herabsteigenden Alter bin--Doch, das will nicht viel sagen--Sie ist
hin, ich bin betrogen, und mein Trost muß seyn, einen Ekel vor ihr
zu fassen. O der Fluch des Ehestandes! Daß wir diese reizenden
Geschöpfe unser nennen können, und nicht ihre Neigungen! Ich
wollte lieber eine Kröte seyn, und von den Ausdünstungen einer
Mistgrube leben, als in dem was ich liebe, einen Winkel für eines
andern Gebrauch zu wissen. Und doch ist das die gewöhnliche Plage
der Grossen, die hierinn unglüklicher als die Geringen sind; es ist
ein unvermeidliches Schiksal wie der Tod--Hier kommt sie ja!
(Desdemona und Aemilia treten auf.) Wenn sie ungetreu ist, so
spottet der Himmel seiner selbst. Ich kan es nicht glauben!
Desdemona.
Wie geht's, mein liebster Othello? Euer Mittag-Essen, und die
edeln Insulaner, die ihr dazu eingeladen habt, warten auf eure
Gegenwart.
Othello.
Ich bin zu tadeln.
Desdemona.
Warum redet ihr so schwach? Fehlt euch was?
Othello.
Ich hab' einen Schmerz hier an meiner Stirne.
Desdemona.
Das kommt nur, weil ihr zu viel gewacht habt, es wird bald wieder
vergehen. Erlaubt mir nur, daß ich euch die Stirne hart verbinde,
so wird es in einer Stunde wieder besser seyn.
(Sie zieht ihr Schnupftuch heraus, um es ihm umzubinden.)
Othello.
Euer Schnupftuch ist zu klein: laßt es gut seyn: Kommt, ich will
mit euch gehen.
(Das Schnupftuch entfällt ihr, indem sie es einsteken will.)
Desdemona.
Es ist mir recht leid, daß ihr nicht wohl seyd.
(Sie gehen ab.)
Siebende Scene.
(Aemilia bleibt zurük.)
Aemilia (indem sie das Schnupftuch aufließt.)
Ich bin froh, daß ich dieses Schnupftuch gefunden habe; das war das
erste Geschenk, das sie von dem Mohren empfieng. Mein wunderlicher
Mann hat mir schon hundertmal gute Worte gegeben, daß ich es
stehlen sollte. Allein sie liebt es so sehr, (denn er beschwor sie,
es immer zu seinem Andenken zu behalten,) daß sie es immer mit
sich herum trägt, um es zu küssen und damit zu schwazen. Ich will
den Riß von der Stikerey abzeichnen, und es dann dem Jago geben;
was er damit machen will, weiß der Himmel, nicht ich: Ich habe
nichts dabey, als seine Grille zu befriedigen. (Jago tritt auf.)
Jago.
Wie steht's? Was macht ihr hier allein?
Aemilia.
Schmählt mich nicht; ich hab etwas für euch.
Jago.
Ihr habt etwas für mich? Es ist etwas gemeines--
Aemilia.
Wie?
Jago.
Ein närrisches Weib zu haben.
Aemilia.
O, ist das alles? Was gebt ihr mir für dieses Schnupftuch?
Jago.
Was für ein Schnupftuch?
Aemilia.
Was für ein Schnupftuch?--Wie, das so der Mohr Desdemonen gab; das
nemliche, wo ihr mich so lange schon stehlen hiesset.
Jago.
Hast du ihr's gestohlen?
Aemilia.
Nein; aber sie ließ es aus Versehen entfallen, und da ich zu allem
Glük dabey war, so hub ich's auf; sieh, da ist es.
Jago.
Du bist ein braves Mensch; gieb mir's.
Aemilia.
Was wollt ihr damit machen, daß ihr so ernstlich haben wolltet, daß
ich's stehlen sollte?
Jago.
Wie, was geht das dich an?
Aemilia.
Wenn es nicht zu irgend einem Vorhaben von Wichtigkeit ist, so gebt
mir's wieder. Die arme Frau! Sie wird närrisch werden, wenn sie
es missen wird.
Jago.
Thut nicht, als ob ihr was davon wißt. Ich hab es nöthig. Geh,
laß mich allein--
(Aemilia geht ab.)
Izt will ich dieses Schnupftuch in Cassio's Quartier verliehren,
und es ihn finden lassen. Die ärmsten Kleinigkeiten sind für
eifersüchtige Leute so starke Bekräftigungen, als Beweise aus der
Bibel. Dieses Ding kan zu was gut sein. Das Gift das ich dem
Mohren beygebracht habe, fangt schon an bey ihm zu würken:
Argwöhnische Einbildungen haben in der That die Natur des Gifts,
welches man anfangs am Geschmak kaum erkennen kan: aber sobald es
ins Blut übergeht, wie eine Schwefel-Mine brennt--Das sagt ich!
Achte Scene.
Jago.
Seht, da kommt er! Weder Mohn-Saamen, noch Mandragora, noch alle
einschläfernde Säfte in der Welt zusammen genommen werden dir
jemals diesen süssen Schlaf wiedergeben, den du gestern noch
hattest--
Othello (vor sich.)
Ha! Sie soll mir untreu seyn!
Jago.
Wie, wie stehts, General? Nichts solches mehr!
Othello.
Hinweg! fort! Du spannst mich auf die Folter: Ich schwör' es, es
ist besser mit seinen Augen sehen, daß man betrogen wird, als nur
besorgen müssen, daß man's sey.
Jago.
Wie, Gnädiger Herr?
Othello.
Was wußt' ich von ihren verstohlnen Ausschweiffungen? Ich sah sie
nicht, ich dachte nicht daran, sie thaten mir kein Leid; ich
schlief die Nacht darauf wohl; war ruhig und froh; ich fand
Cassio's Küsse nicht auf ihren Lippen. Laßt den der bestohlen ward
und das Gestohlne nicht vermißt, laßt ihn nichts davon wissen, und
es ist soviel als ob er gar nicht bestohlen worden wäre.
Jago.
Ich bedaure, daß ich solche Dinge hören muß.
Othello.
Und hätte das ganze Lager bis auf die Troßbuben herab, ihren holden
Leib gekostet, und ich wüßte nur nichts davon, so wär' ich glüklich.
Aber, o! nun auf ewig fahr wohl, Ruhe des Gemüths! Fahr wohl,
Zufriedenheit! Fahret wohl, ihr mit Federbüschen geschmükten
Schaaren; und du, stolzer Krieg, der die schwellende Seele mit
edler Ruhmbegierde füllt: O fahret wohl! Fahret wohl wiehernde
Stuten, schmetternde Trompete, Muth-erwekende Trummel, und du
muntre Queer-Pfeiffe, königliches Panner, und der ganze Prunk und
Pomp des glorreichen Kriegs! Und, o! ihr tödtlichen Werkzeuge,
deren eherner Rachen Jupiters furchtbaren Donner nachahmt, fahret
wohl! Othello's Arbeit ist gethan!
Jago.
Ist's möglich, Gnädiger Herr?--
Othello.
Nichtswürdiger, sey gewiß, daß du mir beweisen kanst, daß meine
Liebe eine Hure ist; sey dessen gewiß, gieb mir eine sichtbare
Probe--
(Er faßt ihn wüthend an.)
Oder, beym Werth der unsterblichen Seele des Menschen! es wäre dir
besser, wenn du ein Hund gebohren worden wärest, als meinem
aufgeschrekten Grimm zu begegnen.
Jago.
Ist es dazu gekommen?
Othello.
Laß mich's sehen; oder beweis es wenigstens so, daß kein Schatten
eines Zweifels übrig bleibe: Oder weh deinem Leben!
Jago.
Mein edler Gebieter--
Othello.
Wenn du sie unschuldig angeklagt, und mich auf diese Folterbank
geschraubt hast, so bete nicht mehr, erstik dein Gewissen, häuffe
Greuel auf Greuel, begeh Sünden, daß der Himmel weinen und die Erde
sich entsezen muß; du kanst nichts ärgers thun, um das Maaß deiner
Verdammniß voll zu machen als du schon gethan hast.
Jago.
O! Barmherzigkeit! Der Himmel steh mir bey! Seyd ihr ein Mann?
Habt ihr eine Seele? oder ein menschliches Gefühl? Gott sey bey
euch; nehmt mir mein Amt, und wenn ihr wollt, mein Leben dazu--O
ich unglüklicher Thor, daß ich erleben soll daß meine Ehrlichkeit
zum Verbrechen gemacht wird! O Welt! Welt! Das ist dein Lauff;
ehrlich und aufrichtig, ist sein eigner Feind seyn. Ich dank' euch
für diesen Unterricht; von nun will ich der Freundschaft gute Nacht
geben, und niemand mehr lieben als mich selbst.
Othello.
Nein, warte--Du solltest ehrlich seyn--
Jago.
Ich sollte klug seyn; Ehrlichkeit ist ein Narr, der jedermann gutes
thut, und nur sich selbst schadet.
Othello.
Bey allem was in der Welt ist, ich denke mein Weib ist unschuldig,
und denke sie ists nicht; ich denke du bist rechtschaffen, und
denke du bist's nicht; ich will Beweis haben. Ihr Name, der so
frisch war wie Dianens Antliz, ist nun so schwarz als mein eignes.
Nein, wenn noch Strike, noch Dolche, noch Gift, Feuer oder Wasser
in der Welt sind, so will ich diese Pein nicht länger ausstehen--
Ich wollt' ich wäre meines Schiksals gewiß!
Jago.
Ich sehe, Gnädiger Herr, ihr werdet von eurer Leidenschaft
aufgerieben. Es reut mich, daß ich Anlas dazu gegeben habe. Ihr
wollt eures Schiksals gewiß seyn?
Othello.
Ja, das will ich.
Jago.
Und könnt; aber wie? wie gewiß seyn, Gnädiger Herr? wolltet ihr
ein Augenzeuge seyn--mit weitoffnen Augen zusehen? Sehen wie sie--
Othello.
Tod und Verdammniß! oh!
Jago.
Ich denk' es würde schwer halten, sie so vertraulich zu machen: Bey
solchen Spielen liebt man keine fremde Augen zu Zuschauern. Was
dann? Wie dann? Was soll ich sagen? Was nennt ihr Gewißheit? Es
ist unmöglich, daß ihr's mit Augen sehen könnt; und wenn sie so
unverschämt wären wie Geissen, so hizig wie die Wald-Teufels, und
so unbesonnen wie ein Dummkopf, den man mit Wein angefüllt hat.
Und doch sag ich, wenn Wahrscheinlichkeiten, wenn Umstände die
geradeswegs bis vor die Thüre der Wahrheit führen, euch Gewißheit
geben können, so könnt' ihr sie haben.
Othello.
Gieb mir einen überführenden Beweis, daß sie ungetreu ist.
Jago.
Ihr legt mir eine unangenehme Pflicht auf; aber da ich mich nun
einmal, aus unüberlegter Aufrichtigkeit und Freundschaft, so weit
in diese Sache eingelassen habe, so will ich weiter gehen. Ich lag
lezthin mit Cassio in einem Bette; ein rasender Zahn machte daß ich
nicht schlafen konnte--Es giebt eine Art von Leuten, deren Seele so
schlapp ist, daß ihnen ihre geheimsten Gedanken im Schlaf entgehen.
Von dieser Art ist Cassio. Er redte im Schlaf. Liebste Desdemona,
hört' ich ihn sagen, laß uns vorsichtig seyn. Laß uns unser
Liebes-Verständniß dem schärfsten Aug' unerforschlich machen! Und
dann, gnädiger Herr, tappte er um sich, und drükte mir die Hand,
rief--O bezauberndes Geschöpf! und küßte mich dann nicht anders,
als ob er Küsse, die auf meinen Lippen wüchsen, mit den Wurzeln
ausziehen wollte, legte dann sein Bein über meinen Schenkel, und
seufte und küßte mich, und rief, verfluchtes Schiksal, das dich dem
Mohren gab!
Othello.
O Scheusal! Scheusal!
Jago.
Nein, das war nur ein Traum.
Othello.
Aber ein Traum, der ganz deutlich anzeigt, was geschehen ist.
Jago.
Das ist ein verdammter Zweifel, ob es gleich nur ein Traum ist. Es
kan doch immer dazu dienen, andre, an sich selbst zu schwache
Anzeigen zu verstärken.
Othello.
Ich will sie von Glied zu Glied in Stüke reissen.
Jago.
Nicht so heftig! Fasset euch; noch (sehen) wir nichts, sie kan
noch unschuldig seyn--Sagt mir nur das, habt ihr niemals ein
Schnupftuch, mit Erdbeeren überstikt, in eurer Gemahlin Hand
gesehen?
Othello.
Ich gab ihr so eines, es war mein erstes Geschenk.
Jago.
Davon weiß ich nichts; aber mit einem solchen Schnupftuch (und ich
bin gewiß, es war eurer Gemahlin ihres,) sah ich Cassio heute
seinen Bart wischen.
Othello.
Wenn's das nemliche wäre--
Jago.
Es mag dieses oder ein anders seyn, so war es doch von ihr, und, zu
den andern Proben genommen, spricht es nicht zu ihrem Vortheil.
Othello.
O daß die Elende tausend Leben hätte! Eines ist zu wenig für meine
Rache. Nun seh ich endlich--Schau, Jago, so blase ich alle meine
Liebe dem Himmel zu: Sie ist weg;--erhebe dich, schwarze Rache, aus
deiner unseligen Gruft! und du, Liebe, tritt dem tyrannischen Haß
deinen Thron und deine Krone ab! Wie mein Herz mir schwillt, als
ob es mit lauter Natter-Zungen angefüllt wäre!
Jago.
Gebt euch noch zufrieden.
Othello.
O Blut, Blut, Blut!--
Jago.
Geduld, sag ich; ihr könnt vielleicht anders Sinnes werden.
Othello.
Niemals, Jago--niemals sollen meine blutige Gedanken, in ungestümer
Fluth sich daherwälzend, zu sanfter Liebe zurük fliessen, bis eine
weite hinlängliche Rache sie verschlungen haben wird--Das schwör'
ich,
(er kniet,)
höre Himmel das schrekliche, unwiederrufliche Gelübd!--Bey deiner
unzerstörbaren Veste schwör' ich Rache!
Jago (kniend.)
Stehet noch nicht auf--Seyd Zeugen, ihr ewigbrennenden Lampen dort
oben, und ihr Elemente, die uns rings umfassen; seyd Zeugen, daß
Jago hier alles was sein Verstand, seine Hand und sein Herz vermag,
zum Dienste des beleidigten Othello wiedmet! Er befehle! Und ich
will gehorchen, ohne Zaudern gehorchen, so blutig auch der Befehl
seyn mag!
Othello.
Ich bewillkomme deine Freundschaft nicht mit eiteln Danksagungen,
sondern mit gutwilliger Annahm; und im gleichen Augenblik will ich
dir sagen, wozu ich sie nöthig habe. In den nächsten dreyen Tagen,
laß mich von dir hören, daß Cassio nicht mehr ist.
Jago.
Mein Freund ist todt; ihr wollt es, es ist gethan. Aber sie--sie
laßt leben!
Othello.
Verderben über sie, die unzüchtige Gleißnerin! oh! Verderben,
Verderben über sie! Komm, geh mit mir auf die Seite, ich muß auf
irgend ein schnelles Mittel denken, den schönen Teufel aus der Welt
zu schaffen. Nunmehr bist du mein Lieutenant--
Jago.
Ich bin auf ewig der eurige.
(Sie gehen ab.)
Neunte Scene.
(Ein andrer Theil des Pallasts.)
(Desdemona, Aemilia, und Hans Wurst.)
Desdemona.
Guter Freund, wißt ihr, wo der Lieutenant Cassio ligt?
Hans Wurst.
Das unterstühnd' ich mich wol nicht zu sagen, daß er irgendwo lüge.
Desdemona.
Warum?
Hans Wurst.
Er ist ein Soldat; und wenn unser einer sagte, ein Soldat lüge, das
wäre Hals-Arbeit.
Desdemona.
Keine Possen! Wo ist sein Quartier?
Hans Wurst.
Da würd' ich selbst lügen, wenn ich euch das sagen wollte.
Desdemona.
Auf diese Art werd' ich von dir keine Antwort kriegen.
Hans Wurst.
Ich weiß sein Quartier nicht; und wenn ich folglich ein Quartier
erdenken wollte, und sagen, er lige da, oder er lige da im Quartier,
so würd ich's in meinen Hals hinein lügen.
Desdemona.
Du kanst ihn doch erfragen?
Hans Wurst.
Ich will die ganze Welt catechisieren; ich will so lange nach ihm
fragen, bis mir jemand antwortet, wo er ist.
Desdemona.
Such ihn auf, und heiß ihn hieher kommen; sag ihm, ich habe meinen
Herrn auf gute Gedanken für ihn gebracht, und ich hoffe, es werde
alles gut gehen.
Hans Wurst.
Das ist endlich eine Verrichtung, die innert den Grenzen von eines
ehrlichen Kerls Wiz ligt; und also will ich sehen, ob ich damit zu
Stande kommen kan.
(Er geht.)
Desdemona.
Wo mag ich doch das Schnupftuch verlohren haben?
Aemilia.
Ich weiß es nicht, gnädige Frau.
Desdemona.
Ich versichre dich, ich wollte lieber einen Beutel voll Crusado's
verlohren haben. Wenn mein edler Mohr nicht zu vernünftig und zu
großmüthig gesinnt wäre, um eifersüchtig zu seyn, so brauchte es
nicht mehr, um ihn auf schlimme Gedanken zu bringen.
Aemilia.
Ist er nicht eifersüchtig?
Desdemona.
Wer, er? Ich denke, die Sonne, unter der er gebohren ward, zog
alle groben Dünste von dieser Art aus ihm.
Aemilia.
Seht, da kommt er.
Desdemona.
Ich will izt nicht von ihm ablassen, bis er den Cassio zu sich
ruffen läßt--Wie stehts mit euch, mein lieber Gemahl?
Zehnte Scene.
(Othello zu den Vorigen.)
Othello.
Wohl, meine liebe Gemahlin--Himmel! wie werd ich an mich halten
können!--wie gehts euch, Desdemona? Gebt mir eure Hand; diese Hand
ist feucht, Madam. Heiß, heiß, und feucht--eine solche Hand
erfordert Eingezogenheit; fasten und beten, viel Casteyung, und
geistliche Uebungen; denn es ist ein feuriger, schwizender Teufel
hier, der oft rebellisch wird; es ist eine gute Hand, eine
freygebige Hand.
Desdemona.
Ihr könnt in der That wohl so sagen; denn es war die Hand die mein
Herz weggab.
Othello.
Eine freygebige Hand. In vorigen Zeiten gaben die Hände Herzen;
aber unsre neue Heraldik ist Hände ohne Herz.
{ed. * Eine satyrische Anspielung auf die vielen Baronets, welche König
Jacob der Erste machte, und die unter andern Vorrechten eine rothe
Hand in einem silbernen Feld in den Wappen-Schild ihrer Vorfahren
bekamen.}
Desdemona.
Ich verstehe mich nichts hierauf; kommt, wir wollen nun von euerm
Versprechen reden.
Othello.
Was für ein Versprechen, mein Däubchen?
Desdemona.
Ich habe zu Cassio geschikt, daß er kommen und mit euch reden solle.
Othello.
Ich bin mit einem beschwerlichen Schnuppen geplagt; leih mir dein
Schnupftuch!
Desdemona.
Hier, mein Gemahl.
Othello.
Das, so ihr von mir bekommen habt.
Desdemona.
Ich hab es nicht bey mir.
Othello.
Nicht?
Desdemona.
In der That, nicht.
Othello.
Das ist ein Fehler. Das nemliche Schnupftuch hatte meine Mutter
von einer Zigäunerin, die sich auf die Zauberey verstuhnd, und den
Leuten so gar sagen konnte, was sie dachten. Sie sagte ihr, so
lange sie es behalten würde, würd' es sie liebenswürdig und ihr das
Herz meines Vaters gänzlich eigen machen; wenn sie es aber verlöhre,
oder verschenkte, würde sie auf einmal allen Reiz in seinen Augen
verliehren, und ihm verhaßt und unerträglich werden. Meine Mutter
gab mir's da sie starb und bat mich, wenn ich jemals heurathete, es
meinem Weibe zu geben. Ich that es, und ich sag euch, habt Acht
darauf.--Bewahrt es, wie euern Augapfel: Es verliehren oder
weggeben, wär' ein Unglük, dem kein anders zu vergleichen wäre.
Desdemona.
Ists möglich?
Othello.
Es ist würklich so; es ist etwas zauberisches in dem Gewebe davon.
Eine Fee, welche den Lauf der Sonne zweyhundert mal anfangen und
enden gesehen hatte, machte die Stikerey daran: Die Würmer waren
geweyht, welche die Seide dazu spannen, und es wurde mit Mumien von
einbalsamierten Jungfern-Herzen gefärbt.
Desdemona.
In der That! Ist das wahr?
Othello.
Sehr wahr; ihr könnt also nur Sorge dazu tragen.
Desdemona.
Wenn es so ist, so wollt' ich zu Gott, ich hätt' es nie gesehen!
Othello.
Ha! Warum?
Desdemona.
Warum sprecht ihr so hastig und auffahrend?
Othello.
Ist's verlohren? Ist's hin? Sagt, ist es fort?
Desdemona.
Gott sey bey uns!--
Othello.
Was sagt ihr?
Desdemona.
Es ist nicht verlohren; aber gesezt, es wäre verlohren?
Othello.
Ha!
Desdemona.
Ich sag, es ist nicht verlohren.
Othello.
Holt es, ich will es sehen.
Desdemona.
Gut, das kan ich, mein Herr; aber ich will izt nicht: Das ist ein
kleiner Streich, wodurch ihr mich von meiner Bitte abbringen wollt.
Ich bitte euch, laßt euer Haus dem Cassio wieder offen seyn.
Othello.
Holt mir das Schnupftuch--ich will nicht hoffen--
Desdemona.
Kommt, ihr werdet niemals einen bravern Mann an seinen Plaz
bekommen.
Othello.
Das Schnupftuch--
Desdemona.
Ein Mann, der bisher sein ganzes Glük auf eure Freundschaft gebaut
hat; der Gefahren mit euch getheilt hat--
Othello.
Das Schnupftuch.
Desdemona.
Wahrhaftig, ihr seyd zu tadeln--
Othello.
Hinweg!--
(Er geht ab.)
Eilfte Scene.
Aemilia.
Wie? Ich glaube der Mann ist eifersüchtig?
Desdemona.
So hab' ich ihn noch nie gesehen. O ganz gewiß ist etwas
ausserordentliches in diesem Schnupftuch. Ich bin höchst
unglüklich es verlohren zu haben.
Aemilia.
Man lernt weder in einem noch in zweyen Jahren was ein Mann ist;
sie sind alle lauter Magen, und wir Arme sind ihr Futter; sie
schlingen uns gierig hinein; und wenn sie sich überfüllt haben, so
rülpsen sie uns wieder aus.
{ed. * Dieses Gleichniß ist freylich unanständig genug; allein darum
bekümmert unser Autor sich nicht; genug für ihn, daß es wahr ist.}
Seht, da kommt Cassio und mein Mann.
(Jago und Cassio treten auf.)
Jago.
Es ist kein andres Mittel übrig; das muß sie thun--Wie glüklich!
hier ist sie schon; geht und bittet sie so sehr ihr könnt.
Desdemona.
Wie steht's, guter Cassio? wie gehn eure Sachen?
Cassio.
Gnädige Frau, ich habe noch immer meine vorige Bitte. Auf eurer
Großmuth beruht alle meine Hofnung zu meiner Wiederherstellung in
die Freundschaft euers Gemahls, den ich mit so gänzlicher
Ergebenheit des Herzens ehre und liebe. Ich möchte nicht noch
länger aufgezogen werden. Ist mein Vergehen so groß, daß weder
meine Reue noch meine ehmaligen Dienste, noch diejenigen die ich
künftig zu leisten wünsche, mich loskauffen und wieder in seine
Gunst einsezen können, so ist wenigstens das eine Wohlthat, wenn
ich weiß daß es so ist; damit ich in diesem Fall, in eine
erzwungene Zufriedenheit eingehüllt, einen andern Weg suchen kan,
um vom Allmosen des Glüks zu leben.
Desdemona.
Ach, mein lieber guter Cassio, meine Fürsprache ist dermalen sehr
unvermögend; mein Gemahl ist nicht mein Gemahl; ich würde ihn nicht
mehr kennen, wenn er sich an Gestalt so sehr wie am Humor,
verändert hätte. So stehe jeder gute Engel mir bey, wie ich nach
meinem äussersten Vermögen für euch gesprochen habe. Aber alles
was ich durch meine Freymüthigkeit erhielt, war, daß ich mir seinen
Unwillen zuzog. Ihr müßt euch noch ein wenig gedulden; was ich
thun kan, das will ich: Und ich will mehr als ich Herz hätte für
mich selbst zu thun. Laßt euch das genug seyn.
Jago.
Ist der General zornig?
Aemilia.
Er gieng nur erst von hier fort, und, versichert, er ist in einer
seltsamen Gemüths-Unruhe.
Jago.
Kan er zornig seyn? Ich war dabey, wie die Canone seine Linien in
die Luft zerstiebte, und so schnell und gewaltsam wie der Teufel,
seinen Bruder unmittelbar an seiner Seite wegrafte; und kan er
zornig seyn? So muß etwas wichtiges daran Ursache seyn; ich will
gehn und ihn aufsuchen; in der That, das bedeutet was, wenn er
zornig ist.
(Er geht ab.)
Zwölfte Scene.
(Desdemona, Aemilia und Cassio bleiben.)
Desdemona.
Ich bitte dich, thu das--Ganz gewiß muß etwas das den Staat betrift,
entweder von Venedig, oder irgend ein unausgebrütetes Complot hier
in Cypern, wovon er die Entdekung gemacht hat, seinen sonst immer
heitern Geist verfinstert haben; und in solchen Fällen ist es die
Art der Menschen, daß sie ihren Unmuth an geringern Dingen
auslassen, wenn gleich grosse ihr Gegenstand sind. Es ist nicht
anders. Es darf uns nur ein Finger weh thun, so verbreitet sich
auch über unsre übrigen gesunden Gliedmassen ein Gefühl von Schmerz.
Nein, wir müssen denken, daß unsre Männer keine Götter sind; wir
können nicht von ihnen fordern, daß sie immer so zärtlich mit uns
umgehen, als sie vor der Hochzeit thun. Schilt mich nur recht sehr
aus, Aemilia; ich unartiges Ding, ich war schon im Begriff seiner
Unfreundlichkeit in meinem Herzen den Proceß zu machen; aber nun
find' ich, daß meine Eigenliebe den Zeugen bestochen hat, und daß
er ungerechter Weise angeklagt worden ist.
Aemilia.
Gebe der Himmel, daß es Staats-Sachen seyen, wie ihr glaubt, und
keine eifersüchtige Grillen, die euch angehen.
Desdemona.
Das wäre gar zu unglüklich! Ich gab ihm niemals Ursache dazu.
Aemilia.
Eifersüchtige Gemüther lassen sich damit nicht beruhigen; sie sind
nicht allezeit eifersüchtig, weil sie eine Ursache dazu haben,
sondern oft nur, weil sie eifersüchtig sind. Die Eifersucht ist
ein Ungeheuer, daß keinen andern Vater und keine andre Mutter hat
als sich selbst.
Desdemona.
Der Himmel bewahre Othello's Herz vor diesem Ungeheuer!
Aemilia.
Dazu sag ich Amen, Gnädige Frau.
Desdemona.
Ich will sehen, wo er ist. Cassio, entfernt euch nicht zu weit;
wenn ich ihn in einer bessern Laune finde, so will ich euer Anligen
wieder in Bewegung bringen, und das äusserste versuchen, um
glüklich damit zu seyn.
Cassio.
Ich danke Eu. Gnaden demüthig.
(Sie gehen auf verschiedenen Seiten ab.)
Dreyzehnte Scene.
(Eine Strasse vor dem Pallast.)
(Cassio, tritt wieder auf, und begegnet der Bianca.)
Bianca.
Guten Tag, Freund Cassio.
Cassio.
Was führt euch hieher? Wie steht's mit euch, meine schönste
Bianca? In der That, mein Herzchen, ich war im Begriff bey euch
anzusprechen.
Bianca.
Und ich war im Begriff euch einen Besuch in euerm Quartier
abzustatten, Cassio. Wie? eine ganze Woche wegbleiben? Sieben
Tag' und Nächte? Hundert und acht und sechszig Stunden? Und eines
Liebhabers Abwesenheits-Stunden, die hundert und sechszig mal
langweiliger sind als der Stunden-Zeiger. O! eine verdrießliche
Rechnung!
Cassio.
Vergieb mir, Bianca; ich war diese Zeit über von bleyernen Gedanken
zu Boden gedrükt; aber ich werde in einer glüklichern Zeit diese
lange Rechnung von Abwesenheit zu tilgen wissen. Liebste Bianca,
zeichne mir diesen Riß ab--
(Er giebt ihr Desdemonens Schnupftuch.)
Bianca.
O Cassio, woher habt ihr das? Das hat mir die Mine von einem
Liebes-Pfand irgend einer neuern Freundin: Nun merk' ich die
Ursache deiner Abwesenheit die mir so schmerzlich war: Ist es dazu
gekommen? Wohl, wohl!
Cassio.
Geh, Mädchen, und wirf deine häßlichen Muthmassungen dem Teufel in
die Zähne, von dem du sie hast. Du bildest dir also ein, das sey
ein Andenken von einer Liebste? Nein, Bianca, in ganzem Ernst.
Bianca.
Wie, von wem ist es dann?
Cassio.
Das weiß ich selbst nicht; ich fand es in meinem Zimmer; die Arbeit
daran gefällt mir ungemein, und eh man es wieder begehrt, (welches
vermuthlich geschehen wird) möcht' ich einen Abriß davon haben.
Nimm es, mein Herz, und zeichn' es ab, und laß mich izt allein.
Bianca.
Euch allein lassen? Warum?
Cassio.
Ich warte hier auf den General, und denke, es würde mir eben keine
grosse Dienste bey ihm thun, wenn er mich beweibt sehen würde.
Bianca.
Wie ist das zu verstehen?
Cassio.
Nicht als liebt' ich euch nicht.
Bianca.
Sondern nur daß ihr mich nicht liebet. Ich bitte euch, macht mir
das ein wenig deutlicher und sagt mir, ob ich euch diese Nacht
nicht sehen soll?
Cassio.
Wenigstens will ich euch sehen, sobald ich kan.
Bianca.
Nun wohl dann, ich muß es also drauf ankommen lassen.
(Sie gehen ab.)
Vierter Aufzug.
Erste Scene.
(Eine Strasse vor dem Pallast.)
(Othello und Jago treten auf.)
Jago.
Denkt ihr das?
Othello.
Ob ich's denke, Jago?
Jago.
Wie, einander heimlich küssen?
Othello.
Unauthorisierte Küsse?
Jago.
Oder auch nakend bey ihrem Freund im Bette zu ligen, eine, zwo und
mehr Stunden, ohne was böses dabey zu meynen? Das sollte nicht
möglich seyn?
{ed. * Eine Anspielung auf die berüchtigte Keuschheits-Probe des
heiligen Robert von Arbrissel, der mitten zwischen zwoen schönen
jungen Nonnen eine Probe machte, die mit einer Häßlichen gefährlich
wäre.}
Othello.
Nakend im Bette, Jago, und nichts böses dabey meynen? Das heißt,
den Teufel zum Narren machen wollen: Leute, die mit tugendhaften
Absichten so etwas thun, die versucht der Teufel nicht; sie
versuchen den Himmel.
Jago.
Und doch, wenn sie nichts thun, so ist es nur eine läßliche Sünde:
Aber wenn ich meinem Weib ein Schnupftuch gebe--
Othello.
Was dann?
Jago.
Was dann? So gehört's ihr zu, Gnädiger Herr; und da es ihr
zugehört, so kan sie's, denk' ich, wieder einem andern geben.
Othello.
Ihre Ehre gehört auch ihr zu; darf sie solche darum weggeben?
Jago.
Ihre Ehre ist ein unsichtbares Ding und es bleibt immer
problematisch ob man sie hat oder nicht hat; aber das Schnupftuch--
Othello.
Beym Himmel! du erinnerst mich an etwas das ich so gern vergessen
hätte; du sagtest--oh, es kommt über mein Gedächtniß wie ein Unglük-
weissagender Rabe über ein verpestetes Haus--er habe mein
Schnupftuch.
Jago.
Ja, und was ist's dann mehr?
Othello.
Es ist nur zuviel.
Jago.
Was wär' es denn, wenn ich sagte, ich habe mit meinen eignen Augen
gesehen, daß er euch beleidigt habe, oder ich hab' es von ihm
selbst gehört, (wie es denn solche Schurken giebt, die, wenn sie
irgend ein Frauenzimmer, entweder durch ungestüme Verfolgungen oder
durch die freywillige Ergebung der Dame unter sich gebracht haben,
es unmöglich von sich selbst erhalten können nicht zu plaudern.)
Othello.
Hat er dann etwas gesagt?
Jago.
Das hat er, Gnädiger Herr; aber dessen seyd versichert, nichts was
er nicht wieder läugnen und verschwören würde.
Othello.
Was sagt' er denn?
Jago.
Was? Er habe bey ihr--ich weiß nicht was gethan--
Othello.
Was denn, was denn?
Jago.
Gelegen.
Othello.
Bey ihr?
Jago.
Bey ihr, oder auf ihr--was ihr wollt--
Othello.
Bey ihr! Auf ihr! Bey ihr gelegen! Das ist alles was man sagen
kan: Das Schnupftuch--Sein eigen Geständniß--Das Schnupftuch! das
Schnupftuch!--Ich erschüttre vom blossen Gedanken--Ohne eine grosse
Ursache würde die Natur sich selbst in keinen solchen Schatten
einhüllen. Es sind keine Worte, die mich so schütteln--Nasen,
Ohren und Lippen--ist's möglich! Sein Geständniß! Ihr Schnupftuch!
--O Teufel!
(Er wird ohnmächtig.)
Jago.
Würke du nur wohl, meine Mixtur, würke! So muß man leichtgläubige
Narren fangen--manche rechtschaffne und keusche Frauen kommen, mit
aller ihrer Unschuld, gerad auf solche Art um ihren guten Namen.
Wie, he! Gnädiger Herr! Hört ihr nicht? Othello! he!
Zweyte Scene.
(Cassio tritt auf.)
Jago.
Wo kommt ihr her, Cassio?
Cassio.
Was giebt's hier?
Jago.
Der General ist von dem fallenden Weh überfallen worden; das ist
nun der zweyte Anstoß; er hatte gestern den ersten.
Cassio.
Reibt ihn um die Schläfe.
Jago.
Nein, rührt ihn nicht an; man muß der Ohnmacht ihren ruhigen Gang
lassen; oder, er fängt an zu schäumen, und bricht endlich völlig in
die wildeste Tobsucht aus: Seht, er rührt sich; entfernt euch ein
wenig, er wird gleich wieder zu sich selbst kommen; wenn er weg ist,
so möcht' ich über eine Sache von grosser Wichtigkeit mit euch
sprechen können.
(Cassio geht ab.)
--Wie steht's mit euch, Gnädiger Herr? Habt ihr den Kopf nicht
angeschlagen?
Othello.
Spottest du meiner noch?
Jago.
Ich spotte, beym Himmel! nicht; aber ich wünschte, daß ihr euer
Unglük wie ein Mann trüget.
Othello.
Ein gehörnter Mann ist ein Ungeheuer; ein Unthier.
Jago.
Wenn das ist, so giebt es in volkreichen Städten eine Menge
Ungeheuer, und dazu noch recht zahme und manierliche Ungeheuer.
Othello.
Er gestand's also selbst?
Jago.
Liebster General, seyd ein Mann! denkt, es sind wenige bärtige
Gesellen, die, wenn sie anders bejocht sind, nicht mit euch ziehen.
Millionen Männer leben diesen Augenblik, die alle Nacht in einem
Bette ligen, das sie mit andern theilen; und die doch schwüren, daß
es ihnen eigen sey. Euer Fall ist doch noch besser. O, das ist
des Teufels gröster Spaß, eine unzüchtige Meze in ein sichres Ehe-
Bette zu legen, und sie für ein Tugendbild zu geben. Nein, besser
ist's ich wisse's; wenn ich weiß, was ich bin, so weiß ich auch,
was sie seyn soll.
Othello.
O, du sprichst wie ein Orakel; das ist gewiß.
Jago.
Geht nur eine kleine Weile bey Seite, verbergt euch, und habt ein
wenig Geduld. Während daß ihr hier von euerm Schmerz so unmännlich
überwältigt laget, kam Cassio hieher. Ich erdachte gleich etwas,
um eurer Ohnmacht eine scheinbare Ursache zu geben, und schaffte
ihn wieder weg, bat ihn aber bald wieder zu kommen, weil ich mit
ihm zu reden hätte. Er versprach mir's. Verbergt euch also nur
irgendwo, wo ihr ihn sehen könnt; und beobachtet das schelmische,
triumphierende Lächeln, die hönische Züge, die sichtbare
Leichtfertigkeit, die sein Geheimniß in seinem ganzen Gesicht
verrathen. Denn er soll mir seine Erzählung wieder von vorn
anfangen; wo, wie, wie oft, seit wie lange, und wenn er mit eurer
Frau handgemein worden ist, und es noch ferner werden will; ich
sage, gebt nur auf seine Mine Acht--O zum Henker, Geduld, oder ich
muß endlich glauben, ihr seyd über und über lauter Galle, und habt
nicht das mindeste von einem Mann.
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