Geist ein Schein vom ewgen Licht, Das, kaum gesehen, Liebe stets entzündet. Und liebt ihr, weil euch andrer Reiz besticht, So ists, weil, unerkannt, vom Licht, dem wahren, Ein Strahl herein auf das Geliebte bricht. Ob andrer Dienst, dies willst du jetzt erfahren, Gebrochenes Gelübd ersetzen kann, Um vor dem Vorwurf euer Herz zu wahren." So fing ihr heilges Wort Beatrix an Und setzte dann, die Rede zu vollenden, Ununterbrochen fort, was sie begann. "Die größte Gab aus Gottes Vaterhänden Und seiner reichen Güte klarste Spur, Von ihm geschätzt als höchste seiner Spenden, Ist Willensfreiheit, so die Kreatur, Der er Vernunft verlieh, von ihm bekommen, Von diesen jede, doch auch diese nur. Hieraus ersieh den hohen Wert des frommen Gelübdes, wenn es so beschaffen ist, Daß Gott, was du geboten, angenommen. Denn, wer mit Gott Vertrag schließt, der vermißt Sich, diesen Schatz zum Opfer darzubringen, Mit dessen Werte sich kein andrer mißt. Wie kann drum je hier ein Ersatz gelingen? Brauchst du auch wohl, was du geopfert hast, So ists nur Wohltat mit gestohlnen Dingen. Du hast das Wichtigste nun aufgefaßt, Doch weil die Kirche vom Gelübd entbindet, So zweifelst du an meiner Wahrheit fast. Drum bleib am Tisch ein wenig noch. Hier findet, Ob du auch Unverdauliches gespeist, Das Mittel sich, vor dem der Schmerz verschwindet. Dem, was ich sag, erschließe deinen Geist, Denn Hören gibt nicht Weisheit, nein, Behalten; Behalt es drum, damit du weise seist. In diesem Opfer sind zwei Ding enthalten; Das erste: des Gelübdes Gegenst and-- Das zweite: der Vertrag, es treu zu halten. Der letztere hat ewigen Bestand, Bis er erfüllt ist, und wie er zu achten, Dies macht ich oben dir genau bekannt. Drum mußten die Hebräer Opfer schlachten, Obwohl für das Gelobte dann und wann Sie, wie du wissen mußt, ein andres brachten. Der Gegenstand kann also sein, daß man, Auch ohne Reu und Vorwurf zu empfinden, Mit einem andern ihn vertauschen kann. Nur mag sich dessen niemand unterwinden Nach eigner Wahl, wenn ihn der ersten Last Der gelb und weiße Schlüssel nicht entbinden. Und jeder Tausch der Bürd ist Gott verhaßt, Wenn, die wir nehmen, die wir von uns legen, Nicht wie die Sechs die Vier, voll in sich faßt. Drum, ziehet das, was man gelobt, beim Wägen Jedwede Wag herab durch sein Gewicht, So gibts auch nirgendwo Ersatz dagegen. Scherzt, Sterbliche, mit dem Gelübde nicht. Seid treu, doch seht euch vor; denn schwer beklagen Wirds jeder, der, wie Jephtha, blind verspricht. Ihm ziemt es besser: Ich tat schlimm! zu sagen, Als, haltend, schlimmer tun--und gleiche Scham Sah man davon den Griechenfeldherrn tragen; Drob Iphigenia weint in bitterm Gram Und um sich weinen Weis und Toren machte, Ja, jeden, der von solchem Dienst vernahm. Sei nicht leichtgläubig, Christenvolk, und trachte, Nicht wie der Flaum im Windeshauch zu sein; Daß dich nicht jedes Wasser wäscht, beachtet Das Alt und Neue Testament ist dein, Der Kirche Hirt ist Führer ihren Söhnen, Und dieses gnügt zu eurem Heil allein. Und reizt euch jemand, schlechtem Trieb zu frönen, Nicht Schafe seid ihr, eurer unbewußt, Drum laßt vom Nachbar Juden euch nicht höhnen. Tut nicht dem Lamm gleich, das der Mutter Brust Aus Einfalt läßt und, dumm und geil, vergebens Nur mit sich selber kämpft nach seiner Lust." Beatrix sprachs und wandte, regen Strebens, Ganz Sehnen, ihren Blick zum hellem Licht, Empor zur schönen Welt des höhern Lebens. Ihr Schweigen, ihr verwandelt Angesicht Geboten dem begiergen Geiste Schweigen Und ließen mich zu neuen Fragen nicht. Und schnell, wie sich beschwingte Pfeile zeigen, Ins Ziel einbohrend, eh die Sehne ruht, So eilten wir, zum zweiten Reich zu steigen. Die Herrin sah ich so in frohem Mut, Da uns der Flug zum neuen Glänze brachte, Daß heller ward des Sternes Licht und Glut. Wenn der Planet nun, sich verwandelnd, lachte, Wie ward wohl mir, mir, den verwandelbar Schon die Natur auf alle Weisen machte? Gleichwie im Teich, der ruhig ist und klar, Wenn das, wovon die Fischlein sich ernähren, Von außen kommt, her eilt die muntre Schar, So sah ich hier zu uns sich Strahlen kehren Wohl Tausende, von welchen jeder sprach: "Seht, der da kommt, wird unser Lieben mehren!" Und wie sie uns sich nahten nach und nach, Da sah ich süßer Wonne voll die Seelen, Im Glanz, der hell hervor aus jeder brach. Bedenke, Leser, wollt ich dir verhehlen, Was ich noch sah, und schweigend von dir gehn, Wie würde dich der Durst nach Wissen quälen? Du wirst daraus wohl durch dich selbst verstehn, Wie ich ihr Los mich sehnte zu erfahren, Sobald mein Aug in ihren Glanz gesehn. "Begnadigter, dem hier sich offenbaren Des ewigen Triumphes Thron, eh dort Du noch verlassen hast der Krieger Scharen, Wir sind entglüht vom Licht, das fort und fort Den Himmel füllt--drum, wünschest du Erklärung, So sättige nach Wunsch dich unser Wort." Ein frommer Geist verhieß mir so Gewährung, Beatrix drauf: "Sprich, sprich und glaub ihm fest, So fest, als war es göttliche Belehrung." "Ich sehe, würdger Geist, du hast dein Nest Im eignen Licht, das, wie du lächelst, immer Mit hellerm Glanz dein Auge strahlen läßt, Doch wer bist du? Was ward der schwache Flimmer Der niedern Sphäre dir zum Sitz gewährt, Die uns umschleiert wird durch fremden Schimmer?" So sprach ich, jenem Lichte zugekehrt, Das erst gesprochen hatt, und sahs in Wogen Von Strahlen drum weit mehr als erst verklärt. Denn gleichwie Sol, von dichtem, Dunst umzogen, In zu gewaltgen Glanz sich selber hüllt, Wenn Glut der Nebel Schleier weggesogen, So barg sich jetzt, von größrer Lust erfüllt, Die heilige Gestalt im Strahlenringe, Und sie entgegnete mir, so verhüllt, Das, was ich bald im nächsten Sange singe. Sechster Gesang "Nachdem der Kaiser Konstantin, entgegen Der Himmelsbahn, gewendet jenen Aar, Der einst ihr folgt auf des Äneas Wegen, Da sah man mehr als schon zweihundert Jahr Zeus Vogel an Europens Rand verbringen, Nah dem Gebirg, dem er entflogen war. Beherrschend unterm Schatten heilger Schwingen Von dort die Welt, ging er von Hand zu Hand, Bis ihm beim Wechsel meine Hand empfingen. Cäsar war ich, Justinian genannt, Der, nach der ersten heilgen Liebe Walten, Unmaß und Leeres ins Gesetz gebannt. Und eh ichs unternahm, dies zu gestalten, Lebt ich zufrieden in dem Wahne fort, Ein Wesen sei in Christo nur enthalten. Doch Agapet, der höchste Hirt und Hort, Er lenkte mich zurück zum Echten, Wahren, Zum rechten Glauben durch sein heilig Wort. Ich glaubt ihm und bin jetzt ob des im klaren, Was er mir sagt--und du auch wirst nun sehn, Daß Wahr und Falsch im Gegensatz sich paaren. Kaum fing ich an, der Kirche nachzugehn, So flößt es Gott mir ein, mich aufzuraffen, Und nur dem hohen Werke vorzustehn. Dem Belisar vertraut ich meine Waffen, Und ihm verband des Himmels Rechte sich Zum Zeichen mir, ich soll in Ruhe schaffen. Befriedigt hab ich nun im ersten dich, Was du gefragt; allein die Art der Frage Verbindet noch zu einem Zusatz mich, Damit du sehst, welch Unrecht jeder trage, Der dieses hehren, heilgen Zeichens Macht An sich zu ziehn und ihr zu trotzen wage. Du siehst die Kraft, dies wert der Ehrfurcht macht, Seit seiner Herrschaft Pallas, überwunden, Sein Leben selbst zum Opfer dargebracht; Weißt, daß es drauf den Aufenthalt gefunden, Dreihundert Jahr und mehr in Albas Aun, Bis drei und drei dafür den Kampf bestunden; Weißt, was vom Raube der Sabinerfraun Es tat bis zu Lukreziens Schmerz, durch sieben, Die ringsumher besiegt die Nachbargaun. Weißt, wie es Brennus, Pyrrhus auch vertrieben, Getragen vor der wackern Römer Schar Und siegreich noch in manchem Kampf geblieben; Drob Quinctius, benannt vom wirren Haar, Drob auch Torquatus, Decier, Fabier glänzen In freudgem Ruhme durch den heilgen Aar. Er schlug der Libyer Stolz, die, Welschlands Grenzen Einst Hannibal verführt, zu überziehn, Wo Alpen deinen Quell, o Po, umkränzen. Ein Jüngling noch, hob Scipio sich durch ihn. Pompejus auch, zu des Triumphes Ehren, Der bitter deinem Vaterlande schien. Dann, nah der Zeit, in der die Welt verklären Der Himmel wollt in seinem eignen Schein, Nahm Julius Cäsar ihn auf Roms Begehren. Was er dann tat vom Varus bis zum Rhein, Jser und Seine sahns, es sahns, bezwungen, Die Tale, die der Rhon ihr Wasser Ieihn. Wie er den Rubikon dann übersprungen, Was er dann tat, das war von solchem Flug, Daß Zung und Feder nie sich nachgeschwungen. Nach Spanien lenkt er dann den Siegerzug, Dann nach Durazz und traf Pharsaliens Auen So, daß man Leid am heißen Nile trug. Sah wieder dann den Simois, die Gauen, Von wo er kam, wo Hektor ruht und schwang Sich auf dann, zu des Ptolemäus Grauen. Worauf er blitzend hin zum Juba drang; Dann sah man ihn die Flügel westwärts schlagen, Wo ihm Pompejus Kriegsdrommet erklang. Was er mit dem tat, der ihn dann getragen, Bellt Brutus, Cafsius noch in ewger Not, Sagt Modena, Perugia noch mit Klagen. Kleopatra beweints noch, die, bedroht Von seinem Zorn, entfloh und an die Brüste Die Schlange nahm zu schnellem, schwarzem Tod. Mit diesem eilt er bis zur roten Küste, Mit diesem schloß er fest des Janus Tor, Weil Fried und Ruh den ganzen Erdball küßte. Doch was der Adler je getan zuvor, Und was noch drauf getan dies hohe Zeichen, Das Gott zur Herrschaft irdschen Reichs erkor, Muß dem gering erscheinen und erbleichen, Ders in der Hand des dritten Cäsar schaut Mit klarem Blick, dem Wahn und Irrtum weichen. Denn die Gerechtigkeit, die jeden Laut Mir einhaucht, hat ihn, ihren Zorn zu rächen. Der Hand des, den ich dir benannt, vertraut. Jetzt staun ob dessen, was ich werde sprechen: Er nahm, begleitend dann des Titus Bahn, Rach an der Rache für ein alt Verbrechen. Und als darauf der Langobarden Zahn Die Kirche biß, sah unter seinen Schwingen Man Karl den Großen ihr mit Hilfe nahn. Nun siehst du selbst, wie jene sich vergingen, Von denen ich, sie hart anklagend, sprach, Die über euch all euer Übel bringen. Der trachtet selbst dem Reicheszeichen nach, Der will es durch die Lilien überwinden, Und schwer zu sagen ist, wer mehr verbrach. Der Ghibellin mög andres Zeichen finden, Denn schlechte Folger sind dem heilgen Aar, Die standhaft nicht das Recht und ihn verbinden. Der neue Karl mit seiner Guelfenschar, Nicht trotz er ihm, der wohl schon stärkerm Leuen Das Vlies abzog mit seinem Klauenpaar. Oft muß der Sohn des Vaters Fehl bereuen. Nicht glaub er seine Lilien Gott so lieb, Um ihrethalb sein Zeichen zu erneuen-- Der kleine Stern, der fern und dämmernd blieb, Ist Wohnsitz derer, die zum tätgen Leben Der Durst allein nach Ruf und Ehre trieb. Und wenn so falsch gelenkt die Wünsche streben, So muß sich wohl der wahren Liebe Licht Mit minderm Glanz zum rechten Ziel erheben. Doch wägen wir dann des Verdiensts Gewicht Mit dem des Lohns, so wird uns Wonn und Frieden, Weil eins dem andern so genau entspricht. Dann stellt uns die Gerechtigkeit zufrieden Und sichert uns vor jedem sündgen Hang, Denn glücklich macht uns das, was uns beschieden. Verschiedne Tön erzeugen süßen Klang; So bilden hier die Harmonie der Sphären Die lichten Kreise von verschiednem Rang. Du siehst in dieser Perle sich verklären Romeos Licht, mußt auch sein schönes Tun Auf Erden des verdienten Lohns entbehren. Allein die Pprovenzalen lachen nun Nicht ihres Grolls, denn solche nahn dem Falle, Die sich in andrer Guttat Schaden tun. Vier Töchter hatt, und Königinnen alle, Graf Raimund, und Romeo tat ihm dies, Der niedre Fremd in stolzer Fürstenhalle. Und jener folgt, als ihm die Scheelsucht hieß, Dem Biedermanne Rechnung anzusinnen, Der acht und vier für zehn ihm überwies. Arm und veraltet ging er dann von hinnen; Und wußte man, mit welchem Herzen er fortzog, sein Brot als Bettler zu gewinnen, Man preist ihn hoch und pries ihn dann noch mehr. Siebenter Gesang Hosianna dir, du Gott der Macht und Wahrheit, Dir, der du hier der selgen Flammen Glanz Reich überströmst mit Fülle deiner Klarheit!" So schien, zurückgewandt zu ihrem Tanz, Die Seel im Lied den höchsten Herrn zu feiern, Umringt ihr Licht von neuem Strahlenkranz. Den Reigen sah ich alle nun erneuern, Und Funken gleich, die durch die Lüfte fliehn, Von plötzlicher Entfernung sie verschleiern. Ich zweifelte. "Sprich, sprich, zur Herrin," schien Mein Herz zu sprechen bei des Mundes Schweigen, "Die stets dir Lab in süßem Tau verliehn." Allein die Ehrfurcht, der ich immer eigen Als Sklav war, wo nur be nd ice klang, Ließ, gleich dem Schläfrigen, das Haupt mich neigen. Sie aber duldete mich so nicht lang; In Lächeln strahlte mir das hohe Wesen, Das Feuerpein umschüf in Wonnedrang. Sie sprach: "Ich hab in deiner Brust gelesen, Wie ist--dies ists, was dir im Haupte kreist-- Gerechter Rache Züchtgung Recht gewesen. Doch bald entwirren will ich deinen Geist, Damit du, wenn dein Sinn sich mir erschlossen, Um eine große Wahrheit reicher seist. Der Mensch, der nicht geboren ward, verdrossen, Zu dulden, sich zum Heil, des Willens Zaum, Verdammte sich und mit sich seine Sprossen; Drob das Geschlecht in Wahn und falschem Traum Viel hundert Jahre krank lag, matt und trübe, Bis sich das Wort geneigt zum niedern Raum, Wos der Natur, die sich im irren Triebe Vom Schöpfer abgekehrt, sich ganz verband, Bloß durch das Walten seiner ewgen Liebe. Scharf sei dein Blick jetzt auf mein Wort gespannt. Diese Natur, dem Schöpfer hingegeben Und ihm vereint, war rein, wie sie entstand. Doch durch sie selbst war sie für falsches Streben Vom Paradies verbannt, weil sie die Bahn Verlassen, wo nur Wahrheit ist und Leben. Drum ward die Strafe, durch das Kreuz empfahn, Mit größerm Recht, als jemals irgendeine, Der angenommenen Natur getan. So war die Straf auch ungerecht wie keine, In Hinsicht des, der sie erlitten hat, Mit der Natur, der irdschen, im Vereine. Verschieden war die Wirkung einer Tat. Gott und den Juden mußt ein Tod gefallen, Drob Erd erbebt und Himmel auf sich tat. Schwer wird dirs nicht mehr zu begreifen fallen, Wenn man von dem gerechten Richter spricht, Des Rach auf rechte Rache schwer gefallen. Doch deinen Geist, gleich einem Netz, umflicht Gedank itzt und Gedank in engem Kreise, Aus dem er sehnlich Lösung sich verspricht. Der Rache Recht war klar in dem Beweise, Denkst du; doch weshalb wählt in seiner Macht Gott zur Erlösung ebendiese Weise? Der Schluß, mein Bruder, birgt sich dem in Nacht, Dem nicht, wenn hell der Liebe Flammen brennen, Die Glut den Geist zur Mündigkeit gebracht. Vernimm deshalb, weil wenig zu erkennen, Wo viel der Blick umsonst sich spähend müht, Warum die Art die würdigste zu nennen. Die ewge Gut, in sich nie zornentglüht, Zeigt, wenn im All sich ihre Schönheit spiegelt, Wie sie die Funken eigner Glut versprüht. Was ihr unmittelbar entströmt--verriegelt Ist dem des Todes Tür, und fest und treu Ist das Gepräge, wenn sie selber siegelt. Was ihr unmittelbar entströmt, ist frei, Ist völlig frei, und deshalb wohnt dem Neuen Die Kraft nicht, es zu unterjochen, bei. Je mehrs ihr gleicht, je mehr muß sies erfreuen, Drum will die heilge Glut, das Licht der Welt, Aufs ähnlichste den hellsten Schimmer streuen. In allem dem ist hoch der Mensch gestellt, Der aber, wenn nur eins ihm fehlt, entweihet, Mit Schmach herab von seinem Adel fällt. Die Sünd allein ist das, was ihn entfreiet. Unähnlich macht sie ihn dem höchsten Gut, Das wenig drum von seinem Glanz ihm leihet. Nie kehrt zurück ihm seine Würde, tut Er dem nicht Gnüge durch gerechte Leiden, Was er gefehlt in sündger Lüste Glut. Eure Natur, die in den ersten beiden Ganz sündigte, ward, wie der Würd entsetzt, So auch verdammt, das Paradies zu meiden. Und Möglichkeit, dahin zurückversetzt Dereinst zu sein, gabs nur auf zweien Pfaden, Wenn scharf dein Geist der Dinge Wesen schätzt: Entweder Gott verzieh allein aus Gnaden, Oder es mußte sich, der ihn gekränkt, Der Mensch, gnugtuend, selbst der Schuld entladen. Dein Blick sei in den Abgrund jetzt versenkt Des ewgen Rates, und mit ernstem Schweigen Sei ganz dein Geist nach meinem Wort gelenkt. Gnugtuung konnte nie der Mensch erzeigen, Und, eng beschränkt, so tief nicht niedergehn, Gehorchend, nicht sich so in Demut neigen, Als, ungehorsam, er sich wollt erhöhn; Drum könnt er nie sich von der Schuld befreien, Genugtuung nicht durch ihn selbst geschehn. Drum wählt, ihn neu zum Leben einzuweihen, Gott, so gerecht wie gnädig, seinen Pfad Und führt auf diesem ihn, vielmehr auf zweien. Doch weil so werter ist des Täters Tat, Je heller strahlt die Gut in dem Gemüte, In dem die Handlung ihre sQuelle hat, Hat, die die Welt gestaltet, Gottes Güte, Auf jedem Wege, der ihr offen lag, Euch neu erhöht zu eurer ersten Blüte. Und zwischen letzter Nacht und erstem Tag Ist nie so Hohes, Herrliches gediehen Für sie und euch, was er auch schaffen mag. Freigebger wars, daß Gott sich selbst verliehen, Drob zu erstehn der Mensch genügend ward, Als hätt er ihm nur aus sich selbst verziehen, Karg war erfüllt in jeder andern Art Das Recht, wenn Gottes Sohn um euretwillen Nicht demutsvoll dem Fleische sich gepaart. Jetzt, um noch besser deinen Wunsch zu stillen, Und daß du sehst, gleich mir, das volle Licht, Will ich noch eins dir deutlicher enthüllen. Ich sehe Feuer, sehe Luft--so spricht Dein Zweifel--Wasser, Erd, in mannigfachen Vermischungen, und alle dauern nicht. Geschöpfe sind ja alle diese Sachen; Und sollte dies, wenn ich dich recht verstand, Sie nicht vor der Verderbnis sicher machen? Die Engel, Bruder, und dies reine Land, Sie dürfen wohl sich für erschaffen halten, Weil, wie sie sind, ihr volles Sein entstand. Doch alles, was die Element entfalten, Die Elemente selbst, sie läßt allein Der Höchste durch geschaffne Kraft gestalten. Geschaffen ward ihr Stoff, ihr erstes Sein, Geschaffen ward die Bildungskraft dem Tanze Der Sterne, die um eure Welt sich reihn. Die Seele jedes Tiers und jeder Pflanze Zielet nach verschiedner Bildungsfähigkeit Regung und Licht aus ihrem heilgen Glanze. Allein der höchsten Güte Hauch verleiht Unmittelbar uns selber unser Leben Und Liebe, die dann ihr sich sehnend weiht. Wie aus der Gruft die Leiber sich erheben, Erkennst du, wenn du denkest, wessen Ruf Dem Menschenleib sein erstes Sein gegeben, Als er die beiden ersten Eltern schuf. Achter Gesang Die Welt glaubt einst, unselgen Irrtum hegend, Daß Cypris toller Liebe Glut entflammt, Im dritten Epizyklus sich bewegend. Drob nicht zu ihr allein mit Opferamt Und Weiherufen sich anbetend kehrte Das alte Volk, im alten Wahn verdammt; Nein, auch Dionen und Cupiden ehrte, Als ihre Mutter sie, ihn als das Kind, Dem Dido ihren Schoß zum Sitz gewährte. So ward nach ihr, von der mein Sang beginnt, Der Stern benannt, der, bald der Sonn im Rücken, Bald ihr im Angesicht liebäugelnd minnt. Nicht fühlt ich mich in diesen Stern entrücken, Doch daß ich wirklich drinnen sei, entschied Der Herrin höhres, schöneres Entzücken. Und wie man Funken in der Flamme sieht, Und wie wir Stimmen in der Stimm erkennen, Die aushält, wenn die andre kommt und flieht; So sah ich Lichter hier im Lichte brennen, Und, nach dem Maß des innern Schauns erregt, So schiens, im Kreis mehr oder minder rennen. Kein Wind, unsichtbar oder sichtbar, pflegt So schnell aus kalter Wolk herabzugleiten, Daß er nicht langsam schien und schwer bewegt Dem, der die Lichter uns entgegenschreiten Im Flug gesehn, aus jenem Kreis hervor, Den hohe Seraphim bewegend leiten. Und hinter diesen ersten klangs im Chor: Hosianna! Und seit ich den Ton vernommen, Sehnt stets nach ihm sich brünstig Herz und Ohr. Und einen sah ich dann uns näher kommen, Und er begann allein mit frohem Klang: "Willfährig sind wir alle, dir zu frommen. Wir wandeln hin, ein Kreis, ein Schwung, ein Drang, Uns nie vom Pfad der Himmelsfürsten trennend, Zu welchem du gejagt in deinem Sang: Die ihr den dritten Himmel lenkt, erkennend; Für dich wird uns nicht schwer ein Stillestand, Für dich in so inbrünstger Liebe brennend." Als ich zu ihr voll Ehrfurcht mich gewandt, Und so der Herrin Blick sich ausgesprochen, Daß ich mich sicher und befriedigt fand, Schaut ich zum Licht, das mir in sich versprochen So vieles hatt, und sprach: "Wer bist du, sprich!" Den Ton vor großer Inbrunst fast gebrochen. O wie vermehrte, wie verschönte sich Der frohe Glanz in Mienen und Gebärden Bei meinem Wort!--Dann sprach er freudiglich: "Nur kurze Zeit verweilt ich auf der Erden, Verweilt ich mehr, dann wären viele nicht Der Übel, die dich noch betreffen werden. Nur meine Freude birgt dir mein Gesicht, Nur sie verhüllt mich rings im Strahlenrunde, So wie den Seidenwurm die Seid umflicht. Du liebtest mich, und wohl aus gutem Grunde; Denn lebt ich noch, gewiß dir keimten jetzt Nicht Blätter nur aus unserm Liebesbunde. Der linke Strand, den Rhodanus benetzt, Nachdem er mit der Sargue sich verbündet, Sah einst im Geist durch mich den Thron besetzt; So auch Ausoniens Horn, wo, festbegründet, Bari, Gaëta und Crotona drohn, Von wo im Meere Verd und Tronto mündet. Auch schmückte mich des Landes Krone schon, Das längs durchstreift der Donau Wogenfülle, Nachdem sie aus Germaniens Gaun entflobn. Trinacria--bedeckt von schwarzer Hülle Zwischen Pachino und Pelor, am Schlund Des Meers, das schäumt bei Eurus Wutgebrülle, Durch Typhöus nicht, nein, durch den Schwefelgrund Der Fürsten harrt es noch, der edeln Sprossen Rudolfs und Karls aus meinem Ehebund, Wenn schlechte Herrschaft, welche stets verdrossen Der Unterworfne trägt, zum Mordgeschrei Nicht in Palermo jeden Mund erschlossen. Ging Ahnung dessen meinem Bruder bei, So würd er Kataloniens Bettler jagen, Damit ihr Geiz kein Sporn zum Aufruhr sei. Nottuts fürwahr, daß ihm die Freund es sagen, Wenn ers nicht sieht: daß volle Ladung schon Sein Nachen hat, und nichts kann weiter tragen. Er, des freigebgen Vaters karger Sohn, Braucht Diener, die nicht Gold nur zu gewinnen Begierig sind, nicht bloß erpicht auf Lohn."-- "Herr, weil ich glaube, daß die Lust hierinnen, Die deine Rede strömt in meine Brust, Du, wo die Güter enden und beginnen, So deutlich schauest, wie sie mir bewußt, Wird sie mir werter--daß du beim Betrachten Des Herrn sie schauest, gibt mir neue Lust. Mach itzt, wie froh mich deine Worte machten, Mich klar und schaffe noch dem Zweifel Ruh: Wie süße Saaten bittre Früchte brachten?" So ich--und er: "Die Wahrheit fasse du, Und dem. was du gefragt, kehrst du zufrieden, Wie jetzt den Rücken, dann das Antlitz zu. Das Gut, das ihren Lauf und ihren Frieden Den Himmeln gab, hat jedem Stern den Schein Und eine Kraft, als Vorsehung, beschieden. Nicht nur der Wesen vorbestimmtes Sein Hat der durch sich vollkommne Geist erwogen, Er schließt in sich auch ihre Wohlfahrt ein. Drum, was nur immer fliegt von diesem Bogen, Kommt, gleich dem Pfeil, auf vorbestimmtem Gang Gewiß herab zu seinem Ziel geflogen. War dieses nicht, dann würd im wirren Drang, Was diese Himmel irgend wirkend schaffen, Kein Kunstwerk sein, nein, Graus und Untergang. Dies kann nicht sein, wenn jene nicht erschlaffen, Die Geister, lenkend diese Sternenschar, Der Urgeist auch, der dann sie schlecht erschaffen. Ist diese Wahrheit nun dir völlig klar?" Und ich: "Gewiß, ich sehs, Natur bleibt immer In dem, was nötig ist, unwandelbar;" Drum er: "Nun sprich, wärs für den Menschen schlimmer, Wenn er nicht Bürger ward und einsam blieb?" Ich: "Ja, und weitern Grund begehr ich nimmer!" "Und wär ein Staat, wenn in verschiednem Trieb Die Menschen nicht verschieden sind erwiesen? Nein, wenn die Wahrheit euer Meister schrieb!" So folgert ich bis jetzt, um hier zu schließen: "Drum also muß der Menschen Tun hervor Verschieden aus verschiedner Wurzel Sprießen. Und Solon sproßt und Xerres so empor, Also Melchisedek, und der Erfinder, Der bei dem luftgen Flug den Sohn verlor. Natur, im Kreislauf, so die Menschenkinder Wie Wachs ausprägt, übt ihre Kunst und sieht Auf dies und jenes Haus nicht mehr noch minder. Dies ists, was Esaus Keim von Jakobs schied, Drob auch Quirin entsproß so niedrer Lende, Daß man als Vater ihm den Mars beschied. Und stets auf der Erzeuger Wegen fände Man die, so sie erzeugten, nur, wenn nicht Die Vorsehung des Höchsten überwände. Was hinter dir war, sieh jetzt im Gesicht; Doch wie ich dein mich freue, geb ich Kunde Und dir durch einen Zusatz beßres Licht. Ist die Natur nicht mit dem Glück im Bunde, Dann kommt sie übel fort, wie jede Saat, Die man gesät auf fremdem, falschem Grunde. Und folgte der Natur des Menschen Pfad, Suchtet auf ihrem Grund ihr nach dem Rechten, Dann gab es gute Leut und wackre Tat. Doch solche, die geboren sind, zu fechten, Macht ihr zu Priestern wider die Natur Und macht zu Fürsten die, so predgen möchten, Und deshalb schweift ihr von der rechten Spur. Neunter Gesang Noch sprach dein Karl, als er mich aufgeklärt, Schöne Clemenza, von den Ränkevollen, Durch welche schnöden Trug sein Sam erfährt. Doch sagt er: "Schweig und laß die Jahre rollen!" Drum sag ich nur, daß eurem Schaden bald Gerechte Straf und Klage folgen sollen. Schon war das Leben jener Lichtgestalt Zur Sonn, in deren Strahl es ganz genesen, Zum Gut, das allem gnügt, zurückgewallt. Betrogne Seelen, gottvergeßne Wesen! Was wendet ihr das Herz von solchem Gut Und habt nur Eitelkeit zum Ziel erlesen! Und sieh, ein andres jener Lichter lud Mich, nahend, ein und zeigte seinen Willen, Mich zu befriedigen, in hellrer Glut. Beatrix, die den Blick, den heilgen, stillen, Auf mich gewandt, wie erst, erlaubte mir, Durch teure Zustimmung, den Wunsch zu stillen. Ich sprach: "O gnüge meiner Wißbegier, Bewähr, o Geist, den Fried und Lust durchdringen, Daß, was ich denke, widerstrahl in dir." Das Licht, das ich aus seinem Innern singen Vorher gehört, sprach, mir noch unbekannt, Wie der, dens freut, das Gute zu vollbringen: "Doch im verkehrten schnöden welschen Land Zwischen der Brenta und der Piave Quelle Und des Rialto meerumfloßnem Strand, Dort hat ein niedrer Hügel seine Stelle; Von ihm herab stürzt eine Fackel sich Und macht in grausem Brand die Gegend helle. Aus einer Wurzel sproßten sie und ich. Ich, einst Cunizza, glänz in diesem Sterne, Denn seines Schimmers Reiz besiegte mich. Und meines Schicksals Grund verzeih ich gerne Mir selber hier, das mir nicht bitter dünkt, So schwer eur Pöbel dies auch fassen lerne. Sieh diesen Glanz, der mir am nächsten blinkt In unserm Kreis, den leuchtenden, den teuern! Groß blieb sein Ruhm, und, eh er ganz versinkt, Wird fünfmal das Jahrhundert sich erneuern. Sieh, wenn das erste Sein ein zweites schenkt, Soll dies zur Trefflichkeit euch nicht befeuern? Doch dies ists nicht, woran die Rotte denkt, Die Tagliamento hier, dort Etsch umfließen, Die selbst das Unglück nicht zur Reue lenkt. Doch färbend wird sich Paduas Blut ergießen Zum Sumpfe, der Vicenzas Mauer wahrt, Weil die Verstockten sich der Pflicht verschließen. Und dort, wo sich Tagnan mit Sile paart, Herrscht einer, hoch die stolze Stirne tragend, Zu dessen Fang das Netz schon fertig ward. Schon seh ich Feltre, den Verrat beklagend Des Hirten, der dort herrscht, an Schändlichkeit, Was je geführt nach Malta, überragend. Kein Paß auf Erden ist so hohl und weit, Um alles Ferrareser Blut zu fassen, Das zum Geschenk der wackre Pfaff verleiht, Um als Parteiglied recht sich sehn zu lassen; Und solcherlei Geschenk wird wohl zum Geist Und zu des Landes Art und Leben passen. Von hohen Spiegeln, die ihr Throne heißt, Glänzt Gott, der Richtende, zu uns hernieder, Worin als wahr sich, was ich sprach, erweist." Sie sprachs, von mir gekehrt, und wandte wieder Sich hin zu ihrem Kreis, wo sie verschwand, So wie sie kam, beim Klang der Himmelslieder. Die andre Wonne, mir bereits bekannt, Ward leuchtender in Mienen und Gebärden, Wie in der Sonne Blitz der Diamant. Dort gibt die Wonne Glanz, wie sie auf Erden Das Lächeln zeugt, indes bei innrer Pein Die äußern Schatten unten dunkler werden. "Alles sieht Gott--du siehst in seinen Schein," Sprach ich, "und kann in ihn dein Auge dringen, So muß dir klar sein ganzer Wille fein. Drum deine Stimme, die im frommen Singen Den Himmel mit dem Sang der Feuer letzt. Die sich bekleiden mit sechsfachen Schwingen, Warum nicht gnügt sie meinen Wünschen jetzt? Auch ungefragt harrt ich so lang nicht säumend, War ich in dich, wie du in mich versetzt."-- "Das größte Tal, worin das Wasser schäumend Sich ausgedehnt," begann des Selgen Wort, "Außer dem Meere, rings die Erd umsäumend, Geht zwischen Feindesufern westlich fort, So weit, daß hier, an seinem letzten Strande, Gesichtskreis ist, was Mittagsbogen dort. Ich lebt an dieses großen Tales Rande Zwischen Ebro und Magra, die, nicht lang, Trennt Genuas Gebiet vom Tuskerlande. Fast einen Aufgang hat und Niedergang Buggéa und die Stadt, der ich entsprossen, Sie, deren Blut einst warm den Port durchdrang. Mich hießen Folco meine Zeitgenossen Und diesen Stern schmückt meine Freudigkeit, Wie dort sein Licht sich in mein Herz ergossen. Nicht zu Sichäus und Creusas Leid Fühlt in sich Dido solche Flammen wogen, Wie ich einst fühlt in meiner Jugendzeit; Nicht Phyllis, von Demophoon betrogen; Und nicht Alcid, nachdem in seine Brust Eurytos Tochter siegend eingezogen. Doch fühlt man hier nicht Reue drob, nein Lust, Ganz die Erinnerung der Schuld verlierend, Und nur des ewgen Ordners sich bewußt. Und jene Kunst, die Welten herrlich zierend, Sehn wir, und sehn zu gutem Zwecke nun Die obre Welt die untere regierend. Doch um dem Wunsche ganz genugzutun, Der dich durchdrungen hat in dieser Sphäre, Darf ich noch nicht in meiner Rede ruhn. Du möchtest wissen, wer der Schimmer wäre, Der nahe hier so strahlt, als ob die Glut Der Sonn in reinem Wasser sich verkläre. So wisse, daß darinnen Rahab ruht, Die hier, in unsern Orden aufgenommen, Sich kund im höchsten Glanz des Sternes tut. Vor jedem andern Geist der Höll entrommen, Ist sie zum Stern, wo sich vom Erdenrund Der Schatten spitzt, durch Christi Sieg gekommen. Der Sieg, den er, an beiden Händen wund, Errungen hat, wird hier von ihr verkündet; Den Himmeln tut sie, als Trophä, ihn kund, Weil sie des Josua ersten Ruhm begründet Durch ihre Hilf in jenem heilgen Land, Das jetzt der Papst kaum wert der Sorge findet. Und deine Stadt, die einst durch den entstand, Des Neid euch alles Mißgeschick bereitet, Und der zuerst von Gott sich abgewandt, Sie ists, die das verfluchte Geld verbreitet, Das einzig, weils zum Wolf den Hirten macht, Vom rechten Wege Schaf und Lämmer leitet. Drum wird nicht an die Bibel mehr gedacht, Doch hat man sehr genau--wars zu verhehlen, So zeigts der Rand--der Dekretalen Acht. Drin wird studiert von Papst und Kardinälen Und Nazareth, wo Gabriel das Wort Verkündigt hat, wird fremd den geizgen Seelen. Doch Vatikan, samt jedem heilgen Ort 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599 600 601 602 603 604 605 606 607 608 609 610 611 612 613 614 615 616 617 618 619 620 621 622 623 624 625 626 627 628 629 630 631 632 633 634 635 636 637 638 639 640 641 642 643 644 645 646 647 648 649 650 651 652 653 654 655 656 657 658 659 660 661 662 663 664 665 666 667 668 669 670 671 672 673 674 675 676 677 678 679 680 681 682 683 684 685 686 687 688 689 690 691 692 693 694 695 696 697 698 699 700 701 702 703 704 705 706 707 708 709 710 711 712 713 714 715 716 717 718 719 720 721 722 723 724 725 726 727 728 729 730 731 732 733 734 735 736 737 738 739 740 741 742 743 744 745 746 747 748 749 750 751 752 753 754 755 756 757 758 759 760 761 762 763 764 765 766 767 768 769 770 771 772 773 774 775 776 777 778 779 780 781 782 783 784 785 786 787 788 789 790 791 792 793 794 795 796 797 798 799 800 801 802 803 804 805 806 807 808 809 810 811 812 813 814 815 816 817 818 819 820 821 822 823 824 825 826 827 828 829 830 831 832 833 834 835 836 837 838 839 840 841 842 843 844 845 846 847 848 849 850 851 852 853 854 855 856 857 858 859 860 861 862 863 864 865 866 867 868 869 870 871 872 873 874 875 876 877 878 879 880 881 882 883 884 885 886 887 888 889 890 891 892 893 894 895 896 897 898 899 900 901 902 903 904 905 906 907 908 909 910 911 912 913 914 915 916 917 918 919 920 921 922 923 924 925 926 927 928 929 930 931 932 933 934 935 936 937 938 939 940 941 942 943 944 945 946 947 948 949 950 951 952 953 954 955 956 957 958 959 960 961 962 963 964 965 966 967 968 969 970 971 972 973 974 975 976 977 978 979 980 981 982 983 984 985 986 987 988 989 990 991 992 993 994 995 996 997 998 999 1000